Episode Transcript
Hallo und herzlich willkommen bei Geschichten aus der Geschichte.
Mein Name ist Richard.
Und mein Name ist Daniel.
Und wir sind zwei Historiker, die sich hier Woche für Woche gegenseitig eine Geschichte aus der Geschichte erzählen, immer abwechselnd und Auch immer so, dass der eine nie weiß, was der andere ihm erzählen wird.
Richtig.
Daniel, zwei Dinge.
Erstens.
Heute ist für alle jene, die das am Veröffentlichungstag hören, der letzte Tag des Jahres.
Das stimmt, ja.
Und das Zweite ist, es ist Folge dreihundert.
Das Zweite ist, dass es Folge fünfhundertsechsunddreißig ist.
Ja, und damit ist es die Folge, die eigentlich letzte Woche hätte erscheinen sollen.
Wo es ums Jahr fünfundundzechsunddreißig ging, weil es das letzte, der letzte Tag des Jahres ist und weil es um dieses schicksalsträchtige Jahr ging, vielleicht wünschen wir uns was fürs nächste Jahr, nämlich dass es nicht so wird wie das Jahr fünfundundzechsunddreißig.
Oh ja, ich meine, alles ist besser als das Jahr fünfundundzechsunddreißig, weil...
Kann man argumentieren, glaube ich, ja?
Ich meine, gilt es als eines der schlimmsten Jahre der Menschheitsgeschichte.
Genau, so könnte man es bezeichnen.
Also ziemlich viele Auswirkungen, basierend auf dem, was dort gestartet wurde, wenn man so will.
Weil es läutet ja eigentlich was ein, das dann über Jahrhunderte sogar geht und alles so ein bisschen mitbestimmt, in dem wir heute leben.
Eine sehr spannende Folge, Richard, gibt es irgendwie das Feedback, dass du dazu noch gerne einbringen wollen würdest?
Noch nicht so wahnsinnig viele, wir müssen auch dazu sagen, dass diese Folge auch am Heiligabend veröffentlicht wurde, also am Morgen des Heiligabends und deswegen auch so ein bisschen weniger Interaktion mit dieser Endzeitfolge, wenn man so will, stattgefunden hat als sonst, weil viele natürlich beschäftigt waren.
Aus gutem Grund, ja.
Aber ein paar Sachen gibt's und die packen wir einfach in den nächsten Feedback.
Ein sehr gutes Versprechen.
Zählt es zu deinen Vorsätzen im nächsten Jahr?
Mehr Feed-Gags zu produzieren?
Ja, ich muss auch dazu sagen.
Wir haben jetzt unsere Postkarte.
unsere Postkartenkarte.
Und die nimmt ein bisschen den Druck raus, weil es ist ja auch tatsächlich so, dass jede Feedbackfolge, die ist ja nicht nur Feedback, sondern auch Postwesen und Post hat so einen großen Teil eingenommen.
Und jetzt haben wir das im Grunde quasi verbildlicht und verschriftlicht im Netz und können uns spezifische noch rausnehmen, aber müssen nicht dann drei Stunden drauf verwenden, jede einzelne Karte vorzustellen, sondern das sieht man dann alles schön.
im Netz.
Das Ding ist ja auch, dass ich da so ein Komplitist bin.
Ich kann dann nicht einfach nur irgendwelche vorstellen, sondern ich muss alle vorstellen.
Und das hat natürlich den Rahmen dieser Feedback-Folgen immer gesprengt und ich glaube jetzt sind wir ein bisschen freier und können auch irgendwie ein bisschen lockerer an diese Feedback-Folgen herangehen.
Sehr gut.
Ja, fantastisch, Richard.
Also vielen Dank fürs Bauen dieser Seite.
Sehr gerne.
Und außerdem noch vielen, vielen Dank.
Das ist vielleicht jetzt eine gute Gelegenheit zum Jahresende, auch wenn viele die Folge jetzt gar nicht zeitnah hören.
Also vielen, vielen Dank auch an alle fürs Zuhören.
Das war für uns, also für mich auf jeden Fall ein fantastisches Jahr, was den Podcast betrifft.
Wir hatten die Tour, wir haben das Spiel rausgebracht.
Also ich bin sehr besieelt, was dieses Jahr angeht und Geschichten aus der Geschichte.
Absolut.
Es gibt absolut nichts, über das wir uns beschweren können.
Also vielen, vielen herzlichen Dank fürs zuhören, fürs hören unsere Folgen, fürs besuchen unsere Shows.
Das war einfach eine große Freude, auch wieder mal einige der Menschen zu sehen, die unseren Podcast hören oder zu schätzen wissen.
Und ja, für uns eigentlich Gottes Jahr zwanzig, fünfundzwanzig, würde ich sagen.
Absolut.
Und ich merke das auch so als Motivation für mich, Folgen vorzubereiten, wie auch die Folge, die ich da gleich erzählen werde, die ich nämlich jetzt über die Weihnachtstage geschrieben habe.
Und das einfach auch immer noch genauso Spaß macht wie bei der ersten Folge.
Na ja, du.
So gute Ausrede, um dich zu absentieren.
Vom Trubel.
So, Entschuldige, ich muss Folge schreiben.
Eine Hand wäscht die andere, quasi.
Na, dann bin ich schon gespannt, was du hier fabriziert hast, während der, wie viele Leute es da zu sagen pflegen, schönsten Zeit des Jahres.
Ja, dich hat's.
Ja.
Am zwölften Dezember, neunzehnt hunderteins, nimmt Guglielmo Marconi einen Hörer in die Hand und hört erst mal nur ein Rauschen.
Und dann gegen zwölfhört dreißig erkennt er das moise Zeichen für die Buchstaben S, drei kurze Signale.
Und es ist eine Sensation, die aber erst mal niemand mitbekommt, außer Marconi, denn das Signal ist zwischen Poldu in Cornwall im Vereinigten Königreich und St.
Jones in Neufundland geschickt worden.
Und war damit die erste transatlantische Funke-Übertragung.
Telegraphie war in unseren Folgen ja schon öfters Thema.
Also ich habe mal eine Folge zur optischen Telegraphie gemacht, dass als erstes Flächendeckung des Informations-Netzwerks der Geschichte gilt.
Das war Folge threehunderts zwanzig, wie das Roulette einen Null verlor.
Da habe ich erzählt, wie die Brüder Blanc dieses Informations-Netzwerk für einen Börsenbetrug manipulieren und das Geld in den Aufbau von Spielkassinos stecken.
So wie man es halt macht.
Und die optische Telegraphie, die beruht ja wirklich darauf, dass man sichtbare Zeichen in Form von Schwenkbaren Balken von Station zu Station überträgt.
Und das passiert so in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts.
Und mit Erfindung der elektrischen Telegraphie sind es nicht mehr sichtbare Zeichen, die auf die Reise geschickt werden, sondern elektrische Signale.
