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Immer Hertha – Enttäuschendes Ende der Erfolgswelle
Episode Transcript
Ja, liebe Leute, ich würde mal sagen, willkommen zurück auf dem harten Boden der Realität.
Der Traum ist vorbei, das Erwachen war hart, aber es war klar, dass es irgendwann passieren musste.
Hallo und herzlich willkommen zu Immer härter nach dem 0-2 gegen den 1.
FC Magdeburg, der ersten Niederlage nach knapp zwei Monaten und zuvor sieben Siegen in Serie.
Wir haben eine Menge aufzuarbeiten nach diesem harten Sonntagnachmittag und dazu begrüße ich wie immer Paul Gorgers.
Moin Paul.
Ja, hallo, grüß dich und es herrscht eine gewisse Katerstimmung, würde ich sagen.
Allerdings nicht nach einem rauschenden Fest wie im Pokal, sondern es ist eine ernüchternde Realität, in der wir angekommen sind.
Ja, wie sich die Ereignisse, wie sich die Umstände doch ändern können.
Am Mittwoch saßen wir hier völlig berauscht von diesem Pokalwahnsinn und heute sitzen wir hier irgendwie und es liegt so ein bisschen wieder der graue Hertha-Schleier über den Dingen.
Also auch bei Immer Hertha kehrt die gewohnte Stimmung ein, dass hier die ganze Euphorie aus diesem Podcast-Studio auch verflogen ist und wir doch wieder irgendwie seltsame Niederlagen zu besprechen haben.
Ja, also wenn man so will, doch alles wieder ein kleines Stückchen wie immer, oder?
Ja, also Antiklimax kann Hertha einfach wie kein zweiter Verein.
Und dann ist es natürlich sehr bezeichnend, dass es ausgerechnet gegen den Tabellenletzten, gegen das Schlusslicht der zweiten Liga, zum ersten Mal wieder schief geht seit vielen Wochen.
Ja, aber ich habe mir gestern auch noch so gedacht, irgendwie...
Gut, dass es gegen den Tabellenletzten oder eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller passiert ist, weil es ist natürlich besser, als wenn es gegen einen direkten Konkurrenten passiert, wo du dann ein Sechs-Punkte-Spiel quasi automatisch dadurch hast und dann noch dem Konkurrenten zu Auftrieb verhilfst und Rückstand an ihn aufbaust.
Ja, jetzt ist es halt ein Team aus dem Keller, die da mal wieder rausgepunktet haben.
Aber immerhin ist es jetzt nicht kein direkter Verlust gegenüber der Konkurrenz.
Klar, es waren drei Punkte auf den Relegationsplatz.
Du hättest die Chance gehabt, da jetzt wirklich dran zu springen.
So sind es jetzt immer noch drei Punkte.
Und du musst dich eben noch ein weiteres Mal jetzt mit dieser Rolle des Jagenden begnügen und weiterhin in Lauers Stellung verbleiben.
Aber es ist ja noch nicht so, dass jetzt schon der große Rückstand wieder gleich aufgetan ist zu den Topplätzen.
Ja, du wirst das so einfach sehr gut als Ausrutscher deklarieren können, weil klar ist, da war jetzt kein Qualitätsunterschied in dem Sinne, dass du eben nicht genau zur Spitzengruppe gehörst oder sowas, sondern du kannst sagen, es war der Tabellenletzte, darf dir nicht passieren, war aber dann eben einfach dieses Kollektivversagen und das passiert dann eben einmal.
So wirst du es abtun können, wenn du es richtig einordnest und gleichzeitig natürlich die Chance liegen gelassen, ein oder drei Punkte gut zu machen, aber vielleicht ist es auch genau der richtige Weckruf, dass es dann gegen den Tabellenletzten passiert.
Wir wollen das Ganze mal aufarbeiten und haben vorbereitet jeweils ein Fragezeichen, eine Sache, die wir nicht verstanden haben, die uns ein paar Rätsel aufbereitet immer noch, eine Enttäuschung des Spiels und eine Erkenntnis.
