Episode Description
In meiner ersten Folge zu Sertralin ging es vor allem darum, wie ich überhaupt angefangen habe, das Medikament zu nehmen und was sich am Anfang verändert hat.
In dieser Fortsetzung erzähle ich, was danach passiert ist.
Sertralin hat bei mir nicht einfach „alles besser“ gemacht. Ich leide weiterhin, bin nicht einfach gesund und auch nicht plötzlich normal belastbar. Aber etwas Grundlegendes hat sich verändert: Ich habe heute Zugriff auf ein Ruhegefühl, das ich vorher kaum erreichen konnte.
Ich meine damit diesen parasympathischen Zustand, in dem der Körper nicht dauerhaft im Alarm ist. Einfach sitzen. Atmen. Existieren. Nicht ständig angespannt sein, nicht sofort in Panik oder Reizüberflutung rutschen.
Genau dieser Abstand hat bei mir vieles möglich gemacht: Schreiben, Konzentration, Schach, Körperarbeit, Zwerchfelldehnung, Traumaverarbeitung und ein besseres Verständnis meiner Neurodivergenz.
Es geht in dieser Folge um Sertralin, Schlaf, Appetit, Libido, Hypervigilanz, Körperhaltung, Reizverarbeitung und die Frage, warum ich heute sagen kann, dass es mir psychisch besser geht als je zuvor — nicht weil alles gut ist, sondern weil ich zum ersten Mal einen ruhigen Grundzustand überhaupt wieder erreichen kann.
Für mich war Sertralin kein Ersatz für Verarbeitung.
Es war eher der Zustand, in dem Verarbeitung überhaupt möglich wurde.
Das ist keine medizinische Empfehlung und keine Dosieranleitung, sondern nur mein persönlicher Erfahrungsbericht.
#Sertralin #SSRI #Trauma #Neurodivergenz #Krebs #PTBS #Konzentration #Hirnbruch