Episode Description
Unsere 100. Folge hatte am 7. März 2026 Premiere auf dem Ready. Set. Future of Coaching Festival für Mädchen, Frauen, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen im Fußballcoaching, organisiert Berliner Fußball-Verband. Wir haben anlässlich des Festivals über geschlechtliche Vielfalt im Fußball gesprochen und dafür zwei Gäst*innen eingeladen:
Claudia Krobitzsch ist Senior Diversity Managerin beim DFB, sie ist innerhalb des Verbandes zuständig für die Förderung von Vielfalt. Vor ihrem Schritt zum Deutschen Fußball-Bund vor einigen Jahren hat sie für die NGO FARE Network gegen Diskriminierung gearbeitet. Sie erzählt uns u.a., wie das seit der Saison 2022/23 bestehende inklusive Spielrecht des DFB für trans*, inter und nicht-binäre Menschen im Amateur*innen-Fußball funktioniert.
Jan Sindern ist aktiver Fußballer bei Westfalia Dortmund 2022. Er erzählt uns, was das inklusive Spielrecht für ihn persönlich als trans Mann bedeutet und wie wichtig es ist, eine solch klare Regelung zu haben. Jan spricht außerdem über den Support seines Teams und schließlich seiner Entscheidung, Vertrauensperson zu werden. Denn dieses Ehrenamt ist für das tin*-Spielrecht ganz zentral.
Welche Herausforderungen gibt es bei der Kommunikation des Spielrechts und der Sensibilisierung für queere Lebensrealitäten innerhalb des Fußballs? Und welche Bedeutung haben Vernetzung und Sichtbarkeit für die Spieler*innen? Auch darüber sprechen wir mit Jan und Claudia. Danke an euch beide und an Safa Semsary für die Einladung zum Festival!
Wenn euch das möglich ist, freuen wir uns, wenn ihr unseren Podcast und die Bolztribüne einmalig oder regelmäßig per Dauerauftrag unterstützt. So können wir hoffentlich immer mehr Zeit in unsere Herzensprojekte stecken. Die Unterstützung ist jetzt einfacher als früher, denn wir sind nun eine Marke und eine GbR und haben ein Geschäftskonto:
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Transkription der Episode anzeigen0:00:20–0:00:21 Hallo Berlin! 0:00:21–0:00:24 Das wollte ich schon immer mal sagen. 0:00:24–0:00:37 Hier ist die einhundertste Folge von "Becker und Pfeiffer, der Fußballpodcast." Und wennihr uns nur hört und nicht seht, dann wisst ihr noch nicht, dass wir hier heute nicht wie 0:00:37–0:00:45 sonst zu zweit hier sitzen, die liebe Annika und ich, sondern zu viert, nämlich außerdemnoch mit Claudia und Jan, die wir gleich vorstellen werden. 0:00:45–0:00:47 Aber erst mal der Reihe nach. 0:00:47–0:00:49 Warum "Hallo Berlin"? 0:00:50–0:00:54 Wir nehmen heute nämlich nicht einfach nur für euch zu Hause auf, 0:00:54–0:00:57 sondern auf für dasReady. Set. Future of Coaching Festival. 0:00:57–0:01:08 Deswegen einmal Hallo an alle, die in Berlin uns jetzt zuschauen und einmal Hallo an alle,die uns zuhören und zuschauen an ihren Endgeräten, so wie immer. 0:01:08–0:01:11 Und wer uns jetzt zuschaut, hat sich vielleicht gerade schon gefragt, was ich in der Handhabe. 0:01:11–0:01:12 Das zeige ich euch jetzt. 0:01:12–0:01:14 Das ist eine große Überraschung auch für alle, die hier mit mir sitzen. 0:01:14–0:01:19 Ich hoffe, ich fackel nichts ab [singt]. 0:01:19–0:01:24 Das ist ein Pustekuchen, weil wir nämlich heute die 100. 0:01:24–0:01:28 Folge "Becker und Pfeiffer" feiern. 0:01:28–0:01:34 Ein Podcast, der damit angefangen hat, dass Annika und mir gesagt wurde, wenn wir malzusammen podcasten, würde sich das niemand anhören. 0:01:35–0:01:37 Das hat sich als nicht richtig herausgestellt. 0:01:37–0:01:40 Das war bezogen auf unsere Stimmen. 0:01:40–0:01:41 Ich puste das mal näher. 0:01:41–0:01:42 Ihr müsst jetzt mal so tun, als würdet ihr pusten. 0:01:42–0:01:43 Bitte. 0:01:43–0:01:45 Ja, einmal schön aufs Mikro. 0:01:48–0:01:53 Sehr schön, wir haben es geschafft, ohne irgendwas abzufackeln und 0:01:53–0:01:55 jetzt starten wir aber ganz offiziell in den Podcast rein und die Annika verrät euch jetzt erstmal, worüber wir 0:01:58–0:02:02 heute sprechen wollen und dann stellen wir unsere beiden famosen Gäst*innen vor. 0:02:03–0:02:14 Ja, wir sprechen heute nämlich über geschlechtliche Vielfalt und Fußball oder besser gesagt im Fußball, weil das 0:02:14–0:02:15 Ready. Set. Future of Coaching Festival 0:02:15–0:02:27 ein Programm ist, wo es eben um FLINTA*-Personen als Coachesim Fußball geht und ja. 0:02:27–0:02:32 Deswegen haben wir auch diese beiden famosen Gäst*innen, die Mara schon erwähnt hat, hier. 0:02:32–0:02:34 Wir dürfen einmal begrüßen Jan und Claudia. 0:02:34–0:02:36 Hallo ihr beiden. 0:02:36–0:02:37 Hallo! 0:02:37–0:02:38 Hallo! 0:02:39–0:02:48 Wir haben uns gedacht, wir könnten euch jetzt natürlich vorstellen, aber dann würden wireuch ja mit dem vorstellen, was wir von außen betrachtet wichtig finden für eure Personen 0:02:48–0:02:52 und deswegen spielen wir den Ball einfach mal zu euch rüber. 