Aber um die zu verschicken, dafür braucht es Kabel, die bald flächendeckend verlegt werden.
Allerdings, was macht man mit der Verbindung zwischen zwei Kontinenten, wenn da ein Ozean dazwischen ist?
Davon hast du in Folge Hundertfünfundseipzig erzählt.
CW fiel und das erste Kabel durch den Atlantik.
Das war zwar umständlich, aber jetzt war es möglich, per Fernschreiben eine Nachricht in kürzester Zeit von Europa in die USA zu schicken und umgekehrt, was vorher Wochen gedauert hat, weil der ersten Postschiff den Atlantik queren musste.
Immerhin haben sich in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts die Dampfschiffe etabliert, was die Dauer der Überfahrten, zumindest also Kalkulierwörter, gemacht hat, weil sie nicht mehr vom Wind abhängig waren.
Aber Schiff ist ein gutes Stichwort, weil auf hoher See konnte man nicht telegraphieren, weil es dafür ja eine Kabelverbindung gebraucht hätte.
Und das soll sich bald ändern, denn der Physiker Heinrich Herz, nachdem heute die Einheit für Frequenz benannt ist, der beschäftigt sich mit Elektrodynamik.
also der Lehre von Elektrizität und Magnetismus.
Und er ist auf der Suche nach elektromagnetischen Wellen.
Und am dreizehnten November, aus dem Jahr eighteenhundert und sechsunachtzig, gelingt sie im ersten Mal mit einem Experiment elektromagnetische Wellen zu erzeugen und sie von einem Sender zu einem Empfänger zu übertragen.
Also er wirft einen Funkenindikator an und kann die Radiowellen mit seiner Antenne empfangen.
Die steht immerhin eineinhalb Meter entfernt.
Also, zwei Jahre später ist es soweit, er veröffentlicht seine Abhandlung über strahlen elektrischer Kraft.
Und einen Nobelpreis hat er dafür nie bekommen, auch wenn er damit die Grundlage gelegt hat für die gesamte Telekommunikation, insbesondere für die drahtlose Telegraphie und das Radio.
Hast du eine Idee, warum er keinen Nobelpreis bekommen hat?
Weil es den noch nicht gegeben hat.
Okay, das war also offenbar zu einfach.
Den Nobelpreis hat er nicht bekommen, weil er, ...
...
ja, sehr gut.
...
jedenfalls ist damit erstmals bewiesen, ...
...
also ab, ...
...
mit der Veröffentlichung ...
...
von überstrahlen elektrischer Kraft, ...
...
es ist damit bewiesen, dass sich Signale ...
...
über eine gewisse Distanz empfangen lassen, ...
...
aber bislang geht es halt nur um wenige Mieter.
Allerdings wird das Potenzial dieser Technik ...
...
jetzt von einigen erkannt, unter anderem ...
vom italienischen Studienabbrecher Guglielmo Marconi.
Der versucht nämlich jetzt diese herzlichen Wellen, wie sie damals noch genannt werden, über größere Distanzen zu übertragen und zu empfangen.
Schon mit dem Ziel, ein neues Kommunikationssystem aufzubauen.
Interessantes er stammt aus einer sehr reichen Familie und hat durch Privatunterricht eine gute Ausbildung gehalten, aber hat nie die Hochschulreife erlangt.
Er hat besucht zwar Vorlesungen, aber nur als außerordentlicher Student.
Er hat dementsprechend auch nie einen akademischen Abschluss gemacht.
Aber er beginnt ab mit dem Labor in der Elterlichen Villa in Bologna mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen telegraphische Zeichen zu übertragen.
Und kurze Zeit später, am zweiten Juni, der Mädchen schließt das Patent für die drahtlose Telegraphie an.
Und zwar in Engern.
Es gibt auch andere, die an der Technik arbeiten, wie der Alexander Stepanovich Popov in St.
Petersburg, aber Makoni ist am Ende der, der nicht nur das Patent hat, sondern die drahtlose Telegraphie auch kommerziell erfolgreich betreibt.
Er gründet nämlich, die Firma Wireless Telegraph & Signal Company in London, und er bietet jetzt auch erstmals die drahtlose Telegraphie als Dienstleistung an.
Und kurze Zeit später wird auch das erste bezahlte Funktelegramm der Welt übertragen.
Und zwar wird zwar schickt Anfang von Lord Calvin von der Isle of Wight nach Bournemouth.
Zunächst wären jetzt die Dissanzen immer größer.
Also im kurze Zeit darauf, im März, da gelingt es ihm zum ersten Mal eine Verbindung über den Ärmelkanal herzustellen.
Nämlich von einem Leuchtturm bei Dover, nach Wimru in Frankreich.
Auf Poldou in Cornwall wird Ende-Ninzehntundert mit dem Bau einer ersten Funkstation begonnen, mit dem Ziel die erste transatlantische Verbindung herzustellen.
Die ersten Tests verzögern sich allerdings, weil die Funkanlage durch den Sturm zerstört wird.
Und dann, am zwölften Dezember-Ninzehntunderteins, kommt es also schließlich zu dieser ersten transatlantischen Übertragung.
Wahrscheinlich muss man sagen, weil die Anlage in St.
Jones in Nordamerika die Kontinuenachrichten empfangen, aber nicht senden.
Und Marconi, der war bei der Empfangstation und er notiert um die Mittagszeit herum den Empfang in seinem Tagebuch.
Es gibt aber keine weiteren Zeugen.
Also es gibt auch die Vermutung, dass er einfach nur atmosphärische Störungen wahrgenommen hat.
Und bis zur ersten öffentlichen elektrischen Telegraphie über den Atlantik dauert es auch noch eine ganze Weile.
Das passiert dann nämlich erst am achtzehnten Januar, drei.
Makoni tauscht von der Makoni Wireless Station in Cape Cod in Massachusetts, Grußbotschaften zwischen dem US-Präsidenten Theodore Roosevelt und dem König von England etwa dem siebten aus.
Dieser Theodore Roosevelt kommt erstaunlich oft vorhin unseren Folgen.
Zwischen Einfluss gehabt.
Makoni, der bekommt übrigens seinen Nobelpreis nämlich, Und es ist insofern auch bemerkenswert, weil er ist einer der wenigen Preisträger ohne Hochschulreife und akademischen Abschluss.
Und er hat auch das Angebot bekommen, bei der Titanic mitfahren zu dürfen.
Das Schiff war nämlich mit einem seiner Sender ausgestattet, einem Makoni-Sender.
Die Makoni Company hat nämlich auf der Titanic eine Funkstation mit zwei Funkern eingerichtet.
Die waren nämlich auch nicht Mitarbeiter der White Star Line, sondern wirklich Mitarbeiter von Makoni.
Einer von beiden hat überlebt.
Die sollten eigentlich vor allem gegen ein gewisses Endgeld private Nachrichten der Passagiere verschicken.
