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Episode Description
Selbst Maradonas "Hand Gottes" hätte sich an dieser messerscharfen Lüge die Pfoten geschnitten. Denn was der chilenische Torhüter Roberto Rojas am 3. September 1989 im Maracanã abzieht, toppt Maradonas berühmten Handtreffer in Sachen Dreistigkeit um Längen. Eine Rasierklinge, 141.000 Zuschauer und ein Plan, der so perfide ist, dass man ihn zweimal lesen muss. Die Ausgangslage ist einfach: Brasilien gegen Chile, WM-Qualifikation, alles entscheidend. Nur der Sieger fährt nach Italien. Ein Unentschieden reicht den Gastgebern. Chile ist krasser Außenseiter. Und Rojas — Weltklassetorhüter, "El Condor" genannt — ist wahnsinniger als man es sogar einem Torhüter zugetraut hätte. Die Gelegenheit ergibt sich in der 69. Minute. Eine Leuchtrakete aus den Rängen landet neben Rojas. Er geht zu Boden, wälzt sich im Rauch — und als der Nebel sich verzieht, ist sein Gesicht blutüberstömt. Seine Mitspieler tragen ihn dramatisch vom Feld. Chile weigert sich, weiterzuspielen. Der Schiedsrichter bricht ab. Der Plan scheint aufzugehen. Bis die Videoaufnahmen zeigen, dass die Rakete Rojas gar nicht getroffen hat. "El Condor" hatte sich die Wunde mit einer im Torwarthandschuh versteckten Rasierklinge selbst zugefügt. Ein Feuerwerk der Inszenierung. Nachholspiel macht einen auf Splatterfilm und lässt alle True-Crime-Podcasts für einen kurzen Moment zusammenzucken. Wir hätten es nicht für möglich gehalten, aber Fußball schreibt eben auch diese Gauner-Geschichten, deshalb reden wir darüber.
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