Episode Description
Tuberkulose: Die unterschätzte InfektionskrankheitEin unscheinbarer Laborraum, sterile Arbeitsflächen und hoch konzentrierte Arbeit: Hier entscheidet sich, ob in einer Patientenprobe Krankheitserreger nachgewiesen werden können. Gerade bei Tuberkulose ist diese diagnostische Arbeit besonders anspruchsvoll.
Viele Menschen verbinden Tuberkulose mit vergangenen Jahrhunderten. Tatsächlich gehört sie jedoch weiterhin zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Jahr 2024 schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen an Tuberkulose; rund 1,23 Millionen Menschen starben daran. Auch in der Schweiz tritt die Erkrankung weiterhin auf – allerdings deutlich seltener als in vielen anderen Teilen der Welt. Das Bundesamt für Gesundheit spricht aktuell von rund 550 Erkrankungen pro Jahr. Doch wie wird Tuberkulose eigentlich diagnostiziert? Warum kann es mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis sicher vorliegt? Und wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in der Schweiz?Unsere Gästin
Darüber sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Dr. sc. nat. Bettina Schulthess. Sie ist:
Das hat direkte Auswirkungen auf die Diagnostik. Beim sogenannten kulturellen Nachweis werden die Erreger im Labor vermehrt. Bis ein abschliessendes Ergebnis vorliegt, können deshalb bis zu acht Wochen vergehen.Für Patientinnen und Patienten sowie die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist diese Wartezeit eine grosse Belastung. Moderne PCR-Verfahren ermöglichen heute deutlich schneller erste verlässliche Ergebnisse. Sie weisen Bestandteile des Erbguts der Bakterien nach und können teilweise bereits Hinweise darauf geben, ob wichtige Antibiotika voraussichtlich wirksam sind.Mikroskop, PCR und kultureller NachweisBei einer vermuteten Lungentuberkulose wird häufig Sputum untersucht. Damit ist Material gemeint, das aus den tieferen Atemwegen abgehustet wird.Im Labor stehen mehrere diagnostische Verfahren zur Verfügung:
In dieser Folge erfahren Sie:
Über thorax-schweiz.ch
Ziel des von "Thorax-Schweiz" ist es, Hoffnung zu vermitteln und Chancen bei schwierigen Diagnosen aufzuzeigen. Dazu betrachten wir das Thema Thoraxerkrankungen aus einer ganzheitlichen Perspektive.
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Viele Menschen verbinden Tuberkulose mit vergangenen Jahrhunderten. Tatsächlich gehört sie jedoch weiterhin zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Jahr 2024 schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen an Tuberkulose; rund 1,23 Millionen Menschen starben daran. Auch in der Schweiz tritt die Erkrankung weiterhin auf – allerdings deutlich seltener als in vielen anderen Teilen der Welt. Das Bundesamt für Gesundheit spricht aktuell von rund 550 Erkrankungen pro Jahr. Doch wie wird Tuberkulose eigentlich diagnostiziert? Warum kann es mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis sicher vorliegt? Und wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in der Schweiz?Unsere Gästin
Darüber sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Dr. sc. nat. Bettina Schulthess. Sie ist:
- Leiterin Mykobakteriologie am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich
- Leiterin a.i. Mykologie
- FAMH Mikrobiologie
- Co-Leiterin des Nationalen Zentrums für Mykobakterien
Das hat direkte Auswirkungen auf die Diagnostik. Beim sogenannten kulturellen Nachweis werden die Erreger im Labor vermehrt. Bis ein abschliessendes Ergebnis vorliegt, können deshalb bis zu acht Wochen vergehen.Für Patientinnen und Patienten sowie die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist diese Wartezeit eine grosse Belastung. Moderne PCR-Verfahren ermöglichen heute deutlich schneller erste verlässliche Ergebnisse. Sie weisen Bestandteile des Erbguts der Bakterien nach und können teilweise bereits Hinweise darauf geben, ob wichtige Antibiotika voraussichtlich wirksam sind.Mikroskop, PCR und kultureller NachweisBei einer vermuteten Lungentuberkulose wird häufig Sputum untersucht. Damit ist Material gemeint, das aus den tieferen Atemwegen abgehustet wird.Im Labor stehen mehrere diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Mikroskopischer Nachweis der Bakterien
- Nachweis des bakteriellen Erbguts mittels PCR
- Vermehrung und kultureller Nachweis der Erreger
- Untersuchung der Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika
- Genetischer Vergleich von Erregern zur Abklärung möglicher Infektionsketten
In dieser Folge erfahren Sie:
- weshalb Tuberkulose auch heute noch relevant ist
- wie häufig die Erkrankung in der Schweiz vorkommt
- welche Menschen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben können
- wann eine Tuberkulose ansteckend ist
- warum Mykobakterien diagnostisch besonders anspruchsvoll sind
- wie Mikroskopie, PCR und kultureller Nachweis funktionieren
- weshalb eine endgültige Diagnose mehrere Wochen dauern kann
- welche Aufgaben das Nationale Zentrum für Mykobakterien übernimmt
- warum Antibiotikaresistenzen frühzeitig erkannt werden müssen
- wie die Behandlung einer Tuberkulose erfolgt
- wie der Alltag in einem Hochsicherheitslabor aussieht
- welche Fortschritte in Diagnostik und Therapie Hoffnung geben
Über thorax-schweiz.ch
Ziel des von "Thorax-Schweiz" ist es, Hoffnung zu vermitteln und Chancen bei schwierigen Diagnosen aufzuzeigen. Dazu betrachten wir das Thema Thoraxerkrankungen aus einer ganzheitlichen Perspektive.
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