Episode Description
"Murder Ballads" ist eine Mischung aus eigenen Songs, Traditionals und Coverversionen und vollgepackt mit illustren Mordgeschichten – düster, verstörend, aber in Teilen auch wunderschön. Und diese düsteren Mordsongs waren auch abseits von "Murder Ballads" immer Themen, die Nick Cave interessiert haben. Deshalb finden sich auch auf anderen Alben von Cave Songs zu diesem Thema.
Man merkt den Werken von Nick Cave an, dass er sehr belesen ist!Wohlwollend aufgenommen wurde das Album auch von der australischen Version des Rolling Stone-Magazins. Es hat die Platte auf Platz 13 der besten australischen Alben aller Zeiten platziert. Was sind "Murder Ballads" wie von Nick Cave? Im Fall von "Murder Ballads" handelt es sich nicht um eine klassische Pop-Ballade, oder eine epische Power-Ballade, wie wir es vielleicht vermuten würden, erklärt Musikredakteurin Katharina Heinius.Quelle: Stefan Pitterling, Meilensteine Gast über Nick Cave
Es geht hier viel mehr um ein kurzes, erzählendes Gedicht, das auch zum Singen geeignet ist.Damit bewegt sich Nick Cave nah an der ursprünglichen Begrifflichkeit der "Ballade" und nicht an dem, wie wir im 21. Jahrhundert den Begriff alltagstypisch nutzen würden. "Die Tradition der Ballade stammt schon aus dem Mittelalter", erläutert Heinius im Podcast. Und auch wenn Nick Cave sich hier ganz dem Thema Tod und Mord widmet, so beweist er auch immer wieder viel Humor in seinen Texten und auch auf der Bühne, erklärt Podcast-Gast Stefan Pitterling. Was das Erzählen dieser "Murder Ballads" noch eindrucksvoller macht, ist, dass neben der Musik, in der Komposition Sounddesignelemente genutzt werden, um die Morde noch dramatischer zu gestalten und den Hörer noch tiefer reinzuziehen. In diesem Fall ist Nick Cave nicht mehr nur Musiker, sondern ein musikalischer Regisseur, der den Film im Kopf des Hörers entstehen lässt, erklärt Katharina Heinius. Der erfolgreichste Song auf "Murder Ballads" ist mit Kylie Minogue Auf dem Album "Murder Ballads" hat Nick Cave einige Gäste mit dabei. Der deutsche Musiker Blixa Bargeld spielt in seiner Band, Sängerin und Ex-Partnerin PJ Harvey ist bei gleich zwei Songs mit am Mikrofon dabei und der australische Megastar Kylie Minogue singt mit Nick Cave das Duett "Where The Wild Roses Grow", dem erfolgreichsten Song der Platte. Bei dem Musikvideo wurde Nick Cave vorgeworfen, dass er damit Femizide romantisieren würde, weil der Mord an der Frau, gespielt und gesungen von Kylie Minogue, sehr ästhetisch dargestellt worden ist. Warum genau diese Horrorgeschichte dort auf der Bildebene so lieblich dargestellt wird und was das beim Zuschauer auslösen soll, erklärt Heinius im Podcast. Warum ist "Murder Ballads" von Nick Cave ein Meilenstein? Als Nick Cave And The Bad Seeds "Murder Ballads" veröffentlicht haben, waren gerade Genres wie der späte Grunge oder Eurodance angesagt. Und für Podcast-Gast Stefan Pitterling macht diese Platte aus, dass sie eben keinem Trend folgt, was das Album total zeitlos macht, sagt er.Quelle: Katharina Heinius über die Bedeutung des Begriffs "Ballade" bei Nick Cave
Es ist ein wunderbares Konzeptalbum zu einem Thema, das viele Leute fasziniert [...] und es zeigt vor allem, dass ein Künstler, der sich wirklich traut, etwas zu machen, was andere nicht machen, damit auch super erfolgreich sein kann.ShownotesQuelle: Stefan Pitterling, Podcaster und Gast über "Murder Ballads" von Nick Cave
- Artikel zu Jean-Frédéric Schnyder aus der Zeitschrift "Künstler – kritisches Lexikon der Gegenwartskunst"
- Romantisiert "Where The Wild Roses Grow" Femizide? Masther Thesis zur Debatte
- Offizielles Musikvideo zu "Where The Wild Roses Grow" auf Youtube
- Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival
- ARD Podcast-Tipp: "Sprechen wir über Mord!?"
- (17:38) – "Song Of Joy"
- (33:58) – "Where The Wild Roses Grow"
- (48:08) – "Stagger Lee"
- (57:53) – "Henry Lee"
- (01:09:05) – "Death Is Not The End"
- (08:31) – "Die Moritat von Mackie Messer" von Hildegard Knef
- (09:14) – "Midnight Rambler" von The Rolling Stones
- (09:52) – "Killer On The Loose" von Thin Lizzy
- (14:04) – "In The Ghetto" von Nick Cave
- (27:49) – "Ballad Of Hollis Brown" von Bob Dylan
- (50:51) – "Stagger Lee" von Ma Rainey
- (52:01) – "Stagger Lee" von Woody Guthrie
- (52:23) – "Stagger Lee" von James Brown
- (53:02) – "Stagger Lee And Billy" von Ike and Tina Turner