Was war, Paul, gestern dein größtes Fragezeichen, was dich nicht hat schlafen lassen in dieser Nacht auf Montag?
Ganz so dramatisch war es vielleicht nicht, aber was ich mich dann durchaus gefragt habe im Anschluss, auch weil wir es dann in der Mixzone nochmal von ihm persönlich gehört haben, war die Personalie Luca Schule.
Der, wie er mitteilte, dann nach dem Spiel fit war, sich bereit gefühlt hat.
Motiviert war er sich ja ohnehin gegen seinen Ex-Klub, gegen die Ex-Vereine läuft es sowieso ganz gut für ihn.
Und er fand sich aber auf der Bank wieder, stand nicht in der Startelf.
Da war David Kovnatski an seiner Stelle zu finden und das hat sich mir nicht ganz erschlossen im Nachhinein.
Aus verschiedenen Gründen.
Einerseits, wie gesagt, die angesprochene Formstärke von Lukas Schule.
Der hat mit so breiter Brust gegen Lautern im Pokal gespielt und auch getroffen, hat sich da die Schüsse einfach genommen, die Abschlüsse und auch reingemacht zum Teil Doppelpack, dass ich gedacht hätte, der lässt ihn jetzt einfach weiter stürmen, weil wie gesagt in so einer Verfassung, Es ist der optimale Mittelstürmer dann.
Gleichzeitig hätte es auch zum Spiel gepasst, finde ich, weil Hertha einen sehr abwartenden, passiven Ansatz gewählt hat, wollte eigentlich in Umschaltsituationen finden und da wäre natürlich Lukas Schuler mit seinem Tempo, der dann eben auch in die Tiefe und in die Räume geht, meiner Meinung nach auch geeignet gewesen.
Insofern hat sich mir das nicht wirklich erschlossen, warum dann David Kovnatski den Vorzug erhalten hat.
Und das lag jetzt nicht an David Kovnatski, aber der konnte nichts ausrichten in diesem Spiel.
Also der hatte, glaube ich, keinen Abschluss und hing total in der Luft.
Hatte dann doch einige Ballkontakte, wo wir uns auch gefragt haben in der Halbzeit, als wir die Statistik gesehen haben, wo die eigentlich herkommen.
Aber gut, ist ein anderer Spielertyp, klar.
Aber wie gesagt, das hat sich mir nicht so richtig schlüssig gezeigt.
Kovnatski hatte einen ziemlich herben Zusammenprall mit Deo Sefwick, dem eigenen Mitspieler, aber das war so die einzige Highlight-Aktion von ihm für die TV-Kameras.
Also es war wirklich rätselhaft, weil es gab insgesamt vier Wechsel in der Starthelf.
Marjan Dadaj, Kenneth Eichhorn waren angeschlagen nach dem Pokalspiel.
Toni Leistner rotierte so auf die Bank.
Das haben wir immer mal wieder gesehen in den letzten Wochen.
Und wir vermuteten dann auch, dass Lukas Schuler eben auch noch irgendwie so ein paar Wehwehchen aus dem Pokalspiel vielleicht mit sich rumgetragen hatte.
Aber er hat es ganz klar, ganz deutlich danach gesagt, nee, ich war fit und der Trainer hat sich so entschieden.
Und natürlich ist das im Nachhinein immer einfacher für uns, wenn wir jetzt hier sitzen und es hat nicht geklappt, das zu kritisieren.
Wenn jetzt David Kovnacki gestern Doppelpack geschossen hätte, hätten wir wieder dieses glückliche Händchen von Stefan Leitl abgefeiert.
Diesmal war es eben doch so, dass dieser eine Wechsel zu viel war.
Dieses ganze Rotationsthema haben wir immer wieder erlebt in den letzten Wochen und es war so, dass es ja auch funktioniert hat durchaus.
Jetzt gab es die Wechsel, die verletzungsbedingt waren, aber Lukas Schuler war eben nicht verletzt und das war auch so.