0:02:52–0:02:57 Stellt ihr euch doch gerne mal vor und sagt, was so euer Bezug zum Fußball ist. 0:02:57–0:03:09 Ich bin Jan, bin transgender von Frau zu Mann, spiele aktuell noch in der Damen-Mannschaftbei Westfalia Dortmund. 0:03:09–0:03:18 Deswegen bin ich hier, um ein paar Fragen zu beantworten und auch mit dem Thema selbstschon sehr viel konfrontiert wurde und auch Sachen mit auf den Weg vielleicht zu geben 0:03:18–0:03:20 oder auch zu beantworten oder zu helfen. 0:03:22–0:03:24 Herzlich willkommen, Claudia! 0:03:25–0:03:34 Hallo, mein Name ist Claudia, Claudia Krobitzsch ich arbeite beim DFB und bin da für Vielfalt-Förderung zuständig und so in dem Rahmen auch für das Thema geschlechtliche 0:03:34–0:03:48 Vielfalt und bin cis Frau, meine Pronomen sind sie und ihr und ich freue mich total mit euch hier ins Gespräch zu kommen und ja, über geschlechtliche Vielfalt im Fußball und 0:03:48–0:03:55 besonders auch darüber zu sprechen, was wir im DFB dafür tun, diese zu fördern. 0:03:56–0:03:59 Das ist direkt mal ein guter Anknüpfungspunkt, Claudia. 0:03:59–0:04:09 Wir haben natürlich also sowohl was unsere Hörer*innen angeht als auch sicherlich was die Leute in Berlin angeht, viele, die das Thema 0:04:09–0:04:09 Spielordnung schon kennen, aber eben nicht alle. 0:04:09–0:04:18 Und, um da mal alle auf einen Stand zu bringen, kannst du vielleicht mal was zurSpielordnung sagen, die seit einigen Jahren im DFB gültig ist und vielleicht auch so ein 0:04:18–0:04:21 bisschen zu dem Prozess, der dahin geführt hat. 0:04:21–0:04:23 Ja klar. 0:04:23–0:04:31 Also im DFB gibt es eine inklusive Spielrechtsordnung für tin* Personen, für trans, interund nicht-binäre Personen. 0:04:31–0:04:39 Die ist seit der Saison 2022/23 gültig und auch verbindlicher Bestandteil derDFB-Spielordnung. 0:04:39–0:04:49 Das heißt, sie gilt für alle Landesverbände, also für den kompletten Amateurfußball, auchfür den Futsal, also für Futsal-Spiele bis hin zur Regionalliga. 0:04:49–0:04:50 Und die Regel besagt, 0:04:51–0:05:04 Ich fasse jetzt mal das Juristen-Deutsch der Spielregelung in einfache Worte und kürzer,dass Spieler*innen entsprechend ihrer Geschlechtsidentität sich aussuchen dürfen, ob sie 0:05:04–0:05:06 bei den Männern oder bei den Frauen spielen dürfen. 0:05:06–0:05:11 Es gibt ja wohl wissentlich nur zwei Spielklassen im Fußball, im binären System. 0:05:11–0:05:16 Deswegen können sie sich aussuchen, ob sie da spielen wollen. 0:05:16–0:05:20 Insbesondere, also das bedeutet insbesondere für Menschen, die... 0:05:20–0:05:31 sind, also die sich von einem Geschlecht zum anderen bewegen, also in eineGeschlechtsangleichung durchlaufen, dass sie den Zeitpunkt selber bestimmen, wann die 0:05:31–0:05:43 Transition beginnt und für den Zeitraum der Transition noch im alten Team spielen dürfenund aber auch selbstbestimmt wechseln dürfen. 0:05:43–0:05:49 Also spätestens zum Abschluss der Transition müssen sie wechseln, wenn es von Mann zu Frauoder von Frau zu Mann geht. 0:05:50–0:05:52 und können da aber haben da sozusagen Spielraum. 0:05:52–0:06:00 Ziel ist das, also der Hintergrund dieser Regelung ist tatsächlich, dass wir keineSpieler*innen verlieren wollen. 0:06:00–0:06:10 Also wenn jemand in einem Team ist und für sich Coming Out hat als trans Person, dass esda nicht heißt: "Jetzt musst du leider aufhören mit Fußballspielen", gerade in der 0:06:10–0:06:11 Transitions-Phase. 0:06:11–0:06:14 Und es ist halt selbstbestimmt. 0:06:14–0:06:20 Das ist im Einklang mit dem Selbstbestimmungsgesetz, was ja auch auf Bundesebene in Deutschland gilt. 0:06:20–0:06:33 Und die Landesverbände sind sozusagen in der Umsetzung und müssen dafür auch Vertrauenspersonen für das tin* Spielrecht ernennen, die sozusagen auch den Prozess 0:06:33–0:06:47 begleiten und unterstützen und diesen Wechsel gegebenenfalls auch mit dokumentieren unterstützen und aufklären. 0:06:47–0:06:48 Das in aller Kürze. 0:06:48–0:06:55 Und kannst du vielleicht was dazu sagen, wie oft das bisher so genutzt wird? 0:06:55–0:07:00 Habt ihr da also schon irgendwie Zahlen dazu, wo du ein bisschen was dazu erzählen kannst? 0:07:01–0:07:16 also wie gesagt, seit der Saison 2022 gilt die Regelung und wir hatten im November jetzt 2025 eine Abfrage in unseren Landesverbänden diesbezüglich, und haben die Rückmeldung 0:07:16–0:07:22 bekommen, dass ungefähr 100 Personen, und es hält sich sogar die Waage, 0:07:22–0:07:25 und 49 Personen 0:07:25–0:07:31 die entweder weiblich zu männlich oder männlich zu weiblich gewechselt haben. 0:07:31–0:07:35 Das sind also die, die sozusagen davon Gebrauch gemacht haben. 0:07:35–0:07:43 Und wir haben ungefähr 100 Personen, die in der letzten Saison angezeigt haben, dass sie sich in eine Transition begeben. 0:07:43–0:07:56 Ganz kurz nur für das Sprachliche, weil wir da immer irgendwie schauen, dass wir möglichst inklusiv und nicht so, dass Leute sich irgendwie, ja, unangenehm berührt fühlen, 0:07:56–0:07:59 gewechselt, bezog sich jetzt natürlich auf die Spielklasse. 