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#292 Tödliche Dosis - Der Mord an Dr. Autumn K.

Episode Transcript

Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall.

Weitere Infos in der Folgenbeschreibung.

Fünf Minuten muss Autumn durch die Nacht laufen, bis sie endlich zu Hause ist.

Nur fünf kurze Minuten und sie ist endlich daheim, bei ihrem Mann und ihrer Tochter, die um diese Uhrzeit bestimmt schon schläft.

Sie vermisst ihre Kleine ganz schön.

So sehr sie ihre Arbeit auch liebt, so sehr schmerzt es sie, dass sie ihr Kind häufig nur einmal am Morgen und wenn es gut läuft, noch kurz am Abend sehen kann.

15 Stunden hat Ortem heute gearbeitet.

Ein ganz normales Pensum für die Neurologin.

Aber sie hat sich eben für diesen Weg entschieden und sie würde es immer wieder tun.

Im Schatten der Straßenlaternen geht Ortem vorbei an dunklen Hauseingängen und bunt beleuchteten Kneipen, aus denen fröhliche Musik und streitende Stimmen dringen.

Also, wenn die Straßen von Pittsburgh nicht der perfekte Spiegel für die Ambivalenz ihrer Gefühle sind, dann weiß sie auch nicht.

Grusel liegt hier dicht neben Genuss, Vermissung neben Verwirklichung.

Eigentlich fühlt sich Autumn immer recht sicher, wenn sie nachts vom Krankenhaus nach Hause laufen muss.

Sie darf nur einfach nicht zu tief in die dunklen Einfahrten hineinschauen.

Und wirklich allein ist man in einer großen Stadt wie Pittsburgh ja sowieso nicht.

Schon gar nicht an einem Samstag wie heute.

Und außerdem ist es ja noch nicht einmal Mitternacht.

Sie ahnt nicht, dass ganz in der Nähe gerade jemand ihren Tod plant und dass es nicht immer die Dunkelheit ist, in der sich die Gefahr verbirgt.

Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte, mir gegenüber mit Anne Luckmann.

Und mir auch gegenüber Patrick Strohbosch.

Hallo, schön, dass ihr uns heute hier wieder zuhört.

Ich würde sagen, wir starten direkt rein.

Autumn ist einer von ca.

300.000 Menschen, die in Pittsburgh wohnen.

Die Stadt liegt im Osten der USA und wird häufig auch City of Steel oder City of Bridges genannt, weil es hier sage und schreibe 446 Brücken gibt.

Fast so viele wie in Venedig.

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Werbung Ende.

Pittsburgh hat zudem lange Zeit eine wichtige Rolle in der Stahlindustrie gespielt und im Laufe der Jahre einige bekannte Namen hervorgebracht.

Der Pop-Art-Künstler Andy Warhol wurde zum Beispiel hier geboren, ebenso wie Henry John Heinz, der den berühmten Heinz-Ketchup erfunden hat.

Und das ist noch nicht alles.

In den 50er Jahren wurde an der University of Pittsburgh der erste erfolgreiche Polio-Impfstoff entwickelt.

Die Universität ist nicht nur wegen ihrer Erfolge in Forschung und Wissenschaft bekannt, sondern auch, weil sich auf dem Campus ein riesiger Wolkenkratzer mit 40 Stockwerken befindet, die Cathedral of Learning, das zweithöchste Universitätsgebäude der Welt.

Das Bauwerk sieht tatsächlich ein bisschen von außen so aus, wie eine mittelalterliche Kathedrale mit weißer Fassade aus grauem Kalkstein.

Es ist mit seinen gut 160 Metern so hoch, dass man ungefähr 100 Menschen aufeinander stapeln müsste um die Spitze zu erreichen.

Der Fall, von dem wir euch heute erzählen, ist noch gar nicht so lange her.

Wir befinden uns im August 2013, kurz nachdem Edward Snowden die geheimen Dokumente der NSA veröffentlicht und damit eine weltweite Debatte über Datenschutz, Überwachung und die Macht von Staaten losgelöst hat.

Ein paar Monate zuvor, im April, sind zwei versteckte Sprengkörper auf der Zielgeraden des Bostoner Marathons explodiert.

Drei Menschen sind bei dem Anschlag gestorben und hunderte verletzt worden.

Vielen mussten Gliedmaßen amputiert werden, da die Sprengkörper in zwei Rucksäcken versteckt waren, die zwischen den Zuschauenden auf dem Boden standen.

Mit dem Hashtag Black Lives Matter wird 2013 eine der wohl größten Protestbewegungen der US-amerikanischen Geschichte ins Leben gerufen, nachdem der 17-jährige Trevon Martin vom Mitglied einer Nachbarschaftswache erschossen wurde, weil er ihm aufgrund seiner Hautfarbe verdächtig vorkam.

Der Schütze wurde anschließend freigesprochen.

Sieben Jahre später wird die Black Lives Matter Bewegung mit der Ermordung von George Floyd ihren Höhepunkt erreichen.

Was 2013 in den USA passiert, bestimmt natürlich auch in Deutschland die Gesprächsthemen.

Die Zeitungen sind voll mit schweren politischen Schlagzeilen, auch weil im Mai 2013 in München der NSU-Prozess beginnt.

GroKo wird zum Wort des Jahres gekürt, auch wenn Whistleblower für viele der geheime Favorit ist.

Auf Platz 2 landet der Protzbischof Theberz van Elst, der 2013 in Verruf gerät, weil er sich in Limburg einen Luxuswohnsitz für viele Millionen Euro hat bauen lassen.

2013 ist also, das kann man wohl sagen, ziemlich viel los auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.

Aber dieses Jahr werden einige Menschen in den USA auch noch aus ganz anderen Gründen in Erinnerung behalten.

Denn nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch ganz privat wird das Leben von Ortem und ihrer Familie in seinen Grundfesten erschüttert werden.

Gehen wir also zurück zu dem Moment, mit dem wir unsere Folge heute begonnen haben.

Autumn läuft um kurz nach 23 Uhr durch das nächtliche Pittsburgh vom Krankenhaus nach Hause.

15 Stunden hat die Neurologin gearbeitet und sie freut sich auf ihr Bett.

Aber sie freut sich auch noch über was anderes, denn sie steht kurz vor ihrem Eisprung und sie weiß, dass die Chancen dann gut stehen, schwanger zu werden.

Sie hofft sehr, dass es dieses Mal endlich klappt und schreibt ihrem Mann, dass sie auf dem Heimweg ist.

Knapp 50 Minuten später geht um 23.52 Uhr in der Notrufzentrale ein panischer Anruf ein.

Am Telefon ist Robert, Autumn's Ehemann.

Er glaubt, Autumn habe einen Schlaganfall und erfläht die Rettungskräfte an, schnell zu kommen.

Sie ist wach und atmet auch, kann aber nicht sprechen und reagiert auch sonst nicht auf die Versuche ihres Mannes, mit ihm in Kontakt zu treten.

Stattdessen beginnt sie während des Notrufs auf eine ganz entsetzliche, schmerzverzerrte Weise zu stöhnen und zu wimmern.

Und sie kann auch nicht mehr normal atmen.

Es fällt ihr super schwer und sie muss um jeden Atemzug richtig ringen.

Robert ist mit der Situation offensichtlich ziemlich überfordert.

Er fleht Autumn an, ihn nicht zu verlassen und schreit panisch ins Telefon, warum denn noch niemand da ist.

