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GAG532: Federn

Episode Transcript

Hallo und herzlich willkommen bei Geschichten aus der Geschichte.

Mein Name ist Richard.

Und mein Name ist Daniel.

Ja und wir sind zwei Historiker, die sich hier Woche für Woche gegenseitig jeweils eine Geschichte erzählen.

Nein, nicht jeweils, sondern gegenseitig einmal eine Geschichte erzählen.

Immer abwechseln und auch immer so.

dass der eine nicht weiß, was der andere ihm erzählen wird.

Richtig.

Gut, Daniel, angekommen sind wir jetzt bei Nummer fivehundertdreißig, fünf drei zwei.

Wenn du das sagst.

Du weißt das doch auch, gibst du.

Gibst du.

Fünfhundertdreißig.

Weißt du noch über was wir in Folge fünfhundertdreißig sprachen?

Selbstverständlich, weil es ging um dein Lieblingsthema.

Es ging ums Kochen und um einen sehr berühmten Koch.

Nämlich den König der Köche, den Karem.

Antonin Karem oder Marie-Antoine Karem, korrekt.

Schönes Feedback erhalten dazu.

Die Essensfolgen mögen Leute auch ganz gern, haben das Gefühl.

Weil Essen ist halt, wie soll ich sagen, es verbindet.

Weil wir alle müssen das irgendwie auf die eine Art oder die andere tun.

Ja, das stimmt.

Aber ich glaube, die Leute schätzen auch sehr deine Leidenschaft gegenüber diesen Kochthemen, weil man merkt schon, dass die diese Themen besonders im Herzen liegen.

Ah, was soll ich sagen?

Feedback zu.

Martin hat uns auf unserer Seite zu Recht darauf Aufmerksam gemacht, dass ich fälschlicherweise gesagt habe, dass die von Karem codifizierte Sauce Allemont, auch heute bekannt ist als die Sauce Allemont, stimmt so natürlich nicht, ist eine andere Sauce, aber Escofier, als er das Ganze überarbeitet hat, hat er die Sauce Allemont ersetzt durch die Sauce Allemont, also als eine dieser großen Sauce.

Diese großen Sauce.

Ich meine, ich kann mir keinen Spargelgericht ohne Sauce von und S vorstellen.

Ja, eben, schau.

Und vor allem bei denen ist es wichtig, die sind quasi die Grundsoßen.

Alle anderen Soßen lassen sich hier leiten von diesen.

Und da passt die Sauce von und S besser als die Sauce.

Allemont, offensichtlich.

Und weil wir gerade beim Essen sind, Daniel, was anderes noch?

Jon und Jonas, die viele von euch vielleicht als jene kennen, die mit uns Plus-Ultra gemacht haben, also Studio Bummens, zu denen sie gehören.

Und wir haben ja plus Ultra gemacht letztes Jahr.

Und Jon und Jonas, die haben in der Zwischenzeit was Neues gemacht.

Noch ohne uns, wobei, das war ein kleiner Spoiler, wir arbeiten mittlerweile mit ihnen jetzt auch schon an Staffel zwei, plus Ultra.

Aber auf jeden Fall, sie haben was anderes gemacht und es hat mit Essen zu tun.

Das heißt nämlich to lose.

Die Geschichte eines Restaurants und in diesem Podcast wird die Geschichte des Kors Max Strohe und seiner Partnerin Ilona Scholl erzählt.

Und wie soll ich sagen, es ist eine packende Geschichte.

Wundervoll umgesetzt eben mit Musik von Jonas Hafke schon wieder, der für uns auch die Musik gemacht hat, hervorragend.

Und wie soll ich sagen, für all jene, die zum Beispiel The Bear gesehen und geschätzt haben, ist das genau der richtige Podcast.

Erzählt wird das Ganze übrigens von Jakob Lund.

den Podcast aficionados sicherlich als einen Teil des Trios von Baywatch Berlin kennen.

Der nämlich auch sehr gern ist.

Jedenfalls ab morgen, vierten, zwölften.

Da gibt's die ersten zwei Folgen und dann immer wöchentlich jeden Donnerstag.

Fantastisch.

Vielleicht sollte man auch dazu sagen, vierter, zwölfter, zwanzig, zwanzig.

Ach so, ja, für alle die später.

Also wer es später hört, einen Tag später, da gibt es dann eh, und wer es ein Jahr später, also im vierten, zwölften, sechsundzwanzig hört, da gibt's schon alle Folgen.

Das ist das Gute an Podcasts, die bleiben wir dann meistens.

Im besten Fall.

Im besten Fall.

Gut, so viel zu Feedback und zum Essen und zu Toulouse.

Ja, dann haben wir es für die Woche.

Außer du, Werter Daniel, hast noch eine Geschichte mitgebracht, weil dann würde ich mir das auch noch anhören, bevor wir ins Wochenende gehen.

Aber ist was, dann machen wir das noch schnell.

Okay.

Soll ich anfangen?

Why not?

Richard, am zehnten April, zwölf, startet ein britischer Passagierdampfer der White Star Line in Southampton, seine Jungfernfahrt.

Ziel ist New York.

Und es ist nicht irgendein Schiff.

Es ist mit dem Schwesterschiff der Olympic das größte Schiff der Welt und gilt es unsingbar.

Am vierzehnten April um dreiundzwanziger vierzig kollidiert dieses Schiff im Nordatlantik mit einem Eisberg.

Keine drei Stunden später ist das Schiff untergegangen.

Von den über zwei tausend, zweihundert Menschen an Bord kommen tausend, fünfhundert, vier Zimmerms leben.

Und es ist eine der bekanntesten Schiffskatastrophen der Geschichte.

Und deshalb, Richard, werden wir jetzt auch nicht über den Untergang der Titanic sprechen.

Das hätten wir auch sehr, sehr gewundert.

Sondern wir werden über Teile der Fracht sprechen, die mit der Titanic auf den Grund des Atlantiks gesunken ist.

Denn die Titanic hat nicht nur gewaltige Mengen Nahrungsmittel an Bord für die Überfahrt, allein über siebzig Tonnen Fleisch und Fisch, vierzig Tonnen Kartoffeln, auch riesige Mengen Gepäck, fünfhundertfünfzig Kubikmeter.

Dazu kommen noch fast siebentausend Tonnen Kohle für die Kessel und über dreitausend Postsäcke, weil die Titanic auch als Postschiff deklariert war.

Es gab auch ein paar kuriose Frachtstücke, wie zum Beispiel ein Auto.

