Episode Transcript
Am 30.
September 2019 steht eine Gruppe von Menschen vor dem Markus Krankenhaus in Frankfurt.
Diese Leute hat man hier noch nie gesehen.
Die Task Force Lebensmittelsicherheit Hessen.
Sie würden gerne ein paar Wurstscheiben mitnehmen.
Wurst?
Ja genau, die, die hier täglich den Patienten serviert werden.
Es sei davon auszugehen, dass zahlreiche Erkrankungen und auch Todesfälle auf diese Wurst zurückzuführen sind.
Am Robert-Koch-Institut in Berlin versucht man schon seit über einem Jahr, diese auffällige Infektionskrankheit zu erklären.
Im ganzen Land treten die Fälle auf und die DNA des Erregers ist überall gleich.
Es sind so viele Fälle, dass man ihnen schon den Cluster-Namen Sigma-1 gegeben hat.
Aber es gibt noch eine Gemeinsamkeit.
Überall, wo die Fälle auftreten, findet man Wurst der Firma Wilke.
Auch im Markus-Krankenhaus in Frankfurt.
Einen Tag, nachdem die Taskforce die Wilke-Wurst hier eingesammelt hat, herrscht Gewissheit.
Hier steckt der Erreger ebenfalls drin.
Nach Monaten der Unsicherheit wird jetzt gehandelt.
Die traditionsreiche Wilke-Fabrik wird nach über 80 Jahren von einem Tag auf den anderen geschlossen und einer der größten Lebensmittelskandale der jüngeren Geschichte wird publik.
Die Ausmaße sind nicht nur schuckierend eklig, sondern sorgen auch für Todesfälle im ganzen Land.
Nur, wie konnte es dazu kommen?
Das ist Food Crimes.
Was schmeckt dahinter?
Mit Lili Temme, Florian Rietzer und den besten Gästen aller Zeiten.
Fabienne und Jakob vom Podcast Ehrenwort.
Wenn irgendwo in der Welt ein Skandal passiert, darf dieser laut einer neuen EU-Richtlinie nur von Fabienne und Jakob aufgearbeitet werden.
Für den heutigen Fall wurde glücklicherweise noch einmal eine Ausnahme gemacht.
Das freut uns, denn Fabienne und Jakob sind nicht nur verdammt lustig und klug, sondern auch bei euch absolut beliebt.
Als erste Gäste sind sie zum zweiten Mal da.
Wir fühlen uns sehr geehrt, aber wissen auch, wenn wir keine Freunde wären, würden sie so einen Scheiß überhaupt nicht machen.
Was für eine schöne Ankündigung, vielen Dank.
Mir steht die Schamesröte ins Gesicht, weswegen wir die Kameras auch ausgelassen haben für diese Folge.
Schön, dass ihr da seid.
Dankeschön.
Das letzte Mal habe ich mich so geschmeichelt gefühlt, als ich eine Bärchenwurst geschenkt bekommen habe, über die Theke rüber.
Too soon?
Too soon wahrscheinlich.
Aber ich wollte diesen kleinen Gag am Ende natürlich schon machen.
Zum einen, um euch zur hundertsten Folge zu gratulieren und auch direkt auf diese hundertste Folge hinzuweisen.
In der geht es nämlich um Tic-Tac-Toe und sie ist absolut empfehlenswert.
Ein Stück deutsche Pop-Internet-Geschichte.
Also wenn ihr bei Ehrenwort reinhören wollt, dann fangt doch dort an und dann arbeitet ihr euch einmal nach hinten durch.
Das ist eine tolle Idee.
Und es ist für mich auch ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, dass ihr zum zweiten Mal da seid, weil ich habe morgen Geburtstag, also ein Hinweis an unsere Community da, gerne jetzt noch die Express-Pakete zu packen.
Für mich.
Der PK-Link ist in den Shownotes.
Genau, das letzte Mal, als ihr da wart, da ging es ja um Herbalife und Mike Hughes.
Noch heute haben wir wieder einen besonderen Geschäftsführer, der mit Wilke Wurst ja so einigen Dreck am Stecken hatte.
Habt ihr Gedanken zum Wilke-Skandal?
Weil ich meine, 2019, wir waren alle schon auf der Welt, wir waren alle da.
Aber ich habe das Gefühl, weil das so kurz vor Corona war, bei mir war das komplett ausgelöscht.
Ich wusste, dass da was war, aber mehr auch nicht.
Ich habe keine Erinnerung daran, muss ich ganz ehrlich sagen.
Und für mich klingt es aktuell noch so, als wäre das so ein Skandal aus Neustadt, wo Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen zu Hause sind, dass da in der Wilke-Wurst-Fabrik geschummelt wurde.
Ich bin aber gespannt, jetzt eines Besseren belehrt zu werden.
Mir sagt es auch überhaupt nichts, muss ich zu meiner Schande gestehen.
Als Skandal-Podcaster natürlich ein Frevel wahrscheinlich.
Ja, und ich schließe mich den beiden an, denn ich habe den Namen schon mal gehört, Wilke-Wurst-Skandal.
Aber offensichtlich alles, was ich vielleicht mal dazu wusste oder auch noch nie wusste, komplett verdrängt.
Also, ja, keine Ahnung.
Aber du klärst uns ja heute auf.
Ja, ich würde sagen, das sind fantastische Voraussetzungen für mich, weil ich euch natürlich jetzt dann komplett mitnehmen kann.
Ich muss sagen, bei mir war es auch so, ich wusste, da war was und dann habe ich mich mal herangesetzt und geschaut, ob das für eine Folge reicht.
Und dann wurde das ein komplettes Rabbit Hole.
Das war schon wieder einer dieser Fälle, wo zu viel bekannt ist und ich mich gerne noch weiter reingearbeitet hätte.
Es wird ein bisschen eklig hinten raus, das muss ich leider schon sagen, aber ihr müsst euch die Bilder ja nicht anschauen.
Wenn ihr euch sie aber anschauen wollt, dann könnt ihr das entweder bei YouTube, bei ZDF Besseresser machen oder bei Instagram.
Auf was schmeckt dahinter?
Dort gibt es auch alle Bilder und Videos.
Ich möchte dazu sagen, dass wir diese Folge um 16 Uhr aufnehmen.
Das heißt, im unmittelbaren Anschluss danach wird gegessen.
Oder auch nicht.
Can't wait.
Schauen wir mal.
Schauen wir mal.
Bevor wir jetzt zur großen Katastrophe und dem Skandal kommen, würde ich einmal einen Schritt zurückgehen und einmal erzählen, wer diese Firma eigentlich war und ist.
Im Norden von Hessen liegt das kleine Städtchen Twistedal-Berendorf.
In gut einer Stunde ist man von hier in Kassel.
Ansonsten ist hier nicht viel.
1.658 Einwohner hat Twistedal-Berendorf im Jahr 2016.
Und wahrscheinlich die meisten von ihnen fangen einmal am Tag an dieser riesigen Fabrik vorbei, die mitten in der Stadt steht.
Hier produziert die Firma Wilke Woche für Woche gut 300 Tonnen Fleisch und Wurstwaren.
Die Wilke-Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH und Co.
KG, wie die Firma offiziell heißt, ist der Arbeitgeber der Region.
Ca.
200 Personen stehen hier in Lohn, Brot und Wurst.
Und um euch einmal zu verdeutlichen, wie sehr diese Fabrik mit der Stadt verbunden ist, habe ich euch einmal zwei Bilder der Fabrik mitgebracht.
Das ist einmal die Google Maps Aufnahme.
Ich habe versucht, das so weit wie möglich einmal aufzuziehen, um euch zu verdeutlichen, wie die Fabrik in der Stadt steht.
Postkartenmotiv, würde ich sagen.
Ja, hübsch hässlich ist sie, die Wurstfabrik.
Ja, hat ein bisschen was von einem Gefängnis, dachte ich mir.
Absolut, ja.
Ja, der Zaun hilft nicht.
Ja, vielleicht könnt ihr einmal beschreiben, was ihr seht, wo wir sind.
Ach, ich würde sagen, es ist ein klassisches deutsches Industriegebiet.
Und man sieht nicht viel aus der Straße und einer grau-braunen Fabrikhalle, die eingezäunt ist.
Was verwunderlich ist, da ist ja sogar noch so ein bisschen grün.
Ich habe allerdings auch nicht meine korrekte Brille auf.
Also sieht ein bisschen aus wie ein kleiner Garten.
Und ein riesiges Gelände, denke ich mal, aber auch weit weg von irgendwie Leben oder Wohngebiet oder dass da was los wäre.
Ja, man kann schon sagen, dass der Screenshot, den du uns gezeigt hast, ungefähr den Charme von Wurstbrät hat.
Ja, es ist wirklich diese Fabrik, das ist jetzt aus dem Jahr 2023, es ist die Google Maps Aufnahme, da war die Fabrik schon eine Weile geschlossen.
Also zur Hochzeit sah das natürlich noch ein bisschen frischer aus.
Aber doch das, deswegen habe ich das Bild gewählt, verdeutlicht es einfach, wie sehr diese Fabrik mit der Stadt verwachsen war oder auch immer noch ist, weil die steht ja immer noch dort und steht jetzt wie so eine Art Mahnmal in der Stadt.
Hochgerankt in den Lost Places.
Oh ja.
Atlanten dieser Welt.
Das Ganze ist ein Lost Place und wir werden später auch noch reinschauen.
Das kann ich euch jetzt schon versprechen.
Ich habe ein bisschen Schiss, aber gut.
Ich verlasse mich auf dich, dass es nicht zu schlimm wird.
Gegründet wird Wilke in den 1930er Jahren von Reinhard Wilke.
1974 übernimmt dann sein Sohn Rainer Eckhard Wilke und 2001 wiederum seine Tochter Regina Wilke.
Zu dieser Zeit hat es traditionsreiche Familienunternehmen zu kämpfen.
Die zahlreichen BSE-Fälle sorgen für Gewinneinbrüche und finanziell harte Zeiten.
Regina Wilke sieht sich gezwungen, das Unternehmen an einen Investor zu verkaufen.
2006 übernimmt der Konkurrent Düringer Fleischkontor Wilke und setzt zwei neue Geschäftsführer ein.