Der Rettungswagen ist zu dem Zeitpunkt natürlich längst unterwegs, aber Phil Robert fühlt sich jede Sekunde wie eine Ewigkeit an.

Zum Glück wacht ihre kleine Tochter von dem Lärm nicht auf.

Sie ist zu dem Zeitpunkt sechs Jahre alt und schläft tief und fest in ihrem Zimmer.

Als die Rettungskräfte endlich eintreffen, atmet Autumn noch gerade so.

Doch ihre Vitalwerte verschlechtern sich rasant.

Allen ist klar, dass sie so schnell wie möglich in die Notaufnahme gefahren werden muss.

Jede Minute zählt.

Sie wird in dasselbe Krankenhaus gebracht, in dem sie selbst gut eine Stunde zuvor noch Visiten bei ihren Patientinnen gemacht hat.

Müde, aber in bester Gesundheit.

Das Team der Notaufnahme steht nun vor einem Rätsel.

Wie ist es möglich, dass eine so gesunde und aktive Frau plötzlich mit so rätselhaften Symptomen zusammenbricht?

Ihre Augen blicken ins Leere und ihr Körper hält sie gerade noch mit letzter Kraft am Leben fest.

Möglich, dass es ein Schlaganfall ist oder ein Gehirnaneurysma, also die Ausbeulung einer Schlagader im oder nahe am Gehirn.

Oder noch was ganz anderes.

Es ist ein dramatischer Kampf um Atems Leben, der sich da abspielt.

Da sie so nach Atem ringen muss, beschließt man, sie an ein Beatmungsgerät anzuschließen, in der Hoffnung, ihren Körper so mit ausreichend Sauerstoff versorgen zu können.

Als ihr Herz auf einmal still steht, kann sie gerade noch so wiederbelebt werden.

Robert hatte dem Rettungsdienst erklärt, Autumn habe sich in der letzten Zeit einigen Fruchtbarkeitsbehandlungen unterzogen, weil es mit ihrem zweiten Kind nicht so klappen wollte.

Sie habe im Rahmen dieser Behandlungen häufiger Kopfschmerzen gehabt und sei auch ab und zu ohnmächtig geworden.

Das erklärt auch das kleine Glasfläschchen mit der weißen Substanz, die einem Sanitäter beim Rettungseinsatz aufgefallen ist.

Darin ist Kreatin enthalten, ein natürlicher Stoff, der die Muskeln mit Energie versorgt und als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden kann.

Autumn hat mit dem Kreatin eine Art Kur gemacht, in der Hoffnung, es könnte ihre Fruchtbarkeit fördern.

Autumn's Leben hängt an einem seidenen Faden.

Sie wird auf der Intensivstation an ein spezielles Gerät angeschlossen, das ihr Blut abpumpt, es reinigt und dann wieder zurück in den Körper schleust.

Man entnimmt auch ein paar Proben, um sie im Labor zu untersuchen.

Und dabei fällt etwas auf.

Ortumsblut ist nämlich leuchtend rot, fast schon Neonfarben.

Das Erstaunen darüber ist wirklich riesig, denn sowas sieht man selbst auf einer Intensivstation so gut wie nie.

Es stellt sich heraus, dass Ortumsblut übermäßig mit Sauerstoff gesättigt ist.

Man testet auf Alkohol und verschiedene andere Drogen, doch man kann einfach keine Unregelmäßigkeiten finden.

Aus Ratlosigkeit beschließt man einfach auch mal auf Cyanid zu testen.

Cyanid ist ein sehr gefährliches, wasserlösliches und schnell wirkendes Gift, das auch als Blausäure bekannt ist und Blut bekanntermaßen hellrot färbt.

Cyanide werden oft in der Industrie als Lösungs- und Reinigungsmittel oder auch als Zusatzstoffe in der Metallverarbeitung eingesetzt oder auch beim Abbau von Gold beispielsweise.

Es dauert allerdings etwas, bis die Fachkräfte mit dem Ergebnis aus der Toxikologie rechnen können.

In der Zeit geht der Kampf um Ortemes Leben weiter.

Drei Tage lang versucht das Team der Intensivstation, sie zu stabilisieren.

Drei qualvolle Tage lang müssen Robert und ihre Tochter Sienna um das Leben ihrer Frau und Mutter bangen.

Und dann stellt Ortemes Gehirn die Aktivität ein.

Die 41-jährige Neurologin, die gerade noch mitten im Leben stand, wird am 20.

April 2013 für tot erklärt.

Ottems Tod ist ein unbeschreiblicher Verlust für ihre Familie, aber auch für all die Menschen, mit denen sie zusammengearbeitet hat.

Sie hat in dem Krankenhaus eine Abteilung für Frauenneurologie aufgebaut, geleitet und nebenbei noch als Assistenzprofessorin für Neurologie, Geburtshilfe und Gynäkologie gearbeitet.

Eine Freundin und Kollegin bezeichnet Autumn nicht nur als aufgehenden Stern in ihrem Fach, sondern als Sternschnuppe.

Obwohl sie mit ihren 41 Jahren verhältnismäßig jung war, galt sie als führende Expertin in der Frauenneurologie.

Egal, mit welchem Anliegen die Frauen zu ihr gekommen sind, Ortem ist immer den Extraschritt gegangen, um ihnen auch wirklich zu helfen.

Vor einigen Jahren kam zum Beispiel mal eine Patientin zu ihr, die während einer Geschäftsreise einen Anfall im rechten Arm und in der rechten Gesichtshälfte erlitten hat.

Sie hat daraufhin mehrere Neurologen aufgesucht, die aber alle nichts feststellen konnten und sogar meinen, die Betroffene würde das alles nur vortäuschen.

Bis ihr jemand empfohlen hat, Hilfe bei Autumn zu suchen.

Autumn hat die Hand der Patientin genommen und so etwas gesagt wie Lassen Sie mich raten, die Leute, die Ihnen nicht glauben, sind alles Männer, oder?

Womit sie tatsächlich komplett richtig lag.

Sie hat erklärt, dass es noch vieles gibt, was wir Menschen über das Gehirn nicht wissen und ihr geholfen, einen Spezialisten für Bewegungsstörungen zu finden.

Der hat dann schließlich einen Pseudo-Gehirntumor diagnostiziert.

Eine Erkrankung, bei der der Körper zu viel Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit produziert, die sich aber gut behandeln lässt.

Seit der Diagnose hatte die Patientin keine Anfälle mehr.

Diese Situation beschreibt Autumn sehr treffend.

Immer im vollen Einsatz für andere Menschen und für die Wissenschaft.

Diese Leidenschaft kommt auch nicht von ungefähr.

Schon als junges Mädchen hat sie besonders der Biologieunterricht in der Schule begeistert.

In dem Bemühen, den Erwartungen ihrer Mutter gerecht zu werden, tritt die eigentlich ruhige Ortim in ihren Teenagerjahren dem Theaterclub der Schule bei und entdeckt ihre Leidenschaft für die Bühne.

Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nicht, dass sie als Erwachsene mal vor vielen Menschen sprechen wird, um ihre neuesten Erkenntnisse im Bereich der Frauenneurologie zu teilen.

Ortim geht als außergewöhnlich freundlich, engagiert und klug.

Dank der grenzenlosen Unterstützung ihrer Eltern legt sie nicht nur einen super Schulabschluss hin, sondern fährt auch nach dem College einen akademischen Erfolg nach dem anderen ein.