Ein Renault Coupé de Ville mit twenty-fünf PS, das der amerikaner William Carter in Europa gekauft hat und es dann mit der Titanic in die USA verschiffen wollte.

Und vielleicht kennst du dieses Auto, oder wahrscheinlich kennst du dieses Auto aus dem Film von James Cameron aus dem Jahr nineteenhundneinzehnundneinzig.

Da gibt es nämlich eine berühmte Szene zwischen Kate Winslet und Leonardo DiCaprio mit dem Auto.

Ah, ist das das Auto, wo dann die Scheiben so beschlagen.

Interessant.

Auf der Kost.

Das einzige Auto an Bord.

Und Carter, dem das Auto gehört hat, ist übrigens nicht ganz unumstritten, weil er überlebt den Untergang der Titanic, nachdem er gemeinsam mit J.

Bruce Eastmay, dem Geschäftsführer der White Star Line, einen Platz im letzten Rettungsboot bekommt, das ins Wasser gelassen wird.

Und das ist deshalb umstritten, weil es ja eigentlich die Order gab, Frauen und Kinder zuerst.

Ja.

Und das wiederum ist ein Verhaltenskodex, der auch als Birkenhead-Drill bezeichnen wird.

Und interessanterweise erst durch den Untergang der Titanic, so richtig bekannt geworden ist.

Wo es nämlich auch wirklich angewendet wurde, weil über siebzig Prozent der Überlebenden sind Frauen.

Das ist allerdings in der Schifffahrtsgeschichte eher eine Ausnahme.

Und es ist auch wieder so eine Sache, von der ich dachte, die gibt es schon immer.

Aber sieh da, das Prinzip taucht erst zum Mitte des Jahrhunderts auf.

Naja, hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, ab wann so Passagierschifffahrt so wirklich etabliert ist, oder?

Weil bis dahin, das ist ja, glaube ich, eher nicht so weit verbreitet gewesen, oder?

Würde man meinen, aber das etabliert sich durch Militärschiffe.

Und zwar, also dieses Frauen und Kinder zuerst war und ist bis heute auch kein Teil des Seeerechts.

Also es gibt kein internationalen Vorschriften, sondern das ist eher so ein inoffizielles Protokoll, so eine soziale Norm im Grunde, die sich etabliert hat.

Und wusstest du, dass dieser Verhaltenskodex als Birkenhead Drill bekannt ist?

Nein, natürlich nicht.

Es ist nämlich so, Birkenhead ist ein Truppentransportschiff der Royal Navy.

Und dieses Schiff musste eighteenhundertzehnundfünfzig evakuiert werden.

Und dort gibt ein Leutnant die Order aus.

Statt rette sich wer kann, was eigentlich so der gewohnte Verhaltenskodex war, gibt er die Order aus, Frauen und Kinder zuerst.

Die HMS Birkenhead hat nämlich vor der Küste von Karpstadt einen Felsen gerammt und es war schnell klar, das Schiff wird untergehen und neben den fast fünfhundert Soldaten waren auch fünfundzwanzig Frauen und einunddreißig Kinder an Bord.

Es gab zu wenig Rettungsboote, das ist ihnen schnell klar und daher gibt eben einen Leuten an dem Befehl, dass erst Frauen und Kinder in die Rettungsboote sollen.

Warum waren Frauen und Kinder an Bord?

Weil es war ein Militärschiff.

War ein Truppentransportchef, genau.

Na ja, wahrscheinlich haben die ihre Familie mitgebracht oder so.

Ja, also wenn es ein Transport war, reines Kriegsschiff war, sondern ein Transport von A nach B, um Truppen, und da sind ja die Familien auch mitgekommen.

Genau.

Da gibt es einen Sinn.

Am Ende überleben nur knapp zweihundert der sechshundertdrahrenvierzig Personen an Bord des Unglück.

Interessant an der Geschichte finde ich aber ist, dass sie erst mal bekannt wird wegen einer anderen Sache, nicht wegen dem Birkenhead-Trill.

Nämlich, sie steht für absoluten Gehorsam und Disziplin unter Soldaten.

Ein Überlebender berichtet nämlich Folgendes.

Die Ordnung Disziplin, die an Bord herrschen vom Moment des Aufpreis bis zum vollständigen Untergang des Schiffes, übertrafen alles, was ich selbst durch beste Disziplin für möglich gehalten hätte.

Jeder befolge die Anweisungen und es gab kein Morren oder Schreien unter ihnen, bis das Schiff endgültig versank.

Alle erhielten ihre Befehle und führten sie aus, als ob sie an Bord gingen, anstatt in die Tiefe zu stürzen.

Und dieser absolute Gehorsam, das macht so die Runde, also der preußische König zum Beispiel Friedrich Wilhelm IV., der ist von der Disziplin der Soldaten so beeindruckt, dass allen preußischen Regimentern ein Bericht über den Birkenhetuntergang vorgelesen wird.

Und der Name Birkenhead Drill wird dann, und man kann so sagen, so dieses Frauen und Kinder zuerst etabliert sich so ja Ende oder ab Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.

Und da wird es immer bekannter und so richtig bekannt, wird es eigentlich erst nach der Titanic.

Kommen wir zurück zur Titanic, da war nämlich noch viel mehr an Bord, also neben dem Auto waren auch noch seventy-sechs Kisten Drachenblut dabei.

Natürlich kein echtes Drachenblut.

Sondern das ist so rotbraunes Naturharz.

Wird schon seit der Antike als Färbemittel verwendet, aber auch als Medizin und für Lacke.

Und was glaubst du war das wertvollste Frachtstück?

Ein Diamant.

Ja, das wird immer in Filmen und so wird oft so von Gold und Diamanten gesprochen.

Aber vermutlich war gar nicht besonders viel Schmuck oder so wertvolles an Bord.

Hm.

Offiziell, nach Nationaluntersuchung, bei der sie sich die eingereichten Entschädigungsanträge angeschaut haben, war das wertvollste Gepäckstück ein Ölgemälde.

La Circassienne Haubein von Marie-Joseph Blondel, ein Gemälde aus dem Jahr eighteenhundertviertzehn, und für das sind die höchsten Entschädigungsansprüche eingereicht worden gegenüber der White Star Line, nämlich hunderttausend US Dollar.

Hm.

Und zwar durch Hokkan Stefansson, ein reicher schwedischer Geschäftsmann, der ebenfalls den Untergang der Titanic überlebt hat.

Und zwar ebenfalls in einem Engelhardt Collapse Boat.

Also es gab vier Faltboote an Bord.