Die sollen das Unternehmen jetzt wieder in die schwarzen Zahlen führen und für die Zukunft fit machen.
Einer der beiden Geschäftsführer ist Klaus Rohloff.
Er kennt das Unternehmen bestens, denn er kommt nicht nur aus der Region, nein, sein Vater hat als Viehhändler schon früh Geschäfte mit den Wilkes gemacht.
Auf der Website von Wilke beschreibt Klaus Rohloff die glücklichen Erinnerungen, wie er damals als kleiner Stöpsel mit seinem Vater bei Wilke war und am Ende immer ein Stück Fleischwurst bekommen hat.
Wie du, Fabian.
Ich sag's euch, gute Zeiten waren das, dass man auch Fleischwurst geschenkt bekam.
Später machte Roloff bei Wilke seine Ausbildung zum Kaufmann.
Als das Unternehmen ihn danach aber nicht haben möchte, geht er zur Konkurrenz und kommt dann doch wieder zurück.
Den zweiten Geschäftsführer botet Roloff schnell aus.
Die Hintergründe sind hier leider nicht genauer bekannt, doch klar ist, Roloff will das Unternehmen alleine führen und alleine haben.
Bei der Belegschaft ist man skeptisch, was den neuen Manager angeht.
Zum anderen sorgt er aber auch für positive Veränderungen.
Das Geschäft stabilisiert sich und mit seiner Energie bringt er nicht nur Geld von Banken ran, sondern auch zahlreiche neue Kunden.
Der Kaufmann kocht, wie wir Kids sagen.
Nachdem ja, das tun wir.
Nachdem vor allem die Metro lange ein großer Stammkunde war, gehören jetzt auch Aldi, Edeka, Rewe, Kaufland und Ikea zum Kundenstamm.
Wilke liefert bis nach Japan und Schweden und über die Großhändler Sodexo und Wisak an zahlreiche Kitas, Kliniken, Kantinen, Krankenhäuser und sogar den Deutschen Bundestag.
Das Geschäft brummt und die Geldbörse von Klaus Rohloff ebenfalls.
Nach und nach kauft er sich ins Unternehmen ein, bis ihm 2014 insgesamt 88% der Firma gehören.
Roloff ist mit dem Unternehmen verwachsen.
Er wohnt sogar nur wenige hundert Meter von der Fabrik entfernt.
Mitte der 10er Jahre scheint der Weg von Wilke und Klaus Roloff unaufhaltsam nach oben zu gehen.
Aber das ist nur die Außenwahrnehmung.
Die Mitarbeitenden bei Wilke wissen schon lange, dass hier was nicht stimmt.
Also bis hierhin klang es wie die deutsche Version von Succession.
Okay, ja.
I am the oldest son.
Und dann hat er sich ins Unternehmen eingekauft.
Ja, ich würde euch von Klaus Rohloff gerne ein Bild zeigen.
Oh ja, bitte.
Es gibt nur keins.
So.
Und das hat unterschiedliche Gründe.
Ich glaube nämlich, dass er in den letzten Jahren durch verschiedene anwaltliche Verfügungen dafür gesorgt hat, dass alle Bilder, die es von ihm gab, aus dem Internet verschwunden sind.
Und wir sind wieder an meinem Lieblingspunkt, das Internet vergisst nie.
Mit genügend Geld vergisst das Internet dann doch irgendwann.
Selbst über unser Lieblingsrecherchetool Wayback Machine, wo man ja so alte Internetseiten und Artikel aufrufen kann.
Ich konnte nichts finden.
Und es gibt vom HR eine Doku über diesen Fall, aus der ich später dann auch noch ein, zwei O-Töne habe.
In der gibt es ein verpixeltes Bild von ihm.
Wenn ihr das sehen wollt, schaut euch die Doku gerne an.
Ich wollte es jetzt hier nicht mit reinpacken, weil man sieht im Grunde wirklich fast nichts.
Aber das zeigt schon mal so ungefähr, wo das Ganze hier heute hingeht.
Na, wie stellen wir uns den denn vor?
Ja genau, beschreib ihn mal.
Naja, er wird zu dieser Zeit, so Ende 2017, 18, der wird um die 50 Jahre sein und ist ein mittelalter weißer Mann.
So viel wissen wir.
So viel wissen wir, ja.
Und er ist so ein bisschen der verlorene Sohn, also er wird nicht übernommen und kommt aber dann trotzdem zurück und hat aber den totalen Ehrgeiz, er will das jetzt übernehmen.
Und zwar ganz am liebsten.
Und ich nehme es ihm ja auch so ein bisschen ab, also scheinbar scheint er ja schon sehr mit dieser Region und dem Unternehmen verwachsen zu sein.
Also ich glaube nicht, dass da nur Geld der Antrieb ist.
Sondern auch Wurst.
Auch Wurst, ja.
Und die Liebe zu Wurst.
Bei dem Kundenstamm ist mir als erstes so Dexo ins Auge gefallen.
Die haben bei uns damals das Schulessen geliefert.
Ich weiß nicht, ob die auch euer Schulessen geliefert haben, aber das war ja auch immer ein Drama, was da teilweise auf dem Teller lag.
Ui, ui, ui, ui, ui.
Ich muss sagen, ich weiß nicht mal, wer unser Schulessen geliefert hat.
Ich auch nicht.
Meine Mutter.
Danke, dass du so bist.
Mama hat mein Schulessen geliefert.
Danke nochmal dafür.
Die Wurstpartin vom Hund zurück.
Also bei uns war das sehr gut gebrandet.
Bei uns war überall klebte Sodexo drauf.
Auf diesen Boxen, auf dem Speiseplan.
Sodexo, Sodexo, Sodexo.
Und sag mal, also Wilke Wurst, die haben jegliche Art von Wurstware gemacht, ja?
Ja, ich komme gleich dazu, wie viel die produziert haben, weil das war auch ein Punkt, den Roloff dort eingeführt hat infolge seiner Innovationslust und wie er das Unternehmen umgebaut hat.
Aber nicht nur sozusagen in der Anzahl der Artikel, sondern auch in dem Kundenstamm kann man schon so ungefähr fühlen, dass wahrscheinlich auch wir irgendwann mal Wilke Wurst gegessen haben, ohne das zu wissen.
Weil die waren gefühlt einfach überall Aber krass, weil das Fabrikgebäude, was du gezeigt hast, das sah ja jetzt nicht gigantomanisch groß aus und was meintest du, 2000 plus minus Mitarbeitende?
200 200 und ungefähr 300 Tonnen Wurst pro Woche, das ist jetzt nicht so viel, bloß sie haben das so gezielt, weißt du, an so an die Orte verteilt, also Kitas, Kliniken, Kantinen, Krankenhäuser The Big Four im Wurstgame.
Im Wurstgame.
Also eben vor allem diese Orte, weißt du, wo man auch nicht weiß, wo die Sachen so richtig herkommen, wo auch niemand so richtig nachfragt.
Ja, aber du hast doch auch gerade die großen Supermärkte und die Metro aufgezählt.
Ja, das auch.
Also die haben ja wirklich komplett Deutschland.
Ich bin schon sehr gespannt auf das Fleischwarenportfolio, das du uns nachher noch präsentieren wirst.
Okay, dann führe ich euch mal ein.
Aber ich frage mich auch, weil du hast gerade gesagt, dass die Mitarbeitenden schon sehr wohl wussten, dass es da nicht so mit rechten Dingen zugeht.
Das schreit ja nach ...
Ekligen Zuständen.
Und da frage ich mich natürlich, warum, vor allen Dingen, wenn eine Firma so am Expandieren ist und immer erfolgreicher wird, warum da die Lebensmittelbehörden nicht ein extra Auge quasi drauf werfen?
Lilly, du stellst die richtigen Fragen.
Zur falschen Zeit.
Zur falschen Zeit.
Wir kommen auf all das noch zu sprechen.
Okay.
Nachdem der erste Hype vorbei ist, sieht auch Klaus Roloff, wie hart das Fleischgeschäft für Wilke ist.
Die Einnahmen stagnieren, die Kosten steigen.
Der Manager ist angespannt und oft aufbrausend seinen Mitarbeitern gegenüber.
Wie ein Getriebener lässt er sich immer neue Sachen einfallen, die das Ruder rumreißen sollen.
Mehr Umsatz, das ist die Devise.
Ein Teil der Strategie ist quasi alles zu produzieren, was ein Wurstproduzent so herstellen kann.
Bio, Halal, Veggie-Produkte, Fleisch im Glas, in der Dose, frisch, geräuchert, Wurst, Schinken, Salami.
Am Ende umfasst die Produktliste bei Wilke knapp 1000 Artikel.
Dazu lässt er ein Fabrikbistro einrichten, in dem die Dorfgemeinde feiern und essen kann.
Und da habe ich tatsächlich was auf einer alten Wilke Website gefunden und zwar was es damals gab.
Ich sehe Wurstwimpel.
Irgendwie gerade von meinem inneren Auge.
Oder komm, dann zeige ich euch erst mal ein Bild von diesem Bistro, damit ihr mal so einen ersten Einblick bekommt, wo man denn in Twistedal-Berndorf sich so, wo man es sich da schmecken lassen hat.
Es ist leider ein bisschen verpixelt, aber der Vibe kommt, glaube ich, trotzdem rüber.
Ah.
Ah.
Das hatte ich mir jetzt irgendwie größer vorgestellt.
Und ich weiß nicht warum, weil in dem Ort ja nur so wenig Leute leben.
Es ist drin ein bisschen größer, also von drin sehr viel Holz vertefelt, aber ich fand, dieses Bild von draußen hatte noch ein bisschen mehr Charme.
Es hat so ein bisschen den Vibe, wie der Haupt-Schauspielplatz einer sehr guten NDR-Doku.
Stimmt.
Fressen, frittieren, filetieren.
Ist das die Doku, wo dieses Meme herstammt ist mit ja, gestern war schlecht, die Zeit war schlecht, Heute war auch nicht gut.
Ist das aus der Sendung?
Das könnte sein.
Also das passt auf jeden Fall auch zu dem Ort, den du gerade mit uns teilst.
Ja, das stimmt.
Und das sieht für mich so aus, als wäre das eigentlich ein Gehweg, der nicht für die Außengastro gedacht war.