Sie macht einen Abschluss in ihren zwei großen Interessensgebieten, Neurowissenschaften und Frauenforschung.

In ihrer Zeit auf dem College schließt sie einige Freundschaften, die bis an ihr Lebensende halten werden.

Sie wird Teil einer Mädelsgruppe, die sich im ersten Jahr nicht wie sonst üblich als Freshman bezeichnen, sondern ganz geschlechtsneutral als First Years.

Frauenrechte spielen eine große Rolle in ihrem alltäglichen Denken und Handeln und werden es auch noch auf Autums weiterem Weg tun.

Da das College teuer ist, geht sie neben dem Studium drei Tage in der Woche in einem Café arbeiten.

Sie ist eher der Typ Mensch, der sich schnell mal zu viel abverlangt und lässt auch häufig mal eine Party oder ein Treffen sausen, um zu lernen.

Da Autumn in dieser Zeit ziemlich wenig isst und sehr dünn ist, machen sich ihre Freundinnen und Eltern zunehmend Sorgen um sie.

Aber Autumn geht ihren Weg.

So entdeckt sie also das Feld der Frauenneurologie für sich.

Sie beschließt, ihr Wissen mit einem ziemlich anspruchsvollen Kombimedizin-Promotionsstudium in Boston zu vertiefen.

Sieben Jahre harte Arbeit liegen vor ihr, aber auch viele schöne Momente.

Das Laufen ist zum Beispiel ihr Ausgleich zu den vielen Stunden, die sie am Computer und über Büchern verbringt.

Ihr Ehrgeiz zeigt sich aber auch im Sport.

Autumn trainiert, weil sie es liebt, Marathon zu laufen.

Ihren ersten schafft sie in 3 Stunden und 48 Minuten, was ziemlich schnell ist.

Wir haben versucht herauszufinden, ob Ortem auch 2013 bei dem Boston Marathon mitgelaufen ist, als es diesen Bombenanschlag gab, aber wir haben keine Quelle gefunden, die das bestätigt.

Also gehen wir davon aus, dass sie nicht dabei war.

Vor allem, weil sie zu der Zeit eigentlich ja auch schon längst neun Autostunden entfernt in einer anderen Stadt gewohnt hat.

Ihr Studium in Boston ist neben ihrer akademischen Qualifizierung auch noch für etwas anderes gut, denn sie lernt die Liebe ihres Lebens kennen.

Robert, den sie später auch heiraten wird.

Robert ist 23 Jahre älter als Autumn.

Er arbeitet als Neuropsychologe und Wissenschaftler.

Er hat sich auf die Erforschung von einigen meist tödlich verlaufenden Krankheiten spezialisiert.

Parkinson, Huntington und ALS.

Huntington ist eine seltene vererbbare Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben und für die es bis heute noch keine Heilung gibt.

Ähnlich wie bei Parkinson.

sind.

Betroffene sind neben anderen Symptomen häufig zunehmend in ihrer Bewegung eingeschränkt und müssen irgendwie einen Weg finden, mit der Krankheit zu leben.

Dann wäre da auch noch das Lou-Gering-Syndrom, auch Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS genannt.

Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Nervenkrankheit, bei der die Nervenzellen, die eigentlich Befehle an die Muskeln übermitteln sollen, nach und nach absterben.

Diese Krankheit ist ebenfalls nicht heilbar und Betroffene sterben meist innerhalb weniger Jahre an den Folgen.

Robert hat es sich zum Ziel gesetzt, Behandlungsmöglichkeiten zu finden, um diese Krankheiten in Schach zu halten.

Aus seiner ersten Ehe hat er zwei Kinder, die bereits im Teenageralter sind, als sich Robert und Autumn kennenlernen.

Robert hat die beiden Kinder nach der Scheidung fast allein großgezogen, mit der Hilfe seines eigenen Vaters, der für die Kinder mehr wie ein Papa, als wie ein Opa war.

Obwohl er mit seiner Forschung viel zu tun hat, verpasst er kein einziges Sportturnier seiner Kinder.

Er engagiert sich auch in der Schule und kümmert sich nach Feierabend um den Haushalt.

Eigentlich hätte er neben den Neurowissenschaften gerne noch Medizin studiert, doch das war nach der Scheidung aus Zeitgründen leider nicht mehr möglich.

Denn die Mutter zieht sich ziemlich schnell aus dem Familienleben zurück und so fehlen Robert die Kapazitäten.

Robert stammt aus einer Arbeiterfamilie.

Sein Vater ist Konditor und seine Eltern haben immer großen Wert auf die Schulnoten ihrer Kinder gelegt.

Robert hat viel dafür getan, auf seinem akademischen Weg so weit zu kommen und ist sehr stolz darauf.

Er mag es, auf alles eine Antwort zu wissen oder zumindest zu meinen, die Antwort zu kennen.

Autumn lernt Robert 1995 während ihres Promotionsprogrammes in einem Labor kennen, weil er dort als ihr Vorgesetzter eingeteilt wird.

Sie ist zu dem Zeitpunkt 23 Jahre alt, er 46.

Es entwickelt sich mit der Zeit eine enge Freundschaft, aus der dann langsam mehr wird.

Autumn fühlt sich zu dem älteren Mann hingezogen.

Nicht nur, weil sie ihn für attraktiv und klug hält, sondern auch, weil sie ihn dafür bewundert, wie er das Leben mit seinen beiden Kindern managt.

Ihr ist klar, dass sie nicht auf einer Ebene stehen, was die Machtverhältnisse betrifft.

Er ist ihr Mentor, sie ist die Promovierende.

Aber das stört sie nicht.

Und es wird sich ja irgendwann auch wohl mal ändern.

Endlich hat sie jemanden getroffen, der sie intellektuell herausfordert.

Nicht so wie andere Männer, die sie in der Vergangenheit gedatet hat.

Als Autumn drei Jahre später ihre Dissertation abschließt, sind sie und Robert bereits ein Paar.

Sie zieht zu ihm in das Haus, in dem auch seine beiden Kinder und sein Vater leben, mit dem sich Autumn sofort gut versteht.

Autumn hat in dem Haus erst einmal ihr eigenes Zimmer, um den Übergang für die Kinder so leicht wie möglich zu gestalten.

Aber sie schafft es, im Laufe der nächsten Jahre eine gute Beziehung zu ihnen aufzubauen.

2001 heiraten sie und Robert in kleiner Runde, sechs Jahre nachdem sie sich kennengelernt haben.

Roberts Sohn, der mittlerweile 18 Jahre alt ist, wird der Trauzeuge seines Vaters und Autumn wählt ihre Cousine Sharon als Trauzeugin.

Die beiden sind wie Geschwister zusammen aufgewachsen und schon immer beste Freundinnen.

Zwei Tage nach der Hochzeit schließt Autumn das Studium an der Boston University ab.

Robert überreicht ihr das Diplom.

Das Paar lebt weiterhin in dem Haus, in dem Robert auch schon mit seiner ersten Frau gelebt hat.

Autumn stört es nicht, sie ist da ganz pragmatisch.

Die beiden unterstützen sich in ihren Karrieren und in einer in Anführungsstrichen normalen Woche verbringt Autumn locker mal 80 bis 100 Stunden bei der Arbeit.

Sie spezialisiert sich immer weiter in ihrem Fachgebiet und fokussiert sich innerhalb der Frauenneurologie unter anderem auf Patientinnen mit Epilepsie.

