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Episode Description
Am 22. August 1976 stirbt Oskar Brüsewitz an den Folgen seiner Selbstverbrennung. Er wollte die DDR anklagen. Sein Tod löst Debatten aus - mit Folgen für die Opposition.
In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:
- wie Oskar Brüsewitz seinen Freitod inszeniert,
- dass die Kirche ihn zunächst als Pfarrer für ungeeignet hält,
- erst die Art der Berichterstattung über seinen Tod zum Skandal führt.
Weder Staat noch Kirche wollen aus der Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz einen Skandal machen. Die Kirche hat sich mit dem DDR-Regime arrangiert, die SED-Führung kann keinen Märtyrer gebrauchen. Doch in Westdeutschland lösen Brüsewitz' Tod Schlagzeilen und Proteste aus. Nun sehen sich die DDR-Medien genötigt, den Pfarrer als "abnormal und krankhaft veranlagt" zu diffamieren.
Damit erreichen sie genau das Gegenteil, auch in der DDR beginnt der Protest. Unter dem Druck der Ereignisse bekräftigt Erich Honecker die Religionsfreiheit. Damit schafft Oskar Brüsewitz' Tod letztlich neue Freiräume und stärkt eine kirchliche Opposition, die 1989 zum Ende der DDR beiträgt.
Unser Tipp:
Die App "OstWest Zeitzeugen" der ARD
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Karsten Krampitz, Historiker
- Sabine Stach, Historikerin
- Karsten Krampitz: 1976. Die DDR in der Krise. Berlin 2016
- Karsten Krampitz: Der Fall Brüsewitz: Staat und Kirche in der DDR. Berlin 2016
- Sabine Stach: Vermächtnispolitik. Jan Palach und Oskar Brüsewitz als politische Märtyrer. Göttingen 2016
Weiterführende Links:
- Zeitzeichen: 30.04.1976: DDR-Widerständler Michael Gartenschläger wird erschossen
- Zeitzeichen: 13. November 1976 - Wolf Biermann gibt folgenreiches Konzert in Köln
- Planet Wissen: Das Leben in der DDR - Alltag in der DDR
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uli Hufen
Redaktion: Sefa Inci Suvak