Aber weil Wilke so ein heftiger Arbeitgeber da war, durften die diese wunderschönen, Bänke und Tische hinstellen.
Also der Schab ist rau.
Der Schab ist raub.
Für sie vor Ort.
Im Frühjahr 2016 gibt es hier das Toast Bistro für 11,90 Euro.
Und dafür bekommt man ein Brot, haltet euch fest, mit Schweinefilet, Kochschinken, Spargel, Soße Hollandaise.
Und das wird dann nochmal mit Käse überbacken.
Ja, Frühstück der Champions auf jeden Fall.
Das gibt auf jeden Fall noch mal Fötchen, dieses Dose.
Und damit erhofft sich halt Klaus Rohloff auch gewissen Umsatzzusatz.
Ich weiß nicht, wie viel dieses Bistro wirklich gebracht hat, aber es war da.
Bistro ist auch ein großes Wort für das, was wir da gerade gesehen haben.
Für dieses Loch in der Wand.
Es bringt völlig überraschend jetzt nicht die große Kehrtwende.
Und trotz Umsätzen von ungefähr 40 bis 50 Millionen Euro pro Jahr reicht es hinten und vorne nicht.
Nach außen versucht Klaus Rohloff mit Dumpingpreisen die Kunden zu halten, nach innen übt er Druck auf seine Belegschaft aus.
Nach und nach hören so viele der gelernten Facharbeiter auf.
Ersetzt werden sie durch günstige und gelernte Werksarbeiter aus Südosteuropa.
Nach außen versucht Rohloff weiterhin, das Bild der erfolgreichen, innovativen Firma aufrechtzuerhalten.
Er lässt einen Block Heizkraftwerke errichten.
Zukunft, Nachhaltigkeit, Innovation.
Dafür soll Wilke stehen.
Aber wie es im Inneren der Firma aussieht, das lässt ein relativ schlecht gealtertes Zitat von Klaus Rohloff aus dem August 2018 erahnen.
Im Interview mit der Zeitung HNA sagt er, obwohl wir schon lange keine Dorfmetzgerei mehr sind, wird unser Fleisch zum großen Teil noch so verarbeitet wie zu den Gründungszeiten.
Und es gibt in der hr-Doku eine Aufnahme dieser Maschinen in der Fabrik.
Und ich weiß nicht, was damit produziert wurde oder ob die wirklich noch zum Produzieren benutzen wurde.
Sie ist auf jeden Fall da und ich möchte sie euch gerne zeigen.
Solche Maschinen stehen immer noch in der Fabrik.
Sieht so ein bisschen aus wie ein Exponat im Deutschen Technischen Museum Ja, exakt, Sieht nicht aus wie eine Maschine, die man zur Lebensmittelverarbeitung nutzen würde.
Sieht eher aus wie was durch das Öl oder so läuft.
Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das zum Produzieren benutzt wurde.
Sie ist aber da und sie ist in dieser Fabrik und das ist, wir arbeiten uns so langsam ran in diese Fabrik, auch ein Zeichen dafür, wie es da wirklich drin aussieht.
Und also nach außen so dieses Heizkraftwerk, ja, das soll Innovation zeigen, aber nach innen, diese Fabrik ist weit davon entfernt, irgendwie innovativ und modern zu sein.
Und einer, der jeden Tag aus erster Nähe sieht, wie bei Wilke wirklich produziert wird, das ist der Haustechniker Andreas Wäscher.
Und von ihm habe ich ein Zitat mit.
Das ist aus der HR-Doku.
Das möchte ich euch gerne einmal zeigen.
Und im 11, 12, da wurde dermaßen schon viel produziert, dass man in den Slicer-Räumen und in anderen Räumen wirklich nur ganz schnell, wenn die Werkarbeiter da, die da tätig waren, wenn die Pause hatten, dann sind wir schnell mal da rein, haben die Wurst beiseite geschoben und haben schnell was am Deckenlüfter gemacht oder haben da in Rost entfernt und gestrichen.
In der Form dann.
Die Deckenkühlung, die stand immer unter lauter Wasser drin.
Das war grün, das hatte alle Farben, Fliegen, alles war da teilweise drin.
Ja, schön.
Das hört man auch gerne vom Wurstfabrikanten seines Vertrauens.
Das Wasser hatte alle Farben.
Sätze, die man nicht hören möchte.
Ja, in dem Kontext nicht, nee.
Oh, weia.
Das heißt, es wurde Wurst gemacht und irgendwie Schweine zerteilt.
Und wenn die mal kurz Pause gemacht haben, sind die Techniker mal durch und haben schnell versucht, hier noch wenigstens ein paar Schrauben nachzudrehen.
Ja.
Meine Güte.
Fleisch, also weil du gerade meintest, Fleisch wurde zerteilt, also die haben das Fleisch schon zerlegt gekauft.
Das war auch eine der Sparmaßnahmen für Klaus Rohloff, dass sie das Schlachten und Zerlegen nicht mehr in der Fabrik durchgeführt haben, sondern die haben wirklich nur noch, wie gesagt, so Salamischinken und jegliche Wurstwaren dann hergestellt.
Du hast aber nicht so richtig zu dem, was Rohloff nach außen kommuniziert hat mit, wir machen hier noch die Wurst wie vor 100 Jahren, oder?
Ja, das Außenbild und das Innenbild passt vorne und hinten nicht zusammen.
Und nicht nur der Dreck in den Kühleinlagen macht Andreas Wäscher Sorge.
Genauso fraglich findet er, dass die Salami im ersten Stock hergestellt wird, nur um dann mit dem Aufzug in den dritten Stock gefahren zu werden, wo man erst mal durch die Werkstatt durch muss.
Und klar, sagt Andreas Wäscher, da hätten sie dann schon halt aufgehört zu flexen, als die Wurst durch musste, aber sie musste halt durch.
Und auch da habe ich mir wieder gedacht, das kann doch alles nicht wahr sein.
Aber auch davon gibt es Bilder.
Und zwar ist das die Werkstatt, durch die die Salami durch musste.
Also in diesem Fall möchte ich wirklich nicht sehen, wie die Wurst gemacht wird.
Mein lieber Herr Scholli.
Der HR war relativ kurz nach der Schließung in der Fabrik unterwegs.
Von daher sind die Bilder auch sehr nah an der Realität.
Ihr könnt ja einmal beschreiben, was ihr da seht.
Es sieht so ein bisschen aus wie eine ganz okaye Fahrradwerkstatt in Osnabrück.
Ja, so eine unaufgeräumte Garage irgendwo in einem Einfamilienhaus.
Wo Malte dir mit öligen Fingern die Speichen neu draufzieht.
Aber ja, mit der Wurst würde ich da jetzt nicht durchfahren.
Also es ist eine Werkbank, die sehr...
Aus Gründungszeiten wieder.
Das ist auf jeden Fall eine gute, stabile deutsche Werkbank.
Und dann ja diverses Gerät da drüber und da drunter.
Aber auch völlig chaotisch.
Und mittendrin stehen auch zwei Ventilatoren, wenn ich das richtig sehe, aber auch so, wie wir sie kennen, irgendwie aus amerikanischen Filmen.
Und ich hoffe jetzt sehr, dass die nicht zur Kühlung von irgendwas benutzt wurden.
Also nicht zur Kühlung von Wurst.
Würde mich aber nicht wundern.
Diese ganze Schose, da wirkt auf mich so stümperhaft dafür, dass das so ein Millionenkonzern ist.
Das denke ich auch die ganze Zeit.
Super unprofessionell.
Fabian, du hast gerade gesagt, du hoffst, dass damit nicht gekühlt wurde.
Das Thema Kühlkette war natürlich auch ein Problem.
Andreas Wäscher sieht auch oft genug, wie eben die Kühlketten nicht eingehalten werden und die Salami zum Reifen auch mal ins Kesselhaus geschoben werden, weil dort ist ja schön warm, dort können die auch reifen.
Oder er sieht, wie verschimmelte Würste aufgeschnitten und wieder verpackt werden.
Und ein Kollege von ihm macht von diesen Salamis auch Bilder damals.
Ihhh.
Hm.
Ja.
Schwierig, würde ich mal sagen.
Das ist nicht nur eine, die da schimmelt.
Nee, es sieht so ein bisschen aus wie, Omas Socken nach dem Einkochen.
Hat deine Omas Socken eingekocht?
Also ich weiß auch nicht, was das für ein Bild ist.
Aber wenn jemand von euren HörerInnen überlegt, vegetarisch zu werden, dann würde ich das Bild vielleicht irgendwie über die Shownotes verlinken.
Also wer noch so den letzten Motivationsschub braucht, auf Wurst zu verzichten, der kann ihn hier finden bei Wilke.
Das ist richtig.
Beefy aus der Vorhölle auf jeden Fall.
Und vor allem jede eine ist verschimmelt, oder?
Ja, sehe ich das falsch?
Aber jede auf so eine eigene Art.
Das ist eigentlich ein Stück weit Kunst.
Ja, die Natur ist ein Wunderflug, du hast recht.
Ja, wie sehr widerwärtige Schneeflocken.
Ja, also es ist, wir können natürlich jetzt mit dem Abstand von heute da etwas mit Humor drauf schauen, aber für die Leute, die halt bei Wilke damals arbeiten, die sehen diese Probleme jeden Tag.
Die sehen, was da abgeht und niemand traut sich, diese Probleme vor Klaus Rohloff anzusprechen.
Und warum?
Dafür hat Andreas Wäscher, der Haustechniker, auch eine mögliche Erklärung.
Da macht halt keiner was, weil jeder mit seinem Job rechnen muss, dass er dann arbeitslos ist.
Das geht ganz schnell, wenn man ihm nicht das gemacht hat, was der Chef gerne wünscht.
Vielleicht spricht er nicht mehr mit ein, hat er es mit mir zum Schluss gemacht oder mit dem Fischer oder anderen Leuten.
Es gibt Unzählige, mit denen er es so gemacht hat.
Oder bis hin zum Mobbing, was natürlich er selber nicht macht.
Da hat er seine Leute für und dann, ja, dann kündigen die oder gehen.
Puh, das klingt natürlich nicht so angenehm.