Es ist schlicht nicht aufgegangen, also Kovnatski war überhaupt nicht ins Spiel eingebunden und es war jetzt nur mal einmal der eine Wechsel zu viel, natürlich ist es das, was alle Hertha-Akteure immer hervorgehoben haben zuletzt, dass der ganze Kader so funktioniert und dass alle Leute auch auf der Bank eben herausgehoben werden, aber diesmal war es einfach der Wechsel, der sich auch niemandem so richtig erschlossen hat und Lukas Schuler hätte es sicher verdient gehabt, Und nach dieser Vorstellung, das war ja wirklich spektakulär, noch einmal zu spielen.
Und ja, er war auch wirklich, wirklich frustriert nach dem Spiel.
Das hat man ihm echt angesehen.
Und gerade gegen seine Ex-Vereine, was du auch schon angedeutet, war er immer topmotiviert in letzter Zeit.
Also sehr, sehr rätselhaft.
Ja, also es ist natürlich eine hypothetische Diskussion, was wäre, wenn und ob das dann besser gelaufen wäre.
Klar, ist jetzt nicht mehr aufzulösen.
Und ich glaube jetzt auch nicht, dass Lukas Schuler dann der Typ ist, der jetzt in der Kabine schlechte Stimmung verbreitet.
Das wird schon auch so sein.
Aber wir sind jetzt einfach an dem Punkt, wo Stefan Leitl eben Entscheidungen treffen muss, weil die Personallage so luxuriös ist, dass er nicht mehr gezwungen wird, irgendwen aufzustellen oder draußen zu lassen, sondern jetzt hat er Auswahl, jetzt muss er sich festlegen und dann werden sich natürlich auch einfach die Personalentscheidungen häufen, wo man dann hinterher sagen kann, das ist nicht aufgegangen, was er sich da gedacht hat.
Ja, du hast es auch schon einmal angesprochen eben, diese abwartende Spielweise von Hertha BSC, das erschien mir wirklich rätselhaft.
Dieses Tiefstehen gegen den Tabellenletzten, also klar, natürlich stellt da ein taktischer Ansatz dahinter und du erhoffst dir dann deine Umschaltmomente, aber Hertha hat in der ersten Hälfte nahezu komplett Magdeburg den Ball überlassen.
Es war sehr früh zu erkennen, wie tief die Mannschaft steht und.
Dann beklagte Stefan Leitl hinterher, dass ihm die Intensität im Spiel gegen den Ball fehlte und das sind natürlich Dinge, die auch so ein bisschen zusammenhängen können, wenn du so tief stehst, dann musst du eben voll da sein und dann hat es eben gestern nicht gepasst von dem Ansatz her, weil gefühlt so ein bisschen auch einfach die mentale Frische, die mentale Bereitschaft nicht da war und dann läufst du die ganze Zeit hinterher gegen so eine Mannschaft.
Und die haben oft genug gezeigt, dass sie Fußball spielen können durchaus.
Und das hat sich gestern sofort niedergeschlagen, dass du eben die frühe Chance durch Fabian Rehse hattest, aber dass danach echt quasi gar nichts mehr ging bis zur Halbzeit.
Das war wirklich irritierend irgendwie, das Spiel, wenn du in so einem Flow erleben bist, wie Hertha BSC momentan, dass du dich dann so weit zurückziehst und so konservativ da die Dinge angehst.
Natürlich, wir haben immer wieder gesagt, auch jetzt in der Serie, die Zweitligatugenden kämpferisch da sein, du musst keinen Hurra-Fußball zwingend spielen.
Aber so komplett abzugeben, das war sehr, sehr seltsam.
Und dann gehst du mit einem 0 zu 0 in die Pause, wo auch alle Spieler danach gesagt haben, Dass sie das an die Spiele aus der Serie teilweise erinnert hat, dass sie nicht die beste erste Hälfte spielen, aber es eben ohne Gegentor überstehen.
Ja, nur diesmal hat es dann eben nicht mehr gereicht im zweiten Durchgang und das war auch ein Stück weit folgerichtig nach diesem Ansatz.
Ja, richtig.
