Henryk M. Broder: „Man kann nicht ein Drittel der Wähler zu Nazis erklären“

June 11
56 mins

Episode Description

Cicero – Magazin für politische Kultur

Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.

Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Juni-Ausgabe von Volker Resing über Papst Leo XIV: "Der stille Machthaber vom Stuhl Petri"

Inhalt Podcast:

8:28 "Es hat sich was zum Unguten verändert, wenn Beleidigungen, ich nehme an, das sind tatsächlich Beleidigungen, von Politikern einen extra Paragrafen im Strafgesetzbuch genießen, den Paragraphen 188. (…) Es ist eine Art von republikanischer Majestätsbeleidigung und in einer normalen republikanischen Gesellschaft gilt gleiches Recht für alle." (Henryk M. Broder)

12:51 "Das Land, was ich bedauerlich finde, ich habe nichts gegen Debatten, ich hab auch nichts gegen historische Analogien, aber dieses Land steckt im Würgegriff des Nationalsozialismus. Es ist keine Nazi-Republik, es gibt, glaube ich auch keine Gefahr, dass die Nazis an die Macht kommen, die AfD wird bis ins Alberne hinaus dämonisiert, aber es gibt so eine psychologische Spätwirkung, irgendeine Form von Erkrankung, die dieses Land vom Dritten Reich nicht wegkommen lässt und das finde ich extrem bedauerlich." (Henryk M. Broder)

15:18 "Deswegen kann man nicht sagen, ich bin für die Brandmauer oder ich bin dagegen. Im Prinzip bin ich dagegen, Leute vom politischen Geschehen auszuschließen. Und wenn ich höre, mit welcher Lust, mit welcher Libido Saskia Esken ein Verbot der AfD fordert, dann ist das keine politische Debatte mehr, dann ist es Hexenjagd. Da ist irgendwas Genießerisches dabei, eine Art von Abenteuer. Verbieten, verbieten, verbieten. Unnötig zu sagen, dass Verbieten zwölf Jahre lang eine deutsche Passion gewesen ist." (Henryk M. Broder)

30:55 "Ich sage Ihnen, die Antisemitismus-Theke ist noch vielfältiger als die Käsetheke bei Edeka. Ich staune selbst, was es da alles gibt." (Henryk M. Broder

37:51 "Der einzige Antisemitismus, auf den das heute qualitativ und quantitativ ankommt, ist der Islamische." (Henryk M. Broder)

36:31 "Schauen Sie, dieses Land entwickelt eine makabre Konsequenz bei der Verfolgung absurder Ziele. Wir retten das Weltklima, weil ich meine, andere untergeordnete Aufgaben haben wir längst erledigt. Wir sind mit der Armut fertig und wir sind mit den Wohnungsnot fertig. Die Rentenreform ist geschafft. Jetzt können wir uns dem Klima widmen. Wir haben diese absurde Idee der Willkommenskultur, gegen die die Leute aufbegehren. Übrigens jemand, der in Frage stellt, ob es richtig ist, Leuten Sozialleistungen zukommen lassen, die nie in einen Zopf einbezahlt haben. Das ist eine legitime Frage." (Henryk. M Broder)

37:26 "Frau Bass sagt im Zustand der Vollnüchternheit, es gibt keine Einwanderung in die sozialen Systeme. Das muss man bringen. Das heißt, Deutschland hat wirklich eine führende Rolle, wenn es um die Disziplin geht, Verleugnung der Wirklichkeit." (Henryk M. Broder)

See all episodes