0:07:59–0:08:02 Uns ist hier ein klar, dass niemand, genau, ja, ja, auf jeden Fall. 0:08:02–0:08:05 an, das eben wo sie gespielt haben. 0:08:05–0:08:07 bin, die Annika kann das erzählen. 0:08:07–0:08:16 Ich habe mir gestern Abend eine bestimmte Podcastfolge von einer nicht gerade trans-inklusiven Person angetan und bin deswegen gerade mit dem Sprachlichen wieder sehr 0:08:16–0:08:23 bedacht darauf zu gucken, dass es auch keine Missverständnisse gibt, weil das teilweise einfach dermaßen horrend ist. 0:08:23–0:08:25 Genau, also mir war total klar, wie du es meinst. 0:08:25–0:08:26 Ich wollte es nur nach außen. 0:08:26–0:08:27 Genau. 0:08:29–0:08:33 deswegen auch binär, weil es halt auch nur diese zwei Teams gibt. 0:08:33–0:08:33 Genau. 0:08:34–0:08:49 Jan, du hast ja deine eigene Geschichte mit dem, also natürlich einmal mit deiner persönlichen Transition, aber dann eben auch, was die Erfahrung mit dem Spielrecht angeht. 0:08:49–0:08:54 Kannst du vielleicht, wenn du möchtest, erst mal nur so auf den Sport bezogen sagen, 0:08:54–0:09:05 Wie hast du das denn überhaupt erfahren, dass es die Möglichkeit gibt und wie bist du so mit deinem Verein oder auch mit deinem Team vorgegangen, um da eben einen Weg für dich zu 0:09:05–0:09:12 finden, der einerseits für dich persönlich passt, aber andererseits eben auch, ich sag mal, rechtssicher ist oder verbandrechtssicher? 0:09:14–0:09:21 Zu der Zeit habe ich eine kurze Zeit mal in einem anderen Team gespielt, sonst eigentlich durchgängig immer in derselben Mannschaft. 0:09:21–0:09:26 Da war halt die Frage mit der Namensänderung, darf ich weiterspielen, darf ich nicht weiterspielen? 0:09:26–0:09:33 Da war mein Trainer noch sehr unsicher und daraufhin habe ich dann gesagt, kann ich nicht auf mir sitzen lassen, ich möchte Klarheit haben, darf ich weiterspielen, darf ich nicht 0:09:33–0:09:34 spielen? 0:09:34–0:09:40 Und daraufhin dachte ich mir so, an wen kann ich mich wenden, dass ich wirklich eine sichere Quelle habe, dass ich weiß, es... 0:09:40–0:09:44 kann nichts passieren in Sachen Punkte abgezogen oder irgendwas. 0:09:44–0:09:52 Da dachte ich mir so, okay, bekannteste Person, Alexandra Popp, komm, schreibe ich sie malbei Instagram an und frage an, ob sie mir weiterhelfen kann mit Kontakten oder wie auch 0:09:52–0:09:52 immer. 0:09:52–0:10:00 Und dann habe ich tatsächlich einen Kontakt erhalten und dann war ein recht guter und flüssiger Austausch immer wieder. 0:10:00–0:10:02 Und da war dann die Regel, 0:10:02–0:10:12 die aufs Papier gebracht wurde, sag ich mal offiziell, damit wir auch ein Schriftstück hatten, wenn mal Probleme sind, dass wir sagen können, wir sind auf der sicheren Seite. 0:10:12–0:10:16 Und bin in der Zeit tatsächlich wieder zu meinem alten Team zurückgewechselt. 0:10:16–0:10:22 Und von daher spiel ich eigentlich mit dem Großteil der Mannschaft schon über Jahrezusammen. 0:10:22–0:10:29 Es kennen mich viele auch schon noch vor der Transition und begleiten mich von Tag eins, wenn man es so nennen möchte. 0:10:29–0:10:31 Und ja. 0:10:31–0:10:41 Also unterstützen mich in jeder Situation, jeder Lage, fiebern auf jede OP mit hin und auch abseits des Platzes als auch auf dem Platz immer eine Einheit hinter mir. 0:10:41–0:10:45 Ja und so konnte ich zum Glück bis heute immer noch weiterspielen. 0:10:45–0:10:51 Ist die letzte Saison für mich, aber trotzdem sind wir da alle in der Gewissheit, darf. 0:10:51–0:10:59 Es kann nichts passieren, kein Aufstieg kann in Grenzen stehen aufgrund einer Regelung oder nicht genug informiert. 0:10:59–0:11:09 Und war das was, wo du dir, als du deinen privaten Prozess durchlaufen hast, Gedanken gemacht hast, ob das überhaupt möglich sein würde? 0:11:09–0:11:15 Also kann Sport weiter eine Rolle für dich spielen oder ist Sport was, was du potentiell, zumindest phasenweise verlieren könntest? 0:11:15–0:11:17 Waren das Gedanken, die du dir gemacht hast? 0:11:19–0:11:32 Ja, ich dachte schon, dass so ein zweiter Rückhalt wegbricht, mein Team, wie gesagt, kenn ich so lange und es ist eine Unterstützung, die einem Mut zusprechen, die selbst sagen, du 0:11:32–0:11:35 wirst selbstbewusster von Schritt zu Schritt. 0:11:35–0:11:39 Andersrum, dacht ich mir so, okay, dem Team kann ich dabei bleiben, ich hätte weiter trainieren können. 0:11:39–0:11:47 Klar, der Wettbewerbskampf wäre da nicht da gewesen, aber wichtig wäre mir einfach gewesen, dabei zu bleiben, den Rückhalt zu haben und 0:11:47–0:11:49 in dem Team mit drin zu sein. 0:11:50–0:12:00 Claudia, vielleicht könntest du mal ein bisschen was dazu sagen, es ist ja nicht nur bezogen auf diese Regel, sondern generell, wenn es um das Spielrecht geht und vor allen 0:12:00–0:12:08 Dingen, wenn es um Neuerungen im Spielrecht geht, immer so ein bisschen die Frage, waswird entschieden und wie wird es gelebt. 