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DK154 - CO2-Speichern im Auenland
Episode Transcript
Claudia: Hier ist das Klima, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise.
Claudia: Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten Claudia: Montag mit Florian Freistetter.
Florian: Und mit Claudia Frick.
Herzlich willkommen im Herbst.
Claudia: Ach ja, es ist schon Herbst.
Florian: Wenn ihr das hört, auf jeden Fall.
Und jetzt, wo wir das aufnehmen, Florian: ist auch offiziell Herbst.
Claudia: Ist auch schon offiziell Herbst.
Ach Gott, siehst du mal, das habe ich noch gar nicht mitbekommen.
Florian: Weil Herbst ist, machen wir eine kurze Folge.
Denn Herbst, da wird man krank Florian: und Claudia muss husten.
Deswegen probieren wir heute wenig zu reden, Florian: machen eine kurze Folge.
Florian: Und Claudia, wenn du was gut findest, dann huste einmal.
Wenn du was blöd findest, huste zweimal.
Florian: Ich glaube, die Nachbearbeitungsalgorithmen filtern ist, glaube ich, automatisch raus.
Florian: Also es kann sein, dass du einfach nur noch nur stiller bist, Florian: wenn du tatsächlich nur husten würdest als Kommunikation.
Claudia: Muss ich vielleicht einfach Hust sagen, dann geht es.
Florian: Genau, das würde funktionieren.
Ja, aber darum halten wir es heute ein bisschen Florian: kürzer oder probieren es kürzer zu halten und fangen gleich an mit dem, Florian: was du in der letzten Folge erzählt hast.
Claudia: Stimmt, weil da war noch Sommer.
Da habe ich nämlich noch über schwitzende Bäume gesprochen.
Florian: Genau.
Claudia: Ja, da ging es ja darum, dass wir in den Straßen und in den Städten für uns Claudia: Menschen, die wir da unterwegs sind, ein bisschen das Klima freundlicher machen wollen.
Claudia: Und dass nicht alle Bäume an allen Stellen und in allen Regionen der Welt und Claudia: in allen Städten und ihren Strukturen gleich gut geeignet sind.
Claudia: Und da gab es eine sehr schöne Studie, die so ein bisschen genauer gesagt hat, Claudia: wo ist welcher Baum sinnvoll und warum kühlen Bäume überhaupt?
Claudia: Und die das alles zusammengepackt haben.
Florian: Das Fazit war, glaube ich, der richtige Baum am richtigen Ort.
Claudia: Genau, das ist wichtig.
Florian: Ja, und ähnlich geht es weiter heute.
Ich habe auch zuerst überlegt, Florian: was mache ich denn für ein Thema.
Florian: Ich habe in letzter Zeit immer so komische Themen gehabt, so Weltraum und sowas.
Florian: Da habe ich gedacht, ich möchte auch mal wieder richtig Natur haben.
Florian: Und habe gedacht, ich mache jetzt aber keine Bäume, denn die hattest du ja schon.
Florian: Ich mache was ohne Bäume, aber trotzdem mit Natur.
Florian: Und wenn wir über Bäume reden und Wälder reden, dann tun wir das ja meistens Florian: im Kontext der CO2-Speicherung.
Hast du jetzt letzte Folge nicht gemacht.
Florian: Da ging es um die Hitze und die Temperaturregulation.
Florian: Aber normalerweise sagt man immer hier Bäume pflanzen, Wälder speichern CO2 Florian: und so weiter und ist wichtig und ist auch wichtig.
Florian: Aber es gibt ja auch viel Gegend auf dieser Welt, wo keine Bäume wachsen.
Florian: Und die auch wichtige CO2-Speicher sind zum Beispiel die Moore.
Florian: Über die reden wir heute nicht.
Wir reden nicht über Moore.
Das muss mal ein eigenes Thema sein.
Florian: Aber Moorgebiete sind ja auch sehr, sehr wichtige CO2-Speicher auf dieser Welt.
Florian: Und die verschwinden auch immer mehr, was auch nicht so toll ist.
Florian: Aber heute geht es, naja, Florian: Um so eine Art Mittelding zwischen Moor und Wald, nämlich um die Auen.
Wir gehen ins Auenland.
Claudia: Ich fühle mich schon wie so ein kleiner Huppet.
Florian: Ich weiß nicht, wie stehst du zur Au?
Claudia: Haben wir hier nicht so viel gefühlt, aber ich kann es noch mal die Definition Claudia: von Auen nennen.
Vielleicht haben wir die hier.
Florian: Ja, du kannst sogar nachschauen, ob du sie hast und ich glaube schon.
Florian: Eine Au ist die Uferlandschaft von Bächen und Flüssen.
Also das, Florian: was so ein Idealzustand links und rechts vom Fluss und vom Bach ist.
Florian: Das ist ein Gebiet, das in permanentem Austausch mitten im Fluss steht, Florian: also wo immer wieder mal auch ein bisschen was überschwemmt wird, Florian: wo es immer so ein bisschen feucht auch ist.
Florian: Es gibt die gehölzfreien Auen, das ist so wirklich direkt dran.
Florian: Das ist da, wo halt so das typische Auenzeug wächst.
Ich weiß nicht, Florian: wie diese Pflanzen alle heißen, aber so Schilf und so Zeug.
Florian: Das ist da, wo halt wieder schon so ein kleines Hochwasser drauf geht.
Florian: Da gibt es die Weichholzaue, die ist so ein bisschen weiter weg vom Fluss.
Florian: Da geht das Hochwasser dann hin, wenn das kommt, dann wird die Weichholzaue Florian: überschwemmt, es gibt eine Hartholzaue, da sind da wirklich schon so Bäume und Florian: sowas, da gehen die höchsten Hochwasser.