Und ich kann mir vorstellen, in so einer kleinen Firma bist du auch ganz schnell der Gearschte, wenn du dann was sagst und kannst nicht unbedingt damit rechnen, dass dich gleich 20 Leute noch unterstützen.
Und das war ja dann auch in diesem winzigen Ort der Hauptarbeitgeber.
Ja, da gibt es ja auch immer so eine Grundloyalität auch zu diesem selben.
Ich glaube, da bist du noch schnell im Ort der Arsch.
Total.
Und wo gehst du denn hin, wenn du dort raus bist?
Was sind die Alternativen, die anderen möglichen Jobs, die es in der Region gibt?
Da musst du vielleicht die Stunde bis Kassel jeden Tag reinfahren, wenn du einen neuen Job haben möchtest.
Das erinnert mich so ein bisschen an den DuPont-Skandal, den ich mal erzählt hatte, wo es um Teflonpfannen ging.
Und da war es auch so, dass dieser eine Arbeitgeber im Ort für alles gesorgt hat.
Also die haben die Schulen gebaut und irgendwie die Bistros wahrscheinlich auch.
Und jeder, der sich gegen dieses Unternehmen gestellt hat, war einfach geächtet, also sozial in diesem Ort.
Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es in diesem kleinen Ort, wo das ja quasi fast der einzige Arbeitgeber ist, neben dem schönen Bistro, das du uns gezeigt hast wahrscheinlich, ähnlich war.
Ja, und das hatte ich ja auch schon angesprochen, dass eben zu diesem Zeitpunkt viele der alten Wilke Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen da schon dann doch gegangen sind, weil sie eben mit diesen oder mit Klaus Rohloff nicht mehr so viel anfangen konnten.
Also so über die Jahre hat sich die Belegschaft halt immer weiter ausgedünnt und da gab es Leute, die waren 20, 30, 40 Jahre teilweise in der Firma und das wurde wie natürlich in allen Fleischbetrieben dann aufgefangen durch Menschen aus Südosteuropa, die zu einem geringeren Lohn diese sehr harte Arbeit gemacht haben.
Und es gibt natürlich Schulungen, die dann gemacht werden müssen und die vorgeschrieben sind.
Gleichzeitig, das kommt später auch raus, wurden diese neuen Fachkräfte, die wurden in 20 bis 30 Minuten mal so kurz geschult.
Und das hat mich daran erinnert, als ich auch in der Gastro gearbeitet habe, musste ich so eine Schulung auch machen.
Das ist halt ein absoluter Witz.
Du wirst für so ein Video gesetzt, wo dir irgendjemand erklärt, dass du dir die Hände waschen sollst und dann gehst du nach Hause und hast...
Hast die Schulung gemacht.
So wie LinkedIn-Kurse.
Gottes Willen.
Ja, aber es ist halt einfach ein Stück Papier, was sagt es wirklich aus?
Und ich bezweifle auch, dass das in der Sprache von allen Mitarbeitenden gemacht wurde, diese Schulung.
Wenn die rangekarrt wurden, um günstig zu arbeiten, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass sich die Mühe gemacht wurde, denen auf eine verständliche Art und Weise zu sagen, was die Hygienevorschriften sind.
Das tatsächlich waren diese 20, 30 Minuten Kurse.
Also die haben die Kurse auch oft auf Rumänisch dann gegeben.
Aber wie gesagt, man hat das einmal kurz durchgerockt und dann war auch gut.
Und du hast ja schon angesprochen, Lebensmittelkontrollen.
Hat da nicht mal jemand was gesehen?
Und wir kommen auf die Rolle der Kontrollbehörden noch zu sprechen.
Und ich möchte euch aber trotzdem vor einmal kurz einen Einblick geben, wie Lebensmittelkontrollen in Deutschland funktionieren, weil das ist für diesen ganzen Fall wichtig.
Und jetzt wird es unsexy, aber damit sind wir alle glücklich.
Lebensmittelkontrollen sind in Deutschland ein Leckerbissen für Föderalismus-Freaks.
Denn auch wenn die Gesetze zur Überwachung von Lebensmitteln auf Bundes- oder EU-Ebene gemacht werden, sind für die Überwachung dann wieder die Bundesländer zuständig.
Die tatsächliche Überprüfung der Betriebe ist allerdings dann wieder Sache der jeweiligen Landkreise.
Und die legen fest, wie oft welcher Betrieb kontrolliert wird und welche Strafen es gibt, sollten Probleme auftreten.
Es ist also ein System, in dem viele etwas zu sagen haben, aber Verantwortungen auch schnell abgeschoben werden können.
Für Wilke ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg zuständig.
Und wie soll ich sagen, hier sammeln sich schon seit dem Jahr 2010 Hinweise auf die Zustände bei Wilke.
Von Auffälligkeiten ist die Rede, von Salmonellen oder der fehlenden Trennung von Schwarz- und Weißbereichen, also den sauberen und den dreckigen Bereichen.
Auch zahlreiche anonyme Hinweise zur Hygiene bei Wilke trudeln zwischen 2015 und 2019 ein.
In reiner Prüfung stellt man allerdings fest, dass diese unbegründet sind.
Und noch etwas erfährt der Landkreis schon 2010.
Bei Wilke gibt es einen Listerienbefund.
Dieses Bakterium ist in der Lebensmittelproduktion kein Unbekannter.
Da es relativ anspruchslos ist und sich auch in Kühlschränken oder Vakuumverpackungen vermehren kann, tritt es schneller auf, als vielen lieb ist.
Für gesunde Menschen verläuft eine Listerieninfektion meist relativ harmlos oder sogar unbemerkt ab.
Bei Risikogruppen kann es allerdings zu schwerem Fieber, Durchfall oder Blutvergiftungen führen.
Dann spricht man von einer Listeriose.
Im Frühjahr 2018 steht dieses Bakterium auch beim Robert-Koch-Institut im Fokus.
Im ganzen Land werden immer mehr Fälle einer Listeriose-Erkrankung bekannt.
Nur irgendwie lässt sich dabei kein Muster erkennen.
Ist es Zufall?
Dr.
Andrea Türmer und Dr.
Hendrik Wilking sollen dieser Frage nachgehen.
Während Frau Türmer sich um die Sequenzierung, also die DNA-Untersuchung des Bakteriums kümmert, versucht Herr Wilking, die Erregerquelle ausfindig zu machen.
Doch gerade das erweist sich als schwierig.
Denn die Fälle sind quer übers Land verteilt.
Nur eine Sache ist quasi immer gleich.
Die Fälle treten in Pflegeeinrichtungen auf, in Krankenhäusern oder Reha-Einrichtungen.
Als Dr.
Hendrik Wilking die 37 Fälle zusammengetragen hat und dazu eine Liste mit den jeweiligen Pflegeeinrichtungen erstellt hat, gibt er den Fall ab.
Denn hier enden die Befugnisse des Robert-Koch-Instituts.
Ab jetzt benimmt das BVL, also das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
Leute, es tut mir leid, aber es ist nochmal unsexy.
Aber dieses BVL kann im Rahmen einer investigativen Warenstromanalyse herausfinden, woher die Pflegeeinrichtungen ihre Waren beziehen.
Ich sage aber kann, denn in der Praxis hat auch das Ministerium hier mit dem Föderalismus zu kämpfen.
Um an die Namen der Lieferanten zu kommen, müssen sie wieder die jeweiligen Landesbehörden einschalten, die sich dann wiederum bei den Pflegeeinrichtungen melden und das Ganze wieder zurückleiten.
Man kann sich vorstellen, wie lange das dauern muss.
Ja, und unzählige Ämter sind hier erst mal natürlich beteiligt und die Ermittlungen ziehen sich eben sowieso.
Aber das Komplizierte bei der Sache ist auch, dass die Bundesbehörde nur bitten darf.
Denn die Mitarbeit an der Warenstromanalyse erfolgt auf freiwilliger Basis.
Was?
Ja.
Ja, es dauert also über ein Jahr, bis klar wird, nicht nur die DNA der Bakterien ist in fast allen Fällen exakt gleich.
Nein, es taucht auch immer wieder der gleiche Lieferant auf.
Wilke.
Ich bin leider wieder sprachlos.
Es ist leider so, ich meine, Fabian und ich haben das so oft, wenn wir über Skandale sprechen oder Skandalaufbereitung oder Leaks oder Whistleblower, gerade in Deutschland passiert halt erstmal relativ lange nichts.
Ja, es scheitert immer an Zuständigkeiten oder am Datenschutz.
Oder halt am Föderalismus, dem guten Alten.
Aber ein Jahr zu brauchen, um das rauszukriegen, dass es quasi immer der gleiche Hersteller ist, das ist schon wirklich stark.
Ja.
Ja.
Es ist wirklich, auch beim, ich habe das versucht, so einfach wie möglich einmal durchzutanzen, weil, als ich mich da reingearbeitet habe, das ist wirklich, Irgendwann fliegt dir der Kopf einfach weg, wenn du da versuchst zu verstehen, wer da wann, wo, wie, an was beteiligt war.
Glaube ich.
Und das ist natürlich dann auch in der Nachbereitung superschwer eben herauszufinden, wann, wer, wo, wie beteiligt war und wer was, wann, wie wusste.
Welche E-Mail, wann, wo, wie verschickt wurde.
Wer jetzt Passierschein 23a, ein Umschlag 42b.
Richtig, so fühlt sich das an.
Also im April 2019 weiß man jetzt, es ist Wilke Wurst.
Aber ich habe es ja im Intro angesprochen, erst zu Ende September wird es sehr ernst.
Und was in der Zwischenzeit passiert ist, das hat die NGO Foodwatch sehr detailliert aufgearbeitet.
Und ich versuche das Ganze jetzt einmal zusammenzufassen, ohne dass es ausartet.
Weil dieser Bericht ist wirklich, glaube ich, 20 Seiten lang und ist 13.
Mai, 14.
Mai, 15.
Mai.
Das wollen wir jetzt nicht so durchgehen.
Auch weil bestimmte Muster zu erkennen sind in diesen vier, fünf Monaten.
Die Listerin auf der Wurst, an der zahlreiche Personen in Pflegeeinrichtungen erkrankt sind, kommt von Wilke.