0:12:08–0:12:12 Was habt ihr denn für Erfahrungen damit gemacht? 0:12:12–0:12:16 wie tin* Personen dann auch tatsächlich vor Ort geholfen wird. 0:12:16–0:12:19 Also funktioniert das immer innerhalb der Regeln? 0:12:19–0:12:21 Gibt es da mal Schwierigkeiten? 0:12:21–0:12:32 Und wo können sich denn Leute hinwenden, wenn sie das Gefühl haben, eigentlich werde ich nicht so unterstützt in meinem Verein oder in meinem Verband, wie ich das für mich 0:12:32–0:12:33 bräuchte? 0:12:34–0:12:41 Also grundsätzlich, deine Eingangsfrage darauf einzugehen, Umsetzung der Regel. 0:12:41–0:12:47 Ich glaube, das Regelwerk des deutschen Fußballs ist sehr, sehr groß. 0:12:47–0:12:59 Ich glaube, neue Regeln haben es immer schwer, wenn sie auch kleinere Gruppen betreffen oder nicht für alle relevant sind, haben die es glaube ich, schwer, da durchzudringen bei 0:12:59–0:13:00 ... 0:13:00–0:13:04 Ich glaube im Moment sind es 24.000 Fußballvereine in Deutschland. 0:13:04–0:13:10 Dass das ankommt ist ein harter Brocken und das passiert nicht von heute auf morgen. 0:13:11–0:13:15 Da muss natürlich sehr viel Kommunikationsarbeit geleistet werden, sehr viel Aufklärungsarbeit. 0:13:15–0:13:23 Und in dem Thema, gerade was das tin* Spielrecht angeht, um jetzt wieder auf das Thematische, die thematische Regel zurückzukommen, muss natürlich auch sehr viel 0:13:23–0:13:29 Sensibilisierungsarbeit geleistet werden und Bildungsarbeit, weil viele Menschen... 0:13:30–0:13:38 Und es ist nicht nur im Fußball, sondern grundsätzliches Thema, sich mit dem Thema geschlechtliche Vielfalt nicht gut auskennen, sich vielleicht auch nicht damit befassen, 0:13:38–0:13:40 nicht befassen wollen vielleicht auch. 0:13:40–0:13:48 Und dadurch entstehen natürlich auch bei manchen Leuten Fragen, bei manchen Leuten gibt es Vorurteile. 0:13:48–0:13:53 Das kann bis zur Diskriminierung, Ausgrenzung, wie auch immer. 0:13:53–0:13:55 Das Spektrum ist groß. 0:13:55–0:13:56 Und... 0:13:57–0:14:06 Ja, das ist halt eine große Herausforderung, weil die Regel zu erarbeiten war eine Herausforderung, die durch die Gremien zu bringen und dann festzuschreiben. 0:14:06–0:14:15 Das war eine große Erwartung Arbeit, aber die eigentliche Arbeit ging eigentlich danach los und geht auch weiter und wird auch so schnell nicht weggehen. 0:14:15–0:14:22 Wir arbeiten mit den Landesverbänden dazu sehr intensiv, also zum einen mit den Vertrauenspersonen, die ich vorhin schon mal erwähnt habe. 0:14:22–0:14:26 Die sind in manchen Verbänden ehrenamtlich 0:14:27–0:14:31 engagiert und in manchen macht es auch eine Person aus dem Hauptamt. 0:14:31–0:14:40 Also wir sind mit denen in Kontakt, haben regelmäßig auch eine Präsenzschulung mindestens einmal im Jahr und auch mindestens dreimal im Jahr online Schulungen oder nicht 0:14:40–0:14:49 Schulungen, aber online so eine Sprechstunde, wo sich die Landesverbände, sei es die Vertrauenspersonen oder halt auch hauptamtliche Mitarbeitende, zum Beispiel aus 0:14:49–0:14:56 Passstellen oder so, einwählen können und wo wir Fragen beantworten, wo wir unterstützen sozusagen, wenn es konkrete 0:14:56–0:14:58 Unsicherheiten gibt. 0:14:58–0:15:04 Und dann natürlich muss es halt weiter runtergehen, so wie du das auch gesagt hast, wie kommt das in die Vereine an? 0:15:04–0:15:08 Das ist dann halt auch Kommunikationsarbeit, was auch in den Landesverbänden geleistet werden muss. 0:15:08–0:15:10 Da gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. 0:15:10–0:15:18 Viele Landesverbände machen Veranstaltungen dazu oder halt auch jetzt, das... 0:15:18–0:15:22 Also Jan und ich, wir haben uns zum Beispiel kennengelernt auf einer Veranstaltung 0:15:22–0:15:28 bei der Regionalliga West war das, gab es eine Infoveranstaltung zu dem Thema. 0:15:28–0:15:31 Aber auch so Projekte wie Ready. 0:15:31–0:15:32 Set. 0:15:32–0:15:33 Coach. 0:15:33–0:15:41 tragen natürlich dazu bei, dass dieses Thema präsenter wird, dass es Aufklärungsarbeit dazu gibt, dass Menschen sich damit auseinandersetzen. 0:15:41–0:15:45 jetzt gerade angesprochen mit der Kommunikation und mit der Bildungsarbeit. 0:15:45–0:15:54 Ist das schwieriger geworden in den letzten ein, zwei Jahren, wo man ja schon auch, also du hast ja richtigerweise gesagt, das ist nicht nur ein Thema des Fußballs, das ist ein 0:15:54–0:16:02 gesamtgesellschaftliches Thema und auch, dass es eben Leute gibt, die vielleicht einen Mangel an Bereitschaft haben, sich damit zu beschäftigen. 0:16:02–0:16:07 Ist die Kommunikation und die Bildungsarbeit anspruchsvoller geworden? 0:16:07–0:16:11 Ich glaube, in dem Thema war sie auch vorher schon anspruchsvoll. 0:16:11–0:16:23 Ich glaube, war so bisschen Konsens, dass die schöne Seite die Regenbogenfahnen und die CSDs waren, da waren alle mit dabei, aber das Thema sich damit auseinanderzusetzen und was 0:16:23–0:16:30 bedeutet es, eine Transition zu gehen und welche Schritte muss man da gehen oder muss man auch nicht gehen. 