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Wenn am Sonntag in Ungarn ein neues Parlament gewählt wird, kann es gut sein, dass dann Schluss ist für Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei – nach 16 Jahren an der Macht. Aktuelle Umfragen deuten zumindest darauf hin, dass Orbans Herausforderer Péter Magyar und seine konservative, proeuropäische Tisza-Partei Chancen auf einen Wahlsieg haben.
Doch was würde ein Regierungswechsel in Ungarn für die Medienlandschaft bedeuten? Viktor Orbán und seine Partei haben die Medien massiv eingeschränkt – durch Mediengesetze, aber auch durch den gezielten Aufkauf von Zeitungen. Öffentlich-rechtliche Sender und die meisten Verlage sind auf Regierungslinie, unabhängiger Journalismus existiert oft nur noch online, erklärt der Journalist Florian Bayer. Er ist diese Woche zu Gast im Übermedien-Podcast mit Holger Klein.
Wie die Medienpolitik von Orbáns Herausforderer Magyar konkret aussehen würde, sei bislang allerdings unklar, sagt Bayer: „Er verspricht zwar, die Medienfreiheit wiederherzustellen. Allerdings gibt es dazu nur wenige konkrete Anhaltspunkte.“
Welche Hoffnung gibt es für Ungarns Medien? Welche Themen bestimmen den Wahlkampf? Warum zieht Orbáns Regierungspropaganda nicht mehr? Und warum ist auch Magyars Umgang mit Journalisten nicht unproblematisch?
Darüber sprechen Holger Klein und Florian Bayer in der neuen Folge „Holger ruft an…“.
Der Gesprächspartner: Florian Bayer ist freier Journalist in Wien mit Schwerpunkt Politik und Zivilgesellschaft. Als Korrespondent, unter anderem für die „taz“ und das „Luxemburger Wort“, berichtet er aus Österreich und seinen östlichen Nachbarländern.
Links:
- „Orbans Feinde“ – Redaktionsbesuch in zwei regierungskritischen Redaktionen in Ungarn (Florian Bayer in der „taz“)
- „Späte Wahlkampfhilfe“ (Kommentar von Florian Bayer zum Besuch von J. D. Vance in Budapest, „taz“)
- Geleakte Gespräche: Ungarns Außenminister soll Lawrow über EU-Verhandlungen zur Ukraine informiert haben („Tagesspiegel“)