358. Erbschaftssteuer: Es trifft auch Sie! Angriff auf den Mittelstand - Prof Rieck

January 17

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WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:

Aus spieltheoretischer Sicht ist die Erbschaftsteuer ein klassisches Konkurrenzproblem zwischen Staaten. Nationalstaaten agieren als Spieler in einem globalen, nicht-kooperativen Wettbewerb um mobiles Kapital. Unterschiedliche Steuerregime lassen sich daher als strategische Standortentscheidungen interpretieren.

1. Österreich und Schweden – Abschaffung als Signal

Durch die komplette Abschaffung der Erbschaftsteuer eliminieren diese Länder administrative Reibungsverluste und vermeiden kostspielige Umgehungsstrategien. Spieltheoretisch positionieren sie sich als „sicherer Hafen“ für Kapital. Die Kalkulation: Langfristige Standortattraktivität und bessere Kapitalallokation überkompensieren kurzfristige fiskalische Verluste – ein Effekt, der empirisch gestützt wird.

2. USA – das Schwellenwert-Problem

Mit Freibeträgen von über 13 Mio. Dollar pro Person bleibt die Steuer für rund 99 % der Bevölkerung irrelevant, was politische Stabilität schafft. Für sehr große Vermögen führen Grenzsteuersätze von bis zu 40 % jedoch zu einem strategischen Wettrüsten. Ein erheblicher Teil des ökonomischen Mehrwerts wird in Steuervermeidung und Beratung umgeleitet statt produktiv eingesetzt.

3. Frankreich – das redistributive Hochdruckmodell

Niedrige Freibeträge und hohe Progression erhöhen den Anreiz zum Exit. Übersteigt die steuerliche Belastung den wahrgenommenen Nutzen staatlicher Leistungen, werden Abwanderung oder geografische Diversifikation rational. Der Staat reagiert mit immer schärferen Kontrollen, was ein ineffizientes Gleichgewicht erzeugt.

Deutschland

Der deutsche Mittelweg – Verschonungsregeln für den Mittelstand bei gleichzeitigen Umverteilungszielen – erzeugt strategische Unsicherheit. Ein stabiles Gleichgewicht in der Steuerpolitik erfordert klare, einfache Anreizstrukturen statt komplexer Ausnahmetatbestände.

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