0:16:30–0:16:35 Und also diese Feinheiten, die man aber wissen, die man verstehen muss, 0:16:35–0:16:38 auch so diese Regel zu verstehen. 0:16:38–0:16:46 Ich glaube, da hatten auch vorher schon sehr viele Personen nicht unbedingt Lust, sich damit zu beschäftigen. 0:16:46–0:16:48 Und das ist halt so bisschen die Herausforderung. 0:16:48–0:16:58 Es gibt Menschen, die kann man glaube ich nicht erreichen im Fußball, aber auch sonst in der Gesellschaft, die möchten sich mit diesem Thema gar nicht beschäftigen oder sind dem 0:16:58–0:17:00 eher feindselig gegenübergestellt. 0:17:00–0:17:01 Ich glaube, die, 0:17:02–0:17:04 die können wir auch nicht erreichen mit toller Kommunikation. 0:17:04–0:17:15 Es geht, glaube ich, um die Personen, Unsicherheiten haben, die sich wundern, wer spielt denn da mit, aber ganz unvoreingenommen sind, sondern einfach diese Frage haben, dass wir 0:17:15–0:17:22 die aufklären und sagen, dass das hat alles seine Richtigkeit, die Person hat eine Spielberechtigung, das ist alles völlig in Ordnung. 0:17:22–0:17:26 Und die zu erreichen und da ein Verständnis zu... 0:17:26–0:17:31 herzustellen, ich glaube, das ist so den Anspruch, wir daran haben sollten. 0:17:31–0:17:35 Das hat sich nicht verändert, diese Herausforderung. 0:17:35–0:17:42 Trotz der politischen und weltpolitischen Situation und wie sich das alles so entwickelt, hat sich, glaube ich, nicht verändert. 0:17:43–0:17:47 Was habt ihr als DFB damit bisher so für Erfahrungen gemacht? 0:17:47–0:17:55 Also wenn es dann so um Rückmeldungen geht, vielleicht von den Landesverbänden oder auch Vereinen, kannst du dazu vielleicht was sagen? 0:17:57–0:17:58 Rückmeldung zu. 0:17:58–0:17:59 Kannst das noch bisschen präzisieren? 0:17:59–0:18:13 zu der Kommunikation oder wie das dann eben tatsächlich so ist, wenn diese Regelung in die breite Masse und auf die Ebene des Fußballs getragen werden soll. 0:18:13–0:18:16 Also wie gut wird das angenommen? 0:18:16–0:18:20 Gibt es vielleicht teilweise auch Problematiken, die dann bei euch landen? 0:18:21–0:18:31 Also tatsächlich bei unserer letzten Präsenzveranstaltung, die war im November, war ein ganz großes Thema Kommunikation und auch Unterstützung, die wir den Landesverbänden in dem 0:18:31–0:18:32 Bereich geben können. 0:18:32–0:18:41 Also da kam schon der Bedarf sehr klar raus, dass sie sich wünschen, also da noch auch zum Beispiel Argumentationshilfen wünschen. 0:18:41–0:18:45 Wie gehe ich mit Menschen um, die Fragen haben, was für Fragen kommen auf. 0:18:45–0:18:49 Und da haben wir ein FAQ zusammengestellt mit den 0:18:50–0:18:55 großen Themenblöcken und es den Landesverbänden zur Verfügung stellt. 0:18:55–0:19:05 Manche Landesverbände fragen halt zum Beispiel bei uns auch an, ob wir mal zu einer Veranstaltung kommen können, wie die Veranstaltung, wie ich vorhin erwähnt hatte. 0:19:05–0:19:14 Da versuchen wir halt tatsächlich zu gucken, welche Angebote wir machen können, welche gebraucht werden, dann auch individuell darauf einzugehen. 0:19:14–0:19:19 Was auch noch ein Punkt zu Mara von, du hattest ja gesagt, wenn es Probleme gibt, was, wie 0:19:19–0:19:21 geht man dann damit um. 0:19:21–0:19:30 Ganz wichtig zu wissen ist auch, dass die Vertrauensperson auch mit den Anlaufstellen für Gewalt- Diskriminierungsvorfälle in den Landesverbänden zusammenarbeiten. 0:19:30–0:19:32 Die gibt es ja auch in jedem Landesverband. 0:19:32–0:19:37 Und natürlich ist das eine Sache, die da Hand in Hand gehen soll. 0:19:37–0:19:39 Das ist natürlich unumgänglich. 0:19:39–0:19:41 Ja, total wichtig. 0:19:41–0:19:52 Jan, bevor wir auch bei dir gleich mal noch auf das Thema Vertrauenspersonen eingehen, das kann man nämlich quasi von zwei Seiten, würde ich mal gerne eine Brücke schlagen zum 0:19:52–0:19:54 Festival. 0:19:54–0:19:55 Wir haben ja schon gesagt, Ready. Set. Coach 0:19:55–0:20:04 ist eben ein spezielles Programm, das FLINTA* Coaches ausbildet. 0:20:04–0:20:14 Du hast jetzt schon gesagt, du hast in deiner eigenen Geschichte im Sport einen totalen Rückhalt in deinem Team gehabt. 0:20:14–0:20:16 Was würdest du denn irgendwie sagen? 0:20:16–0:20:25 Das ist natürlich eine theoretische Frage, aber glaubst du, dass, wenn aus dem Bereich noch mehr Menschen ins Coaching gehen, die einfach auch ein Grundverständnis für solche 0:20:25–0:20:28 Prozesse und Themen haben, glaubst du, dass es das ... 0:20:28–0:20:36 Insgesamt für Spieler*innen, einen ähnlichen Weg gehen, wie du noch mal leichter macht, hättest du, würdest du sagen, das wäre was, was dir vielleicht geholfen hätte? 0:20:38–0:20:44 Ja, ich sag mal so, es wird immer vorurteilig alles gesehen oder auch, der ist männlich, der kann jetzt das und das mehr. 0:20:44–0:20:49 Das ist ja das Hauptding, muss man ehrlicherweise sagen. 