Also die Umsetzung auf dem Platz hat überhaupt nicht zum Matchplan gepasst, wo man eben darüber streiten kann, ob das so richtig war.
Aber es hat sich dann einfach verschlimmert dadurch, dass du eben permanent hinterherläufst.
Damit läufst du dich natürlich auch müde.
Das ist dann in so einer englischen Woche, wo zwar beide Mannschaften die Belastung hatten, aber es ist dann auch nicht hilfreich, wenn du immer den halben Schritt zu spät bist, weil du einfach nicht in die Situation kommst, weil du diese Auslösemomente fürs Pressing nicht hinbekommst.
Und das war ein Stück weit sogar der Matchplan von Magdeburg und hat den Magdeburgern in die Karten gespielt.
Das hat Baris Atik dann hinterher in der Mixed Zone auch erzählt, dass sie schon gemerkt haben, dass sich Hertha da ein Wolf läuft und sich müde läuft.
Und ja, dass dann natürlich hinten raus den Magdeburgern zugutekam, weil die dann den Lucky Punch gesetzt haben und gewonnen haben.
Über das Tor werden wir sich noch sprechen.
Aber das hat nur Magdeburg geholfen, diese Spielweise.
Ja, und dann kam eben dieser Gegentreffer in der zweiten Hälfte, was schon angedeutet, das war die große Enttäuschung des Spiels, nämlich weil die Art und Weise, wie dieses Tor entsteht, also es war nach einer kurz ausgeführten Ecke, wo die Mannschaft im kollektiven Tiefschlaf ist und vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass das, wie wir erfahren haben, absolut Gegenstand der Vorbereitung von Hertha war, diese kurz ausgeführten Ecken.
Das hat Tiag Ernst erzählt, dass es durchaus Thema war, dass Magdeburg nicht die körperlich stärkste Mannschaft ist und diese kurz- oder spielerisch ausgeführten Ecken immer wieder wählt als Mittel.
Und dann eine Viertelstunde vor Ende eines Spiels, das spitze auf Knopf steht, so zu pennen in diesem Moment.
Also das ist echt dramatisch.
Das ist auch wirklich dämlich ein Stück weit.
Und Tiag Ernst ist völlig ausgeflippt nach dem Gegentor, verständlicherweise.
Er hat uns nachher erzählt, er Er hofft, dass man es nicht über die Außenmikrofone gehört hat und dann stellte sich in den Highlights hinterher heraus, dass man es absolut über die Außenmikrofone gehört hat, was er sagte.
Aber natürlich alles gut, überhaupt keine Vorwürfe.
Das sind die Emotionen in dem Moment.
Das ist sehr, sehr verständlich und da musste er einfach seiner Wut Luft machen, weil so darfst du kein Gegentor kassieren.
Ja, Zitat, ihr seid so doof.
Aber ja klar, in dem Moment, in der Emotion musste das einfach mal raus, ist dann auch sein gutes Recht und inhaltlich hat er ja auch Recht, muss man sagen.
Also ein maximal vermeidbares Gegentor, eigentlich schießt man sich den Halb selbst rein, weil man sich da eben kollektiv einfach unaufmerksam zeigt, nicht in der Szene ist und ja, du hast es angesprochen, dann steht es eben 0-0, eine Viertelstunde vor Ende in so einem Spiel, wo du eh schon merkst, es geht eigentlich nicht viel und das ist auch so ein bisschen der Punkt, Deshalb glaube ich auch für Stefan Leitl die Enttäuschung des Spiels diese Szene ist, weil er dann auch hinterher sagt, dann musst du halt wenigstens 0-0 spielen in so einer Partie, musst den Punkt mitnehmen und dann aber nicht so ein Gegentor fangen.
Also es war nicht das unglücklich zweimal abgefälschte Kuller-Tor, was auch passieren kann in so einem Spiel, sondern es war wirklich komplett verschuldet von Herthers kollektivem Ausfall da in der Defensive und entsprechend war dann der Frust bei allen Beteiligten auch völlig zurecht.