Die wurden auch Marconi Grammel genannt.
Als Marconi am zwanzigsten Juli, die in Rom stirbt, gibt es zum Gedenken an ihn noch einmal, was er für immer beendet hat.
Nämlich zwei Minuten weltweite Funkstille.
Ich weiß nicht, ob sich wirklich alle dran gehalten haben, aber wenn ja, dann war das wahrscheinlich das letzte Mal in der Menschheitsgeschichte, das auf der Welt vollkommen eine Funkstelle geherrscht hat.
Aber wieso erzähle ich, dass er das richtig hat?
Du fragst dich das zurecht, weil es wird in dieser Folge nicht um die Geschichte der elektrischen Telegraphie gehen.
Ja, das haben wir immer schon gedacht.
Das haben wir bei der Nennung des Namens schon gedacht.
Ich erzähl's dir deshalb, weil am einunddreißigsten Januar, die Varietetänzerin Cora Crippen in London schwullos verschwindet.
Sie wohnt mit ihrem Mann Holly Crippen in einem Haus im Londoner Stadtteil Holloway und sie bekommen an diesem Abend Besuch von einem befreundeten Ehepaar.
Und es war das letzte Mal, dass Cora Crippen lebend gesehen wurde.
Tja, Richard, wir sprechen heute über einen besonderen Kriminalfall und eben nicht über die Erfindung der drahtlosen Telegraphie und was dieser Kriminalfall und seine Aufkehrung mit der drahtlosen Telegraphie zu tun hat.
Darüber reden wir später, außer natürlich, du kennst die Geschichte schon.
Tatsächlich nicht, eine ganz andere Richtung gegangen, bei dem was ich vermutet habe, dass du eigentlich sprechen wirst, aber sehr gut.
Sehr schön ins Boxhorn gejagt, wie man es sonst sagt.
Fantastisch, also der Kriminalfall.
Krippen sagt ja nix.
Nein.
Fantastisch.
Beste Voraussetzungen, dann lass uns mal starten und zwar mit dem, was wir über das Ehepaar Krippen wissen.
Holly Harvey Krippen ist am elften September, in Michigan in den USA geboren und der studiert dann am Cleveland Homeopathic Medical College und er wird dann Homeopath in New York und heiratet seine erste Frau Charlotte Bell mit der er auch ein Kind hat.
Allerdings, sie stirbt relativ bald nach der Hochzeit im Jahr eighteenhundertzweiundneinzig.
Das Kind wächst dann bei den Großeltern in Kalifornien, glaube ich, auf.
Krippen beginnt dann für einen gewissen James Munion zu arbeiten und der ist vor allem dafür bekannt, homeopathische Patentmedizin zu verkaufen.
Patentmedizin ist auch so ein interessantes historisches Feld.
Also neutral formuliert sind sie im Grunde rezeptfrei als Neimittel.
Aber im Normalfall geht es um alles was werbewirksam so als Wunder oder Heilmittel verkauft wird.
Das was du sagen willst kommt gleich.
Ich wollte nichts sagen.
Ich warte auf das du sagst.
Meist wird es über Annanzen in der Zeitung beworben.
und Patent deshalb weil die Rezeptur war meistens patentiert.
Und man konnte sich da dann eben einkaufen, um dann dieses Alheimittel zu verkaufen.
Dazu zählen zum Beispiel auch die Angostura Bitters, über die ich dir in Folge vierhundertdreißigmal erzählt habe.
Ein bitteres Heilmittel.
Und du hast bei unserer Live-Show auch von einem dieser Alheimittel erzählt, nämlich von Device Alexier.
war ursprünglich zur Behandlung von Magenkrankheiten entwickelt worden und später wurde es dann so als Allheilmittel vermarktet und die Protagonistin deine Geschichte hat das verkauft.
Genau.
Hannah Glass.
Hannah Glass.
Und Harvey Crippen ist eben auch in diesem Feld der Patentmedizin aktiv.
Und zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er erneut, diesmal Cora Crippen.
Ich habe an einigen Stellen auch den Nachnamen Turner gelesen, Ihr Geburtsname ist jedenfalls Kunigunde Makamotski.
Sie ist nämlich deutsch-polnischer Herkunft.
Also ihr Vater kommt aus Polen und ihre Mutter aus Deutschland.
Und weil Kunigunde so ein schwieriger Name ist für die USA oder auf Englisch, macht sie daraus Chora.
Und sie ist eine Varietesängerin, die unter dem Künstlernamen Bell Elmore auftritt.
Und Crippen lernt sie wohl kennen, weil er für einen Arzt arbeitet, der Abtreibungen durchführt.
Und Cora sucht diesen Arzt auf und da lernen die sich kennen.
Die beiden ziehen dann, aus den USA nach London, weil Munion, dieser Star der Patentmedizin, der gründet dort eine Filiale und Krippen soll die leiten.
Und deshalb geht also das ehepaar Krippen nach London.
und Cora Krippen arbeitet jetzt in London, derweil an ihrer Bühnenkarriere.
Sie versucht sich erst als Opernsängerin und etabliert sich dann aber als Varietekünstlerin in der Londoner Music Hall.
Und mit Music Hall ist gemeint so eine besondere Art der Bühnenunterhaltung.
Also so Art, Varietes, wo es auch akrobatische und musikalische Einlagen gab.
Hm.
Gibt es halt hin und wieder auch noch.
Weißt du, wie man das in Österreich nennt oder wie man die Wiener Variante genannt hat?
Äh, nein.
Das war die sogenannte Singspielhalle.
Ah, die Singspielhalle.
Und im amerikanischen ist der Ausdruck, wo es will.
hat sich da etabliert.
Also für mich kann ich überhaupt nicht verstehen, wie man so was hingehen will.
Du sitzt da am Tisch und unter Umständen wird dein Essen so tanzen gebracht und dann über dir schwingt das Zeug herum und links und rechts ständig sagt, ich finde, es gibt Dinge, die sollte man nicht vermischen.
Ich finde, das ist ein bisschen wie bei dieser Simpsons Folge.
Wo endlich ein revolutionäres Produkt rauskommt, nämlich Nuts and Gum.
Nuts and Gum, together at last.
Traum ist natürlich begeistert.
Aber alle anderen Menschen fragen sich, was?
Kaugern und Nüsse.
Naja.
Jedenfalls Chora-Crippen wird eine bekannte und angesehene Varietekünstlerin in dieser London Music Hall.
Sie wird dann auch Schatzmeisterin der Music Hall Ladies Guild.
Und baut auch einen größeren Freundeskreis auf.
An unterschiedlichen Varietäkünstlern und Künstlerinnen.
Also, wir werden gleich sehen, ihre beste Freundin zum Beispiel ist eine bekannte Pantomime.
Für Monion arbeitet Krippen dann aber eigentlich nur ganz kurz in London.
