Gas seit Beginn des Iran-Kriegs zwei Drittel teurer – Europa im LNG-Bieterkampf mit Asien / Was taugen Promi-ETFs?
Episode Description
Der Iran-Krieg hat nicht nur massive Folgen für den Ölmarkt – auch der Gasmarkt gerät nun zunehmend unter Druck. Denn der Krieg trifft den Gasmarkt in Europa zu einem kritischen Zeitpunkt.
Europa hat seine Energieversorgung seit dem Ukrainekrieg stark umgebaut und setzt stärker auf Flüssigerdgas (LNG). Und nach dem Winter sind die Füllstände der europäischen Speicher derzeit deutlich niedriger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre – in Deutschland sind die Gasspeicher am 10. März zu 21,6 Prozent gefüllt, weit unterhalb des fünfjährigen Mittelwerts von 43 Prozent.
Zusätzlich drohen Kunden in Asien die Lage auf dem Gasmarkt durch Notkäufe noch weiter zu verschärfen. In den letzten Tagen wurden mindestens vier LNG-Tanker von Europa nach Asien umgeleitet. Das sind beträchtliche Mengen: „Ein normal großer LNG-Tanker kann flüssiges Erdgas im Wert von 70 bis 90 Millionen Euro transportieren“, erklärt Ostasien-Korrespondent Martin Kölling im Podcast.
Asiatische Länder wie China, Japan und Südkorea seien stark von LNG abhängig, verfügten aber über begrenzte Speicherkapazitäten. Das verstärke ihre Notkäufe. Japan agiere inzwischen selbst als Händler auf dem globalen Gasmarkt und nutze seine zusätzlichen Vorräte, um von den Preisschwankungen zu profitieren. „In diesen Krisenzeiten müssen wir uns auf einen sehr volatilen Markt einstellen, wo Schiffe mehrfach umgelenkt werden können, weil sich die Käufer gegenseitig überbieten“, so Kölling.
LNG-Krise – Warum Asien Europa immer mehr Gastanker wegkauft
Außerdem: Ob Gründer und TV-Star Frank Thelen, der Autor Gerd Kommer oder der Mediziner Dietrich Grönemeyer – immer mehr Prominente werben mit eigenen Fonds und ETFs um das Geld von Privatanlegern. Doch was steckt hinter diesen Produkten? Was taugen sie, und worauf sollten Anleger achten, bevor sie investieren? Darüber spricht Beatrice von Braunschweig mit dem Fondanalysten Ali Marsawah.
Moderiert von Sandra Groeneveld
Produziert von Lukas Teppler
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