Und das führt mich auch so ein bisschen zu meiner Enttäuschung des Spiels, dass von den sogenannten Führungsspielern, die sie ja einfach qua Qualität und Erfahrung sind, eigentlich über das gesamte Spiel keine wirkliche Steigerung oder Leistungssteigerung erkennbar war.
Also ich denke da so an Spieler wie Diego Demmel, Michael Cuisance, der einen Abschluss hatte und auch die Chance von Reza aufgelegt hat, aber auch nicht viel mehr ausrichten konnte, dann eben auch bei der Ecke nicht besonders glücklich aussieht gegen Attic im Zweikampf.
Fabian Rehse mit seiner vergebenen Chance, wo man auch merkt, der hatte keinen guten Tag und dass das dem Team dann schon auch ein Stück weit fehlt, wenn der keinen guten Tag hat.
Aber es galt eben für das ganze Gerüst.
Der Mannschaft und die konnten aber den Schalter irgendwie nicht umlegen an diesem Tag und das fand ich ein Stück weit enttäuschend, weil das ja auch ein Stück weit Herthas Stärke war, dass sie eben auch nach einem schwachen Start nicht mehr in Panik verfallen sind, sondern irgendwie sich stetig steigern konnten, eine spielentscheidende Szene dann auch mal heraufbeschwören konnten und diesmal hat die spielentscheidende Szene leider vor dem eigenen Tor stattgefunden.
Ja, Fabian Rehse zum Beispiel wartet immer noch auf sein erstes Feldtor in dieser Saison.
Das ist schon krass, wenn man sich das mal so vor Augen führt.
Und Stefan Leitl hat hinterher ganz klar und offen diese Szene kritisiert mit seiner frühen Torschance.
Er hat gesagt, da müssen wir in Führung gehen.
Und das war schon wirklich bemerkenswert, aber es war halt auch symptomatisch dafür, was diesmal gefehlt hat im Vergleich zu allen anderen Spielen dieser Serie.
Hertha hat häufig früher Tore geschossen, hat häufig gleich die erste Chance genutzt.
Und das war diesmal eben anders.
Und das führt mich dann auch zu der Erkenntnis, dass Hertha jetzt einfach mal wieder fällig war.
Nach knapp zwei Monaten nur an Siegen, sieben Erfolge in Serie.
Und wenn man da mal so jetzt darauf zurückblickt auf die Serie, dann gab es viele 50-50 Spiele, die sehr gut vergleichbar waren mit dem von gestern.
Wo nicht alles klappte bei Hertha und wo auch der Gegner absolut ebenbürtig war.
Wo sich die Dinge dann eben erst spät auf Berliner Seite geschlagen haben.
Also das Spiel gegen Düsseldorf war der erste Sieg dieser Serie.
Krattenmacher mit dem ganz späten Tor.
Wir hatten das Heimspiel gegen Braunschweig, die tolle Chancen hatten.
Sie aber schlicht nicht genutzt haben.
Wir hatten das Auswärtsspiel in Kiel, was total ausgeglichen war.
Und all das konnte Hertha so ein bisschen da immer noch auf ihre Seite ziehen.
Und diesmal hat es eben einfach nicht gereicht.
Es war auch ein Stück weit verdient, hat Benni Weber in der Mixzone schön gesagt nachher, dass sie es sich schlicht nicht verdient, nicht erarbeitet hatten, den Ball so über die Linie zu drücken, wie sie es vielleicht die anderen Male immer getan hatten, dass sie das so erzwungen haben.
Und das hat diesmal echt einfach gefehlt.
Und jetzt, ja, nach zwei Monaten war dann eben das Glück offenkundig auch einfach mal aufgebraucht und Hertha war jetzt wieder an der Reihe, auch mal ein Spiel zu verlieren.
Shit happens, passiert.
Ausrutscher, wie du schon angedeutet hast vorhin.
Man muss jetzt halt gucken, dass sich das nicht so tief in den Köpfen verankert, dass da jetzt wieder der ganze positive Flow dieser Serie draus verloren geht.