Unter anderem, so habe ich gelesen, reicht wohl seine medizinische Ausbildung nicht, um in London als Arzt arbeiten zu dürfen.
Naja, ist ja auch nur, haben wir Pathic College können.
Ganz genau.
Er wird übrigens in der Literatur auch immer als Dr.
Krippen bezeichnen und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob es tatsächlich irgendwo einen Dr.
Titel gibt, den er erworben hat oder ob das nur was ist, was ihm in der Literatur irgendwann oder in der Zeitung irgendwann so angedichtet wurde.
Ja.
Jedenfalls ist es so, dass er dann nachdem er nicht mehr für den Immunien arbeitet, macht er unterschiedliche Jobs.
Unter anderem wird er dann leider des Dway-Instituts.
Und zwar das heißt Dway-Institut für Gehörlose.
Und es klingt seriöse, als es war.
Es ging nämlich vor allem darum, in bedrückerischer Absicht Menschen, die gehörlos waren, Heilung zu versprechen.
Gegründet wurde dieses Institut von einem gewissen Jay Nicholson, der sich als Hörspezialist bezeichnen hat.
Und der hat in London für Aufsehen gesorgt, weil er hat selbst gebaute Trommelfälle verkauft.
Und diese selbst gebaute Trommelfälle, die bestanden aus einem magnetisierten Strahlstart, mit einer weichen Gummischeibe an jedem Ende und da hat er so goldene Unterlegscheiben drunter gebaut.
Ich glaube nicht, dass es besonders erfolgreich funktioniert hat, aber er gründet jedenfalls dann dieses Douay-Institut benannt, damit Seriöse klingt nach einem französischen Arzt, der zwar seinen Namen dafür hergibt, aber inhaltlich jetzt nicht mitarbeitet.
Wie seriös dieses Institut wirklich war, lässt sich schon daran ablesen, dass es einen eigenen Raum gegeben hat, voller Dankesbriefe und positiven Erfahrungsberichten an den Wänden.
Es gibt noch eine Zeichnung davon, also es war quasi ein Raum, der wirklich an den Wänden voll gehängt war mit Dankesbriefen.
Jedenfalls arbeitet Krippen nach, für dieses Institut und er stellt auch eine Schreibkraft ein oder sie wird dann auf jeden Fall ihm zugeteilt als seine persönliche Sekretärin, nämlich Ethel Clara Lenev.
Die wird nicht nur seine seine persönliche Sekretärin dort an diesem Institut, sondern auch schon bald seine Geliebte.
Das Geschäftsmodell dieses Instituts passiert aber wohl vor allem darauf, Patentmedizin zu verkaufen.
Und da kannte Krippen sich ja aus.
Es war nämlich so, die Leute brauchten irgendwann gar nicht mehr persönlich zu kommen, sondern es reicht, wenn sie einen Fragebogen ausfüllen und an ihn hinschicken.
Den schaut er sich dann an und gibt dann eine Empfehlung und verschreibt dann zum Beispiel so Dinge wie schleimlösende Pflaster.
Das Eepaar Krippen wohnt jedenfalls in der Camden Road im Londoner Stadtteil Holloway und in der Nacht vom einunddreißigsten Januar zum ersten Februar zehnt wirds Cora Krippen in London dort in diesem Haus zum letzten Mal gesehen.
Die Krippens haben nämlich Besuch von einem befreundeten Eepaar den Martinettis und mit denen verbringen die Auch so viel Zeit, also die gehen öfter ins Theater oder treffen sich zum Kartenspielen.
Wir haben diesen Abend, also die kommen zum Kartenspielen.
Und die Martinettis verabschieden sich nach Mitternachts und danach ist Korre Krippen verschwunden.
Paul Martinetti ist ein berühmter Pantomime und seine Frau Clara oder Clara, die schreibt später einen mehrseitigen Bericht über diesen Abend.
Deshalb wissen wir auch, die haben sie wirklich zum Kartenspielen getroffen und...
verabschieden sich dann nach Mitternacht und fahren nach Hause.
In seinem Umfeld erzählt Harley Crippen, dass sie wegen eines familiären Krankheitsfalls nach Kalifornien gereist werden.
Es kommt nämlich einige Tage später zu einem Treffen der Music Hall Ladies Guild und eigentlich wäre ja Chora dort Schatzmeisterin und sollte dort auch anwesend sein.
Stattdessen taucht Ethel Lonev auf und übergibt zwei Briefe.
Und in einem dieser Briefe steht Also sie schreibt eben, sie muss aufgrund eines Krankheitsfalls sofort nach Kalifornien.
Allerdings kommen sofort Zweifel auf an der Geschichte, also ihre ganzen Freunde und Freundinnen, die glauben die Geschichte eigentlich von Anfang an nicht.
Vor allem weiß ich Holly Crippen jetzt mit einer anderen Frau zeigt, nämlich seine geliebten Ethel Lenev.
Die Frau, die also eigentlich seine persönliche Sekretärin ist oder zumindest für einige Zeit war.
Und jetzt ist es so, sie zieht offenbar sogar bei ihm ein und als Freunde sehen, dass sie auch Schmuck und Kleidung der verschwundenen Choreocrypen trägt, melden die sich bei der Polizei und machen Druck, dass die ermitteln sollen.
Und sie hatte eben einen größeren Freundeskreis und aus ihrem Freundeskreis macht insbesondere ihre enge Freundin Lil Hawthorne, die als Sängerin und Pantomimen bekannt war, Druck und...
Der Holly Krippen erklärt darauf hin, weil sich Korra dann gar nicht mehr meldet und verspricht dann eben auch, dass sie sagt, sie schreibt Postkarten und dann kommen keine Postkarten.
Und dann erklärt der Holly Krippen darauf hin, dass seine Frau in den USA erkrankt sei und dort verstorben wäre.
Der Bekanntenkreis glaubt diese Geschichte natürlich auch nicht.
Er macht weiter Druck.
Und es dauert dann bis Juli.
Also, es wird eben zum letzten Mal Ende Januar gesehen und im Juli.
kommt es dann zu einer Befragung durch einen Inspektor von Scotland Yard, dem Walter Dew.
Und in dem Gespräch gibt Crippen zu, gelungen zu haben.
Er sagt, die Geschichte um ihren Tod, die hätte er nur erzählt, weil er sich so geschehen hat.
Weil sie hat ihn nämlich verlassen und wäre mit einem alten Freund von ihm abgehauen.
Und es klingt vor den Walter Dew, der die Befragung durchführt, an sich erst mal plausibel, weil sie auch bei der ersten Hausdurchsuchung nix finden.
gibt es da erstmal keine weiteren Ermittlungen, allerdings bekommt jetzt Krippen kalte Füße.
Er ist nämlich nicht ganz sicher, was die Polizei noch in der Hinterhand hat und deshalb flieht Krippen jetzt mit seiner geliebten, direkt nach der Befragung.