So viel steht fest.
Und das weiß man auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Am 18.
April stellt ein Veterinäramt in Baden-Württemberg auf Wilke-Wurst eine fast fünffache Überschreitung des Grenzwerts fest.
Der hessische Landkreis wird darüber informiert.
Am 23.
April setzt sich der Landkreis mit Wilke und einer Krisenberatungsfirma zusammen.
Ein Maßnahmenplan wird erarbeitet.
Mit mehr Tests und Reinigung möchte man das Problem in den Griff bekommen.
Dass Wilke schon zu diesem Zeitpunkt nicht mit offenen Karten spielt, wird erst später klar.
Denn schon ein Monat zuvor hatte ein Amt aus Hamburg auf einer Pizzasalami ebenfalls einen erhöhten Listerinwert festgestellt.
Wilke hatte diesen Verstoß aber nicht an den eigenen Landkreis weitergeleitet.
In den Sommermonaten 2019 folgen die Ereignisse bei Wilke immer wieder einem ähnlichen Muster.
Es werden Verstöße festgestellt, man findet irgendeinen Grund, woran es gelegen haben könnte, man reinigt, testet wieder und von vorne.
Das heißt, wenn Verstöße festgestellt werden, wird das nur an die zuständige Firma weitergeleitet?
Also es gab unterschiedliche Fälle.
Also der aus Baden-Württemberg, der Landkreis, hat das an den hessischen Landkreis weitergeleitet.
Die aus Hamburg haben das nur an das Unternehmen weitergeleitet.
Wie, wo, was, woran das lag, da bin ich jetzt nicht ins Detail reingegangen.
Was wichtig ist an dieser Stelle, ist, dass Wilke diesen Verstoß gemeldet bekommen hat.
Und den eigenen Landkreis, das muss gemeldet werden.
Also wenn sie sozusagen, wenn das getestet wird und ein erhöhter Befund vorliegt, dann muss das an den eigenen Landkreis gemeldet werden.
Das haben sie nicht gemacht.
Kann man ja mal vergessen, mein Gott.
Ja, mein Gott, es geht so viel los.
Welche Rolle der Landkreis Waldeck-Frankenberg jetzt zu dieser Zeit spielt, ist ein bisschen unklar.
Denn zum einen stellt dieser Landkreis immer wieder Verstöße fest und stellt auch Bußgelder aus.
Sie fordern Liefer- und Produktlisten für Rückrufe an.
Auf der anderen Seite widersprechen sie sich auch, wenn sie zum Beispiel erst sagen, dass Mängel behoben wurden, nur um dann ein paar Tage später wieder zurückzuholen und zu sagen, sind doch nicht behoben.
Anfang September wird der Betrieb bei Wilke dann für drei Tage gestoppt.
Eine Generalreinigung ist angesagt.
Alle Maschinen, alle Räume werden von Grund auf gereinigt.
Das wiederholt man noch ein paar Mal so im September.
Für Klaus Rohloff zieht sich die Schlinge aber immer enger.
Denn egal wie viel gereinigt wird, es gibt immer wieder positive Proben.
Wie kann das sein?
Auch das Verbraucherministerium von Hessen ist mittlerweile in den Fall eingeschaltet.
Die hauseigene Taskforce Lebensmittelsicherheit wird am 30.
September losgeschickt, um Proben im Markus Krankenhaus in Frankfurt zu sammeln.
Einen Tag später sind die Ergebnisse da.
Wieder positiv.
Der Landkreis Waldeck-Frankenberg greift nun endlich durch.
Am 2.
Oktober 2019 wird die Wilke-Fabrik geschlossen.
Alle Produkte zurückgerufen.
Und Klaus Rohloff?
Der ist weg.
Niemand weiß, wohin er abgehauen ist.
Seine Angestellten glauben, er ist auf Mallorca, denn dort hat er ein Haus.
Aber so richtig kümmert das gerade niemand.
Twistedal Berndorf ist im Schock.
Und die Wilke-Mitarbeiter, die teilweise seit 30, 40 Jahren im Betrieb sind, vor allem sauer.
Denn von einem Tag auf den anderen sind sie arbeitslos.
Und von ihrem Gehalt werden sie auch nichts sehen.
Denn Wilke ist insolvent.
Das ist ja schon echt krass.
Ja.
Also Hals über Kopf, Tür zugemacht und abgehauen.
Das ist einfach weg.
Das ist einfach weg.
Ich muss die ganze Zeit an Mayor Quimby von den Simpsons denken, der sich mit einem Koffer voll Geld ans nächstes beste Flugzeug begibt.
Tschüss, ihr Idioten.
Den Vibe hat er so ungefähr.
Ja, es ist wirklich ein vertrackter Fall.
Ihr könnt, wenn ihr da ins Detail gehen wollt, in diesen Bericht einmal reinschauen.
Das ist wirklich immer wieder das gleiche Muster.
Also man reinigt, man reinigt.
Und deswegen könnt ihr mal gleich sagen, was ihr dazu denkt.
Ich habe mit der Rolle des Landkreises wirklich so ein bisschen...
Ein Problem, weil ich bin so 50-50.
Haben die eine Mitschuld, weil die den Betrieb nicht früher geschlossen haben, obwohl eigentlich schon klar war, dass es hier Befunde gab.
Gleichzeitig haben sie ja irgendwie schon versucht, dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, diese Befunde und diese Probleme zu beheben.
Ja, schwierig.
Also ich finde, zumindest für die Zeit, wo dieser Verdacht im Raum steht, müssen die Behörden schon dafür sorgen, dass keine Lebensmittel mehr diese Fabrik verlassen, weil Wilke hat ja, du hast es schon erwähnt, Krankenhäuser beliefert, Pflegeheime, Kitas, das sind ja alles Menschen, die dort untergebracht sind, das sind vulnerable Gruppen, für die ist Listeriose echt mega gefährlich.
Also da finde ich, hätte man schon sagen können, bis wir die Ursache nicht gefunden haben und hier weiter positiv getestet wird, kann hier kein Stück Salami mehr aus dem Hoftor rausrollen.
Ja, das finde ich ehrlich gesagt auch.
Also, Also, dass man nach den ersten Berichten keine Konsequenzen gezogen hat, das finde ich krass.
Und das, finde ich, ist dann die Schuld von der Lebensmittelbehörde.
Aber in the bigger picture ist es wahrscheinlich was, was politisch verändert werden muss, dass das von diesen kommunalen Ebenen auf eine Landes- bzw.
Bundesebene gehoben werden müsste.
Jetzt machst du ja mal die ganz große Schatulle auf.
Naja, das ist ja das, was du gerade gesagt hast.
So, deswegen ist es natürlich ein bisschen komplexer, aber dass die da Fehler gemacht haben, beziehungsweise vielleicht die Sache nicht ganz ernst genommen haben, würde ich sagen, steht eigentlich außer Frage.
Okay.
Ich habe noch ein Zitat des Kreisverbraucherschutzdezernenten, der also im Landkreis für welche zuständig ist.
Fritz Schäfer, der wird nämlich in den Tagen nach der Schließung in der Hessenschau interviewt.
Und nachdem der Moderator einmal auflistet, was schon alles bekannt war die ganzen letzten Wochen und fragt, warum man denn den Betrieb nicht früher geschlossen hat, sagt Fritz Schäfer das.
Es war in der Vergangenheit nicht eindeutig.
Und wenn man so einen Betrieb schließt mit 200 Mitarbeitern, glauben Sie mir nur, ich bin heute Morgen da gewesen.
Das war einer der schwersten Gänge, die ich in meinem Leben durchgeführt habe.
Man schließt schließlich ein Unternehmen, wo Freunde und Bekannte arbeiten und da ist natürlich ganz klar, dass der Verbraucherschutz an erster Stelle steht.
Wo vielleicht nicht nur Freunde und Bekannte arbeiten, sondern ein Unternehmen, das vielleicht auch ein Freund und Bekannter führt?
Könnte man ja auch vermuten.
Ja, steile These, aber warum nicht?
Du, die Gewerbesteuer in Twistendorf-Teglinburg oder wie das heißt, ich kann es mich nicht merken, die ist bestimmt wesentlich von Wilke gewuppt worden.
Aber ich finde, er widerspricht sich so.
In dem ersten Teil sagt er ja, das war sein schwerster Gang und dann sagt er auch gleichzeitig irgendwie, naja, Verbraucherschutz steht über allem.
Aber man denkt, naja.
Das war auch mein erster Gedanke, als ich das gehörte.
Ich hatte so das Gefühl, er sagt, was er wirklich denkt, dann fällt ihm so hinten raus noch ein, das klingt jetzt komisch und dann schiebt er noch, aber Verbraucherschutz, erste Stelle hinterher.
Auch wichtig, Klima.
Ja, richtig.
Multi-Organ-Versagen fällt mir dazu ein.
Es ist ja wirklich Wahnsinn, was da passiert ist oder auch nicht passiert ist lange.
In der HR-Doku wird auch der Krisenberater von Klaus Rohloff angesprochen.
Auch ein ganz sympathischer Mann.
Krisenberater und PR-Krisenberater.
Meistens sehr nette Menschen.
Und er sagt aber auch, dass die Probleme nicht mit den fehlenden Investitionen zusammenhängen, sondern einfach mit hygienischen Standards.
Heißt, die Leute haben einfach ihren Job nicht gemacht, will er damit sagen.
Ob das stimmt, schauen wir uns gleich an.
Also individuelles Versagen statt ein systemisches.
Genau.
Aber auch das war natürlich Klaus Rohloff als Geschäftsführer verantwortlich.
So, der Fall ist natürlich noch nicht vorbei, weil die Frage ist immer noch, wie konnten jetzt diese Listerien immer wieder auftreten?
Weil die haben ja immer wieder gereinigt und immer wieder kamen die positiven Befunde zurück.
Und die Taskforce Lebensmittelsicherheit, ich möchte diesen Namen noch ein paar Mal heute sagen, ich finde es einfach fantastisch, dass das Ministerium eine Taskforce hat, die waren auch einen Tag nach der Schließung in der Fabrik und haben dokumentiert, wie es dort aussah.
Boah, das muss auch.
Jetzt wird es eklig.