Ja, also meine Haupterkenntnis ist zum ersten Mal, dass der Graben im Olympiastadion doch sehr tief ist, auch zwischen Innenraum und Gästeblocks.
Also wir kennen ja den Graben, laufen da durch nach Spielende Richtung Mixed Zone und da guckt man schon einige Meter nach oben, um zu sehen, wo die Bande ist.
Und ja, Rajon Grieb, der Torschütze zum 2-0, das Tor müssen wir glaube ich nicht groß besprechen, klarer Fehler von Karpovnik.
Auch da, aber es ist ja symptomatisch, auch Karpovnik hat ja eigentlich ein wirklich gutes Spiel gemacht.
Also wir haben es immer wieder angesprochen, wie krass er nach vorne arbeitet, wie inspirierend er teilweise auch auf die Angriffe gewirkt hat, hat vieles eingeleitet.
Ja und dann schenkt er diesen Ball so her, also Wahnsinn, mein Gott, das war natürlich jetzt auf dem Weg in die Schlussoffensive, aber auch das Befleckte eine eigentlich gute Leistung.
Naja, es passte so in diese Fehleranfälligkeit, die es an dem Tag gab.
Also Seefück hatte auch so eine Szene gleich in der ersten Halbzeit, wo er im Strafraum den Ball verliert.
Das zog sich so durch, durch die ganze Mannschaft und ja, das nutzte dann Ryan Grieb und sprang in die Tiefe, aber ist zum Glück unverletzt geblieben, habe ich aber auch in der Form noch nicht gesehen und ich glaube, bei spätestens jetzt hat es sich rumgesprochen im deutschen Profifußball, dass da ein tiefer Graben ist, man diesen Sprung nicht wagen sollte.
Also ich erinnere mich, ich hätte mich gestern auch fast lang gemacht in dem Graben, ohne dass ich da reingesprungen wäre, weil es irgendwie so nass war und dann einfach noch so kalt, aber fast schon so ein bisschen Glätte.
Ja, und der kommt da von oben runter mit Schollenschuhen, aber Gott sei Dank, alles gut.
Ein kleines Adventswunder, dass er da unverletzt wieder hochkam, richtig, richtig.
Ja, und vom Graben führt mich das Ganze zum schmalen Grat, auf dem Hertha dann eben auch wandelt mit dieser Spielweise, mit diesem Ansatz.
Und dass es eben ein schmaler Grad ist zwischen einem gewissen Grundvertrauen, einem Selbstvertrauen und auch so einer Zuversicht, dass man solche Spiele, in die man nicht gut startet, dann noch ziehen kann und auch gut genug ist, immer ein Tor zu erzielen.
Und dann eben so eine Vorstellung wie gestern, wo dann einfach sich so diese Unkonzentriertheiten, diese Fehler und auch die fehlende Konsequenz über 90 Minuten durchziehen und du dann am Ende das Spiel sogar verlierst.
Also das ist ja ein Balanceakt, den hat er da vollführt, wenn du in so einem Flow bist, wenn du Spiel um Spiel gewinnst, dann fühlt sich das sicher auch manchmal so an, dass man sich dann einfach von Woche für Woche erarbeitet und das war ja auch ein Stück weit so, also wir sprechen ja auch nicht darüber, dass diese Siegesserie irgendwie unverdient zustande gekommen wäre, aber es zeigt eben, dass das Pendel auch schnell in die andere Richtung ausschlagen kann.
Und ich glaube auch nicht, dass Hertha jetzt in seinen Grundfesten erschüttert ist und dass man jetzt alles wieder eingerissen hätte, was man sich da aufgebaut hat die letzten Wochen.
Aber es ist eben einfach so, dass du jetzt schnell einfach eine Reaktion wieder zeigen kannst, musst, aber auch darfst natürlich, weil das Spiel schon am Freitag ist.
Das heißt, du kannst das schnell korrigieren und hast dir jetzt aber auch diese beiden Spiele, die noch kommen, bis zur Winterpause nochmal ordentlich aufgeladen mit Wiedergutmachungsanspruch.