Sie hilft zum Beispiel Frauen mit Epilepsie durch ihre Schwangerschaften.

Sie macht sich nicht nur durch ihre fachliche Kompetenz, sondern auch durch ihr Engagement und ihre Fürsorglichkeit einen Namen.

Autumn möchte aber nicht nur anderen dabei helfen, Kinder zu bekommen, sondern auch selbst erfahren, wie es sich anfühlt, Mutter zu sein.

Im Januar 2007, sechs Jahre nach ihrer Hochzeit, bringt sie die kleine Sienna zur Welt.

Autumn ist sehr glücklich, aber das Leben mit einem kleinen Kind bringt auch seine Herausforderungen mit sich.

Besonders, wenn man eine Arbeit hat, die einen so vereinnahmt.

Autumn sieht ihr Kind nach der Babyzeit nicht so viel, wie sie gerne würde.

Und Robert verbringt mehr Zeit zu Hause mit Sienna, als er gerne würde.

Obwohl er sich eigentlich schon viel zu alt fühlt, um noch einmal Vater zu sein und auch immer wieder gefragt wird, ob er der Opa ist.

Und trotzdem widmet er sich der Aufgabe mit großer Hingabe.

Er ist aber auch genervt davon, dass seine Frau so viel arbeitet.

Er hat den Eindruck, Autumn sei nicht präsent genug im Leben ihrer Tochter.

Manchmal holt Autumn Sienna daher nach dem Kindergarten zu sich ins Büro und sie arbeitet, während die Kleine spielt.

Das klappt aber natürlich auch nicht immer so gut.

Dass Autums Arbeit so weit von ihrem Zuhause entfernt ist, macht es nicht gerade leichter.

Anderthalb Stunden braucht sie pro Weg mit dem Auto, verlorene Zeit, die sie viel lieber zu Hause oder mit ihrer Forschung verbringen würde.

Sie nutzt die vielen Stunden, um mit Freunden oder Patientinnen zu telefonieren.

Und mit Robert.

Denn der ruft sie während der Fahrt ständig an, um zu checken, wo sie gerade ist.

Autumn fühlt sich zunehmend von ihm kontrolliert.

Er hat nämlich eine Sorge, die langsam, aber unaufhaltsam in ihm wächst.

Er fürchtet, seine Frau könnte ihn mit einem anderen betrügen.

Orton beginnt immer mehr, sich an Roberts kontrollierendem Verhalten zu stören.

Alles muss immer so laufen, wie er sich das vorstellt.

Die beiden geraten immer häufiger aneinander.

Auch zum Beispiel wegen Themen wie Haushaltsführung.

Robert hat nämlich eine ganz bestimmte Vorstellung davon, wo, was, wie zu liegen und wie man was zu machen hat.

Und dann gibt es dann noch ein anderes großes Streitthema zwischen den beiden.

Denn Autumn will unbedingt ein zweites Kind, Robert nicht.

Beide stehen einfach an komplett unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben.

Robert geht auf das Renteneiter zu.

Er will Ruhe und Unabhängigkeit.

Autumn ist ja 23 Jahre jünger, will sich ihre Karriere und Familienträume erfüllen und sich ein sicheres Finanzpolster aufbauen.

Sie will unbedingt ein Geschwisterkind für Sienna.

Sie ist selbst ohne Geschwister aufgewachsen und hat sich in jungen Jahren immer eine Schwester oder einen Bruder gewünscht.

Zum Glück hatte sie ihre Cousine Sharon, die quasi wie eine Schwester für sie war, aber es ist eben nicht das Gleiche.

Und dann bekommt Autumn das Angebot, ein Forschungszentrum für Frauenneurologie an der University of Pittsburgh aufzubauen.

Parallel wird auch Robert von der Universität angeworben, sein Forschungslabor dorthin zu verlegen.

2011, also zehn Jahre nach ihrer Hochzeit und zwei Jahre vor Autumn's Tod, zieht die Familie also um.

Der Alltag wird in Pittsburgh deutlich leichter.

Statt anderthalb Stunden mit dem Auto braucht Autumn jetzt nur noch fünf Minuten zu Fuß zur Arbeit.

Sie hat mehr Zeit für Sienna, kann forschen, schreiben und ihre Patientinnen versorgen.

Und sie verdient dreimal so viel wie zuvor und kann damit endlich ihre Studienkredite komplett abbezahlen.

Es könnte alles so schön sein, wenn es zwischen ihr und Robert nicht so kriseln würde.

Nach vielen Tränen und Diskussionen kommen sie dann schließlich zu einer Einigung.

Robert lässt sich auf ein weiteres Kind ein, unter der Voraussetzung, dass Autumn die volle Verantwortung für dieses zweite Baby übernimmt.

Doch so richtig klappt es nicht mit dem Wieder-Schwanger-Werden.

Autumn überlegt sogar zu adaptieren.

Doch viele Agenturen lehnen sie wegen des Altersunterschiedes zwischen ihr und Robert ab.

Autumn probiert alles.

Zyklustracking, Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel die Keratinkur und auch künstliche Befruchtung.

Sie verabreicht sich täglich Spritzen in den Bauch, Gesäß oder den Oberschenkel.

In einem Tagebucheintrag vom 30.

Juli 2012, also etwa ein Jahr vor ihrem Tod, da schreibt sie folgendes.

Ich schreibe hier jetzt, weil ich nicht sicher bin, mit wem ich über diese Dinge sprechen kann.

Ich habe heute erfahren, dass mein dritter Versuch gescheitert ist.

Dieses Mal kam es nicht einmal zur Befruchtung.

Ich weiß nicht, wohin ich von hier aus gehen soll.

Ich weiß nur, dass ich unglaublich unglücklich bin.

Und doch bin ich mir nicht sicher, warum.

Ich habe einfach das Gefühl, dass etwas in meinem Leben fehlt.

Und ich glaube, das, was fehlt, ist Liebe.

In einer anderen Mail, ein halbes Jahr später, steht, also Februar 2013.

Zwei Monate vor ihrem Tod, Ich hasse es, das zu sagen, Bob, aber in diesem ganzen Chaos warst du zwar körperlich anwesend und hast deine Pflicht erfüllt, doch emotional warst du für mich nicht da.

Es ist klar, dass du nicht interessiert bist.

Mir wird jetzt bewusst, dass ich diese gesamte emotionale Reise allein gegangen bin.

Und weiter Ich werde jetzt meine Meinung sagen, so wie du es tust, und wütend sein, denn das scheint das einzige Kommunikationsmittel zu sein, auf das du reagierst.

Wut.

Du bist furchtbar darin, fast alle anderen Emotionen wahrzunehmen und es tut mir leid, aber im Moment kann ich einfach nicht persönlich mit dir sprechen.

Ich kann nicht einmal mit dir reden, ohne wütend zu werden.

Das ist also der Punkt, an dem Autumn und Robert stehen, als sie sich am 17.

April 2013 auf den Weg von der Arbeit nach Hause macht und etwa eine Stunde später als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert wird.

Am 21.

April, einen Tag nach ihrem Tod, wird ihre Leiche obduziert.

Robert hatte angemerkt, das sei nicht nötig, aber das Gesetz sieht das anders.

Jeder Todesfall, für den keine medizinische Erklärung gefunden werden kann, muss untersucht werden.

Die Rechtsmedizin kann auf den ersten Blick auch keine Auffälligkeiten feststellen.