Und als das nach einigen Tagen bekannt wird, wird Scotland Yard natürlich Misdrausch und ist folgen weitere Hauszusuchungen.
und fünf Tage nach der Befragung kommt bei einer dieser neuerlichen Hauszusuchungen fürchterliches Zutage.
Nämlich Leichenteile vergraben unterm Ziegelboden des Kellers.
Die Narbe auf einem Hautstück des gefundenen wird's dann Coral Crippen zugeordnet.
Es beginnt eine Fahndung nach Hawley Crippen am sechzehnten Juli, wird ein Haftbefehl ausgestellt.
Auch in diversen Zeitungen wird's ein Bild abgedruckt.
Es ist praktisch ein weltweiter Fahndungsaufruf, denn Tew vermutet natürlich, dass Hawley Crippen das Land verlassen hat oder zumindest verlassen will.
und dass er nicht in London untergetaucht ist.
Speziell in den Hafenstätten wird gefahren, weil gleich der Verdacht aufkommt, dass er sich in die USA absetzen will.
Und tatsächlich begibt er sich über Brüssel nach Antwerpen und eigentlich kann er sich nachdem er in Antwerpen den Transatlantikliner SS Montrose betritt und sie Richtung Quebec, also Kanada losfahren, kann er sich eigentlich seiner Sache ziemlich sicher sein.
Er reist als Mr.
John Robinson, nimmt seine Brille ab, er hat so eine sehr charakteristische Runde Brille und er hat auch einen sehr charakteristischen Schnauzbad, den rassiert er sich auch ab.
Seine geliebte Ethel Lonev ist ebenfalls dabei und zwar in einem Männeranzug, sie gibt sich als sein Sohn aus John Robinson Jr.
Und was jetzt passiert, ist wirklich vielmreif und wäre auch wenige Jahre vorher so nicht möglich gewesen.
Denn der Kapitän Henry George Kandel, der wird misstrauisch.
Der kennt die Farnungsbilder, der Fall Krippen ist zu der Zeit medial einfach sehr präsent und er sagt später in einem Interview, dass er mit Krippen geredet hätte an Deck und da ist ihm aufgefallen, dass er Druckstellen von einer Brille am Nasenrücken gesehen hat und er hat erkannt, dass er sich erst kürzlich den Bart rasiert hat.
Und er ist nach dem Gespräch dann in seine Kabine, wo er eine Londoner Zeitung aufschlägt, in der die Farnungsbilder abgedruckt sind.
Und er hat diese neuartigen Gerätschaften an Bord, mit denen sich auch auf hoher See und ohne Drahtverbindung telegraphieren lässt.
Und er lässt folgende Nachricht nach London telegraphieren.
Also er glaubt, er kann zu haben, dass er hier an Bord den London Keller-Mörder, so wird er da bezeichnet und seine Glieder an Bord hat.
Und er schreibt ihm jetzt...
Funktioniert wohl nicht diese Verkleidung.
Offensichtlich war das wohl sehr auffällig.
Ich habe auch irgendwo gelesen, so, er hätte sich mal als Drittglas-Passagier eingeschifft, dann wäre er gar nicht mit dem Kapitän in Kontakt gekommen und es wäre nie rauskommen.
Na ja, ciao.
Na ja, was macht jetzt der Scotland Yard Inspector Dew?
Der macht sich sofort auf den Weg und schifft sich ebenfalls ein, um sofort die Verfolgung aufnehmen zu können.
Und zwar auf der S.S.
Laurentiq, ein White Star-Liner, der von Liverpool nach Quebec in Kanada fährt.
Und vor allem schneller ist als die Montrose.
Allerdings hat Crippen drei Tage Vorsprung.
Jetzt ist also die Frage, kommt Inspector Dew rechtzeitig in Kanada an?
Interessant finde ich ja an diese Geschichte, dass durch diese große Fahnung und überhaupt durch diese elektrische Telegraphie, wo die Nachricht sich sehr schnell verbreitet, dass dadurch sehr viele Hinweise eingehen.
Aber Dew trotzdem an der Stelle wohl sofort erkennt, dass das ernsthafter Hinweis ist, den man nachgehen muss.
Weil die konnten zwar Telegraphieren, aber die konnten ja trotzdem nur Worte austauschen.
Also es blieben ja gemorste Nachrichten.
Ja.
Und faszinierend ist, dass die britische Öffentlichkeit diese Verfolgungsjagd jetzt medial mitverfolgen kann.
Das ist einfach eine mediale Sensation.
Krippen und seine Begleitung hingegen, die sind völlig annungslos, was da gerade um sie herum passiert.
Aber ich habe auch in Anno geschaut, der Datenbank für historische Zeitschriften und Zeitungen der Österreichischen Nationalbibliothek.
Und auch da gibt es um diese Zeitraum zahlreiche Meldungen.
Also die Arbeit der Zeitung zum Beispiel, schreibt schon oder berichtet schon am sechzehnten Juli, das ist, glaube, ein Tag nachdem die Leiche gefunden wird, von der Leiche im Kalk, dann das deutsche Volksblatt in Wiendruck, zum Beispiel am XXIII.
Juli, die Personenbeschreibungen und den Fahndungsaufruf der Londoner Polizei.
Besonders interessant fand ich die Meldung aus der Zeit, das ist nicht die Zeit aus Hamburg, sondern eine Wiener Zeitung.
Die schreiben am XXIII.
Juli, in der Überschrift Dr.
Krippen in Chicago verhaftet, Fragezeichen.
Und das finde ich deshalb so interessant, weil in diesem Beitrag werden einige Gerüchte gesammelt.
Einmal eben, dass eine Person in Chicago verhaftet wurde und sich die Frage gestellt wird, ob das vielleicht Krippen ist.
Aber es heißt dort weiter folgendermaßen.
Mit großer Bestimmtheit wird behauptet, dass Dr.
Krippen und dessen Geliebte von einem Hafen aus die Fahrt nach Cairo angetreten haben.
Das Paar wurde aufgrund des von der Londoner Kriminalpolizei an die hiesigen Hafenbehörden gesendeten Signal Mons.
Also das ist die Person in Beschreibung.
wurde er erkannt.
Als die Polizei auf dem Landungsplatz erschien, war jedoch der Dampfer bereits in See gestochen.
Es wurden alle Vorkehrungen getroffen, um das Paar entweder in der Zwischenstation, falls Dr.
Crippen mit seiner Begleitung in einer solchen, das Schiff verlassen sollte, oder nach erfolgter Landung in Cairo zu verhaften.
Soll heißen, es waren viele Gerüchte im Umlauf und die Funktelegraphie macht es gleichzeitig möglich, dass viel mehr davon überhaupt entstehen und übermittelt werden.
Dennoch ist es so, dass Dew in dem Fall den richtigen Griecher hat.