Ja, ich glaube, es hilft auf jeden Fall, dass jetzt wenige Tage sind, kurze Woche in der zweiten Liga für Hertha bis zum Gastspiel bei Kreuter Fürth, die gestern durchaus ein emotionales Erfolgserlebnis, glaube ich, gefeiert haben mit diesem unentschieden im Frankenderby und jetzt auf Platz 16 geklettert sind, wenn ich richtig bin, durch den Punktgewinn.
Aber es ist halt eben wieder jetzt eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller.
Und ja, du kannst es jetzt gegen Magdeburg so sagen, es war ein Ausrutscher.
Jetzt entführt musst du dann dadurch.
Und da ist jetzt schon ein bisschen Druck auf dem Kessel mal wieder.
Aber klar, damit muss Hertha jetzt auch umgehen können.
Und natürlich musst du jetzt zeigen, dass du irgendwie daraus gelernt hast, aus diesem Magdeburg-Spiel, dass die Sinne wieder geschärft sind.
Und wie es dann immer so ist, so ein Spiel kann auch ein Warnschuss zur rechten Zeit sein.
Und wenn man jetzt die beiden Spiele bis Jahresende noch erfolgreich gestaltet, dann redet da bald schon keiner mehr drüber, über dieses Magdeburg-Spiel.
Es kann halt aber auch sein, dass wieder der Bruch reinkommt.
Das werden wir jetzt erleben und deswegen ist der Jahresendspurt jetzt umso wichtiger.
Aber ich denke, übergeordnet lässt sich schon festhalten, ruhig bleiben.
Keine Panik ausrufen solche Dinge passieren einfach in dieser zweiten Liga die einfach schlicht wahnsinnig eng beisammen ist natürlich war die Chance jetzt endgültig ranzurücken an die Aufstiegsplätze.
Jetzt sind es nach wie vor drei Punkte und so verbleibt Hertha so ein bisschen in dieser lauer Stellung, ein bisschen in dieser Rolle des Jagenden, was vielleicht aber auch gar nicht schlecht ist.
Also man hat es ja schon gemerkt, auch im ganzen Land, dass die Aufmerksamkeit auf Hertha jetzt schon groß geworden ist durch diese Siegesserie, durch den krassen Erfolg im Pokal.
Und ja, jetzt kehrt vielleicht mal wieder so ein bisschen Ruhe ein und die Dinge sind wieder etwas normaler.
Das kann ja auch ganz gut sein.
Ja, das ist sicher zum Teil so.
Andererseits, wie gesagt, diese beiden Spiele sind auch deshalb so wichtig, weil dann eine lange Winterpause ansteht.
Also es ist dann über Weihnachten, dann geht noch Trainingslager weiter.
Bundesliga startet, glaube ich, schon wieder.
Dann wartet die zweite Liga noch auf den Rückrundenauftakt.
Insofern ist es da einfach wichtig, mit einer positiven Stimmung aus diesen beiden Spielen in den Winter zu kommen, um dann endgültig sich oben festzusetzen und dann wirklich die Rückrunde so zu spielen, dass man am Ende möglichst auf eins oder zwei landet oder schlimmstenfalls auf drei.
Wagen wir auch schon mal einen kleinen Blick voraus aufs neue Jahr, aber nicht auf die zweite Bundesliga, sondern auf den DFB-Pokal, denn wir haben auch noch ein paar gute Nachrichten mitgebracht an diesem Tag.
Es ist tatsächlich so, dass nicht alles scheiße ist, gleich wieder bei Hertha.
Die Pokalauslosung stand gestern Abend an zum Viertelfinale und Hertha hat ein gutes Los erwischt.
Heimspiel gegen den SC Freiburg.
Es war klar, dass du jetzt mal einen Bundesligisten kriegst.
Klar, ein Zweitligist war auch noch im Lostopf, aber es war jetzt auch einfach mal an der Zeit.
Aber glücklicherweise wieder ein Heimspiel.
Das ist genau das, was Stefan Leitle sich gewünscht hat, hat er ja am Sonntag noch formuliert.