Und der Ismae und der Carter, die ich gerade schon erwähnt habe, die sind in Faltboot C gerettet worden und Stefansson in Faltboot D.

Und das ist aber das so eine Sache.

Ich finde es so faszinierend, dass wir so viele Details kennen aus dieser Titanic Geschichte.

Bei nur wenigen historischen Katastrophen, würde ich sagen, oder überhaupt Ereignissen, wissen wir so viele Details.

Wir wissen tatsächlich, in welchen Rettungsboten welche Leute gesessen sind.

Aber vielleicht gilt dieses Gemälde zu Unrecht, als die wertvollste Fracht an Bord der Titanic.

Denn es befanden sich auch über vierzig Kisten Federn an Bord, darunter zwölf Kisten Straußenfedern für die Hutmacherläden in New York.

Weil Fiedern gehörten zu der Zeit zu den teuersten Handelsmannen auf dem Weltmarkt.

Und um neunzehnhundert zwölf befinden wir uns auf dem Höhepunkt des globalen Fiederhandels.

Und deshalb, Richard, sprechen wir heute über Fiedern, über Vogelfedern und vor allem über Straußenfiedern.

Was für eine, was für eine Einleitung.

Fantastisch, fantastisch, fantastisch.

Sehr gut.

Vogelfedern.

Wir sprechen über Vogelfedern.

Ja, Puh, muss ich sagen.

Ich freue mich.

Es steckt tatsächlich mehr an den Vogelfedern, als ich jemals gedacht hätte, bevor ich mich jetzt damit beschäftigt habe.

Wenn du jetzt ansetzt, seine Geschichte drüber zu erzählen, dann glaub ich, da ist es.

Und es ist oft so, dass man von solchen Dingen nicht weiß, dass tatsächlich eine Geschichte drin steckt.

Ganz genau.

Sehr gut.

Es wurden nämlich nicht nur Federn verwendet für Fächer oder für Staubbesen, sie wurden in dieser Zeit vor allem verwendet in der Hutmode.

Und du hast schon mal eine Folge gemacht über Hüte, nämlich über Strohüte.

Das war Folge twohundert, zweihundsechzig.

Die Straw Hat Riots.

Und weißt du noch, wann die sind?

Die Straw Hat Riots.

Warte mal.

Nicht, dass ich sie jetzt falsch sage.

Sie sind in den neunzehnten, hundertzwanziger Jahren.

Neunzehntzwanzig.

Genau.

Okay.

Und du erklärst in der Folge auch, wie und warum Menschen anfangen, Hüte beziehungsweise Kopfbedeckungen zu tragen.

Und auch welche Bedeutung Hüte vor dem XX Jahrhundert noch hatten.

Und du erklärst auch, dass Hüte ab dem XV Jahrhundert zu einem der wichtigsten modischen Merkmale werden.

Worüber du aber nicht sprichst, sind Federn.

Und Federn an sich sind schon sehr faszinierend.

Also Federn bestehen als Keratin, also so wie unsere Fingernelge.

Und sie sind leicht, weich und stabil.

Und die können so viel unterschiedliche Dinge.

Also sie schützen Vögel vor Kälte und Nässe.

bieten Tarnung, es gibt unglaublich viele Farben und Formen von Federn.

Und dann ermöglichen sie auch überhaupt, also vor allem die Schwung- und Steuerfedern, die ermöglichen überhaupt auch erst, dass Vögel fliegen können, weil die eben fest und stabil sind, aber gleichzeitig auch sehr leicht.

Und der Modetrend, Hüte aufwendig mit Federn zu verzieren, der erreicht zu Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Europa und in den USA seinen Höhepunkt.

Federn, vor allem Straußenfedern, sind schon lang, also auch schon in der antiken beliebtes Accessoire.

Also Schmuck einerseits aber auch mit einer so rituellen Bedeutung.

Es gibt sogar eine ägyptische Hyroglüfe, die eine Straußenfeder darstellt.

Na ja, und auf Hellmann sind sie auch beliebt, oder?

Genau, zu den Helmen würde ich auch noch kommen.

Zum Beispiel der Gardekommandant, der Schweizer Garde trägt eine weiße Straußenfeder am Helmen.

Und auf Militär und auf Helmen werden sie überhaupt auch oft getragen.

Oft ist es eben auch für die Prunkuniformen.

Oft ist es aber auch so ein Hinweis oder so ein Gedenken an verstorbene Soldaten.

Die Straußenfeder im alten Ägypten, die steht oder diesen Symbol für Gerechtigkeit, weil die so Symmetris sind.

Und Maat war das altegyptische Konzept für Gerechtigkeit, Weltordnung, Wahrheit und Gerechtigkeit und wurde durch eine Göttin verkörpert.

Und die wurde dargestellt als Frau mit einer Straußenfieder auf dem Kopf.

Gibt auch Darstellungen von Osiris mit zwei Federn an der Krone.

Und darüber hinaus waren Strauße im alten Ägypten wichtige Zucht- und Jagdtiere, die man eben für Eier, Fleisch oder eben aus Federlieferanten verwendet hat.

Weil Strauße haben die größten Körper- und Eier aller lebenden Füllung.

Und weißt du woher das Wort Straus kommt?

Nein.

Vom altgriechischen Wort des Großer Spatz heißt.

Großer Spatz?

Ja.

Also Strause, also die Gattung dieser großen flugunfähigen Vögel, da werden die männlichen Tiere über zwei Meter groß wiegen bis zu hundertfuchzig Kilo und die Federn vom Straus, also lateinisch Struthiu, die konnten sich deshalb so ausbilden, weil sie eine neue Funktion bekommen haben.

Also, weil mit den Federn musste der Strauß ja nicht mehr fliegen können.

Und daher konnten die sich so zu Schmuck- und Signal-Federn ausbäden.

Mussten?

Auch.

Ja, genau.

Stimmt, mussten.

Also, damit der Vorstechen das merkt mal.

Das Besondere an den Straußenfedern ist, im Gegensatz zu vielen anderen Vogelarten, ist, dass die Federeste auf beiden Seiten vom Schaft gleich lang sind und daher auch so symmetrisch sind.

Besonders beliebt sind diese weißen Puschling-Federn.

Und die meiste Zeit waren die ein absolutes Luxusgut.

Und so in den achtziger Jahren wird mit dem wachsenden Bürgertum diese aufwendige Hutmode auch für die Mittelschicht leistbar.

Und so entsteht jetzt relativ schnell ein riesiger globaler Markt, nicht nur mit Straußenfedern, sondern auch mit allerlei Schmuckfedern von Wildvögeln.