Wenn die ja wirklich den Stift haben fallen lassen da, Dann hing da ja noch überall das Fleisch und lag das Fleisch auf Förderbändern, in irgendwelchen Verarbeitungsmaschinen, wie es da gerochen haben muss auch.
Und über, oh Gott.
Ich wollte gerade sagen, wenn sie nur den Stiftfarben fallen lassen und nicht noch ganz andere Dinge.
Die Hufen.
In den Tagen nach der Fabrikschließung herrscht Chaos.
Niemand weiß, wer für was zuständig ist.
Welche Produkte jetzt wirklich belastet sind und zurückgerufen werden müssen.
So kommt es, dass auch einen Tag später in der Uniklinik Köln Wilkewurst zum Frühstück serviert wird.
Der Insolvenzverwalter ist auch schon eingeschaltet und versucht Struktur in das Chaos zu bringen.
Genauso wie die Taskforce Lebensmittelsicherheit.
Bei einem Fabrikrundgang direkt nach der Schließung soll geklärt werden, wo die Listerin herkam.
Und, oh boy, nach dem Bericht fragt man sich, wie man das a, vorher übersehen konnte und b, wie die Fabrik wohl vor den zahlreichen Reinigungen ausgesehen haben muss.
Denn sie haben nebenbei noch eine Katzenbetreuung eingerichtet.
Leute, ich komme gleich dazu.
Auf 20 Seiten zeigt der Bericht das ganze Ausmaß.
So, und jetzt habe ich die Bilder für euch.
Und, ähm, Da gehen wir jetzt mal zusammen durch.
Ich gucke in Lillys angsterfülltes Gesicht und fühle mich nicht mehr so allein.
Ich fühle mich wie bei einem Horrorfilm, bei dem ich immer nur so gucke.
Ja, genau.
Gleich so ein Jumpscare.
Also wir finden zum einen Fleischreste und Rost an einer Wurstfüllmaschine.
Das seht ihr hier.
Wir haben aber auch Fleischsaft im Aufzug.
Du beschreibst das gerade.
Fleischsaft im Aufzug klingt wie ein Menü-Item in einem ganz schlimmen Sternerestaurant.
Ich finde, das klingt wie ein Song von Studio Braun.
Stimmt.
Oh Gott.
Oh Mann.
Wir haben aber natürlich auch verdreckte Mitarbeiter-Klos.
Mal mal schnell weiter, Flo.
Wir haben schimmelnde Klimaanlagen.
Und ich glaube, das war es jetzt für euch.
Wer mehr sehen möchte, der kann in diesem 20-seitigen Bericht noch so einige Schmankerl finden.
Das ist jetzt nur ein Ausschnitt, weil, ich mache mal hier kurz die Bildschirmfreigabe wieder weg, weil was sie noch finden, sind Fliegenbefall in einem fensterlosen Raum, Zigarettenreste, Mäusekot im Kühlraum und quasi überall altes Kondenswasser, das aus den Kühleinlagen rausfließt.
In allen Farben.
Der perfekte Nährboden für die Listerin-Bakterien.
Aber zur Verteidigung der Kippen, vielleicht mussten die Mitarbeitenden auch rauchen, weil es so gestunken hat in der Fabrik.
Du meinst wie in den Dark Rooms im Berghain.
Ja, genau.
So wie die Clubs jetzt nach Schweiß stinken.
Und man denkt, vielleicht war das Rauchverbot doch nicht nur gut.
Wahrscheinlich hat das gegengesteuert.
Das kann schon gut sein.
Auf Weih.
Was sie wirklich überall finden, in allen Maschinen und in allen Wurstkuttern und sonst was, ist eben dieses alte Kondenswasser aus den Kühleinlagen.
Und das ist eben der perfekte Nährboden für Listerien.
Das erklärt nun auch, warum die ganzen Reinigungen nichts brachten, denn die Krankheit tropfte einfach von oben wieder nach.
Das ist ja auch das alte Problem bei Kühlketten und natürlich auch Kühlhäusern und Räumen in Küchen und Großküchen.
habe ich alles von Gordon Ramsay und Kitchen Nightmares gelernt.
Ja, es ist, wie gesagt, du versuchst, du bekämpfst im Grunde nur ein Symptom an dieser Stelle.
Was die Taskforce auch noch findet, sind interne Unterlagen mit Berichten, die zeigen, dass man bei Wilke schon lange von den hygienischen Zuständen wusste.
Die eigenen Fertiggerichte waren schon 2017 zu 25 Prozent und 2018 zu 50 Prozent mikrobiologisch auffällig.
Jesus.
Das ist ja heftig.
Ja, nur von dem, der das Unternehmen zu dieser Zeit geführt hatte und davon wissen sollte, gibt es weiterhin keine Spur.
Das ist echt krass.
Und du hast doch gerade auch gesagt, dass die Klimaanlagen verschimmelt waren.
Das heißt ja für mich, dass irgendwelche Schimmelsporen auch durch die Luft geflogen sind und ja dann auch die ganzen Mitarbeitenden davon betroffen waren.
Also stimmt.
Ja, also ich sag mal so, dass auf jeden Fall nicht Arbeitgeber des Jahres in der Region Twistetal-Berndorf.
Wahnsinn.
Es ist wirklich, und das meinte ich mit so Rabbit Hole am Anfang, es wurde immer mehr und immer mehr.
Also wirklich wie so ein Schimmelpilz hat sich das einfach immer weiter ausgebreitet.
Und wie gesagt, seit mehreren Jahren ist das klar.
Wissen alle.
Andreas Wäscher, von dem ich vorhin gesprochen habe, der hört auch 2015 schon auf.
Das heißt, wenn er davon spricht, dass die Klimaanlage Wasser mit allen Farben hat, das war schon vor 2015 der Fall.
Und dann lief die noch vier Jahre lang.
Ja, und warum das nicht früher ein Problem wurde, darüber lässt sich nur spekulieren, weil, wie gesagt, die Listerienbefunde gab es ja auch schon in den Jahren davor.
Es wird später dann klar, das ist auch in dem Foodwatch-Bericht nachzulesen, dass bei Wilke wirklich auch in den frühen Zehnerjahren immer wieder Listerienbefunde festgestellt wurden, die allerdings knapp unter den Grenzwerten lagen.
Das heißt, das haben die nicht gemeldet.
Und auch wenn es Produktrückrufe gab, in solchen Fällen, haben die nie gesagt, warum.
Weil du das sozusagen, wenn das nicht über dem Grenzwert liegt, musst du nicht sagen, warum.
Sondern es gibt dann den freiwilligen Produktrückruf.
Das heißt im Grunde nur, wir rufen zurück, schickt mal alle zurück, wir sagen nicht, warum.
Das ist ein gesetzlicher Weg, das kann man so machen.
Ja, dann kannst du es ja wahrscheinlich auch immer noch auf andere Faktoren schieben.
Also die Auslieferung, die Lagerung beim Händler, whatever.
Ja, genau.
Es bleibt dann einfach offen, warum das Produkt zurückgerufen wurde.
Kam das Coronavirus am Ende gar nicht aus Wuhan, sondern es kam aus der Wilke-Wurst-Verbindung.
Twisted-Teil-Berndorf, deutsche Wuhan.
Ja, genau.
Auf einem Fleischmarkt in Twisted-Teil-Berndorf.
Oh Mann, ey.
Ja, die Fleischwurst im Glas war Patientsier.
Ich muss ganz ehrlich sagen, jetzt bei der Auseinandersetzung mit dem Robert-Koch-Institut dachte ich mir auch wirklich, die haben wahrscheinlich im Herbst 2019 gedacht, boah, das ist das Schlimmste, was wir seit Jahren entdeckt haben.
Little did they know.
Puh, dodged a bullet, dachte man sich.
Aber es zeigt auch nochmal, was das Robert-Koch-Institut eigentlich die meiste Zeit gemacht hat, bevor Corona kam.
Aber worin sie schon immer gut waren, war so Fällen Namen zu geben, Clusternamen.
Sigma 1, da kam bei mir auch direkt wieder alle Begriffe und Namen hoch.
Und jetzt sind natürlich noch mehrere Fragen offen.
Welche Verantwortlichkeiten gibt es?
Wurden Leute verurteilt?
Das schauen wir uns jetzt an.
Ich möchte mit einem Satz starten, der mir nur schwer über die Lippen kommt.
Ein Hoch-auf-die-Bild-Lesereporter.
Denn einer aus dieser Bande findet Klaus Rohloff im Januar 2022 in einer Bar in Nordhessen.
Nein.
Nein.
Hier arbeitet der ehemalige Fleischbaron jetzt als Barkeeper.
Nein, echt?
Was?
Ja.
Hauptsache nicht auffallen.
Das scheint die Devise zu sein.
Ja.
Kriegst du, als hätte er sich eine neue Identität zugelegt.
Das ist doch auf eine gewisse Art genial, weil da vermutet den ja gar niemand.
Ja.
Und weil ich vorhin gesagt habe, es gibt kein Bild von Klaus Rohloff, ich glaube, dass es in diesem Artikel ein Bild gab.
Wenn man diesen Artikel heute aufruft, ist nur eine graue Fläche das Bild.
Ich glaube, das wurde auch gerichtlich entfernt.
Und er sagt, entfernt.
Aber ja, dort arbeitet Klaus Rohloff jetzt und schenkt da eine Häube nach Saunen aus.
Und zu diesem Zeitpunkt ist auch mittlerweile nachgewiesen, dass drei Todesfälle und 37 Erkrankungen auf die verunreinigten Wilke-Produkte zurückzuführen sind.
Ach krass.
Woran stirbt man dann, Flo?
Eine Listeriose führt vor allem bei älteren Menschen dann zu Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen.
Das sind vor allem die Todesursachen.
Plus natürlich Durchfall, Fieber, also so das ganze Besteck an Symptomen einer Lebensmittelvergiftung.
Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt jetzt gegen Klaus Rohloff, seine Stellvertreterin und einen Produktionsleiter im Falle von fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie dem Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch.
Und dem Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug.
Foodwatch, die den Fall engmaschig begleiten und aufarbeiten, sehen die Verantwortung darüber hinaus bei den Behörden.