Florian: Das, was so links und rechts vom Fluss ist, wenn links und rechts vom Fluss Florian: noch Landschaft ist und nicht einfach nur verbaut, das ist die Au.
Claudia: Ah, mit dem Verbauen von Flüssen kennen wir uns aber gut aus.
Florian: Genau.
Also das ist wirklich auch ein sehr dynamischer Lebensraum, Florian: weil da wirklich ein ständiger Wechsel von Überflutung und Trockenheit herrscht.
Florian: Es ist ein wichtiger Hochwasserschutz.
Florian: Ich habe es gerade gesagt, wenn das verbaut ist, dann fällt der weg.
Florian: Aber wenn da eine Au ist mit all der Vegetation, die in so einer Au halt existiert, dann ist das ein...
Florian: Guter Hochwasserschutz ist auch wichtig für den Abbau von Nitraten.
Florian: Also die Pflanzen dort und der Boden und die Organismen und alles, Florian: was da ist, bauen Nitrate ab aus dem Wasser.
Florian: Das heißt, eine Aue verbessert auch die Wasserqualität der Flüsse.
Florian: Also ist ein relevanter Lebensraum.
Florian: Und wer schauen möchte, wie es so um die Auen steht, ich habe kurz mal geguckt, Florian: ob es so eine Art Karte, Inventar, sowas gibt, wo man nachschauen kann.
Florian: Und gibt es tatsächlich, also es gibt das Auen-Inventar Österreich.
Florian: Verlinke ich in den Shownotes, da kann man das anklicken.
Da gibt es auch eine Florian: Karte, wo man sich genau anschauen kann, Wo sind da die Auen?
Florian: Und es gibt auch in Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz eine Seite zum Auen-Zustand.
Florian: Und da kann man sich erst einmal alles mögliche andere anschauen.
Florian: Da gibt es die Auen-Typologie und alle Infos, wer wirklich tief in die Welt Florian: der Au eintreten möchte.
Florian: Da gibt es auch eine Karte.
Also da kann man sich das anschauen.
Florian: Gebe ich in die Show Notes hinein, wie diese ganzen Links und Karten sind.
Florian: Dann könnt ihr da schauen.
Florian: Oder ihr geht einfach mal raus und schaut euch selbst eine Au an.
Florian: Also ich habe ja als jemand, der aufgewachsen ist in der Nähe der Donau, Florian: ich habe da immer wieder mal Auen gesehen.
Ich wohne auch jetzt in der Nähe von Flüssen.
Florian: Also ich bin immer wieder mal in der Auen.
Ich muss ehrlich sagen, Florian: ich bin kein so ein Fan der Auen.
Also jetzt als Ort oder als Natur, Florian: in der man sich auffällt.
Florian: Also so ein Wald ist ein Wald und keine Ahnung, Moor ist Moor und Wiese ist Florian: Wiese.
Aber die Auen, die ist immer so, ich finde die immer so ein bisschen versifft irgendwie.
Florian: Ja, da ist immer alles ein bisschen so muffig, mutrig.
Die Pflanzen sind oft Florian: irgendwie schmutzig.
Also schmutzig, das ist halt einfach wie Schlamm, Florian: wenn da wieder mal in Hochwasser war.
Florian: Und dann alles ist voll mit Mücken natürlich und die Pflanze.
Claudia: Aber es ist auch wunderschön kühl.
Florian: Ja, nicht immer.
Claudia: Wunderschön kühl.
Florian: Kommt natürlich auch die Art der Au an.
Also vielleicht gilt das nur für die Florian: eine Au, wo ich mich als Kind immer aufgehalten hatte, wo ich kein Fan davon war.
Florian: Aber ja, ich will jetzt nicht die Au dissen, denn heute geht es um etwas ganz anderes.
Florian: Es geht um die Frage, wie gut eine Au als CO2-Speicher ist.
Florian: Weil wir haben gerade gesagt, wir reden beim CO2-Speichern immer nur über Bäume Florian: und Wälder.
Aber der Au wachsende ist tendenziell keine Bäume und schon gar Florian: keine Wälder, weil sonst wäre es ein Wald.
Florian: Und die Frage ist trotzdem, okay, kann eine Au als CO2-Speicher funktionieren und wenn ja, wie gut?
Florian: Das hat sich eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit angeschaut und zwar am Beispiel Florian: des Auenreservats Mach-Eck.
Florian: Ich nehme an, das wird dir nichts sagen, wird auch vermutlich vielen Hörerinnen Florian: und Hörern nichts sagen, aber Mach-Eck, das ist in der Nähe der Mach, Florian: das ist ein Fluss ganz im Osten von Österreich an der Grenze zwischen Österreich Florian: und Tschechien, also ganz oben rechts in Österreich.
Florian: Da ist dieses Auenreservat, hat 1.100 Hektar.
Claudia: Ja, keine Vorstellung gerade.
Florian: 1.500 Fußballfelder.
Claudia: Ah, wie viel Saarland sind denn da?
Florian: 0,04.
Das ist nicht viel.
Claudia: Okay.
Florian: 11 Quadratkilometer sind es ungefähr.
Und ich habe geschaut, Florian: was ist 11 Quadratkilometer groß und meine Recherche hat mich informiert.
Florian: Grumpendorf am Wörthersee.
Claudia: Ah, ja jetzt ist klar.
Florian: Ja, also es ist jetzt nicht riesengroß, aber es ist auch nicht winzig.
Florian: Also 1.500 Fußballfelder ist schon ein bisschen was.
Das ist seit 1978 ein Naturschutzgebiet.
Florian: Man hat da im Jahr 224 auch mal so eine Bestandsaufnahme gemacht, Florian: hat 235 verschiedene Pflanzenarten gezählt.
Florian: Darunter auch, wie ich dann informiert wurde, viele gefährdete Arten wie der Florian: Elbe, Stendelwurz oder der Orchideenweiderich.