Und das macht eine Geschichte von Frank Chapman sehr deutlich.

Chapman arbeitet eigentlich ab den Achtzehn-Achzigerjahren bei einer Bank in New York und er begeistert sich für die Vogelkunde, gibt dann später auch seinen Job bei der Bank auf und wird dann wichtiger Vertreter der frühen Artenschutzbewegung.

Dazu komme ich später noch.

Chapman macht sich nämlich an zwei Februar-Tagen im Jahr Achtzehnhundertsechzech auf, um in New York Vögel zu beobachten.

Aber nicht am Himmel, sondern auf den Köpfen der Frauen in einem New Yorker Einkaufsvierteln Manhattan.

Er wollte tatsächlich herausfinden, wie viele verschiedene Vogelarten lassen sich da erzählen.

Und diese Geschichte verdeutlicht noch mal, wie verbreitet und groß dieser Federmarkt war.

Er kommt nach diesen zwei Tagen auf fünfhundert, zweihundvierzig Hüte und hundert, siebzig verschiedene Vogelarten.

Und dabei sind es nicht nur Federn auf den Hüten, es gibt welche mit Flügeln, sogar ganze präparierte Vögel sind zu sehen, trappiert mit Blättern und Moos, also alles sehr aufwendig.

Also er entdeckt wirklich alles Mögliche.

Federn von Spechten, von Wachteln, dann natürlich, weil besonders beliebt und begehrt, Federn von Straußen, von Pfauern, von Fassanen, von Reiern, von Geiern, von Adlern.

Also ich könnte jetzt an der Stelle eine halbe Stunde lang Vögel aufzählen.

Thor Hansen, ein Biologe, dessen Buch über Federn nicht gelesen habe, hat es so formuliert.

Die über alle weltreiche ausgedehnten Handelsbeziehungen hatten die Straßen der Stadt in ein exotisches Vogelhaus verwandelt.

Jetzt ist es so, als im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert die Straußenfedern immer beliebter geworden sind für die Hutmode, ist die Jagd auf die Tiere immer weiter ausgeweitet worden und es hat bald derartige Ausmaße angenommen, dass die Vögel in vielen Gebieten Afrikas und Asiens ausgerottet wurden.

Also man unterscheidet heute zwischen dem afrikanischen Strauß und dem Somali Strauß.

Das sind die heute noch lebenden Arten.

Und vom afrikanischen Strauß gibt es mehrere Unterarten.

Dazu zählen vor allem der nordafrikanische Strauß, der südafrikanische Strauß und der arabische Strauß.

Der arabische Strauß ist allerdings Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ausgerottet worden.

Den ergibt es nicht mehr.

Auch nördlich der Sahara gibt es heute keine Strauße mehr.

Früher war der Nordafrikanische Strauß oder auch Rothals Strauß in Nordafrika weit verbreitet.

Der wurde aber so lange gejagt, bis es dort keine mehr gab.

Und dieses Schicksal droht im Jahrhundert mit diesem Federboom auch dem Südafrikanischen Strauß.

Und weil es immer weniger willlebende Strauße gibt, beginnt man dort, Strauße nicht mehr zu jagen, sondern in Farmen zu züchten.

Die erste Straußenfarm gibt's seit eighteenhundert, achtunddreißig in Südafrika.

Und vor allem in der Stadt Uthorn im Südwesten von Südafrika.

Da werden ab achtzehnhundert, sechszig Straußige züchtet.

Und das wird so zum Zentrum der internationalen Straußenindustrie.

Vor allem gegen Ende des Jahrhunderts, wo der Federboom seinen Höhepunkt erreicht.

Straußenfedern sind vor dem ersten Weltkrieg nach Gold und Diamanten das wichtigste Exportgut aus Südafrika.

Und die meisten Straußenfedern auf dem Weltmarkt kommen um nineteenhundert von dort.

Da gibt es bald riesige Straußenfarmen, wo die Strauße zweimal im Jahr gerupft werden.

Und das ist insofern besonders, weil bei der sogenannten Federlese kann man den Straußen eben die Federn abschneiden.

ohne sie zu töten, was nämlich bei allen anderen Vogelarten so gemacht wird.

Das heißt, in den letzten Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts werden Strauße insbesondere ihre Federn zu einem globalen Handelsgut und die wichtigsten Exporteure kommen aus Südafrika.

Und für die Straußenfarmen hat die Regierung vor allem auch Land von der indigen Bevölkerung beschlagnahmt.

Jetzt ist es allerdings so, die südafrikanische Regierung befürchtet den Zusammenbruch des Straußenfedernmarkts und es liegt vor allem daran, dass die Konkurrenz immer stärker wird.

Also in den USA zum Beispiel werden insbesondere in Arizona ab Mitte des Jahrhunderts große Straußenfarmen aufgebaut.

Strauße werden, auch erstmals nach Australien eingeführt, mit dem Ziel dort Farmen für den Federnexport aufzubauen.

Also in Südafrika sehen Sie sich unter Druck.

Und da gibt es noch einen Punkt, der betrifft die Qualität der Federn.

Es gibt nämlich Straußenfedern auf dem Markt, die bessere Preise erzielen, und die eine bessere Qualität haben, weil in Südafrika züchten sie ja den südafrikanischen Strauß.

Also eine Unterart vom afrikanischen Strauß.

Aber höhere Preise werden für Federn vom nordafrikanischen Strauß gezahlt.

Warum das?

Weil das so selten ist?

Nee, weil die Federnqualität besser ist.

Also die sind noch dichter, symmetrischer, noch größer.

Also in der Literatur, die ich gelesen habe, da ist immer vom Berber Strauß die Rede.

Das ist eine andere Bezeichnung für diesen nordafrikanischen Strauß.

Üblicherweise nennt man ihn heute Nordafrikanischer Rothalsstrauß.

Und die waren eigentlich in Nordafrika weit verbreitet, auch nördlich das Sahara.

Und auf der ganzen Breite des Kontinents bis zur Westküste, also wirklich ein riesiges Gebiet, die sind aber durch die Jagd derart dezimiert worden, dass man sie in Südafrika schon für ein Mythos hält.

Also man weiß gar nicht, wo gibt's die überhaupt noch, aber immer wieder tauchen auf den merkten Federn mit dieser herausragender Qualität auf.

Und die fragen sich, wo kommen diese Federn her?

Und sie gehen davon aus, die müssen von so einer mysteriösen Straußenart kommen, aber sie können halt nicht sagen, von wo.