0:20:49–0:20:50 Find ich recht schade. 0:20:50–0:20:54 Ich sag immer, Können, fußballerisch kommt nicht durchs Testosteron. 0:20:54–0:20:56 Das ist ja das Hauptding leider. 0:20:56–0:21:01 Wenn man sich damit einfach ein bisschen mehr befasst, finde ich schon, dass es auf jeden Fall einfacher sein kann. 0:21:01–0:21:10 Wenn man dadurch auch noch mehr versteht wenn ich Fußball spielen kann, brauche ich kein Testosteron, dass ich besser Fußball spielen kann das hat damit nichts zu tun, was sehr 0:21:10–0:21:12 viele leider auf eine Schiene stellen. 0:21:12–0:21:19 Ob ich jetzt körperlich eine Kante bin als Beispiel oder ob ich ein Lauch bin, ich kann... 0:21:19–0:21:30 ist egal ob ich Testosteron nehme oder nicht, es ist einfach eine Körperproportion, sag ich mal, die mir einen Vorteil verschaffen kann oder auch nicht, da stimme ich zu aber da 0:21:30–0:21:31 ist nicht... 0:21:31–0:21:33 primär Testosteron für verantwortlich. 0:21:33–0:21:42 Und wenn das, sag ich mal, neutraler gesehen wird oder sich mehr mit befasst wird, finde ich schon, dass es sehr vielen viel einfacher gemacht wird und dann vielleicht auch am 0:21:42–0:21:48 Spielfeldrand ein bisschen mehr Verständnis kommt oder auch weniger Kommentare. 0:21:49–0:21:51 Du bist ja auch einfach ziemlich groß, oder? 0:21:51–0:22:01 Also ich meine, ich habe jetzt nur Bilder von dir gesehen und du bist ja jetzt nicht durch die Transition gewachsen, sondern die Größe hattest du ja einfach auch vorher schon. 0:22:01–0:22:05 Was ja auch ganz gut zu deiner Position passt. 0:22:05–0:22:14 Was mich mal noch interessieren würde, du hast ja für dich die Entscheidung getroffen, sehr offen mit dem Thema umzugehen. 0:22:14–0:22:20 Was man natürlich überhaupt nicht muss und was eine total private Entscheidung ist. 0:22:20–0:22:22 Aber was ist denn da bei dir der Hintergrund? 0:22:22–0:22:24 Was hat dir das vielleicht auch leicht gemacht? 0:22:24–0:22:30 Warum hast du beschlossen, eben auch offen über das Thema zu sprechen und den Weg nicht nur für dich zu gehen? 0:22:32–0:22:42 Man kennt leider, sag ich mal, die Leute, die schwer mit depressiven Phasen zu tun haben oder auch sehr fertig gemacht werden. 0:22:42–0:22:44 Und das finde ich richtig schade. 0:22:44–0:22:50 Ich muss auch sagen, jetzt Thema Fußball, wenn mich jemand beleidigt, wenn mir jemand Kommentare gibt, ich gehe dran vorbei. 0:22:50–0:22:52 Ich nehme einen rein, einen auch raus. 0:22:52–0:22:54 Und das kann leider nicht jeder. 0:22:54–0:22:58 Finde ich auch schade, dass Leute lernen müssen, damit umzugehen, weil jeder... 0:22:58–0:23:08 Mensch ist ein Mensch, egal wie welcher Hintergrund, egal welche Sportart ich mache, egal in welcher Mannschaft ich spiele, sollte gleich behandelt werden und mir ist wichtig, dass 0:23:08–0:23:17 die Leute sich wohlfühlen, dass sie weiter ihre Sportart machen können, nicht die Leidenschaft direkt aufgeben müssen und so war es für mich wichtig, den anderen zu helfen, 0:23:17–0:23:25 durch die Regel, sag ich mal, populärer zu machen, dass es die gibt, ihr dürft weiter spielen, ihr müsst nicht direkt aufhören, dass sie nicht an dem Punkt standen, wo ich 0:23:25–0:23:28 stande und so 0:23:28–0:23:39 es den einfacher machen kann, durch Mundpropaganda oder auch durch sehen, wie auch immer, wissen, es gibt die und die Regel, es gibt den und den Standpunkt, macht weiter, gebt 0:23:39–0:23:46 nicht direkt auf und nutzt euer Team als Rückhalt, wenn ihr das Team, sag ich mal, die ganze Zeit schon hattet. 0:23:46–0:23:55 Passiert dir das denn bei Spielen, dass Leute auch einfach, Claudia hat es ja vorhin gesagt, es gibt auch so einen Mangel an Informationen, die Leute verstehen Sachen dann 0:23:55–0:23:59 vielleicht nicht, sind auch erst mal auf eine Art vielleicht neugierig. 0:23:59–0:24:07 Passiert es auch, dass Leute mit einer positiven Intention, aber eben mit so einer Neugierde auf dich zukommen bei einem Spiel und du dann damit umgehen kannst? 0:24:07–0:24:11 Oder ist es dann eher so, wenn jemand was sagt, dass es dann ein blöder Spruch ist? 0:24:13–0:24:16 Direkt, face to face jetzt eher nicht. 0:24:16–0:24:26 Also es war eher viel über Instagram, dass ich mal von Schiedsrichtern angeschrieben wurde, nach dem Turnier und gefragt wurde, wie soll ich das am besten handhaben, wie ist 0:24:26–0:24:30 die Regel, da war das dann auch noch nicht so populär, muss ich sagen. 0:24:31–0:24:39 halt auch von Mitbetroffenen, sag ich mal, auch aus der Community, die mich angeschrieben haben und gefragt haben, wie ist das jetzt, ne? 0:24:40–0:24:45 Das eher ja, so ich sag mal so ich gehe normal damit um. 0:24:45–0:24:50 Jeder geht damit anders um, für mich ist es halt das Normalste, ich fühle mich nicht anders. 0:24:50–0:25:00 Ja, ich bin in einer Frauen-Mannschaft, okay, aber ich gehe auf den Platz wie sonst auch also deswegen ... 