Florian: Was immer das auch sein mag, aber...
Claudia: Ja, klingt gut.
Florian: Und es gibt da in Machig Störche, Seeadler, Eisvögel, Biber, Florian: Sumpfschildkröten und es gibt Rinder und Pferde, das heißt, da findet auch in Florian: einem geringen Ausmaß Viehwirtschaft statt und Pferde.
Florian: Und das ist der Grund, warum wir heute darüber reden.
Da steht eine Messstation, Florian: eine Messstation der Universität für Bodenkultur Wien.
Florian: Und diese Messstation ist Teil des EU-Projekts RE-WET.
Florian: Da geht es um Restoration and Conservation of Terrestrial Wetlands.
Florian: Also es geht um Feuchtgebiete und wie man die wieder restaurieren und erhalten kann.
Florian: Und das ist eben so ein EU-weites Projekt.
deren Ziel es ist, Florian: sich mit diesen Feuchtgebieten zu beschäftigen.
Florian: Die meisten der Projekte innerhalb dieses Projekts beschäftigen sich mit Mooren.
Florian: Aber dieser österreichische Teil hat sich eben explizit mit dem Feuchtgebiet Florian: der Au-Wiese beschäftigt, weil es dazu kaum Daten gibt.
Florian: Das ist etwas, was untererforscht ist.
Florian: Und darum haben die von der Universität Verbotenkultur eben ihr Messgerät in Florian: diese Au-Wiese gestellt.
Also das ist eine Wiese, man kann sich das auch anschauen.
Florian: Ich verlinke einen Zeitungsartikel, wo man schöne Bilder hat.
Florian: Also wenn man jetzt nicht wüsste, dass es eine Au ist, dann schaut es aus wie Florian: eine Wiese, vielleicht ein bisschen eine matschigere Wiese, als man es so gewohnt ist.
Florian: Aber auf den ersten Blick würde man jetzt nicht denken, okay, Florian: das ist jetzt hier irgendwie, vor allem weil der Fluss auch nicht drauf ist Florian: auf den Bildern.
Ja, der ist gut versteckt mit dem Boden da.
Florian: Ja, und dann sieht man auch ein Bild von der Messstation.
Die schaut so ein Florian: bisschen sehr, sehr do-it-yourself aus.
Florian: Aber man erkennt auf jeden Fall diese Messstation.
Das sind so Solarpaneele Florian: und Stangen und Antennen.
Ich erkläre auch nachher, was die genau misst und Florian: wie sie es genau misst, weil das ist ganz relevant.
Florian: Aber man sieht auf diesem Bild, dass da unten so blaue Tonnen dran gemacht sind.
Florian: Weil, naja, diese Wiese auf...
Florian: Diese Station steht, wird regelmäßig überschwemmt.
Das ist ein charakteristisches Florian: Merkmal einer Au und dann soll die Messstation idealerweise nicht untergehen.
Florian: Deswegen ist die so gebaut, dass sie halt dann mit nach oben schwimmt.
Florian: Also je nachdem, wie hoch das Wasser steht, schwimmt die halt dann immer oben Florian: oder liegt am Boden.
Je nachdem, was halt gerade ist in dieser Au.
Claudia: Ich meine, wir hatten auch schon schwimmende Häuser und so.
Also schwimmende Claudia: Messstationen scheinen mir sehr logisch.
Florian: Genau.
Und man sieht, wenn man in diesem Artikel weiter runter scrollt, Florian: dann auch ein Bild, wo sie schwimmt.
Florian: Wo halt gerade Hochwasser war an dem Fluss.
Könnt ihr euch auch gerne anschauen.
Florian: Aber was da gemacht wird, ist eben, Und herauszufinden, ob diese Auwiese, Florian: also das spezielle ökologische System, das da untersucht wird, Florian: ist eben eine Auwiese, die auch noch dazu beweidet wird.
Florian: Also da findet halt so ein bisschen Weidehaltung statt.
Es gibt ein paar Rinder, Florian: es gibt ein paar Kühe, die da von landwirtschaftlichen Betrieben in der Nähe Florian: hingebracht werden, aber ja eher im kleinen Maßstab.
Florian: Aber natürlich ist es ein Naturschutzgebiet, das heißt, es ist da schon eher Florian: halt der ökologische Haltung.
Florian: Das heißt, es ist jetzt hier keine riesen Landwirtschaftsfabrik, Florian: die da rumsteht, sondern da sind halt ein paar auch Betriebe, Florian: die halt ihre Rinder und Pferde da eher auf dieser Auwiese grasen lassen.
Florian: Da könnte man sich erst mal denken, naja, wäre jetzt eigentlich als CO2-Speicher Florian: jetzt nicht so das Beste, weil wir wissen, Rinder, Pferde, Treibhausgasquellen zum Beispiel.
Florian: Und Weide ist ja auch schlecht, weil da wachsen ja keine Bäume.
Florian: Was soll da das CO2 speichern?
Weil das sind ja keine Bäume.
Florian: Und wir werden gleich sehen, dass es anders ist, aber das war jetzt mal die Florian: Ausgangslage und das Team von der Uni für Bodenkultur hat da mal ein Jahr lang gemessen.
Florian: Und wie gesagt, das Relevante an so einer AU ist das Wasser.
Florian: Da wachsen Pflanzen, auch wenn es keine Bäume sind, auch Gras speichert CO2, Florian: also Pflanzen speichern generell CO2 oder Kohlenstoff.
Florian: Allerdings, wenn das alles überschwemmt ist, dann natürlich nicht, Florian: weil dann kann die Pflanze kein CO2 aufnehmen, weil die ist ja unter Wasser.
Florian: Methan kann freigesetzt werden, aber andererseits macht es ja den Boden auch feucht.
