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Episode Transcript

Willkommen zur ersten Episode nach Weihnachten, in der wir mal ordentlich aufräumen.

Heute widmen wir uns nämlich dem Begriff Krimskrams.

Jeder hat ihn, in der Schublade für alles, in der Handtasche oder auf dem Schreibtisch.

Es sind diese kleinen, wertlosen oder nutzlosen Dinge, die sich einfach immer irgendwie ansammeln.

Aber woher kommt dieses Wort, das schon so herrlich chaotisch klingt?

Der zweite Teil des Wortes, Kram, ist relativ leicht zu entschlüsseln.

Er stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet ursprünglich die Zeltdecke, unter der die Händler auf dem Markt ihre Waren ausbreiteten, die Krambuden.

Später stand Kram dann für die Handelsware selbst.

Oft Kleinkram oder dann halt minderwertiges Zeug.

Doch was hat es mit Krims auf sich?

Das kommt nicht etwa aus einem Kontext der Halbinsel Krim.

Geografie spielt hier sogar gar keine Rolle.

Sprachwissenschaftler nennen das, was hier passiert, eine Reimbildung oder ein Zwillingswort, ähnlich wie bei Wirrwarr, Mischmasch oder Techtelmechtel.

Das Wort Krims wurde dem Krams vorangestellt, um die Bedeutung von Durcheinander und Vielzahl lautmalerisch zu verstärken.

Es gibt aber noch eine weitere spannende Wurzel, das heute kaum noch gebräuchliche Verb krimmen.

Es bedeutete so viel wie jucken, kratzen oder in etwas herumwühlen, so wie man mit den Fingern in einem Haufen Kleinteile wühlt.

Krimskrams ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Haufen Zeug, in dem man herumwühlen muss, um etwas zu finden.

Wenn du also das nächste Mal vor deinem Krimskrams stehst, keine Sorge, das Wort selbst gibt dir quasi die Erlaubnis, dass es dort ein bisschen chaotisch zugehen darf.

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