Episode Description
"Die *Vurtuellen* strebten nach Unabhängigkeit. Ein neuralgischer Punkt an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit war die Atmosphäre um Manchester. In dieser Stadt trug sich jener Zwischenfall zu, die als Pollinisierung in die Geschichte einging.
Es ist Frühling in Berlin, alles blüht, und das passt gut, denn wir reden über Pollen! Allerdings nicht über gewöhnlichen Blütenstaub, sondern über den visionären Roman von Jeff Noon, der uns seit den 90ern nicht mehr loslässt. Diesmal laufen wir auf unserer Tour an der Mauer des Krankenhauses Friedrichshain entlang zum Volkspark Friedrichshain und steigen auf einen der ehemaligen Flakturm-Hügel, unter dem noch Stahl und Beton aus der Nazi-Zeit verschüttet liegen und der heute längst zugewachsen ist. Die invasive Natur ist auch ein starkes Bild, das der Roman Pollen aktiviert. Ausgangspunkt für diese Episode ist unsere 100. Folge, in der wir die Idee entwickelt haben, dass die Stadt mit ihren Straßen und Gebäuden als ein Palimpsest aufgefasst werden kann: wie ein mehrfach beschriebenes Pergament, auf dem sich Schichten von Geschichte, Erinnerung und Erfahrung überlagern. Flo hat diese Feder weitergesponnen und ist dabei auf den Science-Fiction-Autor Jeff Noon gestoßen, der 1957 in Manchester geboren wurde. Noon hat mit seinem Vurt-Zyklus – Vurt (1993), Pollen (1995), Automated Alice (1996) und Nymphomation (1997) – den transluzenten SciFi-Spirit der 90er Jahre eingefangen und ein literarisches Universum geschaffen, das unsere heutige Realität in der Virtualität teilweise vorweggenommen hat. Zum Vurt-Worldbuilding liest Flo die ersten Seiten der deutschen Übersetzung vor: eine Welt, in der Träume auf biomechanischen Federn gespeichert und konsumiert werden, in der das Virtuelle, das „Vurt", ein Eigenleben entwickelt und schließlich einen Spiegelkrieg zwischen Traum und Wirklichkeit auslöst. Wir diskutieren, wie Noons Ideen sich in unserer Gegenwart materialisiert haben: Die X-Cab-Taxis des Romans, die durch ihre Fahrten den Stadtplan von Manchester erst erzeugen, sind im Grunde Uber inklusive algorithmischer Preisgestaltung und dem Ausnutzen prekärer Arbeitsverhältnisse. Macht und Meinung, die den Raum des Virtuellen dominiert und über die Sozialen Medien so Diskursbestimmend wird, dass wir an der Schwelle zu einem 3. Weltkrieg stehen. Zombies, die im Vurt hängenbleiben, körperlich anwesend, aber geistig abwesend, sehen wir täglich in der S-Bahn beim TikTok-Swipen. Und der Pollen selbst, der Manchester überschwemmt und die Menschen sich zu Tode niesen lässt? Vor Kurzem ist durch Corona die weltweite Mortalität saisonal gestiegen, und Millionen Klimaflüchtlinge sind auf der Welt unterwegs. Manchester spielt in Noons Werken eine zentrale Rolle. Madchester, Mazechester, Divchester: Jeff Noon zeichnet in Pollen ein Bild der Stadt als Labyrinth aus Vurtern, undurchdringlich und doch zugänglich. Wir schlagen auch Brücken zu Deleuze und Guattaris glatten Räumen, zu Chaosmagie und Reality Tunnels und entfalten ein ganzes Cluster an Filmen und Serien, die Noons Ideen weitertragen: Inception, Matrix, Annihilation, District 9, Stranger Things, The Last of Us, eXistenZ, Parasite, Nomadland, Midsommar. Uns beschäftigt auch die Frage, warum Jeff Noon trotz seiner prophetischen Kraft so viel unbekannter geblieben ist als Philip K. Dick oder William Gibson. Zu wenig Output? Zu wenig Genre-Schublade? Zu viel Manchester und zu wenig London? Wir spekulieren, und Micz schlägt vor, den Autor einfach mal zu kontaktieren. Wir nehmen unsere Federn in den Mund und halten die Luft an...