Und auch die europäischen Händler, die können ihnen nicht weiterhelfen, weil die kriegen zwar diese Federn, aber die wissen halt nicht, wo die Federn konkret herkommen, weil es gibt ja diesen transsaharischen Handel.

Und da sind diese Federn oft Jahrhunderte oder vielleicht sogar Tausende Kilometer unterwegs.

Und deshalb will die südafrikanische Regierung, um unbedingt herausfinden, wo diese Federn herkommen.

Und sie starten eine Straußenexpedition.

Aber nicht nur um herauszufinden, wo diese Federn herkommen, sondern mit dem Ziel, diese Tiere nach Südafrika zu bringen.

Russell William Thornton soll die Geheimemission leiten, die als Trans-Sahara Straußenexpedition oder als der Great Trans-Saharan Ostrich Haste in die Geschichte eingegangen ist.

Haste?

Pustig.

Dieser Aspekt ist in der deutschen Übersetzung verloren gegangen.

Wirklich, ich sehe, warum hast.

Der Auftrag ist nämlich folgender.

Sie sollen diese besonderen Vögel finden nach Südafrika bringen, um dort die südafrikanische Straußenindustrie zu retten, mit der Idee, dass sie diese Strauße dann kreuzen mit den südafrikanischen, um dann die perfekte Feder zu züchten.

Das Problem war allerdings, dass sie zu dem Zeitpunkt wirklich noch nicht wissen, ob es diese Straußenart wirklich gibt oder ob die in Mythos ist.

Eine Motivation dazu, das zu dem Zeitpunkt zu machen, ist der Bruder des Expeditionsleiters.

Also der Expeditionsleiter ist der Russell William Thornton und sein Bruder, der Ernest Thornton, der setzt sich in die USA ab und der weiß halt alles über die südafrikanischen Straußeninterner.

Und deshalb war die Befürchtung, dass er jetzt vielleicht mithilft, die aufschreibende amerikanische Straußindustrie mit den notwendigen Infos zu versorgen, dass die vielleicht an den nordafrikanischen Strauß kommen.

Und in einem Bericht aus dem Jahr neunzehnt zwölf habe ich Folgendes gelesen.

Nicht mit Unrecht gelten die Federn des nordafrikanischen Straußes als die besten.

Es wird ihnen nachgerühmt, dass sie kräftiger, elastischer, voller und widerstandsfähiger als die des gezüchteten Kapstrauses sind, also der Kapstraus ist der aus Südafrika.

Leider ist der wilde Straus schon so dezimiert, dass die Federausbeute nur noch gering ist.

Wie in Berlin und Wien, so wird auch in Paris als Hauptmasse das gezüchtete Material aus Südafrika benutzt.

Und sie haben dann erstmal Händler in den Norden Afrikas geschickt, die die wichtigsten Handelsstationen abklappern.

Aber sie finden diese Federn erst mal nicht.

Es gibt nur einen einzigen gesicherten Hinweis in Tripolis, also die heutige Hauptstadt von Libyen, da es ein Päckchen dieser Federn gefunden worden.

Und sie finden heraus, dass dieses Päckchenfedern aus der Sahalzone vom südlichen Rand der Sahara stammt.

Sie suchen also weiter und sie werden am Ende tatsächlich fündig.

Und jetzt muss ich noch einen kurzen Exkurs zur Kolonialgeschichte machen.

Südafrika war ja erst als Kapkolonie unter niederländische Herrschaft und wird dann ab siebzehnhundertachzig britische Kolonie.

Und es folgt dann eine komplizierte Geschichte mit einer Autonomiebewegung mit Gründung der Burundrepubliken, zwei Burenkriegen, was wir uns aber, wenn dann mal in einer eigenen Folge anschauen müssen, entscheidend für den Fortgang der Straußenexpedition ist, dass ab neunzehntenhundertzehn, also kurz vor Aufbruch der Expedition, da wird die Südafrikanische Union gegründet.

Und die Südafrikanische Union, das ist ein selbst regiertes Dominion im britischen Commonwealth.

Also das heißt Südafrika ist eine sich selbst verwaltende Kolonie.

Und sie finden aber raus, dass die gesuchten Straußenferern aus einer französischen Kolonie in Westafrika stammen.

Das entspricht zu dem heutigen Gebiet Mali und Niga.

Und jetzt bekommen Russell Thornton, Frank Smith und Jack Bauer den Auftrag, heimlich in die französische Kolonie einzudringen, um die Strauze auswendig zu machen.

Sie machen sich also auf den Weg zum angrenzenden britischen Kolonialgebiet, also das Angrenzt an das französische Kolonialgebiet.

Das ist das Protektorat Nord-Nigeria, heute Teil von Nigeria.

Und es wird jetzt auch eine größere Expedition.

Also Sie haben Übersetzer dabei, engagieren über hundert Träger und machen dann Station in der Stadt Kano.

Das ist eine der bedeutendsten Knotenpunkte für den Transahara-Handel.

Und der Transahara-Handel, ich habe es ja schon angesprochen, ist eine der ältesten Handelsrouten der Welt, also die gibt es schon seit der Antike.

Und sie machen jetzt von Kano aus kleinere Expeditionen und gehen in Dörfer, befragen Karawannen nach diesen Federn.

Und sie finden schließlich diese Federn, die sie suchen.

Es scheint nämlich ein Zentrum für diese Federn zu geben, nämlich Zinder.

Zinder ist heute eine Stadt im Süden von Niga, in der Sahelzone, und ist so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so.

Die südafrikanische Regierung, die gibt dem Fronten die Erlaubnis, sieben Tausend Pfund Stirling für den Kauf von hundertfünfzig Straußen auszugeben.

Allerdings unter der Bedingung, dass jegliche Verbindungen zur südafrikanischen Regierung unterbleiben muss.

Also er darf nicht sagen, dass er von der Regierung geschnitten wird.

Sie kommen also nach Zinder, wo sie jetzt Verhandlungen führen, um diese Strauße auszuführen.

Aber der Generalgouverneur dort, der Französische, der stellt sich quer und sagt, sie dürfen keine Strauße jagen oder ausführen.

Sechs Wochen lang versuchen sie, die zu überreden, aber nach sechs Wochen werden sie endgültig abgewiesen.

Der Export lebender Strauße oder ihre Eier wird ihnen strengstens verboten.

Jetzt kommen sie wieder zurück nach Kano, aber es ist so, wir wissen heute, dass Thornton mit einer Straußenherre nach Südafrika zurückkehrt.