Und kaum, dass die Leiche freigegeben ist, sorgt Robert dafür, dass sie dem Bestattungsinstitut übergeben und eingeäschert wird.

Eigentlich besteht kein Grund, auf eine schnelle Einäscherung zu drängen, aber Robert ist das anscheinend ziemlich wichtig.

Und dann wird auch klar, warum.

Denn die Ergebnisse aus der Toxikologie liegen vor.

Ihr erinnert euch, Autumsblut war ja hellrot, fast schon Neonfarben.

Und man hat ihr Proben abgenommen, um es zu testen.

Unter anderem auf das Gift Cyanid.

Der Fall ist eindeutig.

Autumsblut weist eine tödliche Konzentration von Cyanid auf.

Damit ist auch klar, dass es kein plötzlicher Schlaganfall war, an dem sie gestorben ist.

Jemand hat ihr das Gift verabreicht.

Autumn wurde ermordet.

Tatsächlich sind Cyanid-Vergiftungen sehr selten.

Und eigentlich hätte sich die Rechtsmedizin die Leiche noch einmal mit diesem Wissen vornehmen müssen.

Aber zu dem Zeitpunkt, an dem die Ergebnisse der Bluttests vorliegen, hatte Robert sie schon einäschern lassen.

Man kann also nur mit den Blutproben arbeiten, die man vor ihrem Tod genommen hat.

Es wird ein zweiter unabhängiger Test durchgeführt und auch der kommt zum gleichen Ergebnis.

Damit ist klar, Autumn's Tod ist ein Fall für die Mordkommission.

Statistiken zeigen, dass weniger als ein Prozent aller Morde mit Gift begangen werden.

Bei den Tätern handelt es sich häufig nicht um die Menschen, die nach außen hin aggressiv, gewalttätig oder bedrohlich wirken.

Giftmörder neigen stattdessen eher zu passiv-aggressivem Verhalten, um ihren Willen durchzusetzen.

Sie handeln aus dem Hinterhalt.

Und sie stammen überproportional oft aus dem medizinischen Bereich.

Denn sie wissen, wie man Gift einsetzt.

So unwahrscheinlich die Möglichkeit auch erscheint, die Polizei muss auch prüfen, ob Ortem sich das Gift nicht vielleicht selbst verabreicht haben könnte.

Zumindest ihr Ehemann vermutet das.

Wenn man sich ihr Leben aber anschaut, dann spricht alles gegen ein Suizid.

Sie hatte ein Kind, das sie über alles vergötterte und wollte unbedingt noch einmal schwanger werden.

Sie hat ihren Job geliebt und war karrieretechnisch super erfolgreich.

Nicht einmal hat sie irgendjemandem aus ihrem Umfeld suizidale Gedanken gegenüber geäußert und auch niemand hat sie als depressiv wahrgenommen.

Heißt also, diese Theorie ist schon mal vom Tisch.

Weiter geht es also mit der nächsten.

Könnte es sein, dass der Tod ein Unfall war?

Aber auch diese Theorie ist schnell widerlegt.

Ortem hat in ihrer Forschung keine Neurotoxine oder Cyanide verwendet.

Das heißt, sie könnte den Stoff auch nicht aus Versehen inhaliert haben oder so.

Bleibt also noch die letzte Möglichkeit.

Mord.

Und da denken alle sofort an den einen.

Die eine Person, die sich im Laufe der letzten Tage ziemlich verdächtig verhalten hat.

Und die auch ein Motiv hätte.

Robert, ihr Ehemann.

Die Polizei erfährt schnell von der Ehekrise zwischen den beiden.

Der Konflikt ist auch hinreichend dokumentiert.

Und zwar mit den E-Mails, die Autumn Robert geschrieben hat.

Es wird klar, dass Autumn überlegt hat, sich von Robert scheiden zu lassen und dass sie ein ernstes Gespräch mit ihm geplant hatte.

Ein Gespräch, von dem sie sicher war, dass es ihm nicht gefallen würde.

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Roberts Eifersucht ist wohl mehr als nur eine Randnotiz in ihrem Alltag gewesen.

In den Wochen vor ihrem Tod hat er seine Frau dreimal damit konfrontiert, ob sie eine Affäre habe.

Er wusste, dass sie wohl auch Privatkontakt mit einem männlichen Kollegen hatte, mit dem sie auch mal ein paar Tage auf einer Konferenz war.

Autumn hat die Vorwürfe immer abgestritten, aber Robert hat ihr nicht geglaubt.

Tatsächlich war dieser Kollege vor Autumn einfach nur ein Freund.

Sie hat sich ihm anvertraut und ihm erzählt, dass sie plant, ihren Mann zu verlassen.

Auch mit ihren Freundinnen hatte sie schon über diesen Gedanken gesprochen.

Eifersucht ist traurigerweise ein sehr häufiges Motiv für Mord.

Es ist gut möglich, dass Robert sich gedacht hat, wenn er sie nicht haben kann, dann soll sie niemand haben.

Vielleicht hat auch die zunehmende Autonomie seiner Frau eine Bedrohung für ihn dargestellt oder die Angst, noch ein zweites Mal durch eine Scheidung gehen zu müssen.

Vielleicht spielen auch der Ärger und die Überforderung, die er in seiner ersten Ehe verspürt hat, mit rein.

Er hat seine beiden Kinder aus erster Ehe ja fast allein, also mit der Hilfe seines Vaters großgezogen.

Und bei Sienna hat er auch den Hauptteil der Care-Arbeit übernommen.

Das ist zumindest die Theorie einer forensischen Psychologin, die in einer True-Crime-Serie über den Fall spricht.

Es ist wie ein Puzzle, bei dem ein Teil zum anderen passt.

Allein, wenn man sich schon anschaut, wie Robert sich nach Autums Tod verhalten hat.

Drei Tage lang hat man im Krankenhaus mit aller Kraft um ihr Leben gekämpft.

Doch Robert ist anscheinend die ganze Zeit davon ausgegangen, dass seine Frau diesen Kampf nicht gewinnen würde.

Er hat schon früh angefangen, von ihr in der Vergangenheitsform zu sprechen.

Das erschien dem Personal so seltsam, dass sie es sogar in den Akten vermerkt haben.

Dann wäre da noch die Tatsache, dass er nicht wollte, dass der Leichnam obduziert wird.

Oder der Fakt, dass er die Leiche sofort hat einäschern lassen, kaum dass sie von der Rechtsmedizin freigegeben war.

All das schürt Misstrauen.

Und deshalb schaut die Polizei sich Robert nun einmal etwas genauer an und findet ein weiteres Indiz, das auf seine Schuld hindeutet.

Am 15.

April 2013, also zwei Tage bevor Ortem nach dem langen Arbeitstag zu Hause zusammengebrochen ist, hat Robert mit der Kreditkarte von der Universität per Expresslieferung über Nacht Cyanid bestellt.

Und das, obwohl er zu der Zeit keine laufenden Projekte hatte, die den Einsatz des Giftes erfordern würden.

Das Cyanid hat er in einen Tresor eingeschlossen, zu dem nur er und eine weitere Person Zugang haben.

Von der Lieferung fehlen 8,3 Gramm, also etwa ein Teelöffel.

Und auf dem Behälter befinden sich Roberts Fingerabdrücke.

Die Polizei spricht mit Zeugen, die gesehen haben, wie Robert in den Tagen vor Autums Tod Tests mit Kreatin gemacht hat.