0:25:00–0:25:03 ein Schiedsrichter spricht mal öfter mit mir vielleicht 0:25:05–0:25:09 Aber ich sag mal, so auf dem Platz selber ist die Negativität eh nicht so hoch. 0:25:09–0:25:12 Also es ist eher abseits, muss man sagen. 0:25:12–0:25:13 Ja. 0:25:13–0:25:18 Also da kann ich nicht viel zu sagen von auf mich zukommen danach, das nicht. 0:25:18–0:25:25 Viele sagen zwar, die finden gut, dass ich es weiter durchziehe, dass ich nicht aufgehört habe oder dass ich mich von Kommentaren runterziehen lassen habe. 0:25:25–0:25:27 Aber die kommen ja selber an mich gar nicht ran. 0:25:27–0:25:29 Das ist ja alles eher... 0:25:29–0:25:35 Wenn dann mal die Freundin am Spielfeldrand steht oder die Trainerin an der Seitenlinie, die können mir das alles... 0:25:35–0:25:39 sagen, was so gesagt wird, aber ins Gesicht traut sich kaum einer. 0:25:40–0:25:40 Hm. 0:25:41–0:25:55 Und wenn jetzt andere Personen in deiner Situation auf dich zukommen oder auf dich zukommen würden, was wäre dann so das, was dir wichtig wäre, ihnen zu sagen über das 0:25:55–0:25:56 alles, also über deine Erfahrung? 0:25:57–0:25:59 Ich komm immer darauf an, worauf die mich ansprechen. 0:25:59–0:26:07 Ich sehe recht, wenn wir uns unterhalten, der Community ist es eigentlich immer recht konkret, muss ich sagen, weil man weiß immer genauso, wo möchte ich jetzt was wissen, 0:26:07–0:26:08 welche Frage habe ich. 0:26:08–0:26:19 Und da tauscht man sich halt aus, Sei es jetzt auf Operationen, sei es auf Orte, wo es operiert wird, sei es auf Fußball bezogen, sei es auf Mannschaften bezogen. 0:26:19–0:26:25 Man hat ja auch manchmal die Erfahrung von dem gehört oder die von dem, die tauscht man dann schon untereinander aus. 0:26:25–0:26:26 Ja, ich finde, dass... 0:26:26–0:26:29 Das ist recht schön in der Community, es ist immer ein Geben und Nehmen. 0:26:29–0:26:31 Der eine kennt den, der andere kennt den. 0:26:31–0:26:32 Man hat immer einen Erfahrungsaustausch. 0:26:32–0:26:34 Das ist eigentlich ganz schön. 0:26:34–0:26:37 Und dann das, was man halt als Erfahrung hat, teilt man dann mit. 0:26:37–0:26:40 Da würde ich gerne bei dir nochmal anschließen, Claudia. 0:26:40–0:26:47 Ich weiß, ich habe jetzt das Thema Vertrauensperson erst nochmal hinten angestellt, aber um mal in dem Themenfluss quasi drin zu bleiben. 0:26:47–0:26:53 Also Vernetzung ist das was, worüber ihr vielleicht hinter den Kulissen auch mal sprecht. 0:26:53–0:27:04 Also die Möglichkeit, wie man die Personen, die eben innerhalb des DFB sich in diesen Prozessen befinden, auch von Verbandsseite noch besser vernetzen kann, weil diejenigen 0:27:04–0:27:07 die ja genau wissen, wo sind die Leute und wer ist das? 0:27:07–0:27:10 Das sind ja letztlich die Vereine und der Verband. 0:27:10–0:27:15 Gibt es da einen Gedanken zu oder ist das eher, seht ihr das eher nicht als eure Aufgabe? 0:27:16–0:27:25 Ja, also tatsächlich als unsere Aufgabe sehen wir natürlich die Landesverbände zu befähigen, diese Regel umzusetzen und sie zwar so umzusetzen, dass sie im besten Sinne der 0:27:25–0:27:28 Spieler*innen dann auch umgesetzt wird. 0:27:28–0:27:34 Und da sind natürlich die Vertrauenspersonen unsere erste Ansprechperson. 0:27:34–0:27:45 Weil diese Rolle gab es ja vorher nicht und die haben wir sozusagen damit erst kreiert und natürlich auch eine Stellenbeschreibung sozusagen kreiert da sehen wir unsere 0:27:45–0:27:53 Hauptaufgabe, diese Personen, also erstmal die Landesverbände zu unterstützen, eine geeignete Person zu finden, die qualifiziert ist, weil das ist auch für manche 0:27:53–0:27:56 Landesverbände eine große Herausforderung, weil sie eben diese Vernetzung 0:27:57–0:28:04 zu NGOs oder zu anderen Organisationen, die die queere Community unterstützen sozusagen nicht haben. 0:28:04–0:28:13 Manche sind da sehr gut vernetzt und haben da Kontakte und haben auch da fantastische Vertrauenspersonen sozusagen schon benennen können. 0:28:13–0:28:24 Und neben der Rekrutierung in dem Sinne ist natürlich auch die Ausbildung und die Vernetzung der Vertrauenspersonen untereinander wichtig. 0:28:24–0:28:25 Um dann halt auch zum Beispiel 0:28:26–0:28:29 Ja, so kollegiale Fallberatung zu machen. 0:28:29–0:28:40 Weil die die Situationen sind ja höchst individuell, aber deswegen kann man ja trotzdem voneinander lernen und vielleicht auch in diesen föderalen Strukturen sich unterstützen, 0:28:40–0:28:45 weil das ja auch immer eine große Herausforderung ist. 0:28:45–0:28:49 Wir haben 21 Landesverbände und eigentlich sollte es überall gleich laufen. 0:28:49–0:28:50 Aber natürlich ist das nicht so. 0:28:50–0:28:53 Und aber manchmal gibt es ja doch Überschneidungen. 0:28:54–0:29:02 Und dann können sie sich sehr gut auch gegenseitig unterstützen, wie sie auf ihre Passstellen zugehen oder wie da der Prozess abläuft oder welche Funktionsgruppe sie 0:29:02–0:29:05 vielleicht noch mit involvieren. 