Florian: Also wenn das halt dann wieder ein bisschen versickert ist, das Wasser, Florian: und weg ist, dann ist alles richtig schön feucht gesättigt und so weiter und Florian: die Pflanzen können wieder super weiter wachsen und können wieder mehr CO2 aufnehmen als vorher.
Florian: Das heißt, man muss das irgendwie halt mal wissenschaftlich checken.
Florian: Was ist da jetzt wirklich Sache?
Florian: Ist es eher schlecht in Sachen CO2 speichern?
Wenn das regelmäßig überschwemmt Florian: wird, ist es dann am Ende vielleicht gut?
Florian: Also das war das, was die checken wollten.
Florian: Und deswegen haben sie ihre Messstation dahin gebaut.
Florian: Und da frage ich jetzt dich, ob du diese Messmethode kennst.
Florian: Sie haben Messungen mit Eddy Covariants gemacht.
Florian: Hast du das schon mal gehört?
Es klang nämlich so, als wäre es sowas Meteorologisches.
Claudia: Ja, das habe ich schon mal gehört.
Aber jetzt frag mich nicht genau, was es ist.
Claudia: Irgendwo in der Tiefe meines Gehirns hinten im fünften Semester oder so.
Florian: Okay, ja, ich habe es auch nicht gekannt, darum habe ich es nachgeschaut.
Florian: Und ich erkläre es jetzt vermutlich nur sehr rudimentär.
Florian: Im Detail steckt jede Menge Mathematik drin und alles.
Florian: Und vielleicht haben wir Hörerschaft, die das dann genau ausführen will oder mich korrigieren will.
Florian: Man kann es auch in der Wikipedia nachlesen.
Das Erste, was ich gemacht habe, Florian: war mal rauszufinden, wollte ich immer schon mal machen, warum Eddies Eddie heißen.
Florian: Also Eddie ist jetzt so ein Luftwirbel.
Es ist ein Wirbel.
Florian: Und ich habe gedacht, okay, was ist das Eddie?
Eddie ist ein komischer Name.
Florian: Es ist ein Name, der nicht komisch ist.
Wenn du Eddie heißt, Florian: heißt du Eddie.
Aber es schreibt sich E-D-E-Y genauso wie der Name Eddie.
Florian: Und ich habe die Frage, okay, hat das ein Herr Eddie entdeckt?
Florian: Oder ist das irgendwie so ein komischer Spitzname?
Florian: Nein, stellt sich heraus, das kommt vom altenglischen Eddie.
Florian: Er, wie auch immer man das aussprecht, weil Ed heißt so viel wie umdrehen, Florian: rückwärts und Er ist Wasser.
Florian: Also rückwärts laufendes Wasser, ein Wirbel.
Das ist Ed, Er und da kam Eddie her.
Claudia: Oh mein Gott.
Jetzt, ey, das blow my mind.
Florian: Ja, habe ich mir auch gedacht.
Gut.
Es geht auf jeden Fall um so Luftwirbel Florian: in dem Fall.
Also man kann ja alles Mögliche wirbeln.
Florian: In dem Fall sind es Luftwirbel, die in der Luft sind.
Florian: Und wir reden jetzt nicht von Stürmen, Tornados, Hurricanes oder was auch immer, Florian: sondern wirklich so die die kleinen Luftwirbel immer da sind.
Florian: Also die Luft wirbelt ja immer irgendwie ein bisschen rauf, runter, hin und her.
Florian: Und mit dieser Eddy-Kovarianz-Methode hat man eben ein Messsystem, Florian: das in der Lage ist, diese Luftströme zu messen.
Florian: Also man misst die 3D-Windgeschwindigkeit.
Florian: Die haben da so 3D-Anemometer heißen die Dinger, glaube ich.
Claudia: Anemometer heißt Windmessgerät.
Florian: Genau.
Und die haben halt da Windmessgeräte, mit denen man die Windrichtung Florian: in allen drei Dimensionen, also vor, zurück, hin, her und rauf, runter messen kann.
Florian: Und in dem Fall geht es vor allem um das rauf, runter.
Florian: Und die können auch alles Mögliche andere messen, Luftfeuchtigkeit und sowas.
Florian: Und vor allem die Gaskonzentration.
Florian: Also die können auch messen, wie viel CO2 ist da drin und mit Tagen, glaube ich, auch noch.
Florian: Und das misst man eben mehrmals pro Sekunde.
Florian: Und wenn wir jetzt die ganze komplexe Mathematik, das sind wirklich heftige Florian: Formeln, die da eine Rolle spielen.
Ich erinnere mich an diese Mikrophysik-Vorlesung.
Florian: Wenn wir die jetzt alles kippen, dann läuft es im Wesentlichen darauf hinaus, Florian: dass du schaust, Okay, wie viele aufsteigende Luftpakete haben wir?
Florian: Wie viele absteigende Luftpakete haben wir?
Und was ist da drin?
Florian: Und wenn die aufsteigenden Luftpakete ärmer an CO2 sind als die absteigenden, Florian: dann hat das Ökosystem CO2 verbraucht offensichtlich und wir haben eine Kohlenstoffsenke.
Florian: Und wenn die aufsteigenden Luftpakete reicher an CO2 sind, dann hat das Ökosystem Florian: CO2 abgegeben und wir haben eine Kohlenstoffquelle.
Florian: Das ist im Wesentlichen Fundament von dem Ganzen.
Claudia: Schön logisch und simpel.
Damit kann ich arbeiten.
Florian: Genau.
Und das macht dieses Gerät, diese Messstation.
Die steht da auf der Wiese, Florian: wie gesagt.
Die kann schwimmen.
Florian: Und wer sich erinnert, im letzten Jahr, aus dem Jahr 2024, da stammen diese Florian: Messungen, da gab es in Ostösterreich, wo diese Messungen stattgefunden haben, Florian: durchaus ein paar Überschwemmungen.