Die Organisation stellt daher eine Strafanzeige gegen die hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz, sowie weitere Verantwortliche auf unterschiedlichen Ebenen.
Im Januar 2022, also während Roloff eine frische Tulpe zapft, fällt vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden ein Urteil.
Das Gericht spricht Foodwatch recht zu.
Das Ministerium hätte Anfang Oktober 2019 parallel zur Liste mit den gefährdeten Produkten auch auflisten müssen, wo die Produkte erhältlich waren oder ausgegeben wurden.
Die Verantwortung für die Missstände werden den Behörden aber nicht zugesprochen.
Bleibt die Frage, was ist mit Klaus Rohloff?
Heute, also über sechs Jahre nach der Schließung der Wilke-Fabrik, ist das Verfahren immer noch nicht eröffnet.
Was?
Ja.
Und ich habe Berichte gefunden aus den letzten zwei Jahren, wo es immer wieder hieß, immer noch nicht eröffnet.
Immer noch nicht eröffnet.
Immer noch nicht eröffnet.
Und ich habe dem Landgericht Kassel geschrieben und gefragt, was ist denn hier los?
Wie kann das denn sein?
Und die Antwort ist etwas kompliziert.
Ich möchte sie euch trotzdem einmal in Gänze erzählen, weil ein weiterer Fall von sehr komplexen Elementen in diesem Fall, die vielleicht auch ein bisschen frustrierend sind am Ende.
Aber so ist es.
Die Staatsanwaltschaft hat lange ermittelt und dann eben Anklage erhoben gegen die drei.
Das Landgericht in Kassel hat die Anklage dann aber geprüft und nur einen Teil der Vorwürfe zugelassen.
Dagegen hat dann wiederum die Staatsanwaltschaft Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt.
Und dort liegt dieser Fall nun und wartet auf eine Entscheidung.
Das Landgericht schreibt aber auch, da der Fall sehr kompliziert ist und aktuell niemand in Haft sitzt, dauert die Bearbeitung ein bisschen länger.
Bisschen ist gut.
Also niemand in Untersuchungshaft und deswegen eine gewisse Drinnlichkeit.
Ach so.
Genau, also sie haben nicht sozusagen gesagt, bisschen länger wirklich, sondern es dauert einfach länger.
Und wann eine Verhandlung der Vorwürfe, ob jetzt gesamt oder teilweise beginnt, das lässt sich Stand heute noch nicht sagen.
Das ist ja unfassbar.
Das tut mir leider ein bisschen leid, dass ich euch damit aus diesem Fall entlassen muss.
Aber das ist das Ende dieses Falls.
Also es ist immer noch offen.
Man könnte sagen, es ist ein Cold Case.
Hoffentlich nicht, weil Leute hassen Cold Cases.
Das schneiden wir nicht rein.
Das ist kein Cold Case-Flo.
Ja, also das ist das Ende des Falls und der aktuelle Stand.
Das heißt, der Roloff sitzt immer noch irgendwo hinter der Bar und zapft Montag für Bies.
Und wenn er nicht gestorben ist, dann zapft er noch heute.
Ja.
Aber wie krass für die Familien, für die Angehörigen, dass du da ja gar keine Chance hast, irgendwie Closure zu finden, dass da niemand zur Rechenschaft gezogen wird, das ist schon krass.
Und das Robert-Koch-Institut weist auch darauf hin, dass die Dunkelziffer sehr wahrscheinlich deutlich höher ist.
Weil die haben ja nur ab einem bestimmten Punkt erst festgestellt, dass es eben diese Häufung der Fälle gibt.
Und auch nicht alle Fälle werden immer mitgeteilt.
Weil vor allem bei älteren Leuten, die in einem Krankenhaus sterben, wie oft liegt es dann nur an dieser einen Sache?
Oder halt auch gerade, wenn es Vorfälle sind, wo die Symptome ein bisschen milder sind.
Also wo es dann jetzt nicht gleich zum Tod geführt hat, aber irgendwie zu anderen weniger dramatischen Erkrankungen, sage ich mal.
Aber Flo, weißt du denn, ob sich durch den Fall an dieser Meldekette irgendwie was verändert hat oder an der Art, wie man solche Sachen ahndet jetzt?
Genau, also in Hessen hat sich was verändert.
Das Ministerium hat ab jetzt Weisungsrecht den Landkreisen gegenüber.
Das war vorher auch nicht so.
Also da gibt es auch Zitate, wo es heißt, wir konnten nicht mal in die Daten reinschauen, weil die ein anderes IT-System haben und dann konnten die nur fragen und darauf warten, dass da eine Antwort kam.
Also das hat sich geändert, das Ministerium hat Weisungsrecht, es wurde auch mehr Personal im Landkreis eingestellt, aber das wirkt halt so ein bisschen wie ein Feigenblatt, weil was gibt es jetzt in dem Landkreis noch zu überprüfen?
Ich weiß nicht, was für andere Firmen dort vor Ort sind.
Und der Fritz Schäfer, den wir gehört haben in dem Interview, der wurde durch einen hauptamtlichen...
Dezernenten ersetzt.
Also er hat das ehrenamtlich ausgeführt, das Amt.
Fritz Schäfer.
Und jetzt hat jemand den Job, der das sozusagen als seinen Job hat.
Aber es hat sich jetzt auf Bundesebene oder darüber hinaus jetzt nicht so viel verändert.
Und wir haben das ja bei Besseresser schon öfters auch gehabt, so Lebensmittelkontrollen und Überwachung von Unternehmen.
Es ist so ein bisschen, man hofft, dass irgendwie alles gut geht und die Unternehmen nicht allzu große Scheiße bauen.
Man kann Unternehmen kontrollieren und es werden auch Leute gefunden, aber die ganz großen Fische, die werden meistens nicht gefangen, sondern das sind dann oft eher irgendwelche Restaurants, die halt mal eine Kühltür offen gelassen haben.
Aber ist es nicht krass, dass bei der Strafverfolgung in Deutschland jeglicher Art es eigentlich immer auf dieselben Punkte hinausläuft?
Also ja, nicht zuständig, Landkreis, Bund und unterschiedliche IT-Systeme, das ist doch eigentlich die Antwort, die man auf alles hört.
So, ja, leider.
Ob es jetzt um Datendiebstahl geht oder Cyberangriffe oder Kryptokriminalität oder Scams, hat immer, fragt ihr mal zur selben Antwort, ja, wir sind dran, aber können leider nichts machen, weil die Person ist jetzt in einem anderen Landkreis oder whatever oder wir haben zu spät davon erfahren, weil, hm, hm, hm.
Ja, Digitalisierung und Datenschutz, das habt ihr eben schon mal gesagt.
Ich erinnere mich auch an, oder ich muss gerade an eine Freundin denken, die macht jetzt nichts, was strafrechtlich relevant wäre, aber die arbeitet in einem sehr großen Uniklinikum in Deutschland und die hat mir mal erzählt, wie absurd das auch da ist, was so Patientenakten angeht.
Also die muss theoretisch für jeden Schritt, ob das in der Notaufnahme passiert und dann wird die Patientin, der Patientin in eine andere Abteilung gebracht.
Überall gibt es andere Systeme.
Es wird nicht einfach eine Patientenakte angelegt und dann kann diese Person behandelt werden und alle zuständigen Ärztinnen haben Zugriff auf alle Informationen, sondern die verbringt den Großteil ihrer Zeit damit, Datenblätter auszufüllen, weil es nicht digitalisiert ist.
Und das ist auch unfassbar.
Das ist so krass, ja.
Und natürlich, der Föderalismus hat seinen Hintergrund und Grund und ist in vielen Teilen auch wichtig.
Aber es sorgt halt natürlich dafür, dass Prozesse oft sehr, sehr langsam laufen.
Ja.
Wenn sie laufen.
Also als großer Extra-Drei-Fan fühle ich mich mal wieder bestätigt in all meinen Annahmen über die Bürokratie.
Ich finde an dem Fall so fies, dass man selber nicht so richtig aufpassen kann als Verbraucher und Verbraucherin.
Weil normalerweise, wenn irgendwas ist mit einem Produkt, das sieht man ja dann häufig, dann hängt so ein Zettel im Lidl oder beim DM.
Wir mussten das aus diesen und jenen Gründen zurückrufen.
Dann kannst du immer noch entscheiden, das kaufe ich nicht.
Oder du siehst eine Salami da liegen, die kostet 42 Cent.
Und dann kann man ja ausrechnen, unter welchen Bedingungen die hergestellt wurde.
Und dann kann man ja immer noch sagen, lass dich liegen, kauf sie lieber beim Denz oder beim Metzger meines Vertrauens.
Aber wenn ich in einem Krankenhaus bin und ich kriege halt einfach dieses Essen hingesetzt, Du hast ja keine Chance, das nachzuvollziehen.
Wo kommt das her?
Natürlich verrät der gesunde Menschenverstand, es wird auch nicht teuer gewesen sein in der Herstellung und im Einkauf.
Aber verweigern kannst du dich nicht, wenn du da ein paar Tage liegst.
Ich war zum Glück noch nie im Krankenhaus.
Ich klopfe auf meinen sehr weichen, wahrscheinlich mit Holz gefüllten Sessel.
Nee, tatsächlich noch nicht.
Aber wirklich, das ist auch so das Erste, was man so von Freunden gehört hat.
Das Essen ist die Hölle.
Ist das Schlimmste.
Und ja, es ist ja auch alles immer so Farbe in Farbe.
Du bekommst so eine weiße Semmel mit Butter, mit so einer hellen Lyoner und ein Stück Käse und alles ist weiß.
Genau.
Wenn es gut läuft.
Viel schlimmer finde ich das steinharte Graubrot.
Das ist ja immer so eine sehr beigen Scheibe, was auch immer, angereicht wird.
Ja.
Aber außer den Veränderungen in Hessen und dem Landkreis gibt es jetzt keine größeren Veränderungen.
Veränderungen oder auch Konsequenzen.
Also auch auf den unterschiedlichen Ebenen wurde jetzt keiner gerichtlich verurteilt.
Das hat sich dann irgendwie so ein bisschen verlaufen.
Ich möchte euch auf die HR-Doku hinweisen.
Die gibt es bei YouTube, die verlinken wir auch.
Die ist ganz spannend.
