Episode Description
Ein zinslos gestundeter Kaufpreis klingt nach einer fairen Familienlösung, kann steuerlich aber brutal enden, wenn das Finanzamt daraus eine Zinsschenkung und sogar fiktive Zinsen konstruiert. Genau diese Konstellation räumt der BFH jetzt auf und schafft mehr Klarheit für alle, die eine Immobilie an ihr Kind verkaufen wollen, obwohl die Schenkungssteuer-Freibeträge bereits verbraucht sind. Wir nehmen dich Schritt für Schritt mit durch das Urteil und zeigen, warum die alte Praxis in vielen Fällen zu hoher Einkommensteuer beim Elternteil und zusätzlicher Schenkungssteuer beim Kind führen konnte.
An einem konkreten Beispiel mit 600.000 Euro Kaufpreis erklären wir, was bisher passierte: Der Vater sollte über die Laufzeit rund 200.000 Euro fiktive Zinsen versteuern, obwohl keine Zinsen vereinbart waren, und gleichzeitig konnte das Finanzamt beim Kind eine sofortige Zinsschenkung ansetzen. Der BFH stellt nun klar, dass eine Schenkung eine Vermögensverschiebung braucht. Bei einer gestundeten Kaufpreisforderung fließt aber kein Geld vom Elternteil zum Kind, es entsteht nur eine geringere künftige Belastung, und das reicht nicht für eine Zinsschenkung.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung, die wir sauber herausarbeiten: Kaufpreisstundung im Kaufvertrag ist nicht dasselbe wie ein Darlehen innerhalb der Familie. Sobald echtes Geld überwiesen wird, entsteht ein Nutzungsvorteil, der schenkungsteuerlich relevant bleiben kann. Zum Schluss greifen wir noch eine weitere BFH-Entscheidung aus 2024 auf: Unter Bedingungen darf ein niedrigerer marktüblicher Zins angesetzt werden, wenn du ihn nachweisen kannst. Wenn dir diese Einordnung hilft, abonnier den Kanal, teile die Folge mit jemandem, der gerade eine Immobilienübertragung plant, und lass uns eine Bewertung da.