Episode Description
Trude Herr lässt die Nachkriegszeit lachen. Derb, kölsch und stolz auf ihre Wurzeln, hat sie die "kleinen Leute" im Blick. Am 16. März 1991 stirbt die Kölnerin in Südfrankreich.
In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:
- an welchem außergewöhnlichen Ort Trude Herr lernt, schlagfertig, spontan und witzig zu sein,
- wie Trude Herr mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch auskommt,
- warum der WDR Trude Herrs Dokumentarfilme über Afrika nicht senden will,
- mit welchem Lied sich die Sängerin 1987 auf die Fidschi-Inseln verabschiedet,
- wie Trude Herr nach Köln zurückkommt und schließlich in Südfrankreich stirbt.
Trude Herr hat es nie leicht im Leben. Ihre Familie ist arm und wohnt Ende der 1920er-Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der Chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen, später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager.
Im Beruf fühlt sie sich oft von Produzenten und Regisseuren zurückgesetzt. Trude Herr ist gerne mal laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl: Ich darf mich nicht unterkriegen lassen. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Das Haus ist oft ausverkauft. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet, erfolgreicher bleibt sie aber als Ulknudel.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Marina Barth (Buchautorin und Chefin des Kabarett-Theaters Klüngelpütz in Köln)
- Uli Kievernagel (Stadtführer und Trauerredner in Köln)
- Marina Barth: Am Kronleuchter hängen wir nicht immer. Köln 2024
- Heike Beutel und Anna B. Hagin: Trude Herr. Ein Leben. Köln 2021
Weiterführende Links:
- WDR Retro: Interview mit Trude Herr (1964)
- WDR: Scheidung auf Kölsch - Schwank von und mit Trude Herr (1981)
- WDR: Die Millionärin - Volksstück von und mit Trude Herr (1984)
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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Irene Geuer
Redaktion: Sefa Inci Suvak