Und Freiburg, ich denke, klar hat seine Qualitäten, aber ist jetzt bei weitem kein unschlagbarer Gegner, gerade in einem Heimspiel vor toller Kulisse dann.
Ja, ich finde auch, dass es nicht so ist, dass da jetzt irgendwie, wenn Bayern oder Leipzig gekommen wäre, man sich darauf hätte einstellen müssen, dass das ein Highlight-Spiel wird, aber wahrscheinlich das letzte der Pokalrunde.
Ich finde schon, dass man auch sportlich da ambitioniert in das Spiel gehen kann.
Es ist natürlich kein Gegner auf Augenhöhe, weil Freiburg eine Klasse besser spielt, auch tatsächlich.
Aber man kann mit einem gesunden Selbstbewusstsein, wenn man sich diese Form der letzten Wochen auch im Februar noch erhält, in dieses Spiel gehen.
Es gibt das emotionale Wiedersehen mit Derri Scherhant voraussichtlich.
Und man kann sich eben dann auch mal wirklich mit einem Bundesligisten messen und muss sich auch daran messen lassen dann, weil das ist ja auch der Anspruch.
Man will ja auf diesem Niveau unterwegs sein.
Insofern wird das, glaube ich, wirklich ein gutes Spiel.
Das ist ein gutes Los für Hertha.
Das Olympiastadion wird sicher wieder gut gefüllt sein mit entsprechender Kulisse.
Das bringt auch noch mal Geld.
Du hast die Chance auf, Die nächste Runde noch mehr Prämien, also das war die gute Nachricht am Sonntagabend tatsächlich.
Ja und dabei gab es ja diesen einen Moment in der Auslosung, als gleich Bayern München Heimspiel als allererstes losgezogen wurde.
Da schlugen alle Hertha Herzen glaube ich etwas schneller und dann zieht Friedhelm Funkel, Ex-Hertha-Trainer, die zweite Kugel aus dem Nostopf und verzieht so ein bisschen das Gesicht.
Da dachte ich schon, oha, jetzt hat er Hertha gezogen.
Aber es war dann RB Leipzig und wir haben jetzt eben das Spiel, wo zwei Schwergewichte aufeinandertreffen, wo dann eines der beiden Schwergewichte auf jeden Fall rausgeht.
Dann haben wir noch St.
Pauli-Leverkusen und Kiel-Stuttgart, die beide relativ klar erscheinen, die Spiele.
So, und dann, ja, Halbfinale, Bayern-Leverkusen-Stuttgart-Hertha, macht was her, oder?
Würde, glaube ich, der Hertha-Fan nehmen, ja.
So, genau.
Schauen wir mal, was uns da noch erwartet im Pokalspiel und im neuen Jahr.
Zunächst blicken wir dann nächste Woche aufs alte Jahr zurück.
Es ist wieder viel passiert im Jahr 2025 im Hertha-Kosmos.
Und wir werden das, wie schon im letzten Jahr, in unserer ausführlichen Jahresrückblick-Folge dann ganz entspannt aufdröseln und einmal mit euch nachbesprechen.
Schreibt uns gerne auch in die Kommentare zu dieser Folge, was ihr denn vom Pokal los Freiburg haltet.
Ob ihr an die nächste Überraschung glaubt, an den nächsten Schritt auf dem Weg zum Finale im eigenen Stadion.
Und dann hören wir uns nächste Woche noch einmal wieder mit der großen Jahresrückblick-Folge, wie letztes Jahr auch schon, dann schon vor dem letzten Spiel des Jahres, weil ich mich dann danach relativ schnell in den Weihnachtsurlaub verabschieden werde.
Aber bis dahin sagen wir erstmal danke fürs Dabeisein heute.
Lasst gerne einen Daumen nach oben da und startet gut in diese neue Woche, trotz der Hertha-Niederlage und dann hören wir uns am nächsten Montag wieder an dieser Stelle.
Vielen Dank fürs Dabeisein, macht's gut und tschüss.