Da sieht man noch mal ein paar mehr Bilder aus der Fabrik, wenn ihr darauf Lust habt.
Ansonsten ist mir in der Recherche auch das Video des Insolvenzberaters untergekommen, der die Fabrik natürlich dann verkauft hat oder die ganzen Bestandteile dieser Fabrik versucht hat zu verkaufen.
Und was mir da aufgefallen ist, ist, da war es dann doch überraschend sauber.
Also es ging dann doch.
Es war wirklich auf einmal mal alles blitzeplank.
Als es darum ging, das weiter zu verhökern.
Richtig, die ganzen Maschinen, die ganzen Kutter und Förderbänder und Bürostühle etc.
Da wurde einmal richtig schön abgekärchert.
Richtig, ja.
Das war der Fall für diese Woche.
Und bevor ich jetzt Danke sage, haben wir natürlich eine kleine Tradition in diesem Podcast.
Und zwar die persönlichen Food Crimes.
Und Fabian, Jakob, wir würden natürlich auch sehr, sehr gerne, entweder, ich weiß nicht, ob ihr einen gemeinsamen Foodcrime habt oder ob ihr jeder einen Einzelnen habt, was euch so richtig die Hutschnur hochgehen lässt.
Also wir haben uns nicht abgesprochen und ich würde Fabian den Vortritt lassen.
Nee, ich würde dir gerne den Vortritt lassen, weil du so vollmundig angekündigt hast, als wir angefangen haben, dass du dich schon diebisch freust, das jetzt mit den beiden zu teilen, was dein persönlicher Foodcrime ist.
Deswegen wollte ich dir den Vortritt lassen, weil mein Rant ein offenes Ende hat, sage ich mal.
Aber ich versuche mich kurz zu umfassen.
Wir haben Zeit.
Also mein erster Gedanke war Nachos mit Käsesauce im Kino.
Ich finde, das sollte wirklich unter die Genfer Konvention fallen.
Das finde ich ein Verbrechen an der Menschheit und an der Kunst.
Aber das habe ich dann doch nicht genommen.
Stattdessen, ich muss dazu sagen, vorweg, ich bin ein begeisterter Hobbykoch.
Ich koche mein ganzes Leben lang.
Ich liebe Kochen.
Ich gucke Kochvideos von morgens bis abends.
In den letzten zwei Jahren gibt es eine Epidemie, die sich durchs Internet verbreitet.
Und das sind die schwarzen Latexhandschuhe.
Und wenn ich noch ein Video sehe von irgendeiner Arschgeige, die einen Burger in der Mitte zerschneidet und dann mit zwei schwarzen Latexhandschuhen draufdrückt, damit der Käse oder sonstige Säfte rausquillen, dann gehe ich in den Hungerstreik.
Ich kann schwarze Latexhandschuhe inzwischen nicht mehr sehen.
Bei Barbecue-Läden, bei Sandwich-Läden, bei Donut-Shops.
Jeder Arsch muss schwarze Latexhandschuhe.
Und beim Burrito Food Truck.
Ja, wirklich.
Dort wurden die ja geboren.
Das ist Patient Zero.
Der schwarzen Latexhandschuhe.
Der Burrito Food Truck.
Ich kann es nicht mehr sehen.
Wenn ich noch wirklich ein TikTok-Video sehe, ein Reel, wo irgendein schöner mausgesichtiger junger Mann, einen schwarzen Latexhandschuhen.
Vegane Chicken Wings zubereitet, jetzt irgendwie, krieg ich Nervzusammenbruch.
Jakob, eins musst du dir noch anschauen, weil wir haben tatsächlich letzte Woche was gedreht, wo ich einen Huhn verarbeiten sollte.
Und da hab ich schwarze Lade verarbeitet.
As you do.
Unangenehm.
Naja, gut.
Das war das letzte Mal, dass Jakob bei diesem Podcast zu Gast ist.
Wenn er dieses Video gesehen hat.
Das war eine Requisite.
Das ist ja Kunst, was wir machen.
Das ist ja im Grunde, ja.
Method-Acting war das ja.
Okay, ich bin aber bei dir.
Ich finde die auch ganz schrecklich.
Das soll so eine, Wertigkeit ausdrücken, die ja nicht da ist.
Ich preise mir so auf die Zunge, weil ich könnte wirklich aus dem Stand heraus 30 Minuten abranten darüber über das Thema.
Ihr wisst nicht, was jetzt los ist, wenn wir gleich Schluss machen.
Extended Version, ja.
So, Fabian, jetzt du.
Ich bin bei dir.
Ich finde es auch ein Foodcrime.
Ich habe mir natürlich auch überlegt, was mein Foodcrime ist und bei mir geht es darum, wo gespeist wird, weil ich beobachte immer mehr, gerade auch nach der Corona-Pandemie, dass tatsächlich überall Menschen sich gerne wie zu Hause fühlen, was ja per se auch schön ist, aber überall wird hemmungslos gespeist, was man gerade so dabei und mitgebracht hat.
Und ich bin einfach so eine glückliche Kandidatin.
Ich sitze immer neben diesen Leuten.
Ich saß schon im Hamburger Schauspielhaus, das ist nicht gelogen, und habe Tschechow die Möwe gesehen und neben mir hat eine junge Frau einen Dürüm gegessen.
Die Leute sitzen vor mir im Kino und essen ihr Chicken Masala, was sie mitgebracht haben vom Inder.
Oder ich steige in die Bahn für eine Zugfahrt, die 45 Minuten dauert, aber da werden natürlich erstmal die Warmhalteplatten rausgeholt und die gekochten Eier.
Die Schuhe werden ausgezogen und die Nackenrollen rausgeholt.
Als würden wir jetzt 16 Tage nach Konstantinopel fahren mit dem Zug.
Und ich verstehe das einfach nicht, warum man hemmungslos überall essen muss.
Das macht mich fertig.
Man muss auch nicht im Gehen essen.
Man muss nicht an der Supermarktkasse essen.
Also wirklich, Leute, reißt euch ein bisschen zusammen.
Oder jetzt wäre nach Wien gefahren mit dem Zug und der Typ neben uns ein Kohlrabi gegessen hat, wie andere Menschen einen Apfel.
Ja, was ist da los gewesen?
Und ich treffe immer solche Menschen.
Essen im Zug ist sowieso auch noch mal so eine Sache für sie.
Ich finde, manche Sachen sollten da wirklich verboten werden.
Absolut.
Fabienne, ich bin, glaube ich, sozusagen der Gegenpol zu dir, weil ich habe Glück, dass diese Leute nie neben mir landen im Zug und Zug.
Ich hoffe, das bleibt so.
Aber ich freue mich immer über solche Geschichten, weil ich sie selber nicht erlebe.
Und wenn, würdest du, glaube ich, was sagen, Flo?
Du wärst dann die Person, die ein, zwei abfällige Blicke und dann so zweimal Luft holt.
Und dann würdest du irgendwann was sagen.
Ich denke von mir, dass ich gerne die Person wäre, die das machen würde, aber oft beiße ich mir dann auf die Zunge aus, es ist wirklich, weil wo sollen die Leute dann hingehen?
Und das Schlimmste, was dann passiert ist, dass die Leute sagen, nö, dann bleiben die sitzen, haben gewonnen und dann gehe ich ja auch nicht weg.
Ja, es ist ja auch Gesetz in Deutschland, dass man nur passiv-aggressiv aus der Nase schnaubt und sich dann bei der Verwandtschaft beschwert zwei Stunden lang.
Oder halt im Podcast.
Richtig, das mache ich.
Aber in Dürüm im Schauspielhaus finde ich wirklich auch sehr grob.
Das ist wirklich heftig.
Apropos Zug und Essen, kleiner Bonus Foodcrime dieser Woche von uns beiden, von Lil und mir, weil wir schicken uns immer im Zug Bilder von den To-Go-Cafés und zwar bevor man sie trinkt und nachdem man sie trinkt.
Warum?
Trinkt einfach mal demnächst so einen Kaffee im Zug und schaut euch an, wie dieser Becher danach aussieht.
Und dann, ich erzähle euch gleich, woran mich das erinnert und ihr könnt euch einfach denken, woran euch das erinnert.
Also ich weiß nicht, irgendwie finde ich das merkwürdig, dieses Hobby, was sich da eingeschlichen hat.
bei euch.
Aber gut.
Ich hab's auch noch nie ausprobiert.
Man wird komisch mit dem Alter.
Ja, wunderlich.
Ja, schrullig.
Aber was steckt jetzt dahinter?
Der sieht aus wie eine eingeschissene Unterbuchse.
Ach so.
Ihr zwei Ferkel.
Aber ihr könnt ja immer wieder drüber lachen, ne?
Auch noch um 400.
Das ist ein sehr einfacher Gebücher.
Vor allen Dingen, mittlerweile wird nicht mehr das Foto danach geschickt, es wird nur noch das davor geschickt.
Und dann macht dein Gehirn nämlich den Rest.
Wisst ihr?
Das ist nämlich das Eigentliche, was dann lustig ist.
Ja.
Gut, ich würde sagen, damit haben wir, glaube ich, so jede Couleur der...
Alle Farben.
der Foodcrime.
Guten Appetit.
Ja.
Das Abendessen steht dir an, wie ich gerade gesagt habe.
Ich freue mich schon sehr darauf, das Adobo gleich mit schwarzen Latexhandschuhen zu bereiten.
Ich werde jetzt für immer an dich denken, wenn ich irgendwo schwarze Latexhandschuhe sehe.
Ja, zu Recht.
Ihr beiden, vielen Dank, dass ihr da wart.
Danke für die Einladung.
Es war wieder fantastisch.
Und ich kann nur sagen, gerne wieder.
Für diese Woche war es das.
In der nächsten Woche ist Lilly wieder dran mit einem Fall.
Ich freue mich drauf, ihr hoffentlich auch.
Und bis dahin kann ich nur sagen, danke Fabienne und Jakob.
Sehr gerne.
Und das nächste Mal dann bei uns, würde ich sagen, oder?
Kann man machen.
Oh ja.
Wir kommen.
Wir haben Zeit.
Ganz Niti.
Vielen Dank.
Grüße, bis bald.
Tschüss.