Große Überschwemmungen.
Claudia: Ich erinnere mich dunkel.
Florian: Die Messreihe, über die diese Arbeit berichtet, ist Open Source.
Florian: Das kann man anklicken, verlinke ich in den Show Notes, könnt ihr auch reinschauen.
Florian: Diese Messreihe, die stammt jetzt nicht aus der Zeit, wo dieses extreme Hochwasser Florian: war.
Das war ja im September.
Florian: Die haben ihre Messreihe, sie haben das ganze Jahr gemessen, Florian: aber die Publikation basiert auf den Daten von Juni, Juli und August, Florian: wenn ich mich richtig erinnere, oder was, Mai, Juni, Juli.
Drei Monate auf jeden Fall.
Florian: Und dieses extreme Hochwasser war nicht dabei, aber auch das hat die Station überlebt.
Florian: Also da war die Wiese vier Meter unter Wasser.
Florian: Also auch das hat die Station dann überlebt.
Claudia: Weil dieses, wie du hast gesagt, dieses Selbstgemachte kann einiges.
Florian: Ja, ja.
Also gut, selbstgemacht ist ja auch, in der Wissenschaft ist ja viel Florian: selbstgemacht, was trotzdem sehr professionell ist, weil halt du oft Dinge brauchst, Florian: die du einfach nicht kaufen kannst.
Claudia: Ich erinnere mich noch daran, dass eine Kommilitonin immer sagt, Claudia: ich dachte nicht, dass ich ein Schraubensherr brauche für dieses Studium.
Claudia: Doch, doch.
Hier, Panzertape.
Florian: Ja, du kannst jetzt auch nicht in den Laden gehen und sagen, Florian: bitte ein ED-Kovarianzmesssystem für Auwiesen.
Claudia: Nee, genau, das muss man schon selber bauen.
Florian: Ja, und die haben recht gut gebastelt.
Also diese Messstation hat alle Hochwasser Florian: überlebt.
Und jetzt schauen wir uns die Ergebnisse an.
Florian: Ich fange gleich mit der Pointe an, mit dem wichtigsten.
Dieses Feuchtgebiet Florian: war im Jahr 2024 eine CO2-Senke und das unter extremen Bedingungen.
Florian: Es gab ja Überschwemmungen.
Florian: Es gab das Jahrhunderthochwasser im September, aber auch davor kleinere Hochwasser, Florian: wie es halt immer wieder mal stattfindet in solchen Augebieten.
Florian: Und trotz diesen Überschwemmungen hat diese Auwiese mehr CO2 aufgenommen, Florian: als sie freigesetzt hat.
Florian: Wir reden von CO2-Äquivalenten, weil Methan und so weiter ist ja auch alles Florian: dabei, was dann irgendwie von anderen Quellen kommt.
Aber insgesamt hatten wir Florian: ein Minus von 17,6 Gramm CO2-Äquivalent pro Quadratmeter.
Florian: Kann jetzt nicht sagen, ob das wieder wenig ist, aber es ist auf jeden Fall Florian: eine Senke.
Ich habe jetzt das nicht wieder umgerechnet.
Claudia: Also es ist ja auf jeden Fall eine merkliche Senke.
Florian: Ich möchte jetzt gar nicht zu sehr auf die Details von der Arbeit eingehen.
Florian: Aber wir können uns auf jeden Fall mal die Abbildung 8 anschauen.
Florian: Oder du kannst sie anschauen.
Florian: Und ich beschreibe sie für die Hörerschaft.
Die Abbildung 8, Florian: die zeigt, was da jetzt wirklich bei einem Hochwasser passiert.
Florian: Wir sehen eine Grafik, die 24 Stunden umfasst.
Also wir haben auf der x-Achse Florian: die Stunden von 0 Uhr bis Mitternacht.
Florian: Und auf der y-Achse sehen wir, wie viel CO2 aufgenommen wird.
Florian: Und dann sehen wir da vier verschiedene Kurven und die beschreiben den Zustand, Florian: bevor die Wiese überflutet worden ist, den Zustand, als sie überflutet war, Florian: den Zustand unmittelbar nach der Überflutung und dann halt den Zustand länger nach dem Hochwasser.
Florian: Das sind die vier Kurven.
Wir sehen natürlich zuerst jetzt im normalen Zustand, Florian: also Aowiese ganz normal, das ist die blaue Kurve in der Grafik, Florian: da sehen wir, es wird viel CO2 aufgenommen.
Florian: Das sehen wir, weil die Kurve, ja gut, in der Nacht, da wird nicht so viel CO2 Florian: aufgenommen, weil da ist es finster, da arbeiten die Pflanzen nicht so gut.
Florian: Aber dann, sobald die Sonne aufgeht, dann legen die Pflanzen los und holen viel Florian: CO2 aus der Luft raus und haben den Höhepunkt so gegen Mittag rum und dann geht es halt wieder runter.
Florian: Das ist der Normalzustand.
Dann haben wir die Flut.
Das ist die orange Kurve.
Florian: Und da sehen wir, okay, da passiert nicht mehr viel.
Die macht keinen so Bogen Florian: mehr, sondern die ist im Wesentlichen flach.
Florian: Also ein bisschen was geht rauf und runter, aber im Wesentlichen ist diese Kurve Florian: flach.
Da passiert nicht mehr viel.
Florian: Es gibt keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht, weil das alles überschwemmt Florian: ist.
Da ist halt nichts mehr.
Florian: Und danach sehen wir aber, dass sich das schnell erholt.
Florian: Also selbst unmittelbar nach der Florian: Flut stellt sich schon wieder ein besser sichtbarer Tag-Nacht-Zyklus ein.
Florian: Und dann länger nach der Flut, das ist die rote Kurve, da nähern wir uns schon Florian: wieder dem normalen Wert.
