#83 | Neue Alzheimertherapie – ein echter Gamechanger?

January 27
33 mins

Episode Description

Alzheimer galt lange als Erkrankung, deren Verlauf kaum beeinflussbar ist. Doch das hat sich geändert: Seit dem vergangenen Herbst stehen auch in Österreich zwei neue medikamentöse Therapien zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf im frühen Stadium um rund 30 Prozent verlangsamen können. Das entspricht etwa sechs bis sieben Monaten gewonnener Zeit.

Die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab greifen direkt in den Krankheitsprozess von Alzheimer ein und zählen damit zu den ersten Therapien, die den Verlauf der Erkrankung tatsächlich verzögern können.

In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Univ.-Ass. Dr. Stephan Seiler, Leiter der Demenzambulanz an der Univ.-Klinik für Neurologie, darüber, warum diese neuen Medikamente als echter Gamechanger in der Alzheimerbehandlung gelten und was dieser Fortschritt konkret für Betroffene und Angehörige bedeutet. Weiters erklärt Dr. Seiler, warum eine frühe Diagnose entscheidend für den Einsatz der neuen Therapien ist und welche Risiken es gibt. Auch wenn eine Behandlung mit einem der beiden neuen Medikamente nicht infrage kommt, gibt es viele verschiedene Therapien, um mit der Erkrankung lange gut zu leben.

Denn ein nachlassendes Gedächtnis muss nicht zwangsläufig sofort mit dem Verlust von Lebensqualität oder Selbstbestimmung einhergehen. Eines betont Seiler: So groß der Fortschritt auch ist – eine Heilung der Alzheimer-Erkrankung ist nach wie vor nicht möglich.


LKH-Universitätsklinikum Graz

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