Aber niemand weiß genau, wie sie an die Tiere kommen.

Sie nutzen wohl die Kontakte von einem Straußenhändler, den Thornton in London vorher trifft.

Und es ist so, Sie haben zwar keine Erlaubnis, aber sie schmuggeln oder sie lassen schmuggeln.

Einer der Beteiligten schreibt später folgendes.

Ich bedauere, dass ich nicht genauer auszuführen vermag, wie wir die Strauße im französischen Territorium fingen und sie über die Grenze nach britischen Nigeria brachten.

Unter uns aber gestehe ich gerne, dass wir recht aufregende Zeiten damit verbrachten, die französischen Fremdenlegionäre zu überlisten, die man an der Grenze postiert hatte, um uns am Schmuggel zu hindern.

Bis April, zwölf haben sie in Kano schließlich hundertfünfzig Schrausse gesammelt.

Der Expeditionsleiter ist zu dem Zeitpunkt übrigens nicht dabei, der liegt mit einem Hitzschlag im Krankenhaus, weil er kein Hude aufgesetzt hat.

Klingt wie ein Scherz, aber es ist wirklich so.

Sie ziehen mit den Tieren dann durch die Sahelzone bis an die Küste und mit dem Dampfschiff überführen sie sie dann nach Kapstadt.

Hundertzweizig Vögel überleben tatsächlich diese Strapazen und sie beginnen dann...

in Südafrika mit dem Zuchtprogramm, das aber nie Fahrt aufnimmt.

Denn, und das ist jetzt die Ironie des Schicksals, in dem Moment, wo sie anfangen mit der Züchtung, hat sich die Sache mit den Straußenfedern praktisch erledigt.

Weil mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs bricht der gesamte Federhandel zusammen.

Das war das Ende des Federbooms und zwar endgültig, weil nach dem Krieg ist dieser Bedarf nie wieder entstanden.

die Straußenfedern und überhaupt die Vogelfedern verschwinden aus der Hutmode.

Und damit bricht ein großer internationaler Markt plötzlich mehr oder weniger komplett ein und kommt auch nie wieder zurück in der Form.

Das heißt, vorher gab es viele Federhändler, Straußenfarmer, Hutmacher und die gehen jetzt rein, weil sie pleite.

Und am besten verdeutlichen, auf den südafrikanischen Straußenfarmen haben vor dem Krieg noch über eine Million Tiere gelebt.

Danach sind es nur mehr neun tausend.

Neuntausend?

Neuntausend.

Von einer Million.

Innerhalb welches Zeitraum?

Ein, zwei Jahrzehnte.

Angeblich stirbt der letzte Vogel dieser Herde mit den nordafrikanischen Straußen.

Man ist sich bis heute nicht ganz sicher, ob es wirklich nordafrikanische Strauße sind oder ob es nicht doch irgendeine Unterart war, die man heute nicht mehr kennt.

Jedenfalls stirbt der letzte dieser Strauße so in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

So sehr sie sich auch bemühen, dass nach dem ersten Weg die Nachfrage nach Straußenfädern wieder gesteigert wird, sie schaffen es einfach nicht.

Ich habe ein Zitat von einem Straußenfarmer gefunden, der sagt, die Damen tragen jetzt kleine Hüte, da will die Straußenfäder unmöglich passen.

Und womit diese Änderung des Modegeschmacks auch zu tun hat, also das Federn von den Hüten verschwinden, daran ist auch der beginnende Artenschutz schuld oder daran beteiligt, was ich vorher mit Chapman schon kurz angedürtet habe.

Und damit, Richard, biegen wir jetzt ein ins letzte Kapitel meiner Folge.

Was haben Federn auf Hüten mit Vogelschutz zu tun?

Ja, oder fehlenden Vogelschutz.

Genau.

Diese vielen Federn auf Hüten hatten natürlich massive Folgen für die Tierwelt, weil wirklich massenhaft Vögel für die Hüte getötet wurden.

Manche Arten sind massiv dezimiert worden, also der Strauß zum Beispiel, habe ich ja schon genannt, aber auch Arten biede ja Reier, Ibisse, Paradiesvögel, Silberreier.

Die verlieren teilweise über neunzig Prozent ihre Bestände.

Und jetzt kommen zwei Frauen ins Spiel, die den Anstoß geben für eines der ersten Artenschutzprogramme überhaupt.

Nämlich Harriet Hammondway, seine angesehene Frau aus der Bostoner Gesellschaft, die trägt selber gerne Hüte.

Und sie liest aber einen Bericht über eine Reihe der Kolonie, die von Federjägern verwüstet worden war.

Und man muss sich das wirklich sehr grausam vorstellen.

Also die gehen wirklich einfach völlig rücksichtslos vor, diese Federjäger.

Und bei diesen Reiherkolonien ist es noch besonders schlimm, weil die brütenden Vögel überfallen.

Das heißt, es gehen in dem Moment quasi zwei Generationen von Vögeln werden dort getötet.

Und davon berichtet sie im Pörd ihrer Kusine Minna Hall.

Und die beiden beginnen jetzt, sich für den Vogelschutz zu engagieren.

Die organisieren Veranstaltungen, klären über den Federhandel auf und rufen zu dem Federbeugott auf.

Und nach nur einem Jahr hat die Organisation schon neunhunderte Mitglieder und bereits ein Jahr später gelingt es ihnen, dass in Massachusetts der Handel mit Wildvogelfedern verboten wird.

Und neben dieser Autobahn-Society entstehen in der Zeit noch viele weitere Organisationen, die sich dem Vogelschutz verschreiben.

Am wichtigsten sind die National Autobahn-Society und die Royal Society for the Protection of Birds.

Die setzen sich eben alle so ab den Achtzehn-Achtzigerjahren dafür ein, dass Vögel für die Hutmacherei verboten werden.

Und es ist interessant, weil Vogelbeobachtung in dieser besseren Gesellschaft, in dieser Zeit auch zu einem neuen beliebten Hobby wird.

Also am Wochenende wird da mit einem Feldstecher werden dann Vogelbeobachtet.

Und um keine Verwirrung zu stiften, du hast jetzt schon öfter von mir den Namen Autobahn gehört.

Die Massachusetts Autobahn Society, die ist unabhängig von der National Autobahn Society.

Und weißt du, warum die alle den Namen Autobahn verwenden?

Ein wenig dem Natulisten, der das Buch geschrieben hat.

Wie war die Birds of America?

Das kennst du, oder?

Ja.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

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Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so eine Star.