Florian: Also es ist immer noch nicht so hoch, die CO2-Aufnahme, wie es vor der Flut Florian: war, aber die Erholung ist da.
Das geht recht schnell.
Claudia: Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, aber directly after the flood, Claudia: dass man zumindest schon wieder den Zyklus sieht.
Florian: Genau.
Also die Au steckt sowas recht gut weg, was die Hochwasser angeht.
Florian: Also einen Monat war der Zeitraum, wo die letzte Kurve ist.
Florian: Also einen Monat nach dieser Überflutung ist es zwar...
Florian: Wie gesagt, weniger als vorher, aber das Ökosystem kommt gut mit dem Stress klar.
Florian: Und dann noch dazukommen, es sind noch komplette Sachen, also es kommt dazu, Florian: der Mai 24 war sehr warm und regnerisch zumindest in der Gegend.
Florian: Das ist gut fürs Pflanzenwachstum.
Florian: Und im Juli, wo diese Hochwasserorten stattgefunden haben, da war die Pflanzenwachstumsphase Florian: dann schon am Ende und es war auch heiß.
Florian: Das heißt, die Pflanzen haben eigentlich nicht nur mit der Flut kämpfen müssen Florian: und mit den extremen Temperaturen, die dann in diesem Sommermonat geherrscht Florian: haben, sondern auch noch damit, dass sie eigentlich schon ihre Wachstumsphase hinter sich hatten.
Florian: Also selbst ohne Flut nicht mehr so viel gewachsen wären.
Florian: Und trotzdem hat das Ökosystem das noch so gut hinbekommen, sich dann wieder Florian: zu erholen nach der Überschwemmung.
Florian: Also da waren die Forscherinnen und Forscher durchaus beeindruckt, Florian: was diese Auwiese alles hinbekommen hat.
Claudia: Sehr resilient, würde man dann heute sagen.
Florian: Und jetzt schauen wir uns noch die Pferde und Rinder an, Weil die laufen ja Florian: auch rum, also jetzt nicht bei der Flut, da waren die wahrscheinlich anders, Florian: die werden da jetzt nicht irgendwie rumgeplanscht haben.
Florian: Aber wenn es gerade nicht überflutet ist, dann rennen die halt auf der Wiese Florian: rum und können sich denken, okay, weil das wird ja auch mitgemessen.
Florian: Also wenn die da neben der Messstation pupsen, klar, dann misst ihr das mit, Florian: das ist ja auch Sinn, will mir alles wissen.
und stellt sich aber heraus.
Florian: Hat kaum Auswirkungen, die Tiere.
Florian: Weil erstens, der Methanausstoß dieser Tiere, der hängt ja auch davon ab, Florian: wie die gehalten werden.
Florian: Kommt auf die Menge an und wenn man nur so viele Tiere hält, Florian: wie die Landwirtschaft oder die Landschaft, in dem Fall auch verträgt und die Florian: vor allem auch vernünftig füttert und denen nicht einfach irgendwas zum Essen gibt.
Florian: Das ist ja so wie bei uns Menschen auch.
Wenn wir uns vernünftig ernähren, Florian: dann haben wir einen anderen Gasausstoß, als wenn wir, weiß Gott, was für Zeug essen.
Florian: Und bei den Tieren ist das genauso.
Das heißt, da hat es mit dem Methanausschuss Florian: der Tiere kaum Einfluss gehabt.
Florian: Und die Beweidung, die hat auch Vorteile, weil diese Tiere, die sind ja nicht Florian: aus Spaß und Freude auf der Wiese, sondern die essen da ja, die knabbern die Florian: Stauden an, die da wachsen.
Florian: Und das macht die Wurzeln größer dieser Pflanzen.
Florian: Wenn du sie oben anknabbern, werden sie unten größer.
Und die können dann mehr Florian: Kohlenstoff binden, die Wurzeln.
Die Tiere, die trampeln die Vegetation auch Florian: in den Boden hinein und da wollen wir den Kohlenstoff ja drin haben.
Florian: Das heißt, da wird in den Boden hineingetrampelt, führt auch dazu, Florian: dass mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert wird und auf den Weidewiesen, Florian: da leben viele Dungkäfer, Florian: also Käfer, die sich vom Mist der Tiere ernähren, beziehungsweise diesen Mist Florian: der Tiere dann auch in den Boden hinein transportieren und der Mist der Rinder Florian: und der Pferde enthält ja auch Kohlenstoff.
Florian: Und all das wird dann von den Dunkelkäfern in den Boden hineintransportiert.
Florian: Das heißt, insgesamt haben auch die Rinder und die Pferde keine großartigen Florian: negativen Auswirkungen gehabt.
Claudia: Okay, ja, tatsächlich.
Ich meine, das ist ja auch wirklich, wie man sich so Claudia: einen schönen natürlichen Kreislauf vorstellt und die Sachen, Claudia: die koexistieren und sich gegenseitig positiv beeinflussen.
Florian: Ganz genau.
Das heißt aber nicht, dass jede Au immer eine CO2-Senke ist.
Florian: Das hängt von vielen Faktoren ab.
Wie gesagt, wie oft die überschwemmt wird, Florian: was da sonst noch alles abgibt, wie genau die Pflanzen dort sind, die da wachsen.
Florian: Also das von anderen, von Temperaturen, von Trockenheit, von Dürre, Florian: wenn du jetzt mal wirklich das andere Extrem hast, was ja auch durchaus vorkommt, Florian: dass halt einfach wirklich Trockenheit ist und da überhaupt nichts überschwemmt Florian: wird, dann ist diese Au halt ja keine Au mehr, dann ist es einfach nur eine Florian: Steppe oder sonst irgendwie was.
Florian: Und natürlich gibt dann der Boden wieder sehr viele Treibhausgase ab.