Shownotes
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- EGL102 | Wanderung | Komoot
- Links zur Episode
- Jeff Noon - Wikipedia – Wikipedia
- Pollen (novel) - Wikipedia – Wikipedia
- Vurt - Wikipedia – Wikipedia
- Automated Alice - Wikipedia – Wikipedia
- Nymphomation - Wikipedia – Wikipedia
- Poetry-Slam – Wikipedia
- Kodwo Eshun – Wikipedia
- convex tv. - there's a bandwidth playing on the radio (PDF-Download)
- [.format] questionnaire with Kodwo Eshun
- Dietmar Dath – Wikipedia
- Die Abschaffung der Arten – Wikipedia
- Uber (Unternehmen) – Wikipedia
- Manchester – Wikipedia
- Books of Blood - Wikipedia – Wikipedia
- Shrinking city - Wikipedia – Wikipedia
- Liverpool – Wikipedia
- Various Videos | mi.cz
- Jeff Noon in interview. getting in touch with something quite deep about language. Von Martin Conrads
- Glasgow – Wikipedia
- Oasis – Wikipedia
- Persephone – Wikipedia
- Demeter – Wikipedia
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- American Gods (Fernsehserie) – Wikipedia
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- Cyberpunk – Wikipedia
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- The Last of Us (Fernsehserie) – Wikipedia
- District 9 – Wikipedia
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- Midsommar (2019) – Wikipedia
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- Trainspotting – Neue Helden – Wikipedia
- Requiem for a Dream – Wikipedia
- Her (2013) – Wikipedia
- Ex Machina (Film) – Wikipedia
- Florian Clauß (Erzähler)
- Micz Flor
Jeff Noons 1995 bei Ringpull Press erschienener Roman Pollen gehört zu jenen literarischen Arbeiten, deren Bedeutung sich erst im Abstand mehrerer Jahrzehnte in ihrer vollen Tragweite erschließt. Der 1957 in Manchester geborene Autor legte mit diesem Werk den zweiten Band seines sogenannten Vurt-Zyklus vor, eines losen Romanverbunds, der mit dem Debüt Vurt (1993) begann und neben Pollen auch Automated Alice (1996) sowie Nymphomation (1997) umfasst. Zwischen den Genrekategorien Science Fiction, Cyberpunk, Slipstream und dem, was später als „New Weird“ bezeichnet werden sollte, nimmt Pollen eine eigentümliche Zwischenstellung ein. Es ist weniger die unmittelbare literarische Wirkung, die Pollen heute bemerkenswert erscheinen lässt, als vielmehr die Präzision, mit der der Roman Entwicklungen vorwegnimmt, die sich zwischen Mitte der 1990er Jahre und der Gegenwart in ökologischen, medizinischen, technologischen und kulturellen Diskursen herausgebildet haben. Die im Folgenden vertretene These lautet, dass Noon, stärker als viele Autoren seiner Generation, Szenarien entworfen hat, die sich nicht als Fiktion verflüchtigt, sondern in veränderten Formen in die Realität eingewandert sind.
Der Roman spielt in einem nahzukünftigen, halluzinatorisch überformten Manchester. Zentral für Noons Kosmos ist die Idee einer parallelen Traumwelt namens „Vurt“, in die Menschen mithilfe farbcodierter Federn eintauchen können, einer Technologie, die sich zwischen psychedelischer Erfahrung und digitaler Virtualität verorten lässt. Die Grenze zwischen Realwelt und Vurt ist in Pollen bereits deutlich durchlässiger geworden als in Noons Debütroman; der Roman erzählt gewissermaßen den Moment, in dem diese Grenze ihre regulative Funktion verliert. Ausgelöst wird die Handlung durch einen massiven, unkontrollierbaren Pollenausbruch, der Manchester überzieht, körperliche Symptome hervorruft, das öffentliche Leben lähmt und in gesellschaftliche Panik mündet. Entscheidend dabei ist die kausale Struktur: Der Pollen stammt nicht aus einem externen Naturereignis, sondern aus der Vurt-Welt selbst, also aus einer Sphäre, die die Menschen der Romanwelt selbst hervorgebracht haben.