0:29:05–0:29:08 Das ist dann so die Vernetzung, die wir herstellen. 0:29:08–0:29:12 Du hast jetzt gerade vom Stellenprofil gesprochen. 0:29:12–0:29:21 Wenn du es in ein paar Worten oder Sätzen zusammenfassen solltest, was würdest du denn sagen, was muss eine Person mitbringen, Vertrauensperson werden zu können? 0:29:22–0:29:26 Also in erster Linie muss sie natürlich regelkundig sein. 0:29:26–0:29:36 sie sollte auch ein Verständnis haben für die Strukturen in dem Landesverband, wo sie dann tätig ist, weil das halt auch nicht immer Unterschied, also nicht immer gleich ist. 0:29:36–0:29:46 Und natürlich sollte sie, also idealerweise kommt sie selbst aus der queeren Community im Bereich geschlechtliche Vielfalt. 0:29:46–0:29:48 Das ist aber was natürlich, das können und wollen wir nicht vorschreiben. 0:29:48–0:29:51 Das ist sozusagen ein Nice to have. 0:29:51–0:29:57 dass die Person persönliche Bezüge, entweder ganz persönlich oder zumindest im engen Umkreis hat. 0:29:57–0:30:02 Damit halt auch die Sensibilität dafür da ist. 0:30:02–0:30:08 Und gleichzeitig muss die Person auch, ja, im Thema Gesprächsführung zum Beispiel geschult sein. 0:30:08–0:30:12 Datenschutz, wie geht, das sind hochsensible Daten? 0:30:12–0:30:15 Und wie führe ich auch so ein Gespräch? 0:30:15–0:30:18 Zum einen, wenn eine Person auf mich zukommt mit ... 0:30:18–0:30:28 indem sie anzeigt, ich gehe in eine Transition, ich möchte vielleicht noch in meinem Team spielen oder ich möchte auch das Team wechseln oder auch vielleicht auch mal in ein 0:30:28–0:30:35 kritisches Gespräch gehen, wenn man das Gefühl hat oder wenn man mal nachfragen möchte, ja, wann möchtest du denn wechseln, wie sieht es denn aus, wann ist die Transition 0:30:35–0:30:40 abgeschlossen und solche Themen sind da extrem wichtig. 0:30:41–0:30:47 Jetzt haben wir ganz zufällig jemanden hier in der Runde, auf den das alles zutrifft. 0:30:47–0:30:53 Und wie es der Zufall so will, Jan, wirst du ja auch demnächst tatsächlich Vertrauensperson, ne? 0:30:53–0:30:56 Wie ist denn der Entschluss gereift bei dir? 0:30:57–0:31:04 Ja, durch den Austausch mit der Regel, darf ich spielen, darf ich nicht spielen, war ich durchgängig in Kontakt mit der Person. 0:31:04–0:31:13 Und dann war immer mal wieder so die Rede davon, ne, was für Regeln gibt es, bis wohin, bis wann war das, bis dann der Tag kam, wo wir bei der Staffelleitung da alle 0:31:13–0:31:18 zusammensaßen und dann von der Claudia, sag ich mal, nochmal die Spielordnung durchgegangen sind. 0:31:18–0:31:24 Und dann war halt die Frage, da war auch das Thema mit Vertrauensperson, alles drum und dran. 0:31:24–0:31:26 Und dann wurde ich halt gefragt, ob ich mir das vorstellen kann, und dann dachte ich mir so, 0:31:26–0:31:27 Warum nicht? 0:31:27–0:31:36 Ich habe jetzt schon ein paar Leuten geholfen über Instagram und man tauscht sich immer wieder mit Leuten aus, der kennt den, der kennt den. 0:31:36–0:31:42 Und dann dachte ich mir so, mein Ziel ist nicht mit Fußball irgendwie generell aus der Branche rauszugehen. 0:31:43–0:31:52 Dann bleibe ich den Teil so weiter erhalten, kann Leuten helfen und hoffe, dass die dann, sage ich mal, eine ähnliche Situation wie ich haben und einfach eine Unterstützung vom 0:31:52–0:31:55 Team bekommen und dasselbe Glück haben. 0:31:56–0:32:05 Den Rückhalt bekommen und dass sich das Team einfach mit der Person freut, dass es endlich auf das Finale hingefiebert wird, sag ich mal, dass man dann so weit gehen kann mit den 0:32:05–0:32:08 Operationen wie man möchte und nicht allein da ist. 0:32:09–0:32:12 Dann vielleicht mal als offene Frage an euch beide. 0:32:12–0:32:19 Ich meine, wir wissen ja alle gesellschaftlich, wie wichtig Sport überhaupt ist. 0:32:19–0:32:27 Also für eine physische Gesundheit, für eine psychische Gesundheit, was eben Sport für eine Rolle spielt. 0:32:27–0:32:39 Wie seht ihr denn da auch jeweils eine Verantwortung, also sowohl von Verbandsseite als aber auch eben in einem Team, die Menschen, also 0:32:39–0:32:49 Ich bleib immer so bisschen an diesem Punkt hängen, mit dem die Leute wissen jetzt, das ist in der Theorie möglich, aber sie müssen es sich ja in der Praxis auch trauen. 0:32:49–0:32:58 Und so was wie die Vertrauenspersonen und so was wie Menschen wie du, Jan, die als Beispiel vorangehen, an denen man sich orientieren kann, das ist bestimmt total wichtig 0:32:58–0:33:01 und das sind ganz, große Schritte. 0:33:01–0:33:08 Gleichzeitig, wie kann man denn in der Breite die Leute noch mehr 0:33:08–0:33:17 erreichen, befähigen, ermutigen und ihnen irgendwie klarmachen, ihr gehört hier weiter dazu, wir sind irgendwie für euch da. 0:33:19–0:33:21 Ich sag, man geht halt als... 0:33:21–0:33:23 Also ich könnte jetzt als Beispiel vorangehen, ne? 0:33:23–0:33:30 Ich steh dazu, ich geh auf jeden Fußballplatz und versteck mich nicht oder versuch es geheim zu halten.