Er schätzt die Meldung von den Montros als richtig ein und schifft sich eben sofort ein, um auch nach Kanada zu kommen.
Und es ist insofern auch noch mal ungewöhnlich, weil sie gehen eigentlich davon aus, dass Krippen New York ansteuert, weil man darf nicht vergessen, Krippen ist eigentlich US-Bürt.
So schreibt sie nämlich auch die New York Times am fünften Juli.
Da heißt es...
Als erstes telegrafierte die Polizei heute an die Polizeibehörden amerikanischer Häfen, mit der Bitte einlaufende Dampfschiffe nach Krippen abzusuchen.
Die Polizei geht davon aus, dass er am Samstag in die Vereinigten Staaten aufgebrochen ist.
Aber D.U.
entscheidet sich trotzdem für die Überfahrt nach Kanada, um der Montrose zu folgen.
Naja, immerhin, dass er nach Kanada, das ergibt ja auch Sinn, weil er geht wahrscheinlich davon aus, dass alle davon ausgehen, dass er nach New York oder halt in die USA reist und nicht nach Kanada, oder?
Genau.
Also ist so ein Fake.
Ein Head Fake.
Ich habe dazu perfekt getan, als Mr.
Robinson.
Ohne Schnauzer.
Ohne Schnauzer.
Na ja, was ist der ja?
Ohne Brille, er hat ja gedacht, es funktioniert wie ein Superman.
Und klar kennt, er kennt keine Sau.
Und es gelingt tatsächlich.
D.U.
kommt tatsächlich vorher an und als die Montrose am einunddreißigsten Juli, neunzehn, zehn in den St.
Lorenz-Sturm einfährt, da kommt D.U.
Verkleidet als Lotse an Bord, wo er den Krippen sucht, sich vor ihm hinstellt und sagt, guten Morgen Mr.
Krippen, erkennen Sie mich.
Und er kennt ihn natürlich, weil Ju hat ihn ja einige Tage zuvor erst verhört.
Krippen wird verhaftet und die Bilder, wie er von Bord abgeführt wird, gibt auch Fotos davon, die gehen wirklich um die Welt.
Die Litographien dieser Verhaftung, wie Krippen von Bord geführt wird, werden auch zum Beispiel zwei Tage lang in der Wiener Kronenzeitung Großformatik auf Zitelblatt gedruckt, als wirklich ein weltweiter medialer Sensationsfall.
Und vielleicht fragst du dich auch, wie das sein kann, dass hier ein britischer Inspektor, ein Kriminalpolizist, einfach so jemanden in Kanada verhaften kann.
Richtig, genau.
Das liegt daran, dass die Behörden äußerst kooperativ sind, weil Kanada erzählt zum Dominion, also es ist innerhalb des britischen Empires eine selbstverwaltende Kolonie und Kanada wird das erstes dieser, dieser Kolonien als Dominion auch überhaupt bezeichnet.
Und Krippen, der ja US-Staatsbürger war, hätte es du deutlich schwerer gemacht, wenn er einen Schiff noch in New York genommen hätte.
Da hätte es deinen ersten Auslieferungsantrag gebraucht, aber vermutlich...
Also wir jetzt nicht spekulieren, aber wahrscheinlich hätte das auch funktioniert.
Dieser Fall macht auch den ja mittlerweile due international bekannt.
Der gehört inzwischen auch zu den Big Five von Scotland Yard.
So werden fünf Superintendents des Criminal Investigation Departments bezeichnet, die eben so eine besondere Bekanntheit erreicht haben.
Und jetzt habe ich auch schon die ganze Zeit Scotland Yard gesagt.
Und weißt du, warum es überhaupt Scotland Yard heißt?
Ich glaube wegen dem geografischen Ort, oder?
...
wo das erste Gebäude stand.
Ja, richtig, genau.
Und jetzt glaubt ihr, das ist eigentlich ursprünglich das Hauptgebäude ...
...
der Metropolitan Police in London gemeint.
Wird aber inzwischen ...
...
Methonium verwendet.
Vorher.
Also Methonium heißt, wenn man ...
...
einen Aussuch durch einen anderen ersetzt, ...
...
aber es da einen sachlichen Zusammenhang gibt.
Ja.
Also, wenn man sagt, Brüssel hat entschieden, ...
...
aber man meint eigentlich die EU.
Ja.
Solche Dinge sind Methonium.
Wobei es aber trotzdem so ist, dass man, wenn man Scotland-Jahr sagt, eigentlich die Kriminalpolizei meint.
Also man meint eigentlich nur die Kriminalpolizei.
Ja.
Aber streng genommen ist eigentlich oder war es nur das Gebäude und zwar nicht mal die Hauptadresse, sondern ich glaube, da innenhof oder die Straße dahinter.
Ja, und Jahrthold.
Noch ist aber der Fall nicht zu Ende, Richard.
Es kommt nämlich jetzt zum Gerichtsprozess in London, beginnt am achtzehnten Oktober, Jahrhundertzehn diese Flucht.
verkleidet und am anderen Namen macht ihn zwar verdächtig, aber die Frage ist, reicht das für eine Verurteilung wegen Mordes?
Man wirft ihm vor, Choracrypen mit Betäubungsmitteln getötet und anschließend zerstückelt zu haben, die Leiche lässt sich jedenfalls nicht mehr identifizieren, also Kopfgliedmaßen und das Gelett werden nämlich nie gefunden.
Einzig ein Hautstück mit einer Nabel lässt sich mit Choracrypen in Verbindung bringen.
Sie können Spuren des Berührungsmittels Hyocin ist auch als Skopolamin bekannt nachweisen.
Der Skrippen nämlich tatsächlich in großen Mengen bei einer Apotheke gekauft hat einige Tage vor dem Verschwinden von Choracrippen.
Hyocin kommt in Nachtschatten gewachsen vor und wird therapeutisch und auch als Droge verwendet.
Wirkt nämlich in kleinen Mengen beruhigend unterdrückt den Brechreiz und macht den höheren Dosen apathisch und wird deshalb teilweise auch als Narkosemittel verwendet.
oder wurde teilweise als Narkosemittel verwendet.
Ist das nicht auch verwendet worden als quasi ein Wahrheitsserum?
Richtig, ja.
Hey, genau.
Das, was man als Wahrheitsserum verwendet hat.
Ja, und wird heute teilweise auch als Co-Tropfen missbraucht.
Jedenfalls, das ist eines der ersten, übrigens toxologischen Gutachten, das in einem Gerichtsverfahren verwendet wird.
Und es gibt einige solcher Indizien, die gegen Krippen sprechen.
Aber ...
Die Frage ist eben genügt das für eine Verurteilung.
Ethel Lonev, die Geliebte, wird jedenfalls freigesprochen.