Kreatin, kurz zur Erinnerung, ist dieses Nahrungsergänzungsmittel, das die Muskeln mit Energie versorgt und das Autumn in der Hoffnung genommen hat, damit besser schwanger werden zu können.

Robert hat Proben vom Kreatin mit Wasser und Zucker vermischt und sie selbst auch getrunken.

Möglich, dass er so den Geschmack getestet hat.

Vermutlich wollte er herausfinden, wie viel Zucker er in das Getränk mischen muss, damit Autumn das Gift nicht schmeckt.

Es passt einfach alles zusammen.

An dem Tag, an dem Autumn abends ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat sie Robert eine Nachricht geschickt, dass sie am nächsten Tag ihren Eisprung haben würde.

Er hat darauf geantwortet, perfektes Timing.

Kreatin.

Und dazu ein Smiley.

Die Polizei geht also davon aus, dass Robert ihr das Kreatin-Getränk überreicht hat, als Autumn um kurz nach 23 Uhr an diesem 17.

April 2013 nach Hause gekommen ist.

Er war zu diesem Zeitpunkt 64 Jahre alt, sie 41.

Die Polizei ist Robert also auf den Fersen und er weiß das auch ganz genau.

Die Medien sind nämlich voll mit Berichterstattung über den Fall und viele halten ihn für verdächtig, Auch, weil er selbst auf seine Unschuld beharrt.

Er bemüht sich, so gut für Sianada zu sein wie möglich und verbringt viel Zeit mit ihr.

Gleichzeitig wächst aber auch der Druck von außen.

Er beschließt, Pennsylvania zu verlassen und besucht für einige Wochen seine erwachsene Tochter in Kalifornien, bevor er weiter zu seiner Schwester nach Florida fliegt.

Während man also Beweise gegen ihn sammelt, verfolgt man Roberts Reiseroute ganz genau.

Denn den Behörden ist klar, von Florida ist man auch schnell mal in Süd- oder Mitte-Amerika.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Robert versucht, der Strafverfolgung zu entfliehen.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Mit einem Durchsuchungsbeschluss verschafft sich die Polizei Zugang zu seinem Büro.

Unter seinem Schreibtisch entdecken die Detectives einen Safe und darin wiederum einen Laptop.

Also wenn das kein Jackpot ist, denn auf diesem Laptop hat Robert für die Polizei sehr aufschlussreiche und für ihn sehr belastende Sachen gegoogelt.

Im Verlauf findet man zum Beispiel Suchanfragen wie Deutet eine vergrößerte Vulva darauf hin, dass die Ehefrau Sex mit einem anderen hat?

Oder Scheidungsanwälte in Pittsburgh?

Oder wie äußert sich eine Kalium-Cyanid-Vergiftung?

Toxikologische Studien zu Kalium-Cyanid.

Wie weist ein Gerichtsmediziner Cyanid nach?

Oder entfernen bestimmte medizinische Geräte Giftspuren aus dem Körper?

Diese Suchanfragen hat er alle vor Ortems Tod getätigt, also als er noch gar nicht wissen konnte, dass sie in einer Zyanidvergiftung sterben würde.

Er wird später behaupten, dass er die Sachen alle im Zusammenhang mit seiner Forschung recherchiert habe und dass er habe verstehen wollen, wie die Behandlung seiner Frau funktioniert.

Aber das glaubt ihm niemand.

Er hat auch genau nach der Art von Zyanid gesucht, die er letztendlich auch bestellt hat.

Die Rechnung dafür liegt sogar noch auf seinem Schreibtisch, als die Polizei das Büro durchsucht.

Für die Staatsanwaltschaft sind das genug Beweise.

Man beschließt, ihn verhaften zu lassen.

Allerdings ist Robert gar nicht mehr in Florida, wo er eigentlich sein sollte.

Sein Anwalt hat ihn nämlich informiert, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt und dass er zurück nach Pittsburgh kommen muss.

Aber er hat kein Interesse, sich freiwillig auszuliefern.

Er ahnt, dass es vor Gericht eng für ihn werden wird und versucht anscheinend zu fliehen.

In den ganzen USA wird nur nach ihm gefahndet.

Man weiß, dass er die finanziellen Mittel hat, überall hinzureisen und will um jeden Preis verhindern, dass er sich der Strafverfolgung entzieht.

Robert ist zwar ein guter Wissenschaftler, aber offenbar kein guter Krimineller.

Denn er macht ein paar entscheidende Fehler bei seiner Flucht.

Er fährt zum Beispiel die ganze Zeit mit seinem privaten Auto, anstatt den Wagen zu wechseln oder auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.

Sein Handy schaltet er zwar immer wieder aus, wenn er es nicht nutzt, aber er behält es die ganze Zeit bei sich.

Die Polizei bekommt so immer wieder kurz seine Standortdaten, bevor er wieder verschwindet.

Am 24.

Juli 2013, fast drei Monate nach Ottems Tod, wird sein Kennzeichen von einem automatischen Erkennungssystem in West Virginia registriert.

Die Polizei vor Ort errichtet Straßensperren, sodass Robert gezwungen ist, anzuhalten.

Als er aus dem Wagen aussteigt, klicken die Handschellen.

Er stimmt zu, dass er nach Pennsylvania ausgeliefert wird.

Bei seiner Festnahme ist er knapp vier Autostunden von Pittsburgh entfernt.

Das ist ja nicht gerade weit.

Es gibt daher auch Stimmen, die vermuten, Robert habe sich umentschieden und doch freiwillig zurückkehren wollen.

Er selbst behauptet das natürlich auch.

Im Verhör mit der Polizei streitet er alles ab.

Er behauptet sogar, Autumn sei gar nicht an einer Zyanidvergiftung gestorben.

Sie habe ja Kreatin genommen, um ihre Fruchtbarkeit zu fördern.

Und Kreatin könne seines Wissens nach zu einem fälschlicherweise positiven Test auf Zyanid führen.

Und überhaupt, er habe auch gar keinen Zugang zu Zyanid gehabt.

Was natürlich gelogen ist, wie spätestens nach der Durchsuchung seines Büros allen klar ist.

Robert hat das Zyanid nachweislich am 15.

April bestellt, am 16.

wurde es geliefert und am 17.

ist Autumn zusammengebrochen.

Die Rechnung dafür lag ja sogar noch auf seinem Schreibtisch.

Seine Fingerabdrücke waren auf dem Behälter, die Versiegelung gebrochen.

Er hat, das muss man sagen, seine Spuren wirklich nicht gut verwischt.

Einen Tag nach seiner Festnahme wird er offiziell wegen des Mordes an seiner Ehefrau angeklagt.

Das Verfahren beginnt ca.

ein Jahr später und wird von der Öffentlichkeit mit Spannung erwartet.

Zu Prozessbeginn ist der Gerichtssaal brechend voll.

Robert leistet sich einen der besten Anwälte der USA und plädiert auf unschuldig.

Er behauptet, Ortem habe sich selbst mit dem Zyanid vergiftet, um ihren Qualen nach drei erfolglosen künstlichen Befruchtungen ein Ende zu setzen.

Das Gift habe sie aus seinem Labor gestohlen.

Er habe es bestellt, um Stammzellenexperimente in Zusammenhang mit seiner Forschung durchzuführen.

Er würde das Gift verwenden, um Nervenzellen abzutöten und so die Krankheit im Labor zu simulieren.

Allerdings ist Ortem auf den Überwachungsvideos des Labors nirgendwo zu sehen.

