#286 - woom: Wie aus 50 Rädern eine Weltmarke wurde

April 2
1h 5m

Episode Description

Straps und Flo haben für diese Episode ihre Aufnahmestudios getauscht – gegen ein Hotelzimmer im Post Family Resort in Unken. Passend zum Ort sind die Gäste des Tages keine gewöhnlichen: Christian Bezdeka und Markus Ihlenfeld, die beiden Gründer von woom Bikes, erzählen, wie aus einer zufälligen Begegnung bei General Motors ein Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern wurde.

Die Geschichte beginnt schlicht: Ein Wiener Designer, ein zugereister Deutscher mit Garage – und die gemeinsame Frustration, dass es kein einziges wirklich gutes Kinderrad am Markt gibt. Die Räder waren zu schwer, ergonomisch falsch, mit Erwachsenenbremsgriffen bestückt und – schlimmste aller Sünden – ausgestattet mit dem Rücktritt. Was damals als Notlösung für schlechte Bremsen funktioniert hatte, hatte längst keine Daseinsberechtigung mehr. Also haben die beiden ein neues System gebaut, von Grund auf, mit einem eigens erstellten Datenmodell für Kinderkörpermaße, angepasster Sitzgeometrie und dem entscheidenden Detail: einer farbcodierten Bremse. Was als Idee mit einer Klingel begann – „bremse da, wo die Glocke ist" – wurde zum grünen Bremshebel, der heute jedes woom-Rad ziert.

50 Stück wollten sie bauen. Am nächsten Abend waren alle verkauft.

Das Gespräch reicht tief: von der Philosophie hinter dem perfekten Kinderrad bis zur Frage, warum die Fahrradindustrie insgesamt den Weg der Komplexität gegangen ist – und warum das langfristig nicht funktionieren kann. Beide Gründer sind sich einig: Fahrräder waren einmal wartbar, reparierbar, simpel. Das war ihre Stärke. Software-Updates am E-Bike und proprietäre Standards stehen dem diametral entgegen.

Dann wird's persönlich. Straps erinnert sich an sein erstes Rad – ein Überraschungsei zu Ostern mit einem Schlüssel drinnen, der Schatz versteckt hinter der Regentonne. Flo dagegen bekam mit dem Fahrradführerschein ein Mountainbike, das so gar nicht zu ihm passte – und fast hätte er seine Liebe zum Radfahren dabei verloren. Beide Geschichten machen deutlich, worum es woom im Kern geht: der erste magische Moment auf zwei Rädern soll ein guter sein.

Am Ende sprechen die vier über die Parallelen zwischen Sport und Unternehmertum – Delayed Gratification, Konsequenz, das Auf und Ab als Normalzustand – und darüber, warum man das als Gründerteam zu zweit doch viel leichter trägt. Und über die wichtigste Schraube für die Zukunft des Radfahrens: nicht der Verband, nicht die Politik. Die Familie. Wer mit dem Rad zum Eisessen fährt, legt den Grundstein.

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Marcus Ihlenfeld auf LinkedIn: / marcus-ihlenfeld-a13b433 Christian Bezdeka auf LinkedIn: / bezdeka
Das aktuellste Projekt der beiden: https://tinyurl.com/yck54tzk www.woom.at

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