Der wohl produktivste Zugriff auf Pollen besteht heute darin, den Roman als Katalog von Motiven zu lesen, die sich in den drei Jahrzehnten seit seinem Erscheinen in realweltliche Phänomene verwandelt haben. Dabei geht es nicht um punktuelle Treffer, sondern um strukturelle Vorwegnahmen, deren Kohärenz bemerkenswert ist. Ein zentrales Motiv des Romans sind die X-Cab-Taxis, die Manchester nicht einfach befahren, sondern den Stadtplan durch ihre algorithmisch gesteuerten Fahrten überhaupt erst erzeugen. Stadt ist bei Noon nicht statischer Raum, sondern Produkt datenbasierter Bewegungsmuster. In dieser Konstellation lässt sich heute unschwer die Vorwegnahme von Plattformunternehmen wie Uber erkennen, inklusive algorithmischer Preisgestaltung, dynamischer Routenoptimierung und der Ausbeutung prekärer Arbeitsverhältnisse, die unter dem Deckmantel technologischer Neutralität operiert. Noons X-Cabs sind damit ein frühes literarisches Modell für jene Überlagerung von urbanem Raum und algorithmischer Steuerung, die die Gegenwart prägt. Der Roman entwirft das Vurt zugleich als Raum, in dem sich Macht, Meinung und Realitätskonstruktion bündeln, eine virtuelle Sphäre, deren Einfluss auf die physische Welt stetig wächst. Was Noon 1995 als halluzinatorisches Bild formulierte, beschreibt heute ziemlich genau die Funktionsweise sozialer Medien: Diskurse, Narrative und Affekte werden in einer virtuellen Umgebung erzeugt, die anschließend mit enormer Wucht in die materielle Wirklichkeit zurückwirkt, bis hin zur geopolitischen Eskalation. Dass wir gegenwärtig an Schwellen stehen, an denen medial verstärkte Feindbilder ganze Gesellschaften destabilisieren und die Rede von einem drohenden dritten Weltkrieg in den Hauptnachrichten angekommen ist, verleiht Noons Spiegelkrieg-Motiv eine nachträgliche Präzision. Im Roman existieren darüber hinaus Figuren, die körperlich in der Realwelt verbleiben, während ihr Bewusstsein in der Traumsphäre gefangen bleibt. Diese Vurt-Zombies sind heute in einer zugespitzten Variante im urbanen Alltag allgegenwärtig: in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Straßen, in Wartebereichen, überall dort, wo Menschen über ihre Smartphones in algorithmisch kuratierte Aufmerksamkeitsschleifen eintauchen, während ihr Körper nur noch minimal an der physischen Umgebung teilnimmt. Noons Bild einer zweigeteilten Präsenz hat sich, ohne dass es noch halluzinogener Federn bedürfte, in der alltäglichen Nutzungspraxis sozialer Plattformen materialisiert. Das titelgebende Motiv schließlich verbindet mehrere Gegenwartsphänomene zu einem dichten Bild. Die unsichtbare, über die Luft übertragene Substanz, die eine Großstadt lahmlegt, hat in der COVID-19-Pandemie eine strukturelle Entsprechung gefunden. Zugleich verweist das Motiv auf die globale Zunahme von Allergien und Atemwegserkrankungen sowie auf die ökologischen Verschiebungen, die Millionen Klimaflüchtlinge in Bewegung setzen. Entscheidend bleibt die kausale Tiefenstruktur bei Noon: Der Pollen ist kein externer Einbruch, sondern Produkt jener Welt, die die Menschen selbst geschaffen haben. Damit nimmt Noon eine Einsicht vorweg, die heute in Epidemiologie und Ökologie breit diskutiert wird, dass ökologische Krisen Folgen menschlicher Eingriffe in Ökosysteme sind.
Die Themen, die Pollen verhandelt, bilden nicht bloß einen Hintergrund des Romans, sondern lassen sich als Cluster identifizieren, die in der audiovisuellen Kultur der vergangenen Jahrzehnte vielfach aufgegriffen und weitergedacht wurden. Diese Resonanzen verdeutlichen, wie tief Noons Motivik in der kulturellen Imagination verankert ist. Das Vurt als eigenständige, rückwirkende Sphäre findet seine filmischen Parallelen in Christopher Nolans Inception (2010), der die Durchlässigkeit von Traumebenen als narratives und ethisches Problem verhandelt, sowie in den Matrix-Filmen der Wachowskis (ab 1999), die das Modell einer dominanten virtuellen Wirklichkeit bis in die Metaphysik treiben. David Cronenbergs eXistenZ (1999) ist thematisch besonders nah an Noon, nicht zuletzt wegen der biomechanischen, fleischlichen Schnittstellen, die Cronenberg inszeniert und die Noons Federn auffällig ähneln. Das Bild einer Stadt oder Landschaft, die von einer biologischen Substanz überwältigt wird, hat in Alex Garlands Annihilation (2018) eine bildmächtige Entsprechung gefunden: eine Zone, in der Biologie, Genetik und Wahrnehmung hybridisieren. Ari Asters Midsommar (2019) verlagert das Motiv invasiver Natur in eine folk-horroreske Landschaft, in der organische Überwucherung, Drogen und kollektive Trance ineinandergreifen. Die Serie The Last of Us (2023) verdichtet das Motiv einer pilzbasierten, sporenvermittelten Pandemie zu einem Gegenwartsnarrativ, das in zentralen Punkten an Noons Pollen-Szenario erinnert, insbesondere in der atmosphärischen Übertragung und der biologischen Transformation der Betroffenen. Neill Blomkamps District 9 (2009) und die Serie Stranger Things (ab 2016) arbeiten mit der Vorstellung einer anderen Realität, die neben oder unter der vertrauten Welt existiert und in sie einbricht, eine Konstellation, die Noons Verhältnis von Manchester und Vurt strukturell spiegelt. Bong Joon-hos Parasite (2019) und Chloé Zhaos Nomadland (2020) wiederum zeichnen jene sozialen Verwerfungen nach, die in Noons X-Cab-Ökonomie als Prekarisierungsdynamik bereits angelegt sind: die Aushöhlung stabiler Lebensverhältnisse durch algorithmisch oder marktförmig organisierte Arbeitswelten. In der Summe zeigt sich, dass Noons Motivik sich über die Jahrzehnte in unterschiedliche Genres und Formate verteilt hat, ohne dass Pollen als Quelle immer kenntlich geblieben wäre. Der Roman erscheint damit weniger als Einzelwerk denn als früher Knotenpunkt eines Motivgeflechts, das die kulturelle Verhandlung von Virtualität, Ökologie und urbaner Krise prägt.