Obwohl umgleichs bis heute umgleichs, was sie davon wusste und da sie schon seit Jahren seine Geliebte war, liegt natürlich die Vermutung nahe, dass sie durchaus eingeweiht war in das Verbrechen.
Er selbst bleibt bis zuletzt bei der Geschichte, dass Korra Creppen in den USA untergetaucht wäre und zwar mit ihrem geliebten Bruce Miller.
Und er sagt eben, oder die Verteidigung sagt ja, die Leiche, die muss vom Vormieter des Hauses stammen.
Aber das Urteil, der geschworen ist, dann am Ende schuldig.
Also er wird zum Tod durch den Strang verurteilt.
Am XXIII.
November, Jahrzehnte, Jahrzehnte, wird es im Gefängnis von Pantonville in London versteckt.
Aber damit ist der Fall immer noch nicht beendet.
zahlreiche Filme, Bücher, sogar Musicals, die sich mit der Geschichte beschäftigen oder als Grundlage verwenden.
Unter anderem sagt auch an einer Stelle mal Alfred Hitchcock, dass er sich intensiv mit dem Pfeil Krippen auseinandergesetzt hätte.
Eine Wachsfigur von Krippen befindet sich im Londoner Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud.
Und von der habe ich dir in Folge die Wachsfiguren erzählt.
Natürlich wurde auch schon mehrfach versucht, den Fall mithilfe von DNA-Tests zu lösen.
Zuletzt hat sie der Gerichtsmediziner David Foren von der Universität Michigan DNA-Tests gemacht mit Beweistücken, die noch erhalten sind.
Allerdings hatten die einen gegenteiligen Effekt.
Die haben die Diskussion eher wieder aufgeheizt, weil der kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass die DNA-Spuren von einer männlichen Person stammen.
ist allerdings natürlich insofern schwierig, weil halt nicht klar ist, welche Beweiskraft das wiederum hat, weil die, die in Arschspuren seit hundert Jahren herumliegen und überhaupt nicht nachvollziehbar ist, in welcher Form die verunreinigt wurden.
Also ich denke mal, selbst wenn es jetzt auch viele Spekulationen gibt, auf diese Weise lässt sich der Fall einfach nicht mehr lösen.
Gleichzeitig existieren eben, weil der Fall so eine Berühmtheit geworden ist und von Anfang an so weltweit medial diskutiert worden ist, Daher existieren eben bis heute unterschiedliche Theorien darüber, was passiert ist und ob Krippen schuldig oder unschuldig ist.
Also es gibt auch die Theorie zum Beispiel, dass er seine erste Frage auch schon umgebracht hat.
Die stirbt nämlich, glaube ich, an Herzversagen und der Totenschein wird von einem Freund von ihm ausgestellt und sie wird auch in einem Armengrab relativ schnell begraben, also so dass man auch keine Untersuchungen mehr machen konnte.
und deshalb ist da die Vermutung, dass er das bei Korra auch vorhatte, aber das, was schief gelaufen ist.
Dass es zum Beispiel zu einem Kampf gekommen ist und so.
Und deshalb ja irgendwie die Leiche verschwinden lassen musste.
Oder es gibt auch die Theorie, dass die gefundenen Leichenteile eben gar nicht von Korra Krippen stammen, sondern von Abtreibungen, die illegal im Haus durchgeführt wurden.
Und dann auch die Frage, was die geliebte Ethel Lenev wusste, ob die eingeweiht war oder nicht.
Allerdings würde ich sagen, das sind Spekulationen, die im Grunde ...
Er auch nicht weiterhelfen den Fall zu lösen, der sich einfach in der Form nicht mehr lösen lässt.
Richard, was soll ich sagen?
Das war meine Geschichte über den Kriminalfall Krippen und wie zum ersten Mal ein Verdächtiger mithilfe drahtloser Telegraphie gefasst werden konnte.
Samtfolgungsjagd quer über den Atlantik.
Sehr, sehr gut.
Eine True Crime Geschichte, eine Historie.
hervorragend eingeleitet wurde, mit Marconi.
Ich bin davon ausgegangen, du hättest jetzt eine kleine Geschichte des Radios, weil das ja quasi damit so verknüpft ist auch.
Aber es war noch viel außergewöhnlicher als erwartet.
Sehr gut.
Du hast quasi eingeleitet mit dem Teil der Geschichte, der im Grund dann zur Auflösung führt.
Genau.
Sehr gut.
Wir wissen darauf kommen, eigentlich.
Also auf die Geschichte und dann das so zu machen.
Also ich habe vor langer Zeit mein Hinweis bekommen.
Und zwar von Andreas.
Das war schon im Jahr zwanzig achtzehn.
Ehrlicherweise konnte ich mich daran nicht mehr erinnern.
Aber ich wollte mal wieder was True Crimeiges machen.
Und beim Hören eines anderen Geschichts Podcasts, nämlich von History Extra, da gab es ein Interview mit der Historikerin Halle Rubinhold.
Und die hat das, die kennst du?
Also nett persönlich.
Aber ihr kennt sie ja.
Und sie hat ein Buch geschrieben, das heißt Story of a Murder, The Wives, The Mistress and Dr.
Crippen.
Und jetzt wollte ich gern lesen, weil nämlich was sie da super macht ist, dass sie den Fall eben nicht als Sensationsgeschichte erzählt, sondern als sozialgeschichtliches, historisches Ereignis.
Und eben versucht wegzugehen von diesen ganzen Sensationsgetriebenen Erzählungen.
Und da bietet dieser Fall einfach so viele Anknüpfungspunkte, weil man durch die Quellen einfach sehr viel erfährt über die Zeit und über die Techniken und über die Leute, die einfach mit in diesem Fall beteiligt sind.
Und wie der Fall dann eben auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten medial weiter erzählt wurde.
Es ist nämlich zum Beispiel so, was ich sehr interessant fand, was ich jetzt aber, weil ich weniger auf den Gerichtsprozess eingegangen bin, was sehr interessant ist, was sie zum Beispiel zeigt, ist, dass Krippen vor Gericht versucht, seine Frau so stark wie möglich zu diffamieren.
Also, er versucht, das Bild von Korra Krippen zu zeichnen, als eine völlig unmoralischen Person, die eine Affäre nach der anderen hatte, die einfach völlig unmoralisch ist.
Und interessanterweise wird dieses Bild von Korra Krippen bis heute in den Erzählungen weitergetragen.
Also, da geht sogar soweit, dass ihm sagt, ja puh, also die war ja derart umtriebig.
Weißt du so fast schon, das hätte man Verständnis für den Krippen.
soweit geht es schon.
Und sie zeigt eben, wie sehr quasi diese Geschichte, die danach erzählt wird, so stark von Krippens Aussage dann abhängt, der sich selber eben darstellt als, und so wird er auch beschrieben, so als, ja, weißt du, so wie er auch aussieht, eine sehr ruhige Person, die eigentlich ja keine Fliege was zu leiden tun kann, dass so jemand kann ja wohl, also so eine Verbrechen, niemals begangen haben.