Sie war also offenbar nicht vor Ort, um das Zyranid zu stehlen.

Die Verteidigung stellt aber auch in den Raum, Ortem könne an einer Herzrhythmusstörung oder einem Hirnschock gestorben sein, der zwar die Anzeichen einer Zyanidvergiftung aufweise, aber keiner sei.

Die Verteidigung präsentiert Sachverständige, die behaupten, die Proben für den Bluttest seien nicht fachgerecht entnommen worden, weshalb die Zyanittests unzulässig seien.

Es habe weitere Tests gegeben, deren Ergebnisse alle unterschiedlich waren.

Ihr merkt schon, all das wirkt irgendwie etwas widersprüchlich.

In erster Linie dienen die Argumente der Verteidigung auch nur dazu, die Beweise der Anklage zu entkräften und Zweifel in den Köpfen der Geschworenen zu säen.

Denn die werden letztendlich über Roberts Schicksal entscheiden.

Robert selbst zeigt bei seiner Aussage vor Gericht ziemlich wenig Trauer über den Tod seiner Frau.

Auch nicht, als ihre Angehörigen sprechen.

Der Unterschied ist riesig zwischen dem ruhigen, abgeklärten Robert im Zeugenstand und dem Robert, der in jener Nacht panisch den Notruf gewählt hat.

Ist es möglich, dass er seine Panik in jener Nacht wirklich nur gespielt hat?

Eine Aufnahme des Notrufs wird vor Gericht abgespielt und während man Robert im Vordergrund sprechen hört, kann man aus dem Hintergrund das Stöhnen und die gurgelnden, schmerzerfüllten Laute von Atem vernehmen.

Ihren Todeskampf zu hören, lässt fast niemanden im Gericht unberührt.

Letztendlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Anklage die besseren Argumente und vor allem auch wirklich gute Beweise hat, um Robert den Mord nachzuweisen.

Denn selbst vor Gericht verstrickt er sich in Widersprüche.

Erst hat er der Polizei erzählt, er sei an dem Abend unten in der Küche gewesen und habe seiner Frau das Kreatingetränk gegeben.

Im Prozess sagt er, er sei oben gewesen, als Autumn nach Hause kam und wüsste gar nicht, was sie getrunken habe, bevor sie zusammenbrach.

Zusammen mit den vielen Beweisen gegen ihn sind es Widersprüche wie diese, die das Gericht davon überzeugen, dass Robert seine Frau ermordet hat.

Die Geschworenen sind sich einig.

Sie sagen, dass Robert ein Meister der Manipulation ist und Autums Ermordung von langer Hand geplant habe.

Nach einer 15 Stunden langen Beratung erklärt die zwölfköpfige Jury ihn einstimmig für schuldig.

Ohne mildernde Umstände.

Er muss für den Rest seines Lebens hinter gittern.

Robert ist bei seiner Verurteilung 66 Jahre alt.

Sein Vermögen, das man auf ca.

2,5 Millionen Dollar schätzt, wurde während des Prozesses eingefroren, damit er es nicht noch schnell ausgeben konnte.

Es ist nicht bekannt, wie viel er davon für seine eigene Verteidigung ausgegeben hat.

Dem Anschein nach hatte er seinen beiden Kindern aus erster Ehe auch schon einen Teil des Geldes vermacht.

Der Rest soll laut Gericht an Sienna und Ortems Angehörige gehen.

Ortems Familie veröffentlicht nach dem Schuldspruch über die Staatsanwaltschaft eine Erklärung, in der es unter anderem heißt, Auch wenn wir erleichtert sind, dass die vor Ortems Tod verantwortliche Person zur Rechenschaft gezogen wurde, wird nichts jemals die Leere füllen, die wir in unserer Familie und in unseren Herzen empfinden.

In einem Brief ans Gericht schreibt Sharon, Ortems Cousine und beste Freundin, Ich muss meinem kleinen Jungen erklären, warum seine Lieblingstante nicht mehr da ist.

Wie soll ein so junger Kopf so große, furchtbare Dinge begreifen?

Ich als Erwachsene und Mutter kann selbst nicht verstehen, was passiert ist.

Niemand spricht für Robert.

Seine erwachsenen Kinder haben nicht an dem Prozess teilgenommen.

Ottums Eltern wird fürs Erste das Sorgerecht für Sienna zugesprochen.

Sie waren es, die sich hauptsächlich um ihre Enkelin nach Roberts Verhaftung gekümmert haben.

Sechs Jahre war Sienna alt, als ihr Vater ihre Mutter ermordet hat.

Verloren hat sie beide.

Sienna darf ihren Vater erst einmal nicht sehen.

Für die Dauer des Prozesses und für die erste Zeit danach hat das Gericht nämlich ein Kontaktverbot erwirkt, um Siena vor möglicher Einflussnahme durch Robber zu schützen.

Der versucht in den nächsten Jahren mehrfach, das Urteil juristisch anzufechten, aber immer ohne Erfolg.

Er beharrt nach wie vor darauf, unschuldig zu sein.

Sein mittlerweile erwachsener Sohn, der seinen Vater damals bei der Hochzeit mit Autumn zum Altar geführt hat, erklärt sich ebenfalls bereit, das Sorgerecht für seine kleine Halbschwester zu übernehmen.

Das Gericht entscheidet aber, dass Sienna bei den Großeltern bleiben soll.

Sie wächst in einem liebevollen, unterstützenden Umfeld auf, mit dem Wissen, dass ihre Mutter sie über alles geliebt hat.

So herausfordernd der plötzliche Alltag mit Kind für die Großeltern auch ist, so sehr genießen sie es auch, die Enkelin um sich zu haben.

Sienna liebt Karate und Kunst, Tanzen und Schwimmen, Buchstabieren und Mathe.

Sie geht ihren Weg, so wie Autumn den ihren gegangen ist.

Ortums Tod hat nicht nur ihre Familie und Freunde schwer getroffen, sondern auch all die Menschen, mit denen sie beruflich zu tun hatte.

All die Frauen, die sie behandelt und betreut hat.

All die Menschen, die von ihrer Forschung und ihrer Expertise profitiert haben oder noch hätten.

Mit Ortums Tod ist auch unglaublich viel wertvolles Wissen verloren gegangen.

Ihr ehemaliger Chef sagt, dass es nur eine Handvoll Menschen im ganzen Land gäbe, die Ortums Fähigkeiten haben.

Aber es ist ja nicht nur Autumn, die das Feld der Frauenneurologie nicht mehr weiter erforschen kann.

Auch Robert hat ja super wertvolle Arbeit als Neuropsychologe und Wissenschaftler geleistet.

Auch sein Wissen ist es, dass der Praxis verloren geht.

Wer weiß, welche Errungenschaften er noch hätte erzielen können, wenn er den Mord nicht begangen und weiter in seinem Labor praktiziert hätte.

Durch den Mord an Autumn hat Robert das Leben unzähliger Menschen beeinflusst.

Menschen, die vielleicht nicht einmal wissen, was für einen Unterschied das gemacht hätte, hätten sie nur das Glück gehabt, Autumn zu begegnen.

Ich würde mich heute bei der Diskussion mal ein bisschen zurückziehen.

Ihr habt es ja wahrscheinlich schon gehört, die Folge über.

Ich bin heute ein bisschen am Kränkeln.

Deswegen würde mich sehr interessieren, was du von dem Fall erstmal hältst.