Dass Noon seinen Roman in Manchester ansiedelt, ist kein Zufall. Die Stadt, die im 19. Jahrhundert als erste Industriemetropole der Welt zum Sinnbild der kapitalistischen Moderne und ihrer sozialen Verwerfungen wurde, fungiert bei Noon als Versuchslabor, in dem sich die Langzeitfolgen menschlicher Eingriffe in Natur und Körper manifestieren. Die Stadt ist dabei nicht bloß Kulisse, sondern selbst organismisches Gebilde, durchzogen, durchlässig, kontaminierbar. Im Roman selbst erscheint Manchester zudem unter verschiedenen Namen, Madchester, Mazechester, Divchester, die jeweils andere Aspekte dieser Stadt aktivieren: ihre subkulturelle Energie, ihre labyrinthische Unübersichtlichkeit, ihre mythisch-religiöse Tiefendimension. Damit wird Manchester bei Noon zu einem Palimpsest, zu einer Schriftfläche, auf der sich historische, mediale und imaginäre Schichten übereinanderlegen und wechselseitig durchdringen. Im Vergleich zu anderen Science-Fiction-Autoren der 1990er Jahre zeichnet sich Noon durch eine auffällige Trefferquote aus, was die Prognose realer Entwicklungen betrifft. Während klassische Cyberpunk-Szenarien häufig in den technokratischen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit, etwa Konzernherrschaft, Cyberspace und kybernetischer Körpermodifikation, verhaftet blieben, verschob Noon den Fokus auf biologische, ökologische und traumartige Phänomene. Die Hybridisierung zwischen Mensch, Pflanze und Maschine, die Durchlässigkeit zwischen Wach- und Traumwelt, die Vorstellung einer Stadt als infiziertem Organismus, all dies berührt Themenfelder, die das 21. Jahrhundert stärker prägen als die klassisch cyberpunkhaften Motive. Dass Noon trotz dieser prognostischen Schärfe weniger kanonisiert ist als Autoren wie Philip K. Dick oder William Gibson, dürfte mehrere Gründe haben: eine vergleichsweise geringe Textmenge, eine Ästhetik, die sich den etablierten Genre-Schubladen entzieht, und nicht zuletzt die konsequente Verortung seines Werks in einer peripheren britischen Stadt, die lange als kulturell zweitrangig gegenüber London galt. Gerade diese Eigenwilligkeiten jedoch erklären, warum sich Pollen als Text erweist, der sich der schnellen Verwertung entzogen und dadurch seine Aktualität über die Jahrzehnte bewahrt hat. Pollen ist ein Roman, dessen eigentliche Lesbarkeit sich erst Jahrzehnte nach seinem Erscheinen einstellt. Was 1995 als halluzinatorische Genre-Mischung wahrgenommen werden konnte, erweist sich heute als sorgfältig konstruierte Reflexion über die Verschränkung von Biologie, Medien, urbaner Arbeit und Lebenswelt. Die Pandemie-Motivik, die ökologische Kausalität des Pollens, die algorithmische Stadt der X-Cabs, die aufmerksamkeitsverzehrenden Vurt-Zombies und der Spiegelkrieg zwischen virtueller und physischer Sphäre machen das Buch zu einem Dokument, das sich quer zu den dominanten Science-Fiction-Traditionen seiner Zeit positioniert.
Jeff Noons Leistung liegt weniger darin, die Zukunft vorhergesagt zu haben, ein Anspruch, den seriöse Literatur selten einlösen kann, als darin, jene Spannungsverhältnisse präzise benannt zu haben, aus denen spätere Wirklichkeiten hervorgehen sollten. Pollen funktioniert in diesem Sinne als literarischer Seismograph, als ein Text, der tektonische Verschiebungen registrierte, bevor ihre vollen Ausschläge sichtbar wurden. Dass seine Motive heute in einem breiten Spektrum filmischer und serieller Erzählungen wiederkehren, ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Tatsache, dass Noon ein Bildreservoir geschaffen hat, aus dem die kulturelle Imagination der Gegenwart bis heute schöpft.