Ziemlich, ja.
Das übliche, dass er hier mit so was umgangen wird.
Ganz genau.
Und sie zeigt eben sehr schön, wie das eben wirklich beginnt mit seinen Aussagen.
dass diese Geschichte sich etabliert.
Und dann habe ich noch, weil ich gerade bei der Literatur bin, von Roger Del Rampel gelesen, Krippen, Crime Sensation in Memory and Modernity.
Und das war sehr interessant, weil es entstand nämlich seiner Forschungsarbeit, bis im Grunde eine Untersuchung, wie der Fall medial und zwar bis heute dargestellt wird.
Der Fall ist eben...
Dadurch, dass er so ein wirklich weltweit medial von Anfang an quasi begleitet wurde, weil wie gesagt, deshalb habe ich auch die Beispiele aus Anno gebracht.
Du konntest quasi in den ganzen Zeitdriften, auch in Wien und in Berlin, konntest du quasi den Fall live mitverfolgen.
Das macht ihn eben auch besonders.
Und dann habe ich noch, ich habe der schon mal von Kein Mux erzählt, ein Podcast, der moderiert wird von Bastian Pastefka, wo alte Krimiklassiker aus den ARD-Hörfungsstudios gespielt werden.
Und da gibt's, das ist der Podcast, den ich meistens zum Einschlafen höre.
Und da gibt's eine fantastische Folge über den Fall, nämlich Jagd auf Dr.
Krippen aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus dem Fall, aus Heiner.
der Ermittler ist der Dew.
Also der Dew ist zwar keine der Hauptermittler im Check the Ripper-File, aber er wird quasi als junger Inspektor auch schon zu diesem Fall hinzugezogen.
Und meine Vermutung ist, dass sie da auf den Dew aufmerksam wird, der dann später eben bekannt wird durch den Crippenfall.
Das ergibt natürlich Sinn, ja.
Sehr gut.
Schau, ähnlich wie die Leute ihre Bücher schreiben, kommen wir auch auf Geschichten.
Wir machen Geschichten zu irgendwas und dann stoßen wir auf das und denken, das könnte eventuell auch weitere Geschichten ergeben.
Absolut.
Und so ist es dann oft.
Ich fand aber nur das so faszinierend, dass wirklich die drahtlose Telegraphie dafür sorgt, dass der Dew ein anderes Schiff besteigt und während er auf dem Atlantik flieht, quasi ihn überholen und dann noch verhaftet.
Ja, es ist sehr gut.
Ich meine, es quasi gemacht, um es dann auch literarisch oder filmisch oder sonst wie verwerten zu können.
Absolut, ja.
Die interessantesten Geschichten schreibt halt das Leben.
Um bei Plattityden zu bleiben.
Wir haben ja keine so Plattityden-Kassem.
Plattityden.
Muss jetzt zwei oder ein Jahr.
Das haben wir vielleicht reinführen.
Ja, genau.
Sehr gut.
Sehr schöne Geschichte.
Sehr schöne, finde ich, letzte Geschichte des Jahres, zwanzig, fünf Uhr, zwanzig.
Ja, vielen Dank.
Ich hoffe, das Publikum sieht es genauso.
Aber die bleibt auch nichts anderes übrig.
Weil es gibt keine andere.
Ja, richtig.
Idee ist so eine Idee.
Genau.
Ist das nicht immer in deiner Kurzbiografie auf den unterschiedlichen Social-Meter-Plattformen gestanden?
Ja, das ist mein...
habe ich versucht mal zu etablieren als das Motto meines Lebens.
Verstehe, also musst du irgendwann mal eine Bande machen, wo das draufsteht.
Idee ist so eine Idee.
Wenn du es etablieren willst.
Ja.
So wie das Ich-Dien zum Beispiel, der hat ja dann doch unterschiedlichste Herrn-Häuser getragen wurde, weil es vom einen übernommen wurde und dann Deutschland, Großbritannien und so weiter.
Dann vielleicht, wer wird das bei dir ähnlich?
Ja, also ich habe es auf jeden Fall seit Jahren.
schon immer, wenn ich irgendwo einen Untertitel brauche oder so auch mal, wie zum Beispiel bei den Social-Media-Sachen, schreibe ich immer, das wurde das.
Ja, sehr historische Art und Weise, die Welt zu betrachten.
Ja, für dich sehr angenehm.
Passt gut zu unserem Podcast, denke ich.
Also es gibt schon einen Grund, dass wir das seit zehn Jahren machen.
Gut.
Hast du dem Ganzen noch was hinzuzufügen?
Ja, ich würde sagen, lass mal's gut sein für dieses Jahr.
Lass mal's gut sein für dieses Jahr.
Und beenden wir die letzte Folge dieses Jahres, so wie wir auch alle anderen Folgen beenden, nämlich mit einem Feedback-Hinweiß-Block.
Sehr gut.
Wer Feedback geben will.
Zu dieser Folge oder anderen kann das per E-Mail machen.
Feedback at Geschichte.fm kann es auf den diversen Social-Media-Plattformen tun, wo wir gemeinhin Geschichte.fm heißen, außer im Fediverse.
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Wir bedanken uns in dieser Woche bei Julia, Petra, Joe, Sandra.
Cora, Thomas, Konstantin, Moritz, Daniela, Jakob, Michael, Andrea, Andreas, Ingrid, Matthias, Mioko, Ferdinand, Ole, Petra, Bernd, Angelo, Bastian, Philipp, Björn, Julian, Tamara, Sabine, Daniel, Nadja, Marc, Samuel, Julius, Julia, Ludger und Konstantin.
Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung.
Ja, vielen herzlichen Dank und danke an Lene Kiebal fürs Schneiden dieser Folge.
Tja, Richard, dann würde ich sagen, beend mal diese Folge wie alle anderen Folgen halt auch.
Richtig.
Indem wir dem einen das letzte Wort geben, das er immer hat.
Nämlich...
Bruno Kreisky.
Lern uns ein bisschen Geschichte.
Lernen wir ein bisschen Geschichte, dann werden wir sehen, wie das sich damals endlich durchsamt.
Wie das sich damals endlich durchsamt.
Und hört erst mal nur ein...
Sorry, bevor.
Ist es wirklich Guglielmo oder Guglielmo?
Also das wird das L so ausgesprochen, so ist es nachgeschaut.
Welches L meinst du?
Du hast Guglielmo gesagt, oder?
Kann das sein?
Guglielmo, ja.
Ich würde Gielmo sagen eigentlich.
Warte, ich höre es mal nochmal an.
Ich habe es mal mehrfach angehört.
Warte mal, wie kann ich denn das übertragen?
Sorry, ich wollte nur sicher gehen, damit du nicht eventuell wieder zuschriften kriegst.