Das ist so die eine Ausgabe dieses Buchs aus einer College-Bibliothek.

Stolen haben, weil sie es verkaufen wollten und sich ganz, also wirklich stümperhaft angestellt haben dabei und natürlich alle gefasst worden.

Aber ja, ja, ich kenn's.

Sehr gut.

Also John James Audubon, ein berühmter Ornithologin Naturforscher, der eben dieses Buch The Birds of America rausbringt und deshalb wird sein Name eben zum Vorbild für diese Vogelschutzgesellschaften.

Und die National Audubon Society wird gegründet von George Byrd Grunell, die Vorgängerorganisationen auch schon in den Achtzehn-Achzigerjahren, aber dann die National Audubon Society dann, neunzehntunhundertfünf.

Excuse me?

Wie heißt der Gründer?

George Byrd Grunell.

Und da ist das Byrd so ein Anführungszeichen, wie man so spitzen Namen hat von Leuten, oder heißt er wirklich Byrd?

Das muss er schnell nachschauen.

Also das Bird ist tatsächlich, zumindest wenn ich jetzt so seine Wikipedia-Eintrag verfolge, nicht in Anführungsstriche.

Also vermutlich haben ihn seine Eltern wirklich Bird genannt.

Also sie haben ihn in die richtige Richtung geschoben.

Sehr gut.

Da kommt jetzt auch wieder Frank Chapman, den Spiel, den ich vorher schon erwähnt habe, der diese Vogelzählung macht in Manhattan.

Der ergibt nämlich seinen Job bei der Bank auf und verschreibt sich jetzt dem Vogelschutz und er umgeschied sich jetzt unter anderem bei der Ottoman Society.

und seine Veröffentlichungen sorgen dafür, dass eine besonders beliebte Vogelarzt für Hutfedern vom Aussterben gerettet werden konnte.

Nämlich die Federn vom Silbereier und vom Schmuckreier, die haben nämlich auf den Hutmärkten besonders hohe Preise erzielt, was dazu geführt hat, dass wirklich Millionen von diesen Vögeln getötet wurden.

bis sie um nineteenhundert nur noch in ganz wenigen Gebieten in Florida zu finden waren.

Und dagegen engagiert sich jetzt also die Audubon Society und vor allem Frank Chapman.

Der Silberreihe ist übrigens auch auf dem Logo der Audubon Society.

Interessant ist eben, dass Vogelschutz und Audubon zu den ersten Umwelt- und Naturschutzbewegungen in den USA zählen, die es wirklich geschafft haben, dass der Artenschutz gesetzlich festgeschrieben wird.

Also das eine Gesetz habe ich ja schon genannt, in Massachusetts.

Und im Jahr nineteenhundert wurde zum Beispiel der Lacy Act verabschiedet.

Und das ist jetzt wirklich ein Naturschutzgesetz, das landesweit gilt, das den Handeln mit und den Transport bestimmter Wildtiere, Pflanzen und Fische unter Strafe stellt.

Und ein Hauptgrund für diesen Lacy Act war eben die Jagdaufwögel für die Hutmachereien.

Und es geht sogar noch weiter, nineteenhundertdrei wird unter Präsident Theodor Roosevelt.

Und du erinnerst dich vielleicht an Folge fünfhundertzwanzig, die Jagd nach dem großen Panda, und das nach ihm Jara Teddybear benannt wird, und er nach seiner Amtszeit an mehreren Expeditionen beteiligt war.

Und seine Söhne.

Und seine Söhne, genau.

Und unter ihm wird per Executive Order in Florida das erste US-Amonikanische Wildtierreservat eingerichtet, das Pelican Island National Wildlife Refuge, Es wird eingerichtet, um Reier und andere Vögel vor dem Aussterben durch die Jagd auf ihre Federn zu schützen.

Und es entsteht auch immer mehr Protest gegen den Schmuckfederhandel.

Also das zeigt dann auch langsam Wirkung.

Also, in den U.S.A.

zum Beispiel verbietet der Staat New York den Verkauf aller heimischen Vogelarten und Federn.

Und bis Ende des ersten Weltkriegs gab es eben dann auch einen landesweiten Vogelschutz in den U.S.A.

und dem haben sich dann viele Staaten angeschlossen, auch in Europa.

Und so der große Meilenstein ist dann der Migratory Bird Treaty Act von und achtzehn.

Dieses Gesetz verbietet ohne Ausnahme das Verfolgen, Jagen, Fangen, Töten oder Verkaufen von fast tausend einhundert Vogelarten.

Und das Entscheidende ist, das Gesetz unterscheidet nicht zwischen lebenden und toten Vögeln.

Und das betrifft daher alle Vogelteile einschließlich Federn, Eier und Nester.

Also solltest du beim Wandern in den USA eine Vogelfeder finden, dann lass sie lieber liegen.

Ja, tu ich sowieso.

Du hast ja Krankheiten und so.

Das kann ich noch dazu.

Also ich finde diese Federgeschichte so faszinierend, weil das ist ein bisschen Kapitalismus im Schnelldurchlauf.

So, jetzt gibt es einen Mode-Trend, der heibt.

Es entsteht eine große Industrie drumherum mit globalem Handel.

Das hat Auswirkungen auf die Umwelt, die sich bald bemerkbar machen.

Plötzlich bricht dieser Markt mehr oder weniger über Nacht komplett wieder weg und wir können uns heute kaum noch vorstellen durch die Fußgängerzone zu gehen und mehr Vogelarten zu entdecken als im Zoo.

Und aber, was ich auch faszinierend finde, ist, dass das, was von dieser Geschichte übrig bleibt, ist nicht die Hutfederindustrie, sondern es ist der Artenschutz.

Ja und Richard, das war meine Geschichte über Federn als wichtiges globales Handelsgut.

Vielleicht das teuerste Frachtgut auf der Titanic und das plötzliche Ende der Straußenfedern auf extravaganten Hüten.

Sehr schön, von Anfang bis Ende.

Eine so schön durchkomponierte Geschichte muss ich sagen.

Ich finde den Bogen auch ein Vorragend und wahrscheinlich auch schon symptomatisch für viele solche Entwicklungen, oder?

Was du jetzt hier so skizziert hast mit dieser Boom und dann massive Ausbeutung bzw.

so wie das, was dafür sagt, dass sie aussterben oder sie sogar ausgrottet werden.

Und dann die Versuche, dem Ganzen nicht gegenzuwirken.

Über Leute, die sich diese Sache dann annehmen.

Ich glaube, das lässt sich...