Florian: Haben wir schon oft gesehen, dass solche Ökosysteme halt dann auch kippen können.
Florian: Aber in dem Fall sagen die Forscherinnen und Forscher, Florian: sie sind zuversichtlich, weil halt das Jahr 2024 in dem Fall und an dem Ort Florian: halt ein sehr extremes Jahr war und die Au trotzdem eine Kohlenstoffsenke war, Florian: dass das ein sehr, sehr vielversprechendes Zeichen für die Resilienz von Flussauen ist.
Claudia: Verstehe ich.
Florian: Ein Fazit, das ich direkt aus dem Paper rausgeholt und übersetzt habe, Florian: lautet, diese Studie der Auenwiese in Mach-Eck zeigt, dass die Fähigkeit des Florian: Ökosystems, Kohlenstoff zu binden, durch das Hochwasserereignis unterbrochen wird, Florian: es jedoch während des gesamten Untersuchungszeitraums weiterhin eine starke Florian: Kohlenstoffsenke bleibt.
Florian: Daraus lässt sich schließen, dass die Wiederherstellung des Wasserhaushaltes Florian: eines Feuchtgebietes das Potenzial hat, den natürlichen Prozentsatz der Kohlenstoffbindung Florian: und Speicherung im Boden wiederherzustellen.
Florian: Das heißt, wir sollten uns darum kümmern, dass es möglichst viele Auen gibt, Florian: dass die Auen, die existieren, Florian: so geschützt werden, dass sie nicht zu irgendwas anderem werden als einer Au Florian: und dass wir vielleicht uns auch überlegen, Florian: dass wir anderswo uns darum bemühen, die nicht mehr existierenden Auen wieder Florian: zu renaturieren, weil das ist ein weiterer Puzzlestein in unserer Strategie, Florian: möglichst viel CO2 aus der Luft Florian: rauszuholen beziehungsweise unsere Umwelt möglichst resilient zu machen.
Florian: Und von so Sachen wie Hochwasserschutz und Artenvielfalt und so weiter habe Florian: ich jetzt gar nicht gesprochen.
Das ist natürlich auch relevant.
Claudia: Ja, viele Co-Benefits, so sagt man doch.
Florian: Ja, das war die kurze Geschichte, die ich mir ausgesucht habe für diese Folge, Florian: weil ich habe gedacht, Auen hatten wir noch nie und da reden wir mal drüber.
Claudia: Ja, und die sind schön, also ich finde sie schön, die sind kühl und sie binden Claudia: CO2 sehr angenehm.
Gute Kombination.
Florian: Und ab und zu kann man lustige Messstationen rumstehen sehen.
Claudia: Ja, also das nächste Mal, wenn man so durch die Aue läuft und dann schwimmt Claudia: plötzlich so eine kleine blaue Insel vorbei mit Rohren, da wird gemessen.
Florian: Und ich sage es noch für die Hörerschaft aus Österreich, die dann jetzt vielleicht Florian: beim Thema Au ein bestimmtes Schlagwort vermisst, weil es ist etwas, Florian: was in der österreichischen oder ostösterreichischen oder sagen wir es konkret Florian: Wiener Politik und Umwelt- und Klimapolitik seit Monaten extrem relevant ist Florian: oder extrem diskutiert wird.
Florian: Der Lobau-Tunnel und Lobau heißt schon Au hintendran.
Florian: Das ist Teil des Nationalparks Donauauen, weil die Donau fließt ja durch Wien hindurch.
Florian: Nördlich der Donau, teilweise wirklich noch auf Stadtgebiet von Wien, Florian: aber auch ein bisschen außerhalb, da ist die Lobau.
Florian: Das ist ein großes Au-Gebiet, das ist 22 Quadratkilometer groß, Florian: also doppelt so groß wie Kumpen-Dorf am Wörtersee oder Mach-Eck, Florian: das was wir gerade besprochen haben.
Florian: Also ist ein sehr, sehr wichtiges Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Florian: also gehört eben zu einem Nationalpark und so weiter.
Und da kann man auch wirklich Florian: schön spazieren gehen.
Man kann da Rad fahren, gibt es einen Radweg durch.
Florian: Und jetzt hätten bestimmte politische Parteien gerne einen Tunnel, Florian: der da unten durchgeht, um die Ostumfahrung des Streckenabschnitts Schwächer-Züssenbrunn Florian: der Wiener Außenring-Schnellstraße.
Florian: Ja, weiß kein Mensch außerhalb von Wien, was das sein soll.
Florian: Aber die wollen da halt einen Tunnel unten drunter machen, damit man besser Florian: mit dem Auto von irgendwo nach irgendwo anders kommt.
Florian: Und finden jetzt viele nicht so toll, aus vielen Gründen.
Wobei ich mir in dem Florian: Fall jetzt nicht mal sicher bin, ob die Au da jetzt großartig leiden würde drunter.
Florian: Weil wenn du da tief genug unten drunter buddelst, dann müsste es dem oben drüber Florian: ja wurscht sein, wenn du zumindest das Grundwasser nicht kaputt machst.
Florian: Also so einfach wird es wahrscheinlich nicht sein.
Claudia: Keine Ahnung.
Florian: Aber das Hauptproblem ist halt, dass du halt dann etwas kriegst, Florian: was eigentlich wissenschaftlich schon sehr, sehr, sehr lange bekannt ist in Florian: der Politik, aber genauso lange ignoriert wird.
Florian: Wenn du da wieder eine neue Straße baust, kriegst du mehr Verkehr als vorher.
Das ist immer so.
Claudia: Nein, ja, crazy, ne?
Florian: Ich sage das jetzt nur, weil wenn ich jetzt so lange von Auen geredet habe in Florian: Österreich, dann wird vermutlich der eine oder die andere uns eine E-Mail schreiben, Florian: ja, wie ist das mit der Lobau, mit dem Lobau-Tunnel.