Oh je, wo soll ich anfangen?

Ich glaube, unser Schlusswort beschreibt auf jeden Fall schon mal einen großen Gedanken, den ich die ganze Zeit hatte, nämlich wie schade das einfach so für die Forschung und Wissenschaft ist, dass deren beider Wissen jetzt damit verloren geht, weil gerade Ortem eine so wichtige Arbeit geleistet hat für die Gesellschaft, dass sie eben vor allem Frauen und deren Themen, deren Probleme ernst genommen hat.

Und dass eben vor allem ganz viel in der, ja ich sag mal weiblichen Medizin einfach nicht erforscht ist, also dass ganz viel am männlichen Körper erforscht ist und der der Frau eben in einigen Bereichen einfach anders tickt und, Ja, dass sie da eine ganz tolle Arbeit geleistet hat und die Leute ernst genommen hat mit ihren Problemen.

Das ist natürlich so die eine Seite.

Und die andere ist, dass das hier natürlich ein wahnsinnig trauriger, menschlicher Verlust ist.

Dass Autumn ihr Leben verloren hat, weil, um das jetzt mal so ein bisschen runterzubrechen oder runtergebrochen zu sagen, weil ihr Mann da irgendeine Eifersuchtsparanoia hatte.

So und er ja irgendeine Affäre andichten wollte ja fast schon.

Also das wird ja sicherlich nicht der einzige Grund gewesen sein, aber ist eben einer in der Reihe.

Und ja, dass der halt akademisch so clever ist auf seinem Gebiet, aber ich sag mal privat so dumm und so viele Fehler begangen hat.

Also da haben wir schon ganz andere Kriminelle in der schwarzen Akte kennengelernt, die da sehr viel smarter rangegangen sind.

Smarter natürlich mit Vorsicht jetzt zu genießen, aber ich meine, dass er allein in seinem Auto durch die Gegend fährt, dass er sich keine falschen Kennzeichen besorgt hat oder sein Handy wegschmeißt und ein Wegwerfhandy benutzt oder dass er den Stoff auf seinen Namen bestellt hat und dann seine Fingerabdrücke dann auch gefunden wurden.

Also das sind alles so No-Brainer.

Warum hat er das nicht beachtet?

Verstehe ich nicht.

Ja, also komplett same.

Ich habe mir auch so die Frage gestellt, während wir darüber gesprochen haben, was war denn sein Plan für danach überhaupt?

Also wie du schon gesagt hast, er ist ja auf seinem Gebiet auch sehr schlau gewesen.

Was war sein Plan für danach?

Ach, er hat ja sich sehr schnell darum gekümmert, dass sie dann eingeäschert wird, dass da also eigentlich keine weiteren Spuren zu finden sind.

Hätte er dann wirklich komplett normal weitergelebt und Sienna auch weiter auf, ja also halt auch erzogen so in dem Wissen, ich habe deine Mutter umgebracht.

Mhm.

Auch die andere Frage, beide unglaublich erfolgreich, beide deswegen auch unglaublich viel Geld.

Wir haben es bei E-Mail jetzt auch nochmal ganz spezifisch gehört.

Warum seid ihr nicht zur Paartherapie gegangen?

Jetzt mal ernsthaft.

Oder habt ihr euch getrennt?

Das passiert ja auch.

Warum muss man seine Ehefrau ermorden?

Also warum ist das der, in Anführungsstrichen, beste Weg?

Und vor allem, weißt du, so eine Vergiftung, das ist ja auch geplant.

Also dieser Stoff muss ja organisiert werden und dann muss man sich überlegen, wie verabreiche ich das jetzt der Person?

Das ist ja nicht irgendwie eine Übersprungshandlung und jemand wird in einer großen Wut hin erwürgt, ist natürlich auch scheiße.

Versteht mich jetzt hier bitte nicht falsch.

Aber so eine Vergiftung, das ist ja auch von langer Hand geplant.

Also spätestens da hätte ja mal auf dem Planungsnotizzettel stehen müssen.

Zukunft?

Ja, ist anscheinend nicht passiert.

Und ich meine, wir haben es am Ende ja auch so ein bisschen angesprochen, was ich halt auch unglaublich schade finde, ist einfach der Verlust für die Wissenschaft durch sie ja auch riesig, dass sie ja wirklich so eine Koryphäe auf ihrem Gebiet war.

Du hast es vorhin ja auch gesagt, das habe ich auch schon mal gehört, dass die Medikamente ja irgendwie hauptsächlich auf männliche Personen ausgerichtet sind.

Da hätte sie viel bewegen können.

Und das heißt, er hat nicht nur das Leben seiner Tochter zerstört, all der Angehörigen, sondern wirklich das Leben...

Tausender, vielleicht, wer weiß, vielleicht ist es komplett übertrieben, was ich jetzt sage, aber vielleicht von Millionen von Frauen.

Warum?

Warum?

Ja, das ist, glaube ich, die große Frage.

Warum?

Die wir jetzt leider auch nicht beantworten können.

Weil sonst, sorry, wenn ich da direkt nochmal jetzt direkt reinspringe, sonst haben wir dieses, ne, wir haben über Eifersucht heute gesprochen.

Sonst sprechen wir immer über Geld oder so.

Aber der Mann hatte Geld wie Heu.

Ja, das war nicht das Problem.

Ja, das war scheinbar nicht das Problem.

So, und dann...

Ego.

Ego, ja, Ego, Eifersucht.

Vielleicht auch, weil sie scheinbar noch einen größeren Fußabdruck in der Wissenschaft hinterlassen hätte als er.

Was weiß ich, aber wirklich, jetzt merke ich auf jeden Fall am Ende, dass ich mich richtig aufregne.

Nein, aber das kann ja tatsächlich sein, weil ganz lange war er ja der an der Spitze.

Er ist ja auch ein bisschen älter als sie und war wissenschaftlich einfach viel, viel weiter.

Und seine Frau hat ja immer mehr nachgeholt und war irgendwann auf Augenhöhe, war irgendwann sogar drüber.

Das wissen wir jetzt nicht, das ist eine reine zusammengesponnene Theorie, aber das kann natürlich sein, dass er mit diesem plötzlichen Machtgefälle nicht mehr zurechtgekommen ist, was kein Grund dafür ist, jemanden zu ermorden, auf gar keinen Fall.

Das wird ja öfter mal vorkommen, dass sich da irgendwelche Machtverhältnisse verändern, aber das kann durchaus natürlich hier auch eine Rolle gespielt haben.

Falls euch selbst beim Zuhören auch noch irgendwelche Gedanken gekommen sind, die wir jetzt hier gar nicht angesprochen haben, dann freuen wir uns natürlich wie immer, wenn ihr uns die mitteilt.

Das könnt ihr, ich würde sagen, am besten unter dem Posting zur heutigen Folge machen, auf Instagram, aber auch gerne bei TikTok oder bei Spotify in den Kommentaren unter der Folge.

Dann können andere da mitlesen und auch ihre Meinung dazu teilen.

Lasst uns da in die Diskussion gehen.

Und dann würde ich sagen, Patrick, hören wir uns doch einfach alle nächste Woche Dienstag wieder, oder?

Hoffentlich mit gesunder Stimme.

So machen wir es.

Bis dahin.

Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch.

Redaktion Silva Harnekamp.

Schnitt Anne Luckmann.

Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes.

Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios.

Besonderer Dank geht an Falco Schulte.

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