Wahrscheinlich bei vielen anderen Entwicklungen auch Nachzeichnern im Zuge der letzten, hundertfünfzig, zweieinhalb Jahre, oder?

Absolut, ja.

Ich meine, es hat natürlich geholfen, dass dann tatsächlich auch der Modegeschmack sich dahingehend ändert, dass auch gar keine Nachfrage mehr da war.

Und was hat denn der erste Weltkrieg angestellt?

damit, also mit dem Modegeschmack, dass danach das einfach nicht mehr so funktioniert hat?

Also es gibt einige Theorien, die mich aber ehrlich gesagt alle nicht besonders überzeugt haben.

Also zum einen heißt es, dass die Frisuren sich geändert haben, zum Beispiel Bob Frisuren und solche Dinge aufkommen und deshalb Hüte weniger beliebt wurden.

Dann heißt es, dass der Aufstieg des Automobils dafür sorgt, dass man keine großen extravaganten Hüte mehr tragen will, weil sie unpraktisch sind beim Autofahren.

Das ist ja tatsächlich auch Argument, dass ich hier vorgebracht habe in meiner Frage über die Hüte, warum die dann nicht mehr so beliebt sind.

Eine Sache, die mir eingefallen ist, was zumindest für Großbritannien sprechen wird, wird eine Abneigung, was Federn angeht.

Aber da hat es ja diese weiße Feder geben, die Leuten so als Symbol der Feigreit überreicht.

Wenn sie sich nicht freiwillig gemäht haben, um an die Front zu ziehen, dass hier durch vielleicht Federn irgendwie eine andere Konnotation kriegt haben.

Und sie deswegen in der Mode nicht mehr so beliebt haben.

Das erinnert mich nämlich an die Geschichte, dass der Strauß, nämlich auch als Feigestier, gilt in manchen Kulturen.

Die Geschichte ist nämlich die, dass man sagt, sein Vogel dann fliegt oder sein Kamel und dann tragt was.

Aber der Strauß macht quasi beides nicht.

Verstehe.

In dem Fall nicht Feig, sondern ja Faul, oder?

Ja, Faul hat das stimmt.

Ja, und Feig vielleicht auch, weil er einfach wegrennt.

Also weil er rennen kann und so schnell.

was ja eigentlich nur Self-Preservation ist und nicht Falkheit.

Aber ja, vielleicht hat es irgendwie was damit zu tun, aber ja, ich kann mir natürlich vorstellen, dass, wenn abgesehen jetzt von Sachen, die irgendwie punktuell sind, dass das Zusammenbrechen von Lieferwegen und so weiter, und dann auch dieses, das im Grunde so, wenn der Industrie einfach zum Stillstand gerät, weil sie ja halt der internationale Industrie ist und dann doch ein Kriegnehmer funktioniert, dass dann die Leute einfach weiterziehen und sagen, okay, Vor vier Jahren war das Ganze noch der extreme Hype, aber wie es so war, wir müssen jetzt alles neu aufmachen, vielleicht suchen wir uns neue Betätigungsfelder.

Ja, das stimmt, ja.

Also ja, grundsätzlich das Problem der Globalisierung auch in dem Zusammenhang.

Absolut, ja.

Das meine ich auch, das ist so ein bisschen so die Schnelldurchlauf, Kapitalismus im Schnelldurchlauf, diese Geschichte.

Hast du schon mal einen Straußen eingegessen?

Nein.

Ich würde aber wahnsinnig gerne mal Straußen als Skottjack machen.

Weil das einfach ein riesiges Scotchwerk wäre.

Es gibt, irgendjemand hat einmal so was gemacht und hat auch eine Anleitung im Internet dann gepostet, also mit so Schritt für Schritt.

Und es ist schon ein ziemliches Unterfangen.

Also du musst halt zuerst nochmal an der Straußenei kommen und dann musst du halt auch entsprechend zubereiten können mit einer großen Fritteuse und zuerst einmal schön kochen, aber nicht zu sehr, damit es noch wechseln ist, innen und so weiter.

Aber ja, das würde ich gerne mal lesen.

Darin ist aber halt auch lang.

Ja.

Ja gut, sehr, sehr schöne Geschichte, Daniel.

Auch wieder so.

Erinnert mich auch ein bisschen an die Geschichte mit Panda, weil du, also nicht umsonst erwähntest du ja auch dann Roosevelt, weil das sind ähnliche Mechanismen, habe ich das Gefühl, die wir auch mitspielen.

War das ein Hinweis, oder bist du da selber draufgestoßen?

Der Hinweis kommt diesmal von Sebastian, der mich nicht nur auf die Straußen Federn gebracht hat, sondern auch mir den Tipp zu einem Buch geschickt hat, nämlich das Buch Federn, ein Wunderwerk der Natur von Thor Hansen.

Und das ist wirklich ein äußerst lesenswertes und fantastisches Buch, also das ist ein Biologe, der sich insgesamt mit Federn beschäftigt hat, also nicht nur...

Das ist quasi nur ein ganz kleiner Teil dieser Federhandel.

Aber er beschreibt eben auch, warum Federn so ein besonderes biologisches Material sind.

Also das fand ich äußerst faszinierend.

Und auf die Geschichte mit dem Artenschutz bin ich gestoßen durch eine Folge des Podcasts Weirdest Thing I Learned This Week.

Und da gibt es eine Geschichte, die ist überschrieben mit ...

Das ist eine super Überschrift.

Für kürzte Geschichte natürlich massiv, aber ich habe es jetzt auch nur kurz angerissen, also wie quasi auch diese, also die two women sind eben die beiden, die die Massachusetts Ottoman Society gründen.

Und das eben ja letztendlich so diese Artenschutzbewegung in den USA, was den Vogelschutz betrifft, einfach groß gemacht haben.

Und die beiden Geschichten, dachte ich mir, die lassen sich sehr, sehr schön verbinden.

Absolut.

Sehr gut.

Dann hast du die Literatur auch schon erklärt.

Dann würde ich sagen, Daniel, wenn du jetzt dem Ganzen nichts mehr hinzuzufügen hast, soll mal weitergehen zum letzten Teil dieser Folge.

Ich würde sagen gerne.

Gut.

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Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung.

Ja, vielen herzlichen Dank.

Und danke an Lene Kiebal fürs Schneiden dieser Folge.

Tja, Richard, dann würde ich sagen, Machen wir das, was wir immer machen?

Richtig.

Geben wir einfach dem einen das letzte Wort, der es immer hat.

Nämlich Bruno Kreiske.

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