Florian: Kann ich jetzt nicht sagen im Detail, das ist ein komplett anderes Phänomen.
Florian: Das müssen wir in eine komplett eigene Folge machen.
Da müssen wir noch irgendwie Florian: Verkehrsplanung und so weiter mit reintun.
Aber ich wollte es nur erwähnen.
Florian: Also ich weiß natürlich, dass das Phänomen Lobau und Lobau-Tunnel existiert.
Florian: Aber wie das mit dieser Studie, die ich gerade vorgestellt habe, Florian: zusammenhängt, kann ich jetzt in dieser Folge nicht mehr auftröseln.
Claudia: Ja, ich finde es immer wieder spannend.
Ich habe mich damit neulich auch mehr Claudia: beschäftigt.
Da haben wir ja auch schon öfter gemacht, man hat Dinge gemacht Claudia: und denkt, es hat Effekt A.
Claudia: Manchmal hat es auch Effekt B, C und D.
Und dann verhalten sich Menschen anders Claudia: und dann ist alles wieder anders als gedacht.
Florian: Genau.
Claudia: Sollte man schon bedenken, wenn man sowas plant.
Florian: Ja, also kümmert euch um die Auen, geht spazieren in den Auen und wenn ihr eine Florian: Au findet, die schön ist und nicht versifft, dann sagt mir Bescheid, Florian: dann gehe ich da auch mal hin.
Claudia: Okay, gut.
Florian: Ja, das war meine Folge von der Au und in der nächsten Folge erzählst du uns was.
Claudia: Ich denke, wir gehen von den Flüssenhof wieder auf die Berge.
Claudia: Ich erzähle was von Gletschern.
Florian: Ah ja, gut.
Ja, das ist auch interessant.
Claudia: Wir kommen ja Richtung Winter.
Du hast seit Herbst jetzt, als nächstes kommt dann Winter.
Florian: Dann bin ich gespannt, was wir von den Gletschern in der nächsten Folge hören.
Claudia: Und wer uns bis dahin, also bis quasi in zwei Wochen, etwas sagen möchte, Claudia: gerne zu dieser Folge, vielleicht auch noch was zur bestimmten untertunnelt Claudia: geplanten Aue oder zu deinen Matheerklärungen von Eddies, Claudia: der kann uns gerne eine Nachricht schreiben, entweder per E-Mail an podcast-klima.fm Claudia: oder natürlich einen Kommentar unter unseren Podcast und die Shownotes packen.
Claudia: Da findet ihr natürlich auf der Webseite sowieso wieder alles, Claudia: was ihr braucht, auch mit dem Link zu den schönen Grafiken und Abbildungen und Claudia: zu dem schönen schwimmenden Messstationsding.
Claudia: Wir freuen uns, wenn ihr in zwei Wochen wieder uns zuhört und vielleicht noch Claudia: jemanden mitbringt.
Das ist auch immer nett, wenn wir zu zweit hören.
Claudia: Das ist auch schön, während man durch die Aue geradeaus fährt.
Claudia: Genau, und bis dahin wünschen wir euch eine gute zwei Herbstwochen.
Florian: Ja, wünsche ich auch und ich habe noch eine Information, die ich nachtragen Florian: muss, jetzt gerade gefunden über die Au und die Lobau, denn in der Lobau ist Florian: im Mai 1809 die Schlacht bei Aspern stattgefunden.
Florian: Da hat Napoleon gegen, ja, irgendjemand anderer kämpft, vermutlich gegen die Florian: Habsburger, weil warum sollte er sonst da in der Nähe von Wien eine Schlacht Florian: machen?
Ja, also Napoleon gegen Österreich.
Florian: Und der wollte über die Donau drüber in der Lobau.
Florian: War aber gar nicht so einfach, weil da war Hochwasser.
Und deswegen ist er nicht Florian: so einfach drüber gekommen.
Florian: Und er hat sie nicht gewonnen, die Schlacht.
Ich weiß aber nicht, Florian: ob das was mit dem Hochwasser und der Au zu tun hat.
Florian: Aber ich könnte sagen, wenn ihr Angst vor invasiven Franzosen habt, Florian: auch dann kümmert euch um die Au.
Claudia: Auch so eine Au, auch ganz nett.
Florian: Genau, das waren die Au-Informationen und was wir an Gletscher-Informationen Florian: haben, das hört ihr in der nächsten Folge und bis dahin verabschieden wir uns und sagen Tschüss.
Claudia: Tschüss.
Florian: Kannst du jetzt noch eine heiße Schokolade machen oder eine heiße Zitrone oder Florian: was immer man noch trinkt?
Claudia: Heißen Ingwer wollte ich mir gerade machen.
Florian: Gott, Ingwer, ich hasse Ingwer.
Claudia: Ich bin kein großer Ingwer-Fan, es sei denn, du kippst heißes Wasser drauf und Claudia: lässt es einfach vor sich hin.
Florian: Nee, ich habe, glaube ich, Ingwer in keiner Form, finde ich den gut.
Florian: Also auch nicht als dieses komische eingelegte Ding beim Sushi oder als Tee oder als Konfekt.
Claudia: Konfekt, wie widerlich.
Florian: In manchen asiatischen Gerichten so ein geriebener Ingwer.
Florian: Aber da kann ich noch mitgehen, aber ansonsten habe ich noch keinen Use Case Florian: für Ingwer gefunden, der mir zusagt.
Claudia: Zur Not, ja.
Also ganz schlimm finde ich es ehrlich gesagt in so Suppen.
Claudia: Wenn jemand so sagt, in einer guten Kürbissuppe muss Ingwer rein, Claudia: dann denke ich so, nein, wirklich nicht.
Florian: Es muss auch kein Kokos rein in eine gute Kürbissuppe.